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Aber Belmont's Experiment war noch nicht zu Ende. Die Krone ſetzte er ihm auf, als er, mit ſeinen Schülerin⸗
nen weiter gehend, vor dem ominöſen Schranke plötzlich
ſtehen blieb und ein Papier dort von der Erde aufhob.
„Was iſt das?“ ſagte er erſtaunt, und es näher an⸗ ſehend rief er dann aus:„Wechſel? Vierzigtauſend Franes! — Aber nicht auf mich, auf—— Hal auf den Baron von Velſen!— Die bringt mir mein Freund Ahasver, um mich von dieſem läſtigen Cumpan zu befreien!“
Erlaucht ſah in die Papiere hinein und fand ſie richtig.
„Sie ſind längſt fällig,“ fuhr der Marquis fort,„und vor ſolchen Pflichten wird ihn ſeine Eigenſchaft als Attaché wohl nicht ſchützen—?“
„Nein!“ erwiderte der Reichsgraf treuherzig.„Kein Eingriff in das Privateigenthum! Das Recht nehme ſei⸗ nen Lauf!— Wenn er nicht zahlen kann, von Kotzenau, ſo verhaften Sie ihn!“
Damit hatte Belmont zunächſt ſeinen Zweck erreicht.
——— Aber Du, freundlicher Leſer, wirſt Du beim Leſen dieſer Schilderung vielleicht den Kopf geſchüttelt und gemeint haben, ſo wunderbar es auch erſcheine, daß Marquis de Belmont den Namen des ihm unbekannten Barons plötzlich kannte und ſogar Schuldpapiere, in Paris ausgeſtellt, zu ſeiner Vernichtung herbeizuſchaffen ver⸗ mochte,— die Art und Weiſe, wie er das Papier pro⸗ ducirte und eine große Geſellſchaft der ſogenannten gebil⸗ deten Stände an eine Geiſtererſcheinung glauben ließ, ſei eine unmögliche und unglaubliche?— Aber bedenkſt Du nicht, wie ganz ähnliche, ja noch unglaublichere Dinge noch in den letzten Jahren in der gebildetſten Geſellſchaft unſerer aufgeklärten Zeit möglich und glaublich erſchienen? — Wenn aber ſelbſt dieſer Vergleich für den Glauben an
unſere Erzählung Dich nicht gewinnen ſollte, ſo können
wir Dir ein unwiderlegbares Argument entgegenhalten: was wirklich war, muß auch möglich ſein, und daß das
Noveſſen⸗Zeitung.
[II. Jahrg.
Geſchilderte ſo geſchehen, wie es geſchildert iſt, wirſt Du einſehen, wenn wir am Schluſſe Dir die Quelle bezeich⸗ nen, in der uns eines Augenzeugen Bericht erhalten iſt.
V vunl. Während dieſer Vorgänge indeß war auch der Gegner
des Marquis, der Baron von Velſen, nicht unthätig ge⸗
weſen und hatte Schritte zur Entlarvung ſeines Gegners gethan. Die Gemüthsſtimmung des Famulus Vivona war ihm darin glücklich entgegengekommen. Vivona war kein herz⸗ loſer Schurke, er war im Gegentheil ein Schurke mit Ge⸗ müth, ein ſentimentaler Gauner, ein Spitzbube von höchſt ſtrenger Religioſität, der den lieben Gott zum Schutze bei ſeinem Handwerk anrief, wie wenn es das gottesfürchtigſte Thun wäre. Er gelobte dieſem oder jenem Heiligen wohl, wenn er irgend eine neue Betrügerei gelingen ließe, ſo und ſo viel Meſſen oder ein großes Licht auf den Altar oder eine Summe für eine milde Stiftung, und wenn die Be⸗ trügerei gelungen war, ſo hielt er ſicher das Gelübde, und wenn er das Geld dazu ſeinem beſten Freunde hätte aus der Taſche ſtehlen ſollen! So oft nur ſein Herr und Mei⸗ ſter es erlaubte, ging er in die Kirche, um wenigſtens mit Weihwaſſer ſich zu beſprengen; die bewährteſten Amulette trug er bei ſich und die Worte, die man ihn in jedem un⸗ beſchäftigten Augenblicke vor ſich hinmurmeln hörte, waren nichts Anderes als das Vaterunſer und ein Stoßgebet an den heiligen Antonius von Padua. Alle dieſe Uebungen gaben dem gottesfürchtigen Diener ſicher das Recht, ſich für einen ſehr braven Mann zu halten, und namentlich hatte er Urſache, auf ſeinen Meiſter, den Marquis, mit dem Bewußtſein großen moraliſchen Uebergewichtes herab⸗ zuſehen, denn dieſen erkannte er als einen reinen Schurken, einen Schurken ohne Gemüth, ohne Sentimentalität und Religion, der nie vom lieben Gott Segen bei einer exqui⸗ ſiten Beutelſchneiderei erbat und mindeſtens eben ſo oft
124,000 Stück.
Truthühner und Hähne. 2 25. 383,000„
Tauben.
3,748,000 Stück.
Covent⸗Garden iſt der Hauptmarkt für Früchte und Gemüſe; hier betrug der Verkauf im vergangenen Jahre:
Kartoffeln 138,000 Tonnen, Kohl 7„000„ Steckrüben.. 7,750„ Zwiebeln A⸗ 36,850„ Spargelkohl. 31,950„ Gelbe Rüben 8,050„ Erbſen(grünc). 3,900„ Gurken. 2,200„ Rhabarber(zu Salat). 2,100„ Salat...„ 050„ Bohnen(grüne). 2,630„ Sellerie... 800„ Rettige und Radießchen 750„ Spaniſche Zwiebeln 650„ Kürbis.... 300„ Spargel... 260„ Suppenkräuter.. 250
358,490 Tonnen. An Obſt wurde verkauft:
Aepfel 17,150 Tonnen, Birnen. 9,325„ Stachelbeeren 6,900„
Pflaumen 4,550 Tonnen. Johannisbeeren 3,900„„ Feine Pflaumen 1,052„ Kirſchen. 9270„ Erdbeeren 700„ Haſelnüſſe. 230„ Wallnüſſe 226„ Maulbeeren 54„ Himbeeren 16
45,030 Tonnen.
Nach einer andern Richtung berechnet, wird der Werth der alljährlich in London verzehrten Gemüſe und Früchte auf 3 Mill. Pf. St. geſchätzt.
Die Einfuhr mancher Artikel iſt durch den Dampf unendlich vermehrt; ſo werden z. B. in London jährlich 200,000 Stück Ananas verkauft. 1
Orangen und Citronen, die ehedem faſt ausſchließlich von Italien bezogen wurden, kommen jetzt auch von den Azoren, von Madeira, Malta, Kreta ꝛc. Die Herabſetzung des Zolles um mehr als die Hälfte hat den Verbrauch ebenfalls bedeutend ge⸗ ſteigert. St. Michael, eine der Azoren, führt allein jährlich 200,000 Kiſten zu 1000 Orangen aus. Man hat berechnet, daß London jährlich über 100 Mill. Orangen verzehrt. An Citronen, größtentheils aus Sicilien, verbraucht London jährlich über 20 Mill. Stück. a.
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