müßten in Betreff der Höhe gerade die umgekehrte Wir⸗ kung haben.
Durch die geringere Schwere ſind auch die natürlichen Höhen dort größer als hier: wie auf allen ſchneller erkal— tenden kleinern Körpern ſind auf dem Monde die Berge höher als auf der Erde und, gleich wie hier, auch dort im kältern Süden höher als im Norden.
Da die Wälle einer großen Ebene nicht der ganzen Fläche einen hinlänglichen Schutz gegen Stürme gewähren, ſo umgeben kleinere Ringwälle einzelne Orte in dem ver⸗ meintlichen größern Krater.
Um hohe Wälle aufzuführen, müſſen große Vertiefungen ausgegraben werden. Der Einſchnitt iſt gewöhnlich ſo tief, als der Eiſenbahn⸗Damm hoch iſt. Dies erklärt, wie eine Wallebene im Innern tiefer iſt, als die Mondober⸗ fläche. Die innere Tiefe hat auch den Vortheil, den Schutz gegen Stürme zu vermehren. Daher ſind die inneren Ebenen in dem kältern und mehr ſtürmiſchen Süden am tiefſten. Man ſchätzt dort einige ¾ Meile oder 17,000 Fuß tiefer als die Mondoberfläche; gewiß eine Uebertreibung, wenn nicht ein natürliches Thal dieſe Tiefe bildet. Auch ſind im Süden, wo der Schutz mehr unentbehrlich iſt, die Umwallungen zahlreicher als im Norden und in den tiefen Gegenden.
Die Nothwendigkeit, eine höchſt mögliche Höhe der Umwallungen zu erreichen, führt zu dem Mittel, ſie an Berge anzulehnen. Dieſe Bauart macht ſich an allen Mondbergen bemerkbar. Man ſieht um und zwiſchen Bergen Einſchließungen von gleicher Höhe als ſteile Ab⸗ hänge. Es gibt dort in Bergketten und Maſſen faſt keine hervorragende Berggipfel; ſo ſehr ſind ſie durch künſtliche Anlagen zu einer compacten Maſſe mit einander ver⸗ bunden.
Beſonders zeigt der innere Bau der Wälle, daß ſie Kunſtwerke ſind. Sie ſtufen in Terraſſen ab, gleich wie unſere tiefen Einſchnitte bei Straßen und Eiſenbahnen.
73²2 Novellen⸗Zeitung.[II. Jahrg. R 46
Der obere Damm zeigt ſich ganz ſchroff und ſcheint mit V anins 1 einer Bruſtmauer verſehen zu ſein, welche die Fläche als HAüite eine Vertiefung erſcheinen läßt. Könnten die Bewohner ia dieſer Anlagen, die in der Tiefe ihren Schutz gegen Stürmme, 3 und große Sonnenhitze finden, ſchönere Esplanaden haben, d3 7 als auf dieſen Terraſſen? 1 1
Unten gehen die Terraſſen in kleine Hügel über. Dies x 3 ſind die zu erwähnenden kuppelbedeckten Wohnungen. Der 4 obere Rand der Wälle iſt an der innern wie an der äußern racha Seite ſchroff, wie keine vulcaniſche Hebung ihren Rand üin
austreiben kann, und alle Terraſſen ſind coneentriſch, überall gleich fern von einander; eine ganz mathematiſche 1 Abzeichnung von einem einzigen Punkte aus, wie ſolche 6 ohne ein im Centrum befeſtigtes Maß nicht beſchrieben den werden kann: alſo kein Werk der Natur.„Je zwei Ter⸗ raſſen, ſagt Schmidt, ſind durch eine ſehr enge, von ſchroffen Wänden begrenzte Thalſchlucht größtentheils ge⸗ trennt, nur hin und wieder ſieht man brückenartige Ver⸗ bindungen(nicht überwölbte Durchgänge, ſondern com⸗
weſenden herab wie ein heftiger Sturmregen, durchdrang ihre Kleider und durchdrang das Papier, das vor ihnen lag. Als das Licht hereingebracht wurde, fand man den Tiſch in Waſſer ſchwimmend.“
Die Geiſter können auch Feuer erzeugen. Mr. Charles Bruce erzählt, daß die Unſichtbaren, als er am Ende des 12. Juli mit ſeinem Freunde Mr. Redman an einem Tiſch geſeſſen, ihm be⸗ fohlen hätten, eine Zeitung, in die er etwas eingewickelt hatte, unter den Tiſch zu werfen. Als er den Befehl befolgte, verſpürten er und ſein Freund den Geruch von Rauch, und als ſie ſich ſchnell unter den Tiſch beugten, ſahen ſie, daß die Zeitung in Flammen ſtand. Streichhölzchen waren nicht im Zimmer vorhanden, und die Geiſter erklärten, das Feuer durch ein chemiſches Verfahren er⸗ zeugt zu haben.
