Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
779
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Die ganze übrige Geſellſchaft war nicht weniger be⸗ troffen, außer Prinz Maximilian, der in der Erſcheinung ſeinen ſeltſamen Freund, den Baron, erkannte und lachend ausrief:Ottomar! Iſt es möglich, Ottomar?

In der That war die Geſtalt Niemand anders als von Velſen, nur nicht mehr in der Tracht Caglioſtro's, ſondern, wie wir ihn zuerſt den Prinzen beſuchen ſahen, ohne Bart und ohne langes Haar, mit freiem Antlitz und gepuderter Perücke.

Niemand vernahm den Ausruf des Prinzen; nur der Marquis, deſſen feines Gehör ſtets auf der Lauer lag, war davon betroffen. der Erſcheinung um und war nicht wenig erſtaunt, ſtatt des Nebelbildes, in dem er ein Portrait des Prinzen hatte nachahmen wollen, eine Geſtalt zu ſehen, die in leben⸗ der Wirklichkeit, das höhere Alter abgerechnet, demſelben vollkommen glich.

Ein jäher Schreck durchzuckte ſeine Glieder; er hatte im Augenblicke den richtigen Zuſammenhang erkannt. Aber ſelbſt jetzt hatte er das Spiel noch nicht verloren gegeben; er beſaß noch ein Mittel, den furchtbaren Gegner zu de⸗ müthigen. Er ſprang auf, ſtürzte auf Ottomar zu, faßte ihn bei der Hand und flüſterte ihm drei Worte in das Ohr.

Jetzt war Ottomar der Conſternirte. Dieſe drei Worte waren die Formel, in denen dem Roſenkreuzer ſich ſein Großmeiſter zu erkennen gab, dem er unbedingten Gehor⸗ ſam ſchuldig war.Ihr, Ihr mein Oberer? rief Ottomar aus.Ihr habt Euch an die Spitze der Ge⸗ ſellſchaft geſchwungen, die Euch vernichten ſollte? O, nun wird mir Vieles klar. Aber ſprecht, was wollt Ihr, ich muß Euch folgen!

Wiederholt laut vor der Geſellſchaft, was ich Euch jetzt ſage!

Sprecht es muß ſein!

Ich komme Dir, Großkophta, zu gehorchen

Er erhob leiſe ſein Haupt, ſah ſich nach

folge. 779 b ſich komme aus dem Reiche der Seligen um Euch zu ſagen wo meine irdiſche Hülle

So weit wiederholte Ottomar mit Widerſtreben die Worte ſeines Großmeiſters, voll Entſetzen daran denkend, daß er verloren war, wenn er von deſſen Gewalt ſich nicht frei machte; denn wenn Caglioſtro ihm befahl, von dieſer Tribüne zurück hinter den Schauplatz zu treten, ſo war er dort all' den äußerſten Mitteln ausgeſetzt, mit denen dieſer ſeine Feinde zu vernichten im Stande war. Und doch ſollte er ſeinen Eid brechen? ſollte er all' den Entehrungen und Verfolgungen ſich preisgeben, die dem drohten, der die Ordensregel verletzte? Noch ehe Ottomar in dieſem inneren Kampf ſich entſchieden hatte, trat der Hofrath Wagner mit dem Documente herein, das er unter der Nummer 1177 im Archiv gefunden hatte, und jubelte: Das Document iſt da, die Aufhebung der Erbverbrüde⸗ rung! Nummer 1177 im Archiv aufbewahrt, aber mit falſchem Fascikel verſehen und deshalb bisher vermißt! Heil, Heil! Wir werden nun nicht erbverbrüdert!

Damit hatte Ottomar eine Waffe, gegen die Allmacht ſeines Großmeiſters ſich aufzulehnen. Es war ein Statut ſeines Ordens: wer des Betruges überführt war, hörte auf, ſein Mitglied zu ſein; wenn er das Document als eine Fälſchung des Marquis nachwies, was dieſer nicht mehr Mitglied und darum auch nicht mehr Großmeiſter des Roſenkreuzerbundes!

Hier hat Ihre Macht ein Ende! ſprach Ottomar zum Marquis, riß ſeinen Arm los von ihm und trat die Stufen hinab in die Verſammlung:Halt! das Document iſt falſch!

Entſetzen erfaßte Alle, als ſie den Geiſt mitten unter ſich treten ſahen; erſt als Ottomar ſie beruhigte:Er⸗ kennen Sie mich nicht wieder? und man ſeiner Stimme ſich erinnerte, da rief man:Der Baron von Velſen! und wußte ſich in Spannung auf die Löſung dieſes Räth⸗ ſels zu faſſen.

