Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
759
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lII. Jahrg.

Sie wohl falſ

ind durch meine melner Beu⸗ giehend.Sie

Ihren Geiſtern

ſeiner berühm⸗ den um Leben! 3, lieber Herr!

arauis mit dem e Bewegung zur uſt auffing; die de beſchützt ſein, der Baron ver⸗ zu haben. Was flichſten erſchien, nur eine Reckeret Saracenerklinge abbrach und zur

enden den Degen rdem Baron, Mit glickss und ſäntt ben um Lebene ſclug er plöß zeigen, wie el

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leugnen, daß durch dieſe Wechſel Ihre Freiheit längſt ver⸗ wirkt iſt!

Damit präſentirte er die ominöſen Papiere, die er von Ahasver empfangen haben wollte.*

Ottomar taumelte bei ihrem Anblick. zurück. Nicht ſowohl die Erinnerung an die alte Schuld als viel mehr noch der Schreck vor der unbegreiflichen Macht des Mar⸗ quis, die ſich ihm jetzt mit jedem Augenblicke in der That ins Wunderbare ſteigerte, hatte ihn conſternirt. Er leugnete nicht und faſt athemlos konnte er nur hervorbringen:Ja

¹ ich erkenne ſie an. Meine Schulden aus Paris! Aber hier in Ihren Händen? Der Himmel ſtehe jetzt meinem urmen Verſtande bei, oder ich muß an Ihre Wunder⸗ kraft glauben!

Und Belmont lachte triumphirend die ſtaunende Ge⸗ ſellſchaft an:Ich kenne dieſe Art von Leuten! Da er nicht zahlen kann

Seinem fragenden Blicke konnte von Velſen nur be⸗ ſtätigend mit einem Achſelzucken antworten:J großes Spiel verloren!

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Verhaften Sie ihn! fuhr Belmont fort:Und nun,

mein junger Herr Großpapa, werden Sie Zeit gewinnen, über Ihre Genealogie nachzudenken. Sie aber, meine Herrſchaften, folgen Sie mir ſtehenden Fußes in die egyp⸗ niſche Loge. Graf Caglioſtro, der Großkophta bin ich!

Ich will Ihnen zeigen, wo Prinz Gottfried geblieben iſt,

nnd Sie werden endlich glauben, daß das Wort Unmög⸗ Uichkeit für uns Alle eine Illuſion geworden iſt!

X. Der Baron von Velſen war in Verwahrſam gebracht. Ihm, deſſen Grundſatz es war: Das Leben iſt eine Komödie, war auch dieſe Situation keine abſolut ver⸗ zweiflungsvolle. Auch wenn er nach jenen geheimnißvollen

ch habe ein

folge.

Vorgängen wirklich an des Marquis Wunderkräfte hatte glauben müſſen, ſo hatte er doch immer noch ſehr gewicht⸗ volle Mittel, um über die Intriguen, zu denen er ſolche Wunderkräfte mißbrauchte, zu ſiegen.

Was den Baron tiefer beſchäftigte, war die Frage nach dem Räthſel, das ihm Adelaidens Weſen und Schickſal noch immer und von Neuem war. Nach jenem dem Prin⸗ zen abgelegten Geſtändniß, das er belauſcht, hatte er zuerſt jubelnd geglaubt, er ſei jener Mann, den ſie liebe ünd fürchte zugleich, dem ihr ganzes Daſein gehöre und der ihr Leben und ihre Ehre in dieſe gefahrvolle Lage gebrächt. Aber als er ſich im Momente darauf dem Marquis ver⸗ rathen ſah, als er jene deutungsvolle Anſpielung des alten Reichsgrafen vernahm, als er ein neues Zeugniß von der alle Hinderniſſe beſiegenden Gewalt des Marquis erhielt, der es danach nicht unmöglich ſein mußte, auch ein ſchwan⸗ kendes Gemüth wie das Adelaidens zu umſtricken und in ſolchen Kampf zu verſetzen, mußte er da nicht glauben, der Marquis ſei der Mann, der ihres Herzens ſo dämoniſch ſich bemächtigt habe?

Als er nun in die Einſamkeit ſeines Gefängniſſes ge⸗ treten war, da hatte der Marquis auch noch geſorgt, daß er durch ſeinen eigenen Diener wie zufällig Kunde erhielt von den Briefen, aus denen der biedere Reichsgraf die Neigung der Künſtlerin für ſich geleſen hatte, mußte Ottomar nicht jetzt, bei dem zweifelhaften Lichte, das alle ihre Verhältniſſe auf Adelaide warſen, mit Beſtimmtheit annehmen, daß ſie mit Belmont im Bunde und dieſem zu Liebe Erlaucht Ehrenfried zu umſtricken verſucht habe?

