Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
681
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11 Jahrg.

dig ihm ent⸗

lus! Und das ein Jabot ſtellen laſſen! Durchlaucht, vielmehr von

helſen kannte, zitternd und ließ in der e ſeiner ver⸗ tte, und ihm ſer. t Etwas gut Vorwürfe ver⸗ moralifiren! he machten?

t.Und ein Ihre Liebe!

I du.

Alles, was ich

eicht hege, er⸗ eEtwas wiſſn ndigſfe s elſen kurz ein rcchlaucht ic giege, Prinz; dann plölic

end.

ſolches Mädchn Pälch eine ſolt s, blendend dur

fenſo würde

Liebe ei⸗

rn die des, bald

Nr. 43.]

Herr von Velſen, mit des Prinzen Ungeduld ſpielend, V ordnete erſt noch ein paar Locken deſſelben, die ihm eben⸗ falls nicht gefielen, ſagte dabei einigeSo ſo und entſchloß ſich dann endlich auf jene dringende Frage nach⸗ läſſig zu antworten:Ich meine die Liebe zu der Dame, die Sie in Verzweiflung von Paris trieb

Beim Himmel! rief der Prinz erſchreckt aus.

Bei der Hölle! antwortete von Velſen,es war hohe Zeit. Aber halten Sie ſtill, noch dieſe Locke! Ja, wie geſagt, es war hohe Zeit, denn Sie hatten Ihre diplomatiſchen Pflichten ganz vergeſſen, die Sie längſt hierher nach Deutſchland riefen, um ſich um Prinzeß Ameliens Hand und das Erbe dieſer Grafſchaft zu bewer⸗ ben. Die Dame, deren Umgang Sie ſo völlig geheim gehalten hatten, erwies Ihrem Vaterlande einen großen Dienſt, als ſie in jener Februarnacht den Prinzen in den (arten beſtellte, ihm außer dem Fenſter das Herz zu öffnen verſprach vor dem Fenſter aber trafen Sie einen ver⸗ larvten Nebenbuhler, mit dem

Der Prinz, der nicht mehr zu ſtaunen wagte, daß Otto⸗ mnar alle dieſe Verhältniſſe kannte, ſagte nur noch demüthig:

Mein Gott, iſt es bekannt geworden?

Nur mir, der ich um Ihr und der Dame Wohl für Geheimhaltung ſorgte, da ich wußte, daß Sie ſich auf der Stelle mit dem Rivalen über's utreunn ſchoſſen. Der Fremde hatte die Piſtolen bei ſich, von denen nur eine ge⸗ laden ſein ſollte; Sie wählten von den Waffen; Ihr ſchoſſet atempo; Sie blieben unverwundet und ſahen Ihren Gegner ſtürzen.

dern Morgen von der Schönen ein billet-doux o mon dieu!Frauenruf Verfolgung des Mörders Dein theures Leben Flucht, Flucht ewige Liebe, ewige Treue Sie glaubten, gehorchten, gingen und ſeit⸗ 14

dem hat die Treuloſe nichts wieder von ſich hören laſſen! (Fortſetzung folgt.)

Dritte Jolge.

Es eilten Leute herbei; im Glauben, ein Mörder zu ſein, entflohen Sie und erhielten am an⸗

Craumſeben).

Von

Ik. Marvel.

(Schluß.)

Du wirſt ganz ungewöhnlich liebenswürdig und freund⸗ lich und ſuchſt voll Eifer alte Freunde auf, die längſt aus dem Kreiſe Deiner gewohnten Umgebung geſchwunden. Selbſt Deinem Schreiber ſchüttelſt Du die Hand ſo trau⸗ lich, als ob er ein Couſin zweiten Grades wäre. Du ſcherzeſt höchſt gnädig mit der dicken Wäſcherin, gibſt ihr bei der Bezahlung einen Schilling über her und beſtehſt darauf, daß ſie ihn behält; noch lange nachher mußt Du über dieſe Großmuth lachen. Deinem Miethkutſcher klopfſt Du zutraulich auf die Schulter, nennſt ihn einen capitalen Burſchen und leideſt nicht, daß er die Pferde mit der Peitſche tractirt, wenn er nicht vielleicht zum Poſtbureau fahren muß. Du forderſt ihn ſogar an einem kühlen Abende auf, ein Glas Bier mit Dir zu trinken, und trinkſt auf die Ge⸗ ſundheit ſeiner Frau; er ſagt, er hätte keine Frau; da erſcheint er Dir natürlich als ein elendes, bedauerns⸗ würdiges Subject und Du gibſt ihm einen Dollar als Entſchädigung.

