Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
709
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e ſtrenge Grun m Schloſſe ſich

Sle werden nit Dir nahe, vielleicht Dir in den Weg zu treten im Be⸗

ewerden bei Hi gtiffe iſt

höre. Sie hatbO, wäre es möglich? Wäre es endlich möglich?

4 ieeif ſie entzückt aus.

ne Nacht ſich;Aber, fuhr er fort,dieſe Begegnung wird keine

karquis, ich hah üickliche für Dich ſein; im Stern Deines Auges leſe ich,

ſcht, und mein eine große Enttäuſchung, ein großer Schmerz Dir be⸗ vonſteht. Der Mann, an den Deine Seele ſich gefeſſelt

vonirenden Blich ſihlt, gehört einer Dir fremden Geiſtesſtrömung an; mit

e mit gelaſſena kimer Sehnſucht, mit keiner Erinnerung denkt er an Dich,

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Sie ſage ſonſt würde ich ihn Dir jetzt im Traume zeigen icht recht a krmen! gen Sie dennot Adelaide ſeufzte tief. War es über dieſe Mitthei

ſung? War es über den Einfluß, den der Fremde über Herr Maraut ſe hatte? 4 einander gemii Dieſer fand den Augenblick paſſend, jetzt ſanft und ſo machent ertraulich an ſie heranzutreten, zart und einſchmeichelnd 20,000 Fram iſre Hand zu ergreifen, und dann ſagte er:Du ſollteſt Royal, diei ndlich Deinen Sinn von jenem Abenteurer wenden, mein na, und üßer Zögling. Du biſt zu Beſſerem beſtimmt, im Buch ein dr Sterne iſt Dir ein höherer Geiſt beſchieden! Ich nit der ſie abbe Dir lange nicht von meiner Liebe geſprochen, ſo 1 rach er jetzt in eine feurige, haſtig ſtrömende Rede aus, me Adelaide, Du wirſt das Zartgefühl, mit dem ich Deine alte Neigung ſchonen und Deiner Sinnesänderung geät laſſen wollte, Du wirſt es nicht für Kälte auslegen; in meinen Blicken, an meinen Seufzern, an dem ſeeliſchen Fluidum, das unſichtbar, unſagbar mit jedem Herzſchlage neine Geiſt dull mir zu Dir hinüberſtrömt, daran haſt Du in jedem Talſe Vom gu lu genblicke die Steigerung meiner Leidenſchaft erkennen 6* it zäü önnen. Ich habe Dich ſo lange geſchont, o nun ver⸗ 54 1 1 triße ſichte Du nicht mich. Bedenke die Gemeinſchaft der Gei den dem 4 ſer, in die ich Dich weihen will, ſobald Du Dich mir ganz nen Ausftonn jertrauſt! Bedenke die irdiſchen Schätze, die ich durch

ein wenig e ſchen Ton ein wenn er als! m wollte:Vil geidenſchaff nichl Du wiſen willſ

4 deiner magnetiſchen Sphäre erkenne ich es, daß ein We⸗ meine Kunſt geſchaffen und geſammelt habe, um ſie alle ne meine G. fn, zu dem Deine Seele im lebhafteſten Rapport ſteht,

in Deinen Schooß zu legen! Adelaide, Dein Beſttz iſt das Ziel meines Lebens, ſeit ich Dich geſehen habe, und ob Du zauderſt und zweifelſt, ob Du fliehſt und Dich ſträubſt, Du wirſt doch ein Mal die Meine, denn in mei⸗ nem Schickſal iſt es geſchrieben, daß mir nichts unmöglich iſt, was ich mit allen Mitteln will! Du biſt mir ver⸗ fallen, ob mit, ob gegen Deinen Willen!

Grauſamer! ſo rang ſie ſich aus ſeinen glühenden, fiebernden Händen los;o, Sie haben ſchon viele Mittel in Bewegung geſetzt, meinen Willen mir zu nehmen, in Ihre Macht mich zu überliefern. Meines ganzen Ver⸗ mögens haben Sie allmählich mich beraubt, obgleich Sie es doch nicht bedürfen, nur um mich jeder freien Bewegung unfähig zu machen. Jede Gemeinſamkeit mit Andern ſchließen Sie mir ab, damit ich keinen Rath, keine Hülfe finde, um einen Schritt aus Ihren Netzen zu thun. Aber ich kann und kann Ihnen nicht trauen, Marquis. Bald gelingt es mir, an Ihre Worte, an Ihre Thaten, an Ihre übermenſchliche Größe zu glauben; aber dann wieder em⸗ pört mein Verſtand ſich gegen Ihr Anſehn, dann tauchen die Zweifel in mir auf, die mich zur Wuth gegen Sie und zur Verzweiflung ſtacheln, und ich glaube Sie endlich zu durchſchauen, wenn ich Sie für einen Heuchler, für den vollendetſten Intriganten halte

