Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
765
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bei dieſen Wor⸗ ößzlich. Eine Anweſenden den achſprechen muß⸗ altend, während tterie unter wie⸗ rzuckten. auf den Boden, und durch eine ſch dann in an⸗ chter geſondert. gemeinſchaftlich, n durch verſchie⸗ gfache Prüfungen duth zu bezeugen, n, die ſich dan t zu überwinde terer Boden ſ wohligfen Lage - nnggaukelten einmal wurden aleich war del delſteine, üüg iict vertrügen! er Feiitds f

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Auch Zaubertränke gab es zu leeren, deren Wirkung auf die Nerven und den Geiſt ſicher berechnet war. Die Wahr⸗ heiten der Philoſophie, die Erſchütterungen der Religion, die Reize der Kunſt und die ſinnlichſten Verführungen, zu

deren Raffinement die Myſterien der alten und der neuen Wölker ausgebeutet waren, das Alles wurde aufgeboten,

um die Phantaſie nervös aufzuregen und die Vernunft npathiſch zu betäuben.

Doch übergehen wir auch das, was wir von dieſen Geremonien berichten könnten, denn es könnte nicht ge⸗ ſchehen, ohne mehrfach das Zartgefühl zu verletzen, und eilen wir unmittelbar auf die Kataſtrophe unſerer Er⸗ zählung zu! 4

Drei Stunden lang war die Hofgeſellſchaft von Kiff⸗ wauſen mit dieſen Ceremonien umhexgeführt, bis man end⸗ lich gegen drei Uhr Morgens, wiederum nach langer Fin⸗

ſüerniß, in den glänzenden Tempel vor Gott Caglioſtro trat. Dieſer lag noch, als wenn er ſich in den drei Stun⸗

wen nicht vom Platze gerührt hätte, in derſelben kräume⸗ riſchen Stellung da unter demſelben Baldachin und begrüßte die Verſammlung:Ihr habt die Proben beſtanden. Ihr ſeid zu den Myſterien zugelaſſen! Meine Geiſter ſollen Such zu Dienſten ſein!

Der Reichsgraf verlangte zunächſt den Aufſchluß über

jenes Document, das die Erbverbrüderung mit dem be⸗

machbarten Kurfürſtenthume aufheben ſollte.

Prinzeß Amelie, die jüngſte und jungfräulichſte der unweſenden Jüngerinnen, ſollte von neuem dazu ihre mag⸗ netiſche Kraft erproben. Nachdem nämlich Belmont ſich als der berühmte Geiſterbeſchwörer documentirt und nach⸗ dem er Ottomar durch jenes Gerücht von dem Leben des Prinzen Gottfried verdchtigt hatte, als ſei er ein geheimer Bundesgenoſſe der Comteſſe Minette, ſeitdem war auch Amelie wieder eine gläubige Anhängerin des Marquis ge⸗ worden, der ihr geſagt hatte, nur um ihr, der Prinzeſſin, Wohl deſto ſicherer zu erlangen, habe er ſcheinbar im In⸗

Dritte folge.

tereſſe der Comteſſe gehandelt, und wie er durch ſeine Zaubermacht für ſie bereits gewirkt habe, das ſolle ſie dar⸗ aus erkennen, daß er jenes Unglück ihrer Beſtimmung, das ſie bei ſeiner erſten Begegnung entdeckte, bereits von ihr abgewandt habe.

Geben Sie ſich heute wiederum dazu her, ſagte er ihr,die Zeugniſſe der Allwiſſenheit in der Glaskugel zu leſen, und Sie werden ſehen, daß ſie Ihnen nicht mehr dunkel ſind, daß Sie mit beſſerm Gewiſſen ihrem einſtigen Gatten und Ihrer jungfräulichen Beſtimmung entgegen⸗ ſchreiten dürfen!

Damit war eine ſchwere Sorge vom kindlichen Herzen der Prinzeſſin genommen. Mit einem Herzen, das von ſicherer Hoffnung zitterte, trat ſie deshalb jetzt aus dem Kreiſe der Novizen in die Mitte der Loge vor die mit Waſſer gefüllte Glaskugel, die ſich dort auf den Wink des

Marquis von der Decke herab niedergeſenkt hatte. Laut jauchzte ſie auf vor Freude, als ſie hineinblickte; ſie ſah wirklich. Der Marquis hatte ein Wunder an ihr bewirkt, ſie war jetzt nicht mehr des höchſten Liebesſegens unfähig..

