Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
764
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ein Eidſchwur, den ſie ſich auch veranlaßt ſahen zu halten, nachdem ſie die ganze Komödie als Komödie erkannt hatten.

Es exiſtiren verſchiedene hiſtoriſche Berichte über dieſe Initiationsformen, und aus dieſen iſt anzunehmen, daß dieſelben nicht immer dieſelben waren, ſondern von dem großen Regiſſeur des Geiſtertheaters arrangirt wurden, wie Zeit, Raum, Verhältniſſe und Perſönlichkeiten es ihm eben am geeignetſten erſcheinen ließen.

Worüber alle Darſtellungen dieſer Ceremonien überein⸗ kommen, das iſt das, daß die Einzuweihenden, in lange Talare gehüllt, gegen Mitternacht aus einem dunklen Ge⸗ mache, in dem ſie einige Zeit hatten ſtumm verweilen müſſen, plötzlich in einen tempelartig decorirten Saal, von vielen Hundert Flammen erleuchtet, geführt wurden. Hier ſahen ſie unter einem prachtvollen Baldachin, in weiter, weißer, orientaliſch prieſterhafter Tracht, den Gott Großkophta träumeriſch daſitzen, ein großes griechiſches Kreuz von Brillanten auf der Bruſt, das durch die zauberiſche Be⸗ leuchtung einen feenhaften Glanz erhielt. phroditen⸗Statue von den üppigſten Formen, aus einer mächtigen Lotusblume emporſteigend, hielt neben ihm eine dunkle Kryſtallvaſe in den Händen, mit der transparenten Umſchrift:Elixir de pimmortalité! Auf der anderen Seite, ein wenig weiter entfernt, verlor der Blick ſich in einen großen ſchwarzen Spiegel, über dem die Worte leuch⸗ teten:Depôt des dmes errantes.

Nachdem die Neulinge auf die Knie gefallen waren, richtete der Großkophta, wie aus einem Traume erwachend, Blick auf ſie und frug mit einem wunderbaren Ausdruck der Stimme, von dem Alle, die er werde ihnen unvergeßlich ſein: Was wollt

ſeinen ſchwärmeriſchen

ihn gehört, behaupten, Wer ſeid Ihr? Woher kommt Ihr? Ihr?

Der älteſte der Jünger mußte für die andern dann das Wort ergreifen:Wir ſind der Wahrheit bedürftige Sterb⸗

Noveſſen Zeitung.

Eine Herma⸗

(II. Jahrg.

liche und kommen, anzubeten den Gott des Wiſſens, den Sohn der Natur, den Vater der Wahrheit, ihn anzuflehen um eines ſeiner vierzehntauſendſiebenhundertundvierzehn Geheimniſſe, die er in ſeinem Buſen verwahrt. Wir wollen ſein ſeine Diener, ſeine Sclaven, ſeine Apoſtel, ſeine Mär⸗ tyrer.

Kennt Ihr die Pflichten, die Ihr mit dem Ueber⸗ ſchreiten dieſer Schwelle übernehmt? frug der Gott unter dem Baldachin.

Gehorchen und Dulden, war die Antwort.

So beſteht die Prüfungen, die Euch meines Dienſtes würdig machen!

Ein furchtbares Donnergetöſe ließ ſich bei dieſen Wor⸗ ten vernehmen. Alle Lichter erlöſchten plötzlich. Eine unbekannte gewaltige Stimme ſprach den Anweſenden den Eid ewiger Verſchwiegenheit vor, den ſie nachſprechen muß⸗ ten, einander im Kreiſe an den Händen haltend, während die Wirkungen einer ſtarken elektriſchen Batterie unter wie⸗ derholtem Donnergetöſe durch ihre Glieder zuckten.