Aber auch das iſt noch nicht Alles. Der eben erwähnte Mr.
Tinkham behauptet, im magnetiſchen Zuſtande feuerfeſt zu ſein und
ſeine Hand ſo lange in das Feuer gehalten zu haben, daß ſie unter
gewöhnlichen Umſtänden verbrannt ſein würde, während ſie jetzt
auch nicht die leiſeſte Spur einer Verletzung zeigte. Dieſe und ähnliche Wunderdinge tragen ſich gegenwärtig in
dem Schooß der aufgeklärteſten Bevölkerung der Welt zu und fin⸗
den Glauben unter vielen Tauſenden von Perſonen. Allem An⸗ ſchein nach ſind die Zeugniſſe nicht in der Abſicht gegeben, das Publicum zu täuſchen, ſondern entſpringen nur aus einer Selbſt⸗ täuſchung. Die Art und Natur derſelben zu erforſchen, bleibt der Wiſſenſchaft vorbehalten. a.
pacte Querdämme) oder größere Erhebungen, welche daſelbſt dun alle reguläre Thalbildung geſtört haben.“ Hält man dieſe Bei planmäßigen Einrichtungen nicht für unerklärliche Natur⸗ der ſpiele, ſo läßt ſich Manches über dieſe Bauart muthmaßen. lic Meiſt ſindet ſich in der Mitte der Ringwälle ein hohes dit Bauwerk, wie ein Kegel oder iſolirter Berg. Wie das du9 Capitol, das Rathhaus oder eine Kirche mit hohem Thurme len ſo viel wie möglich in der Mitte der Stadt ſteht, ſo iſt ra hier genau die Mitte durch die Rundung des Walles ge⸗ hauñ geben. las F „. Ca 7 vo ſie Wenn der Mond, deſſen ganze Oberfläche nicht größer 3 9 iſt, als Rußland, eine Metropole haben ſollte, ſo wäre die nr Stelle dazu an dem Orte gegeben, wo die große Erdkugel, nut dort 22 mal ſo groß als für uns die Mondſcheibe, beſtän⸗ ii dig über dem Kopfe der Hinaufblickenden zu hängen ſcheint. ad „Eine große Kette von Ringwällen läuft,“ nach Mädler, vot „aus der Gegend der Mondmitte, von Hipparch und Pto⸗ Aus der Gegenwart. den 4. lich Eine vergeſſene Schöne. dn Aus den Erinnerungen eines Touriſten. 1 c 3 voll Ich war in Venedig. Ein nothwendiger Geſchäftsgang führte M mich nach dem ehemaligen Palaſte Grimani, jetzt zur Briefpoſt verwendet. Da fand ich an dem Fenſter, an welchem die Poſte⸗ wol reſtanten⸗Briefe in Empfang genommen werden, eine Dame in Tn elegantem Anzuge und mit einem gewiſſen, coquett auffallenden Bri Aeußern, das meine Aufmerkſamkeit erregte. Indem ich ſie genau ſer anſah, kam ſie mir bekannt vor und in der That irrte ich mich in d nicht. Es war Marie Taglioni, der einſt gefeierte Liebling Ter⸗ ſege pſichorens, jetzt nichts als eine vergeſſene Tänzerin.. geſag Jugend, weshalb fliehſt Du die Gefeierten, Deine Günſtlinge, dargie gleich allen Andern; weshalb wendeſt Du den Rücken auch denen, 6 die ſich einſt aus Deinem goldenen Becher berauſchten, die nur von n Poeſie umwallt lebten, die mit voller Hand alle duftenden Blumen d 1 der Liebe umherſtreuten! 3 4 au Marie Taglioni, wie ich ſie jetzt ſah, war nicht mehr jene an zarte Zigeunerin der Kunſt Camargoss, die ſich durch die Anmuth ſins zu der Höhe der Phantaſie erhob; ſie war herabgeſunken zu einer der ruhigen Bürgerin, die ſtarke Abgaben zahlte und ihre Landgüter,
ihre Häuſer, nein ihre Paläſte ſelbſt verwaltete. Sie beſitzt deren in Venedig drei oder vier, d. b. ſo viel, daß ſie den Werth eines ge⸗ wöhnlichen Hauſes in einer lebhaften Straße von Paris erreichen, denn Venedig iſt die Stadt der gefallenen Größe, und deshalb paßt es wohl zum Aufenthalt Marie Taglioni's, ſelbſt einer ſolchen.
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