Abendſtunde herüberkommen und der trägen Zeit Flügel verleihen, wenn ihr vergangener Zeiten mit einander gedenkt.
Auch die Kinder Deiner Freunde ſtreuen Blumen auf Deinen Pfad, ſie begrüßen Dich mit der rückſichtsvollen Achtung, die das Alter ſo gern für ſich in Anſpruch nimmt und ſo dankbar anerkennt. Der kecke Geſelle, Will— der Sohn eines ſehr lieben Freundes,— der Dich vor noch nicht langer Zeit ſo oft durch ſeine tollen Jungen⸗ ſtreiche ärgerte, iſt jetzt zu einem hübſchen, ſchlanken, jungen Manne aufgeſchoſſen und findet ſich jeden Abend in dem
zwohnlichen, fröhlichen Kreiſe Eurer Häuslichkeit ein.
— Glaubt der alte Mann wirklich, daß er der einzige Magnet iſt?
Es iſt wohl möglich, daß Du bei Deinen träumeriſchen Speculationen über die Zukunft Deiner Kinder(denn Du träumſt noch immer) gedacht haſt, daß Will vielleicht einſt Gretchens Gatte werden könnte, ſie begegnet ihm mit ſolch freundlichem Ernſt. Nelly hingegen neckt ihn unaufhör⸗
lich, der ſchelmiſche Wildfang kann ihn keinen Augenblick in Ruhe laſſen; es iſt Dir oft recht unangenehm, der arme
Burſche iſt gar ſchlimm daran; und doch iſt ſie ein ſo lieb⸗ liches kleines Geſchöpf, man kann nicht in die lachenden blauen Augen blicken, ohne wieder zu lächeln und den ſüßen ſchelmiſchen Mund zu küſſen.
Du ſiehſt mit Vergnügen, daß Gretchen Will mit lie⸗ benswürdiger Offenheit und Freundlichkeit begrüßt, ja Du bildeſt Dir ſogar nicht wenig auf Deine ſcharfe Beobach⸗ tungsgabe ein, als Du ihre täglich wachſende Vertraulich⸗ keit belauſcheſt..
Endlich, an einem ſchönen Sommertage wünſcht Will Dich allein zu ſprechen. Er tritt Dir mit einer zweifeln⸗ den und verlegenen Miene entgegen,— ſollte Nelly wieder einen dummen Streich gemacht haben? aber eigentlich ſieht er eher ängſtlich als beleidigt aus. Ob Du auch wohl
jemals Deinen Hut ſo verlegen zwiſchen den Fingern her⸗ umgedreht haſt und ſo bange vor irgend einem Menſchen geſtanden haſt, wie der arme Will heute vor Dir? Haſt Du jemals mit einem alten Freunde Deines Vaters ſo wort⸗ karg und beſchämt geredet? Will muß in einer gefähr⸗ lichen Klemme ſtecken.— Nun gut, es iſt ein braver Burſche, Du willſt gewiß das Deine thun, ihm heraus zu helfen.
Du ſchauſt verwundert in die Höhe, als ſeine Zunge etwas beredter wird;— jetzt wirſt Du ſelbſt etwas per⸗ plex;— kaum kannſt Du Deinen Ohren trauen.
—„Nelly?“— Spricht Will wirklich von Nelly?
„Ja, Sir,— Nelly.“
—„Wie!— und das Alles haſt Du Nelly erzählt,— daß Du ſie lieb haſt?“
„Das habe ich, Sir!“
„Und was ſagt ſie?“
„Daß ich mit Ihnen reden müßte, Sir.“
„Der Himmel ſegne meine Augen!— aber ſie iſt ein gutes Kind;“ und der alte Mann vwiſcht ſich die Augen.
—„Nell!— biſt Du da?“
Und zögernd und erröthend kommt ſie herein, aber der Schelm lauert doch hinter den blauen Sternen.
—„Und Du konnteſt Deinen alten Vater hinter's Licht führen, Nell—“(ſehr zärtlich).
Nelly nimmt ſtatt aller Antwort Deine Hand in ihre beiden Hände.
„Und Du haſt wirklich Will die ganze Zeit geliebt?“ V— Nelly beugt ſich leiſe zu Dir nieder und drückt V einen bittenden Kuß auf Deine Stirn.