Recht ſo, recht ſo, mein Kind, ſo muß es kommen, fiel der Andere ihr ſchnell ins Wort;das iſt ein hohes Stadium ſchon, das iſt die zweite Stufe vor der Wieder⸗ geburt und philoſophiſchen Weihe. Ohne Zweifel kann Niemand zur Wahrheit kommen, und je gewaltiger die Zweifel ſind, um ſo tiefer wird er in die Weisheit dringen. Zweifle aber vergiß auch nicht, welche übernatürliche Zeichen meiner Macht und meines Wiſſens ich Dir gegeben habe. Vergiß nicht, daß ich es war, der als Kind an den Ort Deiner Beſtimmung Dich ſandte, daß es eingetroffen iſt, was ich auf Deinem Seiltänzerkarren Dir einſt pro⸗

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l ſein, aber dennoch folgte er ihm, wenn auch widerſtrebend. Die dand des Teufels riß ihn windſchnell mit ſich fort, und Bos er⸗ llickte ſich am Fuße des Bergonz vor einer Steinthür, die er nie ſuvor geſehn. Die Thür öffnete ſich von ſelbſt mit einem Klange, ſißer als Vogelgeſang, und ſie traten in einen Saal, der tauſend Fuß hoch und ganz von Kryſtall war und in dem es ſchimmerte und blitzte, als ob die Sonne darin ſchiene. Bos ſah drei kleine Frauen, groß wie die Hand, auf Stühlen von Agat ſitzen; ihre lugen waren licht und freundlich, ihre Wangen roſig gefärbt, ihre weßen Gewänder floſſen leicht wie Luft gleich einem Waſſerfall in ihren Gliedern nieder. Ihre Gürtel waren regenbogenfarbig. Sſe ſpannen, und ihre Räder drehten ſich ſo ſchnell, daß man ſie nicht ſehen konnte. Alle Drei ſtanden zugleich auf und ſangen mit ſiner, ſilberheller Stimme:Bos iſt zurückgekehrt; Bos iſt der Freund unſers Gebieters; Bos, wir wollen Dir einen ſeidenen Mantel zum Erſatz für Deinen Kreuzfahrermantel weben.

Einnen Augenblick darauf war er vor einem Berge, den er bein Lichte der Sterne erkannte. Es war der Berg Campana, der rilingt, wenn dem Lande ein Unglück bevorſteht. Bos befand ic darin, ohne zu wiſſen, wie es gekommen ſei, und ſah, daß er

inem Strange befeſtigt. Bos erkannte, daß dieſe Ziegen eben ſo nle Teufel waren, und als ſie ihn und den Dämon erblickten, pofangen ſie mit ſo wilden und eigenthümlichen Sätzen um ſich e. daß der edle Ritter beinahe ſeinen Muth ſchwinden fühlte.

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ſe ſich in einer einzigen Linie auf, der eherne Klöppel berührte das

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i zum Gipfel hohl wan Eine ungeheure ſilberne Glocke hing von dem Gewölbe herab. Eine Heerde ſchwarzer Ziegen war an

Kochdem ſie tanzend mehrere Figuren beſchrieben hatten, ſtellten

h ehz der Glocke und es tönte daraus eine gewaltige Stimme her⸗

vor, die Bos bis auf das Mark durchdrang, ſo daß er vor Ent⸗ ſetzen bebte, während er deutlich die Stimme der Glocke hörte: Bos iſt zurückgekehrt; Bos iſt der Freund meines Gebieters; Bos, nicht die Glocke der Kirche läutet zu Deiner Rückkehr, ſon⸗ dern ich bin es.

Und abermals fühlte er ſich durch die Luft fortgeriſſen. Die Bäume, die feſt in den Felſen wurzelten, ſchwankten vor ihm und ſeinem Gefährten wie unter dem Sturme; die Bären heulten kläg⸗ lich, die Wölfe flohen heerdenweis voll Schrecken über den Schnee. Die böſen Geiſter der Thäler erhoben ſich wirbelnd in die Nacht; die Spitzen der Felſen ſchienen lebend zu ſein, und Bos glaubte die Berge ſich erſchüttern und ihm folgen zu ſehn. So kamen ſie durch eine dichte Schicht von Wolken und machten Halt auf der Spitze des Anie. In dieſem Augenblicke zerriß ein Blitz die Dunſtmaſſe, und Bos erblickte ein Phantom, groß wie eine Fichte, mit brennendem Geſicht, in rothe Wolken eingehüllt. Ein bläu⸗ licher Schein tanzte um ſeinen Kopf, der Blitz kroch zu ſeinen Füßen und ſein ganzer Körper ſchien aus weißlichen Flammen zu beſtehn. Der Donner brach los, der Gipfel eines benachbarten Felſen ſtürzte herab und Bos hörte eine Stimme, noch gewaltiger, als der Donner:Bos iſt zurückgekehrt; Bos iſt der Freund meines Gebieters; Bos, ich beleuchte zur Feier Deiner Rückkehr das Thal beſſer, als die Kerzen Deiner Kirche es vermöchten.

Der arme Bos, der in kaltem Schweiß gebadet war, fühlte ſich jetzt plötzlich zum Fuße des Schloſſes von Bénac verſetzt, und der Teufel ſagte:Guter Ritter, ſuche jetzt Deine Frau auf! Dann lachte er wie das Geräuſch eines zuſammenbrechenden Bau⸗ mes und verſchwand, einen widerlichen Schwefelgeruch zurück⸗ laſſend.

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Nr. 45.] Dritte Folge. 709