Und was ſah ſie? Ein unklares, dunkles Bild von Gewölben, Bücherreihen, zahlloſen Nummern ſtellte ſich ihr dar, aber eines ſah ſie hell und deutlich: die große, leuch⸗ tende Zahl 1177.

Sie beſchrieb die Erſcheinung.

Das reichsgräfliche Archiv zeigt ſich ihren keuſchen Blicken, erklärte der Großkophta.Suchen Sie dort

unter der genannten Nummer! Und die Glaskugel ver⸗ ſchwand wieder in der Decke des Tempels.

Erlaucht Ehrenfried ſchickte augenblicklich den Vor⸗ ſteher des Archivs, den Hofrath Wagner, ab, um nebſt einigen Hofherren als Zeugen die Unterſuchung anzu⸗ ſtellen.

Jetzt erhob ſich der Großkophta von ſeinem Sitz. Auf der oberſten Stufe ſeines Thrones ſtand er hoch aufgerichtet

Bei dieſen Worten wendet ihm der Kaiſer verdrießlich den Nücken; Ameilhon aber, der nur die Freude und die Ehre empfand, K gefeſſelt zu haben, neigte ſich zu ſeinem Nachbar und ſagte voll Emphaſe:Der Kaiſer iſt er⸗

ſeaunenswerth, er weiß Alles! a.

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Inever saw one of them.

Z wei Herren von New⸗York trafen ſich im Sutterhouſe zu Sacramento. Der eine von ihnen war ſeit beinah einem Jahre in Californien, der andere aber erſt angekommen. Letzterer be⸗ klagte ſeine Thorheit, eine Heimath mit lallem ihren Ueberfluß und vor allem zwei hübſche eben zur Jungfräulichkeit erblühte köchter verlaſſen zu haben, und erkundigte ſich bei dem andern, ob

n Familie habe.

Ja wohl, Herr. Ich habe eine Frau und ſechs Kinder, und ſäh niemals eins von ihnen. Nach dieſer Erwiderung ſaß das bes, dann begann der Frager von neuem: Waren Sie einſtmals blind, Herr? Nein! Sie haben wohl eine Witwe geheirathet? Nein! Wieder trat eine Pauſe ein. 2Lerſtand ich Sie recht, Herr? eine Frau und ſechs Kinder haben ſchen?. Ja wohl, ſo ſagte ich.

Sagten Sie nicht, daß Sie und niemals eins von ihnen

Paar einige Minuten wort⸗

Eine längere Pauſe folgte, dann warf der Frager forſchend ein:Wie kann das ſein, daß Sie niemals eins von ihnen ſahen? Wie ſo? war die Entgegnung,eins von ihnen wurde nach meiner Abreiſe geboren. Ah! Ah! Ein allgemeines Gelächter folgte, und der erſte Herr ward ſeitdem immer als der Mann bezeichnet, welcher ſechs Kinder habe und niemals eins von ihnen ſah.

Das Archiv in Venedig. Das Archiv in Venedig iſt das größte der ganzen Welt. Be⸗ dacht durch die Freigebigkeit der Kaiſer iſt es außerordentlich bereichert und mit der bewundernswertheſten Ordnung eingerichtet worden. Es umfaßt 298 Säle, deren Wände mit Geſtellen be⸗ deckt ſind. Würden dieſe letztern neben einander geſtellt, ſo bilde⸗ ten ſie eine Linie von 26,000 Meter oder 7 ½ Lieues. Dieſes Raumes ungeachtet iſt derſelbe noch ungenügend geweſen, um die 8,664,700 Hefte aufzunehmen, welche die ganze Maſſe der hier ge⸗ ſammelten Documente bilden. 5 Ein Venetianer hat berechnet, daß tauſend Schreiber, welche täglich acht Stunden ununterbrochen arbeiteten, nicht weniger Zeit brauchen würden, als 734 Jahre, um das ganze Archiv zu eopiren. Es würden alſo tauſend Schreiber, welche dieſe Arbeit begonnen hätten, als die Kreuzfahrer ihre Fahnen auf den Wällen von Jeruſalem entfalteten, jetzt kaum damit zu Ende ſein. a.