—„Nun gut, Nelly“(es wird Dir ſchwer die Stimme feſt zu machen),„gib mir Deine Hand;— hier, Will,. nimm ſie hin:— ſie iſt ein wildes Kind;— ſei ihr ein freundlicher, milder Freund, Will.“
„Gott ſegne Sie, Sir!“ Und Nelly wirft ſich ſchluchzend an Deine Bruſt.
derte Gold mag durchſchnittlich 100 Mill. Doll. betragen. Die Steinkohlen⸗Lager des Landgebietes nehmen 133,132 Quadrat⸗ neilen ein. Die Einnahmen vom Zoll, öffentlichen Lande ꝛc. be⸗ trugen im Jahre 1853 nicht weniger als 61,327,274 Doll.; die Ausgaben 43,543,632. Die Nationaldomäne beſteht aus 2,174,188 Quadratmeilen Land. Die National⸗Schuld beträgt 50,000,000 Doll. Banken gibt es gegenwärtig 1100 mit einem Capital von 300 Mill. Doll. Die Peeidſgten Staaten beſitzen 81,000 Schu⸗ len, 6060 Akademien, 234 Collegien und 3800 Kirchen. Nur eine Perſon von 200 der weißen Einwohner kann weder leſen noch ſchreiben, und 19 Mill. von den 21 Mill. der Weißen ſind Ein⸗ geborene im Lande.
Literatur.
Botaniſche Unterhaltungen zum Verſtändniß der heimathlichen Flora. Von L. Auerswald und C. A. Roßmäßler. Erſte bis dritte Lieferung.— Leipzig. Hermann Mendelsſohn. 1856.
Dieſes Buch hat ſich zur Aufgabe gemacht, die Schwierigkei⸗ ten, welche für den Laien bei einer wiſſenſchaftlichen Betrachtung des Pflanzenreichs im Wege ſtehen, überwinden zu helfen. Die gewöhnlichen, auch noch ſo gemeinfaßlich gehaltenen botaniſchen Lehrbücher, ſo ſagt die Einleitung, haben entweder dem Anfänger die trockne Arbeit aufgebürdet, das ungeheure Material der Kunſt⸗ ſprache und Syſtemkunde auswendig zu lernen, oder ſie haben ohne einen Ariadnefaden ihn vor das Labyrinth der Flora ihres Vater⸗ landes geſtellt. Bei dieſen„botaniſchen Unterhaltungen“ dagegen
i*ſt ein durchaus praktiſcher Weg eingeſchlagen. Zunächſt iſt alles Gewicht darauf gelegt, den unterſcheidenden Blick zu üben und zu ſchärfen; das oberflächliche Sehen wird zu einem tieferen Blick auf das Einzelne erzogen. Das mit einer Lupe bewaffnete Auge und die mit Pincette verſehene Hand wird an 48 Pflanzen, von denen Abbildungen in Holzſchnitt gegeben ſind, geübt; die dabei aufzu⸗ findenden feineren Verhältniſſe des Blüthenſtaubes u. ſ. w. ſind außerdem noch durch zahlreiche vergrößerte Illuſtrationen im Texte veranſchaulicht u. ſ. w.. n Dieſer Ueberblick ſchon wird zeigen, wie zweckmäßig die Auf⸗ gabe des Werkes gefaßt iſt. Daß die Ausführung eine ſorgſame und anziehende iſt, dafür bürgt der Name Roßmäßler's. Das Ganze wird in 6 Lieferungen vollendet ſein; es gibt eine nicht colorirte und eine colorirte Ausgabe.
Der Geſellſchafter. Ein nützlicher und unterhaltender Oldenburgiſcher Hauskalender.— Oldenburg. Ger⸗ hard Stalling.—
Der Jahrgang 1857 dieſes Kalenders liegt vor uns. Außer 73 Nummern unterhaltenden Stoffes bringt derſelbe Regeln für
Garten⸗, Haus⸗ und Landwirthſchaft, die Genealogie des Großh. Oldenb. Hauſes, ferner oldenburgiſche Geſetzesauszüge, gerichtliche Beſtimmungen, Poſt⸗ und Dampfſchifffahrts⸗Tarife, Statiſtik der
Behörden u. ſ. w. Alles volksthümlich, durchaus auf oldenbur⸗
giſche Bedürfniſſe berechnet.
Mignon⸗Bibliothek von Carl Löffler. I. Die Berliner Griſette. II. Die Berliner Lorette. III. Der Berliner Wucherer. — Berlin. Bernhardt u. Comp.—
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