Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
758
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Und, durch die deutungsvolle Aeußerung des Reichs⸗ Euer Leben geſchenkt. Ich will es nicht denen ſtehlen, die ggrafen ſchon erſchreckt, rief Ottomar aus:So haben Sie ältere Rechte darauf haben. Sie werden nur vergeblich

XXQD,;;ß117. V 758 Novellen⸗Zeitung.[II. Jahrg. N.. VUm der Demoiſelle willen! kreiſchte Minette, die mich verrathen, Adelaide? O, dann habe ich Sie wohl falſch leuge natürlich da in der Nähe ſein mußte, wo der Marquis ver⸗ verſtanden! wirk weeilte, und wandte ſich dann an Adelaide:O ſind Sie Der Marquis aber fuhr fort:Sie ſind durch meine dazu an dieſem Hofe, damit Sie mit einem frem den Men⸗ Kunſt entlarrt, gefährlicher Abenteurer, gemeiner Beu⸗ Aha ſchen, und wieder mit dieſem fremden Menſchen telſchneider!. So wollte ſie ihren Haß gegen Ottomar zugleich aus⸗Halt! Ref. Ottomar, den Degen ziehend.Sie ſon ſprechen, als der Marquis ihr ins Wort fiel:Nur keine fordern mich heraus? Ich habe Muth, mit Ihren Geiſtern no V Vorwürfe auf Mademoiſelle! es zu wagen! aui V Er wollte weiter die allgemeine Entrüſtung auf. Otto⸗Stoßt zu! erwiderte Belmont mit ſeiner berühm⸗ ins mar lenken, dieſer aber trat ihm zuvor mit ſeiner ganzen ten Ruhe.Doch Aug' um Auge, Leben um Leben! nie Keecchheit entgegen:Ich allein habe das Recht dieſe DameNur eine Schramme zur Beſchämung, lieber Herr! 6 zu beſchützen, denn ſie iſt meine Braut! Da fangt das auf! hie Das war das Stichwort allgemeiner Bewegung, bei Ottomar ſtieß auf den Arm des Marquis mit dem ar dem Prinzen des Staunens, bei Amelie der Freude, Degen zu; dieſer aber machte eine ſchnelle Bewegung zur kre bei Minette der Verachtung, bei dem Marquis der Seite, ſo daß er den Stich mit der Bruſt auffing; die V Wuth, vor allem aber war es bei dem alten Reichsgrafen Bruſt mußte mit Panzer oder Stahlhemde beſchützt ſein, ſel ddie Veranlaſſung des Schreckens und der Entrüſtung gegen denn der Marquis blieb unverletzt und der Baron ver⸗ ni 7 den fremden Attaché. 3. ſicherte ſpäter, harten Widerſtand gefunden zu haben. Was 9 Der Reichsgraf hatte Adelaide nach den empfangenen dieſem aber im Augenblicke am unbegreiflichſten erſchien, ſte Briefen ſich ſchon ſicher als die ſeine gedacht. Der Mar⸗ war das, daß bei dem leichten Stoße, der nur eine Neckerei gr auis hatte alle Bedenken ihm gehoben, indem er ihm ſagte: ſein ſollte, Ottomars ſo oft erprobte, echte Saracenerklinge KFrlaucht fühlen ſich doch nicht zu alt? Mein Lebens⸗ oben dicht am Griffe wie ein Stück Glas abbrach und zur m elixir wird dieſen Zweifel heilen. Im Uebrigen ſind Er⸗ Erde fiel. ül laucht ja viel, jünger als meine Nichte, die bekanntlichTaſchenſpielerei! rief Ottomar. 5 unter uns gt ihre dritthalb Jahrhundert reich⸗ Der Marquis aber, einem Naheſtehenden den Degen ti lich zählt! entreißend, ſtand im Momente darauf vor dem Baron, mit 3 Das konnte dem biedern alten Herrn freilich friſchen der ganzen furchtbaren Gewalt ſeines Blickes und ſeiner un fröhlichen Muth zu neuer Liebe geben, und als daher von Stimme ihm drohend:Wir wetteten Leben um Leben, lic Velſen Adelaide ſeine Braut nannte, rief er entrüſtet aus: das Eurige iſt jetzt mein! Doch, ſo ſchlug er plötzlich Eure Braut? Haha! Sie hat ſich für ein beſſeres Loos in leichte, ſpielende Ironie um, um zu zeigen, wie er ſo 1 veſtimmt, als die Braut eines Nun, ſagen Sie es ganz Herr ſeiner Stimmung und ſeiner Situation war, ihm ins Geſicht, was er iſt, Marquis!meine Damen, fürchten Sie keine Unthaten. Er iſt bloß Er nennt ſich einen Baron von Velſen! erwi⸗ die Maus, mit der der Löwe ſpielt. Und den Degen deerte dieſer. fortwerfend, ſprach er verächtlich zum Baron:Nehmt 1

antgegnete der Fremde mit ſchief geneigtem Kopfe und flüchtig verwünſchten ſilbernen Hufeiſen! Ich mag ſie nicht mehr anrüh⸗ 1b achſelzuckend, ſchwang ſich dann auf ſein ſeltſam ausſehendes ren! Nimm Du ſie mit, Georg! Vielleicht helfen ſie Dir einmal be Rößlein, das Hörner zu haben ſchien und aus deſſen Nüſtern aus der Noth! R

