Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
757
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(ll. Jahig.

indel und habe nichts mehr ge⸗ der ganzen Wal ter. Nis den gelernt hatte, da Manne in einer hohen Schloſſe, pen; an ſeinem der: ein Schlag, trümmen ſollte, m Buutſturz halt das war mein Leiche, denn ich

mir ſagte: Du über die Lampen ige Publicum ge⸗ en mir zu Füßen und immer ſei⸗ lachte es höhniſch eben, nicht einen eertrauen können, die Komödiantin rachtete, gemiß⸗ Lelt ſagen mußte:

fegt, ſegie d tre mich füt über⸗

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h fe der Piin, n in nict hen voten Sie mich zu rächen du

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ii getrieben!¹

llinen runden Scheiben ſchien der

innen die Flamme nochmals neu aufloderte;

Sie ſind gerächt! gab ſie zur Antwort.Ja,

Prinz, ich habe mit Ihnen wie mit Allen, die mir nahten,

geſpielt. Ihre Neigung hat mich gereizt, Ihre Macht hat mich gelockt, aber ich habe Sie nie geliebt! Meinem

fiebernden Herzen habe ich jede Regung ja verbieten, jede

Neigung verſagen, gewaltſam zur Liebloſigkeit es zwingen

müſſen, um nicht auch ſo in meines Standes Leichtſinn

unterzugehen, um aus meines Schickſals Fluch mich her⸗ auszureißen. Und nun, da ich meines Lebens Er⸗ füllung ſuchte, da ich den Mann gefunden zu haben meinte,

an den ich mein ganzes Daſein hängen, von dem ich mein ganzes Glück verlangen durfte, da ſehen Sie mich nun

hier zu Ihren Füßen ſinkend und Sie anflehend: Retten Sie mich, mein Prinz! Retten Sie mich vor ihm, der zur

Strafe jetzt mit mir geſpielt, der mich verſchmäht, ver⸗

höhnt, vernichtet hat, der bis hierher in fremde Lande

in Elend, in Verzweiflung, ja in Schmach mich ver⸗

ſtoßen

Die ſtolze Adelaide war, die Hände faltend, vor ihm in die Knie geſunken. Der Prinz ergriff mit Zartheit ihre ſchlanken Hände, die er ſo oft mit Küſſen bedeckt hatte, und bat ſie jetzt, ohne eine andere Regung als die der innigſten, uneigennützigſten Theilnahme:Stehen Sie auf, Adelaide! Vertrauen Sie mir ſich an! Und ſagen Sie, dieſer Treu⸗ loſe, dieſer ſchändliche Verräther ich ahne es, es iſt

Ehe noch Adelaide ſich erheben und antworten konnte, ſtand Ottomar, der nach der Mittheilung Vivona's ſie be⸗ lauſcht hatte, vor ihnen und rief triumphirend den Namen Adelaidens aus.

Dieſe erhob ſich überraſcht und erſchreckt. Der Prinz uber fuhr heftig, wie er meinte, jetzt mit neuem Grunde

hum Mißtrauen, den räthſelhaften Freund an:Sie haben

gelauſcht!

Ich habe gehört, war die Antwort,wie Alles, was meinen Prinzen angeht!

Dritte folge.

Ich werde es Ihnen verbieten, ſich ewig unberufen in mein Schickſal einzudrängen. Ich will Ihrem Poſſen⸗ ſpiel mit Ernſt ein Ende machen. Sie oder ich! Sie drohten mir, nun wählen Sie!

Mit dieſen Worten zog er ein paar Terzerole aus der Bruſttaſche und hielt ſie Ottomar entgegen:Sie ſind nicht wie damals die Ihren ohne Kugeln ge⸗ laden!

Die Waffen her! Doch nur zum Alarm- und Freu⸗ denſchuß! So rief Ottomar, und ehe der Prinz ſich deſſen verſah, hatte der Baron beide Terzerole an ſich ge⸗ riſſen und das eine lachend in die Luft gefeuert.

Sie ſind toll! Sie rufen Leute herbei! rief der Prinz entrüſtet.

Ich weiß ſtets, was ich thue, war des Barons lako⸗ niſche Antwort.

Und Adelaidens Ehre! konnte der Prinz ihm noch

entgegnen, als auch der Vorhang ſich ſchon öffnete und die

Geſellſchaft zu der verhängnißvollen Loge hereinſtürzte.

Der Marquis voran, der von dieſem Rendez- vous Kunde und es abſichtlich zugelaſſen hatte, um Adelaide zu belauſchen, ſie nöthigenfalls in Verlegenheit und ſomit aufs Neue in ſeine Macht zu bringen. Daß dieſe Scene aber öffentlich werden ſollte, hatte er nicht beabſichti t, und ſo ſuchte er eintretend die Betheiligten zu beſeitigen, indem er ihnen haſtig zurief:Hinweg, hinweg! Nur kein Scandal! Hinweg, hinweg!

