Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
756
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756 Novelfen⸗Zeitung.[II. Jahrg. N.. nicht leſen, wenn ich es nicht ſelbſt gehört hätte, mit meinen machte ich noch oft den Weg ohne Schwindel, und habe b eigenen Sinnen gehört, wie Sie dem fremden hergelaufenen im Leben vor nichts mehr gezittert, um nichts mehr ge⸗ Pri Baron ins Geſicht mich verhöhnten! weint: Du oder ich! ſo ſprach's in mir der ganzen Welt geſy Jetzt war Adelaide zerſchmettert, und in dem Zorn gegenüber. Und hören Sie weiter. d ich den nic üͤber Ottomar nur fand ſie eine Stütze.Ha, der Ver⸗ Eiertanz tanzen und das Seil erklettern gelernt atte, da fieb räther! fand ich mich einſt mit demſelben finſtern Manne in einer Nei Kein Verrath, als bei Ihnen! Ich war mein eigener elenden Hütte. Er ſtammte aus einem hohen Schloſſe; V ni Zeuge eingeführt durch Ihren Ring. Nun? Kann dieſer Unglück und Leichtſinn hatten ihn verſtoßen; an ſeinem unt Mund doch Falſches von mir ſprechen? ſo höhnte ſie der leten Gaukler⸗Kunſtſtück lag er jetzt danieder: kln Schlag, d Prinz und'ſhlenderte ir ſen ganzes Rachegefühl ins Ane hatte nat nneüßen f ſenene eas,a uenar ß ſen eſche e dendirunenO. Sis verdienen iich weis und halb am Hunger ſtarb der Mann, das war mein ga 48 he 6 1 inen Augenblick Ilhrer Vater, und doch weinte ich nicht an ſeiner Leiche, denn ich hie A elaide aber, einen Augenbli ganz ihrer inneren mußte des Blickes gedenken, mit dem er mir ſagte: Du 5 Vernichtung hingegeben. raffte ſich dann bittend, mit rüh⸗ oder ich! Und ſeitdem, wenn ich über die Lampen 5 render Zerknirſchung auf und legte das Geſtändniß ab. hinweg meine Leidenſchaft in das vielköpfige Publicum ge⸗ ho Prinz, das Wort Zigeunerin verdiene ich. Wiſſen ſchleudert, oder wenn Grafen und Fürſten mir zu Füßen in Sie, was das heißt: eine Zigeunerin? Unſere Sprache an meinen Liebesblicken hingen, immer und immer ſeit⸗ ſto bezeichnet mit dieſem Namen uns Alle, die wir mit nichts dem, auch Ihnen gegenüber, mein Prinz, lachte es höhniſch als unſerem Talente eine Stellung in der Geſellſchaft uns in mir: Ihr oder ich! Ich habe nicht lieben, nicht einen in zu ſuchen haben. O, nein, Sie können von unſerem Elend, Augenblick wahr ſein, Niemandem mich anvertrauen können, ſch unſern Triumphen und unſeren Leidenſchaften keine Ahnung denn ich konnte nicht vergeſſen, daß ich die Komödiantin, ba haben! Sie ſehen uns nur, ſo lange Sie uns vergöttern; die Seiltänzertochter, die verlaſſene, verachtete, gemiß⸗ un Sie ſehen nicht, wie wir in dieſe Welt kommen, nicht wie brauchte Zigeunerin war, die zur ganzen Welt ſagen mußte: Ve wir aus ihr gehn. Sie wiſſen nicht, daß wir nur leben, Ihr oder ich! lof um den Gedanken zu übertäuben an jenen Anfang undSie haben bisher noch immer geſiegt, ſagte der jenes Ende. Hören Sie mich. Meine älteſte Erinne⸗ Prinz nach einer Pauſe.Auch ich erkläre mich für über⸗ ſr rung iſt die, daß ein blaſſer, finſtrer Mann mich auf den wunden. lal Armen hielt und mit mir ein thurmhohes Seil emporging.Bin ich es nicht ſelbſt, indem ich Ihnen mein Herz Ad, Ich wußte nicht anders, als daß ich deſſen vom erſten eröffnet? rief die Künſtlerin erſchüttert aus.O ich bin Sctammeln auf gewohnt war; aber einſt ging mir plötzlich gedemüthigt, gebrochen, verzweifelt ein Bewußtſein der Gefahr auf; mitten auf dem Wege,Nicht weiter, Adelaide! unterbrach ſie der Prinz, dhe hoch über den Wohnungen der Menſchen, erfaßte mich ein von ihrem Schmerz erſchüttert:Ich kam ja nicht her, zuu Schwindel, ich weinte und zitterte, da ſtierte der blaſſe, Liebe von Ihnen zu erflehen, nein, hören Sie mich! gel finſtre Mann wie mit wahnſinnigem Blicke mich an und Ich kam, um Sie zu demüthigen, um mich zu rächen durch ſagte: Du oder ich! ich ward ohnmächtig und ſeitdem ein Spiel für das Spiel, das Sie mit mir getrieben! me ber

V Feuilleton.