Die Aufſätze in der Morgenzeitung ſind ſeit Kurzem auffallend gut geſchrieben ob das aber nur in Dir liegt oder dem Herausgeber zur Ehre gereicht, bleibt unentſchie⸗ den. Du findeſt, daß der Stand der Papiere im Allge⸗ meinen ſehr befriedigend iſt ſelbſt die Erie-Actien wovon Du bedeutende Quantitäten angekauft haſt V ſtehen auf fünfundſiebenzig. Du begreifſt gar nicht, wes⸗

halb Du bisher Mrs. Hemans oder Stoddard und andere Größen der literariſchen Welt ſo wenig bewundert haſt.

*) Dream Life by Ik. Marvel. Collection of Standard American Authors Vol. 16. Deutſch bei Carl Mayer in Hannover.

der Erlöſung. Als man ſie eintreten ſah, ſagten die Umſtehen⸗

Als ſie die Weihrauchdüfte einſog, ſank ſie nieder auf die Knie, vor einem Altare, vor dem ihr Vater ſonſt oft gebetet hatte. Die Orgel ertönte zu dem Lobe Gottes; die jungen Venetianerinnen ſangen mit ihren ſilberhellen Stimmen eine Hymne an die Königin der Engel.

Violante erhob ihre Augen, jene ſchönen Augen, die durch alle profanen Leidenſchaften belebt worden waren.

Ihr Blick fiel auf die Geſtalt der Jungfrau, der reinſten,

SHeilige Maria, Mutter Gottes, murmelte ſie leiſe,bitte für mich!: Scie war ergriffen durch die göttliche Schönheit dieſer Jung⸗ frau, die durch ein Lächeln Gottes geſchaffen zu ſein ſchien. Ach, ſeufzte ſie,man ſagt, ich ſei ſchön, doch es iſt nur eine Lüge der Liebe; dort zeigt ſich die Schönheit in ihrem gan⸗ zen Glanze, hervorgerufen durch einen himmliſchen Gedanken. Da aber bewegte eine Erinnerung ihr Herz, eine unbeſtimmte Erinnerung, wie ein Blitz die Wolke durchzuckt. Als ich jung war, ſagte ſie, noch immer die heilige Jungfrau betrachtend,als ich funfzehn Jahr alt war 1 S ie ſank ohnmächtig nieder auf den Marmor. Endlich hatte ſie dieſe Jungfrau erkannt, die ſo ſchön ſich aus dem Himmel von

Gold und Azur hervorhob: es war die Tochter Palma's.

Violante hatte ſich ſelbſt erkannt!

haſt Du dieſe Verwandelung geſtattet?

den:Da kommt die Violante; ſie hat ſich in der Thüre geirrt.

edelſten, anbetungswürdigſten in der ganzen Kirche der Erlöſung.

O mein Gott! rief ſie unter bittern Thränen,weshalb

Sie, die ſich den Tag zuvor noch ſo ſchön gefunden, als ſie

ihr Geſicht in dem Spiegel von Murano betrachtete, ſie ſchlug jetzt beide Hände vor die Augen, als erblicke ſie ſich in der ganzen Ab⸗ ſcheulichkeit all' ihrer Verirrungen.

Dann ſtand ſie auf, verließ die Kirche und athmete mit einer Art finſterer und bitterer Luſt den Duft des Grabes ein.

Wohin ging ſie? Die Sonne, die liebeglühende Sonne, trocknete die letzte Perle, die aus ihren Augen fiel.

Wohin ging ſie? Es war die Jahreszeit, wo die Rebe ihre erſten ſtolzen Reichthümer enthüllte.

Sie traf auf Paul Veroneſe, und der Künſtler krönte ſie mit den erſten goldenen Trauben der Brenta.

O meine Jungfrau! ſagte zuerſt Palma.

O mein Ideal! hatte dann Giorgione geſagt.

O meine Geliebte! flüſterte Titian.

O meine Bacchantin! rief jetzt Paul Veroneſe.

a.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Die Raffee⸗Plantagen auf Ceylon.

Der Dr. theol. K. Graul, Director der evangeliſch⸗lutheriſchen Miſſion zu Leipzig, hat die Ergebniſſe ſeiner Amtswanderungen unter dem TitelReiſe nach Oſtindien über Paläſtina und Egypten vom Juli 1849 bis 1853 in fünf Bänden(Leipzig, Dörffling und Franke 1853 56) veröffentlicht, die viel des Neuen und Intereſſanten über morgenländiſche und indiſche Alter⸗ thümer, Landſchaften und Zuſtände der Gegenwart enthalten. Unſeren kaffeeliebenden Leſerinnen wird folgende Skizze über den Urſprung der unerſetzbaren Frucht nicht unwillkommen ſein.