Für uns läßt der Verfaſſer ſeine eignen lyriſchen Gefühle etwas zu breit vor den Thatſachen hervortreten; am wenigſten ſtörend iſt ſolche Subjectivität, wo ſie auf einem warmen Gefühle der Verehrung für fremde Vorzüge beruht, wie dies bei der Dar⸗ ſtellung ſeiner Bekanntſchaft mit Moritz Hartmann der Fall iſt. J. Rodenberg erzählt:

Durch Oppenheim machte ich die Bekanntſchaft Moritz Hartmann''s, der Anfangs Juni von ſeiner türkiſchen Reiſe nach Frankreich heimkehrte. Schon nach Marſeille, wo ſein Schiff landete, waren ihm Freundesbriefe und viele Zeichen der Liebe und Hochachtung entgegengeeilt, in Fontainebleau empfing ihn die Familie Sabbatier, von deren Gütern in der Provence und Languedoc aus er jene Reiſe einſt unternommen hatte, die er her⸗ nach in ſeinemTagebuch ſ

Ankunft in Paris war für die Vielen, die an ihm hingen, ein

wahrer Feſttag. An jenem Tage brachte mir ſchon in aller Frühe Oppenheim

Grüße des Dichters. Er harre meiner in dem Palais des Beaux⸗ Arts, wohin er mit Freunden und Freundinnen, gefahren ſei. Da⸗ Hin eilten wir Beide, und in dem großen Saal der franzöſiſchen Schule, ährend die Meiſten vor den Bildern ſtanden, ſaß auf dem zrünen Sammetdipan ein Mann, hintan gelegt, die ſchöne, weiße Dichterhand auf einen Stab geſtützt. War das der kecke Reua⸗ hroniſt, der behäbige Pfaff Mauritius? Ach er war es nicht! Haupthaar, für das vordem die Damen geſchwärmt hatten, war licht und dünn ge⸗ Peorden, und der ritterliche Anſtand voriger Jahre ſchien durch die Strapazen des öſtlichen Lagerlebens gelähmt und gebrochen. Friſch und) träftig hatte er die Reiſe angetreten, und nun auf der

der Paulskirche ſo ſehr

ſo farbenreich geſchildert hat. Seine

Hälfte des Weges, denn er wollte auch nach Kleinaſien, nach Pa⸗ V läſtina und weiter war er krank geworden und ſo heimgekehrt. Aber ſeine Seele war noch geſund; ſie blitzte ſo hell, ſo heiter und liebereich aus dem ſtrahlenden Braun ſeiner Augen, ſie gab ſeinem Geſichte, deſſen Formen von claſſiſcher Schönheit ſind, einen ſo ſonnigen und warmen Ausdruck, daß den Fremden in ſeiner Nähe ſogleich ein verwandtes Gefühl durchſtrömte. Wohl ſeufzt er oft tief auf, wenn er der Ideale ſeiner Jugend, wenn er an das ge⸗ denkt, was er zu leiſten ſich damals ſo freudig vorausgeſetzt hat. Aber auch er macht dem deutſchen Vaterlande den Vorwurf nicht, den doch nur das über demſelben waltende, das trübe Schickſal verdienen möchte, welches faſt immer die Entwickelung ſeiner Dich⸗ ter eher hemmte als förderte. 9 Mit dieſem vorzüglichen, gemüthvollen Manne bin ich oft und immer gern zuſammen geweſen. Eines Abends entſinne ich mich, den wir auf ſeinem Zimmer verbrachten. Das enge Gemach war ganz von Menſchen erfüllt, die auf Stühlen, dem Sopha, dem Bett endlich auch auf der Fenſterbank Platz ſuchen mußten. Auch Damen waren dabei; nämlich die einſtens ſo hoch gefeierte Sängerin Unger, eine Deutſche, die ſich ſpäterhin dem franzöſi⸗ ſchen Edelmann Sabbatier vermählte, und deren gemeinſame Pflegetochter, ein allerliebſtes Mädchen mit blauen Augen und lichtblondem Haar, ſo daß ſie einer Deutſchen nicht unähnlich ſah. Auch redete ſie unſere Sprache nicht übel, worauf ſich Hartmann, der ſie darin unterrichtet hatte, nicht wenig einbildete. Ein anderer Abend war faſt noch poetiſcher und anregender. Es hatte ſich an demſelben eine kleine Verſammlung in der Woh⸗ nung Friedrich Szurväpoes eingefunden, und die Anmuth und Grazie der Gattin unſers Wirthes, der kaum einen Monat mit

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