V-d tdier dar Die drei Leyern.Dem Fehler könnt' ich abhelfen! nrit Eine Frankfurter Familien⸗Sage⸗So macht mir vier hübſche Hufeiſen! 3 8Hat's Eile? ehve Es war in der Mitte des ſiebenzehnten Jahrhunderts, daIn zwei Stunden muß ich ſie haben!. lebte in Artern, einem Städtchen der Grafſchaft Mansfeld, einDas iſt nicht moͤglich! eein ehrlicher Hufſchmiedmeiſter, gewöhnlich nur der alte Hans ge⸗Auch nicht, wenn ich Euch dieſes hier gebe? wein nannt. 3 4Doch, doch! rief eilig, aber ein wenig erſchreckt Hans, Bei dieſem ſtand einmal in der Abenddämmerung plötzlich ein als ihm Jener vier Goldſtücke binreichte, von denen jedes faſt dch voornehmer Herr in der Werkſtatt, ohne daß Hans geſehen oder ge⸗ ſo groß war, als ein Hufeiſen ſelbſt. Und indem ſie Hans in dann hört hätte, wie und wo er hereingekommen. Er ſah faſt aus wie ſeinen Händen wog, ſprach er geſchäftig:Aber ſputen muß ich Wüen ein ſpaniſcher Edelmann, blinzte aber gar curios mit dem Auge, mich! W Caals bätt er Sand drin, und hinkte, als wär' ihm ein Ambos aufWird einem ſo geſchickten Meiſter nicht ſchwer fallen! dud Qden ZJuß gefallen.Den beſten T büager Stahl nehm ich dazu! Wal Guten Abend, Meiſter!Nein, nein, mein Rößlein muß noch blankere Schuhe tragen! welt Schön Dank, Herr Unbekannt! Die Hufeiſen müſſen von Silber ſein! Mein Fuß ſchmerzt mich! Ich möcht' reiten!Von Silber! Ihr ſcherzt, Herr! Iſt das jetzt Mode? neir Dazu ſcheint mir ein Pferd dienlich!Bei mir, ja! 4 88 Das Pferd hätt' ich ſchon; aber es iſt nicht beſchlagen!Aber ich hab' im ganzen Hauſe nicht ſo viel Silber als eerlo Frantf 4 d. S 4 fte GeſchichtAls dieſes hier! fiel der Fremde ein, zog unter ſeinem Fr rter enb Sage 3 e Ge e 4 di rſij e ber' r ft 3. . 7.Ane Frantfn Sagendunt. KeannemuRaeägudiſn Fantfurt Mänteichen eine dickSilberſtange hervor und fuhr fort:Rehmt a am Main. Verlag von Heinrich Ludwig Brönner. 1856. Es reicht gerade für die vier Hufeiſen! in - f