Wohl ein Scandal! entgegnete der Baron ihm im Triumphe:doch ein Scandal, der nun ſein Ende hat!

Durch den Schuß herbeigelockt, eilte auch Erlaucht Ehrenfried hinzu:Allgütiger, was iſt das?

Ein blutiges Zuſammentreffen! rief Amelie aus, die auch in der Nähe geweilt hatte, vom ſchlauen Marquis .: 3 hier hingeſtellt, der dieſe Scene auch noch dazu benutzen wollte, das Herz der Prinzeſſin vom Prinzen abzuwenden.

Hans ſchaute zwar verwundert drein; doch nahm er das Sil⸗ ber hätte gern noch Mancherlei gefragt; aber der Fremde ſprach ſchnell:Alſo in zwei Stunden! und war verſchwunden, ehe Hans noch recht wußte, wie ihm geſchah und woher der plötzliche ſterke Luftzug im Schornſteine komme.

Er beſchaute nochmals bedenklich, aber doch liebäugelnd ſeine dier großen Goldſtücke und legte ſie dann auf das Fenſtergeſims;

derauf begab er ſich ſchnell an die Arbeit,, ſchmolz und hämmerte

nit ſolcher Emſigkeit, daß ihm der Schweiß von der Stirne troff, und wirklich waren die vier zwei ganze Stunden verfloſſen. Es war allmählich Nacht geworden; durch die ſchmuzigen 5 Mond und vermiſchte auf un⸗ heimliche Weiſe ſein Licht mit dem erlöſchenden Schmiedefeuer. Hans wartete und wartete; aber der fremde Herr kam immer och nicht, und um nach harter Tageslaſt nicht vom Schlaf über⸗ nannt zu werden und ſich bis zur Ankunft des Fremden wach zu

zalten, nahm Hans aus einer Niſche in der Mauer ein altes ver⸗

ittes Büchlein hervor, das er ſchon gar oft geleſen und das ihm

och immer wieder gefiel:Des Erzſchwarzkünſtlers Dr. Johannes

Fauſt ärgerliches Leben und ſchreckliches Ende; eine höchſt wun⸗ debare und ſchauerliche Hiſtorie. Gedruckt in dieſem Jahr. 1 tlicl⸗ er ſich nun ſo recht hineingeleſen, ſchauert' es ihn auch oſcklich, i

erſoſch.

Alötlich erloſch aber auch in einem Nu ſeine trübe Lampe, ein Krach= ſodann ein Geklirr und Geklingel an der Eſſe,

ſilbernen Hufeiſen fertig, ehe noch

oſeklich beſonders wenn zuweilen noch ein Funken aus der 'hmiedeeſſe in die Höhe flog und in dem dunkeln Rauchfang

und als Meiſter

Hans erſchrocken aufſprang, um zu ſehen, woher dies geſpenſtiſche Begebniß, dajtrat der vornehme Herr in hinkender Eile zu ihm heran und ſprach:Ich komm ſpät! Aber den Artner Weiberchen iſt Nichts anzuhaben! Draußen ſteht mein Rößlein! Macht Eure Sache gut, Meiſter!

Von kaltem Schauer durchrieſelt, aber froh,

B rieſelt, abe daß die Sache ihrem Ende nahe, ſuchte Hans ſeine vier ſilbernen

Hufeiſen, fand aber nur drei davon; das vierte war bei dem Krach ins Feuer ge⸗ fallen und zerſchmolzen.

Das ſoll ja gleich der Teufel holen! brummte Hans in den Bart.

Wenn er's nicht ſchon geholt hat! erwiderte der Fremde mit höhniſch grellem Lachen.

Alle guten Geiſter! bekreuzigte ſich Hans. Der Fremde wandte ſich ab und ſprach:Ich hab große

Eile, Meiſter! 4 Soll ich Euch ein neues ſchmieden?

Kann nicht länger warten! Es iſt heute der letzte April! Muß noch auf den Brocken reiten! Ein weiter Weg! Geht's nicht mit ſo geh's ohne Hufeiſen! Laßt nur die andern drei auch vom Teufel holen! Wollt keins! Nein, nein, die Drei iſt mir verhaßt!

Aber warum denn, lieber Herr? ſtotterte Hans, um nur Etwas zu ſagen, indem er dem Fremden vorſichtig zur Thüre nachging.

Ich weiß es wohl, es iſt ein Vorurtheil,

Allein es iſt mir mal zuwider!

4

Ihr ſie denn nicht haben? Drei ſind doch beſſer, als