Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
685
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Fingern her⸗ mnem Menſchen . Haſt daters ſo wort⸗ einer gefähr⸗ iſt ein braver 1, ihm heraus s ſeine Zunge ſt etwas per⸗ auen.

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II. Jahrg.

Nr. 43.] Nicht hierher, Nelly, jetzt nicht hierher! dort ſeht Will! Weinſt Du, weinſt Du noch immer? Nelly, Nelly, wer hätte geglaubt, daß unter der lachenden Hülle ſolch warmes, zärtliches Herz klopfte!

Und dann endlich das Ende aller Träume.

Ein alter ſchwacher Mann und eine junge Dame, die grade zur Blüthe der Weiblichkeit heranreift, wandeln in

der warmen Frühlingsſonne an einem grünen Abhang hin⸗ nuf. Der alte Mann lehnt ſich feſt auf ſeinen Stock und dennoch ſtrauchelt der Schritt zuweilen, und er läßt ſich feuchend und erſchöpft auf einem bemoosten Steine auf dem Gipfel des Hügels nieder. Nachdem er ſich etwas er⸗ holt, nimmt er die Hand der jungen Dame und zeigt eifrig mwit ſeinen zitternden Fingern auf ein altes Wohnhaus, das im Schatten mächtiger Sykamoren im Grunde liegt, und ſagt mit leiſer gebrochener Stimme:da iſt's, Gretchen, das Vaterhaus, die Sykamoren, der Boden, Charlie, Nelly. Der alte Mann trocknet ſich die Augen und die Hand ſucht in der Luft umher nach einem neuen Punkte, doch ſie tappt anſcheinend in der Irke; aber

endlich zeigt ſie nach einer Cottage, deren Dach eben aus

dem grünen Schatten der Bäume guckt.

Jetzt habe ich's, Grety! Gretchens Heimath Deiner Mutter Heimath, meiner Gattin Heimath!

Wieder trocknet der Greis die naſſen Augen und die Dame wendet ſich ab..

Dann wandeln ſie wieder langſam und vorſichtig den Hügel hinab und durchſchreiten ein kleines Thal. Dame leitet die ſtrauchelnden Schritte bis zu einem kleinen

Kirchhofe.

Dritte Folge.

Habe Dank, Gretchen. Du kannteſt ſie nicht, aber Du weinſt für mich: Gott ſegne Dich!

Der alte Mann iſt in ſeinem Hauſe. Es iſt Feſttag. Er ſitzt oben an der Tafel und ſpricht mit zitternder Stimme das Tiſchgebet.

Nelly, ſeine verheirathete Tochter, iſt mit zwei blühen⸗ den Kindern da. Frank iſt mit ſeiner Braut da; und Gretchen, der Liebling des alten Herzens, ſitzt neben dem Vater, ſorgt für ihn und ſteht ihm treulich bei, als er ein Schatten ehemaliger Würde die Honneurs des Tiſches zu machen verſucht. Die Kinder plaudern und

lachen unter dem Tiſche; die ältern Leute reden von ver⸗

gangenen Zeiten und der alte Mann ſtimmt mit heiterem Auge und momentanem Aufflackern des alten, lebhaften Geiſtes in den Frohſinn und Scherz ſeiner Kinder und Großkinder ein.

Armer, alter Mann, er ſteht am Rande des Grabes! Aber in dem himmelwärts gerichteten Blicke ſchimmert weder Angſt noch Furcht.

Wieder ſitzt der Greis in ſeinem Zimmer, er kann ſeinen Lehnſtuhl nicht mehr ohne Hülfe verlaſſen. Gretchen iſt neben ihm und auch Nelly mit ihrem Erſtgeborenen iſt da. Gretchen hat dem alten Manne vorgeleſen: Worte

der Verheißung aus der Bibel.

Die

Dieſes muß er ſein, Gretchen, aber die Befriedigung

iſtmeu gemacht. Dort, Kind, dort unter den Weiden iſt meiner Mutter Grab. Die Dame weint.

Eine köſtliche Verheißung, ſagt er mit gebroche⸗ nen Lauten. Köſtlich für mich, für meine theure Geſchiedene, mein Gretchen!

Haſt Du ihr Bild da?

Gretchen bringt es ihm; er wendet ſich zum Lichte, aber es iſt dennoch ſo dunkel um ihn her. Sie rollen ſeinen Stuhl vor das Fenſter; die Sonne ſcheint hell, aber der Greis ſieht das goldene Licht nicht mehr.