Feuuerſchlängelchen hervorſprühten. Und indem er nochmals demWo ſind ſie denn her, Vater? 1 1 Meeiſſter kurz zunickte zum Abſchiede, ſo daß die rothe FederNicht weit! Kann Dir's nicht recht ſagen! Nimm ſie nur aauf ſeinem Barett in wunderliche Schwankungen gerieth, ga⸗ mit! Und wirſt Du vielleicht einſt ein vornehmer Herr ha, ha, ſi loppirt' er ſauſend davon, daß es Hans faſt vorkam, als ſäh' ha ſo kannſt Du ſie Dir ja in Dein Wappen malen laſſen! di er des Satans ſchnelleſten Botſchafter durch die Lüfte dahin Sieht doch hübſcher aus, als Scheer und Bügeleiſen! 1 5 fliegen bis Jener im mondbeleuchteten Tannenwalde ſpurlos Hans mußte über ſeinen eigenen höchſt curioſen Einfall alſo veerſchwand. lachen, daß Georg kaum mehr zu Worte kommen konnte, nicht A. Meiſter Hans ging nun zuerſt an das Fenſtergeſims zu ſeinen mehr weiter nach demHerkommen der Hufeiſen fragte, ſondern ſi Goldſtücken, wollte ſie anfaſſen, verbrannte ſich ader tüchtig ſeine ſie in ſein Felleiſen ſteckte und damit in die weite, weite Welt hin⸗ ſchwieligen Hände; denn ſtatt Goldſtücke lagen glühende Kohlen aus wanderte. Er reiſte lange durch Frankreich und kam auch je doa, aus denen Schwefeldünſte emporſtiegen. Da nahm Hans eine nach groß Paris, das ſeine Leute bildet; denn er war ein Schnei⸗ ſpr Schaufel und warf ſie damit in ſein Schmiedefeuer. Er dachte der. Dann überſchritt er wieder den Rhein, um in ſein Vater⸗ ſchon, mit den Hufeiſen würd' es ihm ebenſo gehen; aber nein, land zurückzukehren, das die allerbeſten Gaben verleiht. End⸗ her die blieben, wie ſie waren; und er nahm ſie und eilte damit aus lich kam er in die ſchöne Stadt am Main, ſo man Frankfurt and der Werkſtatt, um ſie den Seinigen zu zeigen und ihnen die Wun⸗ nennt. 2 4 An d dergeſchichte zu erzählen. Als er aber hinauf in die Stube kam, Hier gefiel es ihm ſehr wohl und er blieb daſelbſt. Aus de d ſchhliefen ſchon Alle; er wollte ſie nicht wecken, legte die Hufeiſen Schneidergeſellen ward ein Schneidermeiſter und endlich gar ei 6 bei Seite und ſich ſelbſt ins Bett, nachdem er noch ein Vaterunſer Gaſtwirth. Sein Gaſthaus hieß der Weidenhof und ſtand inG de mehr als gewöhnlich gebetet. Frankfurts Hauptſtraße Zeil genannt, weil man ſie ſich gräder d Am andern Morgen ſchlief Meiſter Hans noch feſt, als die denkt, als ſie iſt. Aber bis zu einem Wappen bracht' es der Gaſt⸗ d Sonne ſchon längſt aufgegangen. Da ward er geweckt, und vor wirth doch nicht. 3

bei ſeiner Wanderung in die Fremde. Meiſter Hans gab ihm ließ er ſtudiren, und bald ſah er in ſeinem Sohn einen Herrn

ihm ſtand ſein Sohn Georg, reiſefertig, um Abſchied zu nehmen Er hatte jedoch einen Sohn, der ſollt es dahin bringen; den ſeeinen beſten Segen; und ſchon ſtand Georg unter der Thüre, als Rath und noch mehr. Der heirathete ein vornehmes Jungfräulein

1 f 4 in (ihn ſein Vater nochmals zurückrief. und bezog ein Haus in der Straße, ſo man den gro⸗ n Sieh, dort drüben auf dem Ofen liegen ſie ja noch, die drei graben nennt, weil dort in früheren Zeiten eine 1' 2eTll .. 4

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