Halb betäubt warfen ſich dann Alle auf den Boden, den Boden fühlten ſie unter ſich ſinken, und durch eine Verſenkungsmaſchine fortgeführt, fanden ſich dann in an⸗ deren dunklen Räumen die beiden Geſchlechter geſondert. Von hier wurden ſie alsdann zum Theil gemeinſchaftlich, zum Theil einzeln von verhüllten Geſtalten durch verſchie⸗ dene Gemächer geführt, in denen mannigfache Prüfungen und Symbole ihrer harrten. Um ſeinen Muth zu bezeugen, mußte man eine Piſtole auf ſich abdrücken, die ſich dann V

als ungeladen erwies; um die Todesfurcht zu überwinden, legte man ſich in einen Sarg, deſſen unterer Boden ſich dann plötzlich öffnete und den Novizen im wohligſten Lager empfing, auf dem ſüße üppige Bilder ihn umgaukelten. Die Kleider wurden mehrfach gewechſelt, einmal wurden. ſie auch ganz abgelegt. Von vornherein gleich war den Eintretenden aller Schmuck, Gold und Edelſteine, abge⸗ nommen, dadie Geiſter ſich mit Luxus nicht vertrügen!

ihn bat, zu kommen, war der Tiſch gedeckt und alle Kinder nahmen

ihre gewoͤhnlichen Plätze ein.

Sobald Schiavoni ſich zinnernen Schüſſeln die abgepflückten Blätter der beiden bouquets auf.

Dies war das letzte Abendeſſen der armen Hiazintha.

Schiavoni trachtete ſein böſes Geſchick durch Arbeit, Gebet

und Genie zu beſiegen. Er ſtarb über dem Streben danach.

Jenes ſchöne Mädchen, welches Roſenblätter verzehrt, iſt das Schiavoni malte es aus der Exinne⸗

Bild der armen Hiazintha. rung, indem er dabei alle Thränen ſeines Herzens vergoß. Seine Nachkommen, ſämmtlich

rationen hindurch, bewohnten einen

und Hunger getödtet hatten. a.

Miseellen. Wein⸗Betrachtungen.

Nach der Weisheit der Nationen wird der Menſch durch ein f

Glas Wein gut berathen. Cato fand, wie Seneca ſagt, ſeinen Anſtrengungen und Arbeiten.

Aeſchylus hatte, gleich manchem unſerer neueren Dramaturgen, beſtändig eine Pinte Wein neben ſich ſtehen, wenn er an ſeinen

Tragödien arbeitete. Craſſus und Cicero Hasdrubal und Verſöhnung mit dem Glaſe in der Hand.

geſetzt hatte, trug Hiazintha auf zwei Roſen⸗

bei dem Weine Erholung von 9 G

Man lieſt in dem heil. Auguſtin und er geſteht das offen ein daß er ſich zuweilen berauſcht, weil unſere Seele an einem trockenen Ortenicht ausharren kann.

Wenn Sokrates, den man für den Weiſeſten ganz Griechenlands erklärt hatte, zu trinken begann, konnte Niemand ihm die Spitze bieten, und das Sonderbarſte dabei iſt, daß der Wein ihm nie zu Kopfe ſtieg. 3

Parny, der glückliche Nachahmer Tibulls und Ovids, Dorat und Bertin waren liebenswürdige Trunkenbolde; von den ausge⸗ zeichneteren Dichtern der Gegenwart ſoll nur Alexander Dumas allein das Trinken wahrhaft verſtehen.

Maler, wie er, mehrere Gene⸗ Palaſt, den ſie zum großen Theile dem Ruhme ihres Vorfahren verdankten, welchen Kummer

Napoleons Alfwiſſenheit.

Eines Tages, als Herr Ameilhon Mitglied einer Deputation des Inſtituts war und zum erſten Male zu dem Kaiſer Napoleon ging, fühlte er ein glühendes Verlangen, von demſelben bemerkt zu werden und von ihm im Vorbeigehen einige Worte zu erhaſchen; eer ſtellte ſich daher in dem Audienzſaal auf, daß er in das Auge fiel. Der Kaiſer bemerkte in der That ein Geſicht, das er nur unvollkommen kannte, näherte ſich ihm und ſagte:Sind Sie nicht Herr Aneillon? Ja, Sire, Ameilhon. Ach ja, wohl Bibliothekar von St. Geneviève? Ja, Sire vom Arſenal. Ich wußte es ja; Sie haben die Geſchichte des ottomani⸗

Scipio, feierten ihre ſchen Reiches fortgeſetzt?

Ja, Sire des byzantiniſchen Reiches.

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