Es wird ſchon dunkel, Gretchen.

Gretchen blickt Nelly traurig und bedeutungsvoll an. Der alte Mann murmelt etwas; Gretchen beugt ihr Ohr zu ſeinem Munde nieder:Ich komme, ſagt er,

Dieſe Heftchen ſind Nachahmungen des franzöſiſchen Styls, ganze Paſſus aus Leon Gozlan übertragen, weshalb die Schilde⸗ nung zum Theil mehr auf Paris als Verlin trifft, im Uebrigen ziemlich diseret geſchrieben, weil nicht in Allem wahr. Der Ver⸗ faſſer iſt aber nicht mit Ludwig Löffler, dem Mitarbeiter der Feuerſpritze und der J. J. Weber'ſchen Eiſenbahnbibliothek, zu verwechſeln. Das dritte der vorliegenden Hefte iſt das originellſte und für junge Verſchwender beſonders lehrreich.

Hand rterbuch deutſcher Synonymen. Zum Ge⸗ brauche für Schule und Haus. Von F. Sach ſe. Leipzig. C. Wengler.

Eine zweite völlig umgearbeitete und vermehrte Auflage von Abelmanns Synonymik.

Hyperion. Eine abenteuerliche Geſchichte von H. W. Longfellow. Deutſch von Adolf Boͤttger. Leipzig, V. Einhorns Verlag; Peſth, C. A. Hartleben. 1856.

Die vorliegende Reiſenopelle, deutſche Zuſtände namentlich lehandelnd, von dem anerkannten amerikaniſchen Dichter Long⸗ fllow, haben wir in dieſem Blatte mehrfach bereits angezeigt. Es genügt hier, auf dieſe deutſche Ausgabe in einer gediegenen Ueber⸗

ſtzung des Dichters Adolph Böttger hinzuweiſen.

Im Uebrigen nehmen wir dieſe Gelegenheit wahr, auf das SammelwerkLeipziger Leſecabinet der neueſten und atereſſanteſten Unterhaltungsſchriften des In⸗ und Auslandes nochmals hinzuweiſen, in deſſen Reihenfolge

ſi Ueberſetzung Longfellow's veröffentlicht iſt. Wir haben

früher Dingelſtedt'sNovellenbuch aus dieſer Sammlung aus⸗ führlich beſprochen; ſonſt enthält dieſelbe von deutſchen Original⸗ ſachen nur noch von Bechſtein dieGeheimniſſe eines Wunder⸗ kindes. Die übrigen Mittheilungen ſind Ueberſetzungen aus dem Franzöſiſchen, Engliſchen und Schwediſchen, unter denen wir her⸗ vorhebenFrauenleben unter den Mormonen, vieljährige Erleb⸗ niſſe u. ſ. w.,der dunkle Pfad von Marion Harland, u. a. m.

Der Diebſtahl, deſſen Verhütung und Entdeckung. Ein Warner und Rathgeber für alle Beſitzenden. Von F. Hirt, Fürſtl. Criminalrath in Gera. Leipzig. E. Wengler. 1856.

Dieſes Buch eines praktiſchen Criminaliſten ſchildert zunächſt die verſchiedenen Arten des Diebſtahls, gibt uns Mittel an, ſie zu verhüten, und Vorſchläge, wie man nach erlittenem Verluſt durch Diebſtahl ſich zu verhalten hat. Das Werkchen ſcheint praktiſch zu ſein, und es iſt bei demſelben nur zu beſorgen, daß die meiſten Leſer das Bedürfniß nach demſelben erſt fühlen werden, wenn ſie bereits beſtohlen ſind.

J. Tſchudi's Schweizerführer. Reiſetaſchenbuch. Mit beſonderer Berückſichtigung der Hauptſtädte, der Curorte und des Alpenlandes. Nebſt einer Reiſekarte. Zweite Auflage.(Verlag von Scheitlin und Zollikofer in St. Gallen.)

Mehr noch als der Titel beſagt wird man in dieſem gut aus⸗ geſtatteten Reiſebuch finden. Es zeichnet ſich durch eine ganz beſonders praktiſche Zuſammenſtellung alles Wiſſenswerthen aus und gibt ſtets die zuverläſſigſten Notizen.*..

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