aller Welt
rlich, ſüß⸗
ifer⸗Haß
en Atben dem Schetz
n Genie,
. heſang⸗
Rovellen-Zeitung.
Wer iſt Caglioſtro?
Memoiren⸗Novelle aus der Geſchichte des vorigen Jahrhunderts.
(Fortſetzung.) IV.
Der Prinz hatte während der Tafel kaum gewagt, ein Vort mit Adelaiden zu wechſeln, um ihrer Bitte gemäß ſime Bekanntſchaft mit ihr nicht zu verrathen.
Nach aufgehobener Tafel aber, als man durch mehrere zimmer und Thüren in die für die Converſation nach Liſſche beſtimmten Boudoirs ſich drängte, fühlte Maximilian imen leiſen, weichen Druck an ſeiner Hand, der ihn elek⸗ triſch durchzuckte; ein Ring ſtak plötzlich an ſeinem Finger,
ind ehe er ſich nach dem geheimnißvollen Geber umwen⸗
den konnte, lispelte es neben ſeinem Ohre:„Wenden Sie
nicht den Kopf, um mich nicht zu verrathen! Den Ring
ſeigen Sie unſerem Diener Vivona, und er wird Sie heim⸗
ſich zu mir führen. Sie ſollen Alles wiſſen,— o ich bin
die Unglücklichſte. Sie ſind meine letzte Hoffnung—“ Im ſelben Augenblicke rauſchte Adelaide am Arme des
Reichsgrafen an ihm vorüber. Wer ſie ſo ſtrahlend lächeln,
ſo ganz in dem Geſpräch mit dieſem gefeſſelt und in dem allgemeinen Behagen der Geſelligkeit ſcheinbar hingeriſſen ſah, der hätte es nicht für möglich gehalten, daß jene ern⸗
ſten Worte ſo eben über ihre Lippen gekommen waren. Aber ſo geheimnißvoll ſie dem Freunde ihrer frühe⸗ een Verhältniſſe jenen Wink hatte zukommen laſſen,—
wie mußte ſie erſtaunen, als nach dem Auseinandergehen der Aſſemblée der Marquis doch jede ihrer Beziehungen zu dem Prinzen plötzlich wußte, den er vorher nie geſehen und nie geſprochen hatte!
Adelaide ſah ihn verwundert fragend an.
„Sie haben ja endlich alte Freunde gefunden,“ erwi⸗ derte er ſchnell und beſtimmt dieſem Blicke.
„Alte Freunde— ich?“ ſo wagte ſie, ſchon entmuthigt, noch zu erwidern.
Er aber nahm auf ihren Einwurf keine Rückſicht, ſon⸗ dern fuhr fort:„Ich begreife aber dieſe Durchlaucht nicht. — Was wir Männer doch gutmüthig und— dumm ſind! Man kann es Euch wirklich nicht übel nehmen, wenn Ihr uns alle zu Narren habt,— warum laſſen wir es uns gefallen!“
„Aber mon Dieu! Marquis, was reden Sie?“
Doch dieſer, noch immer auf ihr Erſtaunen nicht ein⸗ gehend, lachte weiter vor ſich hin:„Nach dem Rencontre, das Sie mit ihm hatten, nach dem famoſen Manoeuvre, mit dem ſie ihn ſich vom Halſe geſchafft haben,— beim Styr, Fräulein Adelaide, ich bewundere Sie um dieſer exquiſiten Taktik willen, die ſelbſt der Coquetterie einer großen Künſtlerin noch große Ehre macht,— aber daß Durchlaucht nach alle dem noch immer liebt und ſeufzt und ſchmachtet und glaubt, vertraut und gehorcht und ganz und gar nichts von dem begreifen will, was Eure Staats⸗ kunſt, Eure weibliche Diplomatie iſt, beim Geiſte meines Gönners Althotas, das geht ſelbſt über mein Begriffsver⸗ mögen, der ich täglich die Erfahrung machen muß, daß ich die Menſchen immer noch für zu klug halte!— Ja, es iſt eine Reform der menſchlichen Logik nöthig! Die Welt braucht einen neuen Propheten, einen neuen Meſſias, der einen neuen, praktiſchen Menſchenverſtand zur Geltung bringt! Und ich,iich will ſie ſtiften, ich bin dazu auf die Erde gekommen, ſie zu gründen, die neue Religion, die Religion der Zukunſt, die die Menſchen nicht nur zu guten, frommen und edlen, ſondern auch zu klugen, zu geſcheuten und verſtändigen Menſchen macht.— Sie wiſſen es, theure Adelaide, ich hätte Sie gerne zur Oberprieſterin dieſer
Als Adelaide ſich in ihre Zimmer zurückgezogen hatte, neuen Gemeinde der Aufklärung und philoſophiſchen Er⸗ di neben den dem Marquis angewieſenen gelegen waren, leuchtung gemacht, denn Sie ſind klug, ſehr klug,— der rat ihr unerklärlicher Beſchützer nach vorheriger Meldung arme kleine Prinz wird daran glauben müſſen; aber am ent⸗ — denn die formellſte Etiquette war zwiſchen den Beiden ſcheidenden Orte begehen Sie doch wieder die große Thor⸗ ni verletzt— bei ihr ein, ſetzte ſich erſchöpft in einen Lehn⸗ heit, die alle Ihre beſtandenen Prüfungen vergeblich macht tuhl, während die Dame ein Drama von Corneille, in dem und mich nicht an Ihre Klugheit und Reife glauben läßt.
ie geleſen hatte, aus der Hand legte, und ſah ſich um mit ſetien freundlich heimtückiſchen, ſcheinbar gleichgültigen
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Werden Sie es denn nicht endlich lernen, daß Sie keine Geheimniſſe vor mir haben ſollen und haben können? Habe
und doch ſo durchbohrend lauernden Blicken, an denen ich Ihnen denn nicht geſagt, daß Sie den Zweck, den Sie Pelaide ſogleich erkannte, daß er wieder eine Bosheit durch mich erreichen wollen, nur erreichen können, wenn peren ſie im Schilde führte. jede Falte Ihres Herzens, jeder Moment Ihres Schickſals od„ Nun, es iſ ja vortrefflich, ſchöne Freundin, daß Sie b klar vor meinen Augen liegt?“ n nicht mehr ſo allein fühlen werden—“, ſo fing er Der Marquis hatte zuletzt ſo ernſt und würdig, ſo ſiiniſch freundlich an. theilnahmvoll und eindringlich geſprochen, daß Adelaide
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baat!