Das war ein Motiv, das Ottomar tiefer, als er ge⸗ wöhnlich es ſich erlaubte, zu erſchüttern im Stande war. Das war ein Grund, der ihn in eine wenn nicht verzwei⸗ felte, ſo doch an Verzweiflung grenzende Stimmung ver⸗ ſetzte, denn eine tief eingewurzelte Leidenſchaft und all' das Empfinden, Denken und Handeln, das er ſeit länger als einem Jahre ihr gewidmet hatte, ſtand auf dem Spiele!

lhegt und gepflegt wurden für die großen Hirſcheſſen des hohen Raths.

jetzt mach an Dein Haus auch ein Wappen! Biſt ein vornehmer und geſcheidter Herr Du kannſt's ja! Sieh', hier ſind drei Huf⸗

hauen, und Du wirſt ſehen, daß es gut ſteckt!

Die Frau Räthin Schwiegertochter ſagte:Ach ja! Das Andenken der Vorfahren muß man ehren! fielen mir auch!

Dem Herrn Rath Kaspar aber gefielen ſie gar nicht; er wollte jedoch a h ganz gegen den Willen des Vaters handeln und ver⸗ ſprach's. 2

Aber erſt lange nach Vater Georg's Tode kam es dazu; der

Herr Rath jedoch hatte dem Steinmetzen befohlen, keine Hufeiſen, ſondern drei umgekehrte gekrönte Steigbügel in das Wappen zu hauen; das paſſe für einen vornehmen Herrn, Ihro Kön. Kaiſerl. Majeſtät wirklichen Rath, beſſer. Steigbügel ſeien in Form und Ge rauch auch gar nicht weit entfernt von Hufeiſen, hingen aber

doch um ein gutes Theil höher und erinnerten zugleich durch den Namen an das Bügeleiſen und ſo ſei des Proßvaters

des Vaters und des Sohnes Wunſch genügt und in dem Einen

eichen der Beruf und der Geſchmack von allen Dreien dar⸗ gethan.

rnen Schnörkelzierung,

Zald war denn auch oberhalb einer eiſe in welcher die in einander geſchlungenen ¹ austhüre das Wappen mit den drei Der einmetz aber ließ ſich gewiß

bepflanzte Wieſe war, auf welcher Hirſche weideten, die da ge⸗ Da ſagte Vater Georg zu ſeinem Sohne:Lieber Kaspar, eiſen von Deinem ſeligen Großvater; die laß in das Wappen

Die drei Hufeiſen ge⸗

uchſtaben J. C. G., über Steigbügeln angebracht. nicht träumen, daß ſein

beſcheidenes Kunſtwerk einſt noch von Dichtern beſungen und von der Menge angeſtaunt würde als ein Wahrzeichen in Frankfurts Mauern.

An demſelben Tage, als es fertig war, ſoll der Herr Rath einen feinen Cavalier aus dem ſchönen Lande des Weins und der Geſänge zum Beſuch gehabt haben; als dieſer jedoch wieder fort war, ſeien auch die lang aufbewahrten drei ſilbernen Hufeiſen ver⸗ ſchwunden geweſen.

Und es geſchah, daß der Herr Rath ein Söhnlein bekam. An demſelben Tage nun, Mittags um die zwölfte Stunde, ſoll ſich mit dem Wappen über der Hausthür etwas ganz Abſon⸗ derliches zugetragen haben. Denn als man ſpäter wieder einmal genauer nachſah, waren keine Steigbügel darinnen, ſondern drei Leyern. Zwar hieß es, der Steinmetz habe ſie damals hinein gehauen und man hab' es ſeither nur nicht bemerkt, daß es Leyern ſeien. Aber die Sage liebt ſolche Steinmetzenarbeit nicht und er⸗ zählt Dinge, die kein Auge geſehen und kein Ohr gehört. Um jene hochmittägliche Geburtsſtunde, da die junge Frau Nath innerhalb der geheiligten Hausräume eines Knäbleins ge⸗ nas, das ganz ſchwarz auf die Welt kam und gar noch nicht leben⸗ dig werden wollte, geſchahen außerhalb des Hauſes Zeichen und Wunder. 4 Um das Hauswappen herum ſchwebte eine Geiſterſchaar: ge⸗ hörnte Dick⸗ und Dürrteufel im Kampfe mit himmliſchen Heer⸗ ſchaaren; die Engel beſiegten endlich die Püſtriche, die haſtig die drei hufeiſenförmigen Steigbügel aus dem Wappen riſſen, herun⸗ terplumpten und in den Boden verſanken. Selige Knaben, in Kreisbewegung ſich nähernd, umſchwebten ſodann ſchirmend das leere Wappenſchild. Da erſchien zuerſt die mit Myrten und .

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