Aber immer blickt Dein Herz durch die Träume von Glück und Segen auf das geliebte Bild und hängt an der Theuern wie der Tag am Lichte. Die Wochen ſchwinden, als ob jeder Tag nur ein Sprung wäre, und erſt dann
dünken die Monate Dir lang, als der Tag ſich nähert, der
ſie Dir zum Eigenthum geben ſoll. Keine Blume iſt ſchön und ſelten genug für ihr Bouquet. Gold und Juwelen nicht ſtrahlend genug, um ſie zu ſchmücken, Perlen und Seide nicht reich genug für dieſe liebliche Geſtalt.
— Und nach der Hochzeit fliehen die Wochen noch unaufhaltſamer, Du ſtaunſt über die thörichte Verblendung aller allein ſtehenden Männer, die nicht Hals über Kopf zum Altare eilen; Du blickſt ſie alle mit der Ueberlegenheit eines weitgereiſten Mannes an, der einen ſimpeln hollän— diſchen Bauer vor ſich hat, der nie die Grenzen ſeines Ge⸗ müſegartens überſchritten hat. Dahingegen betrachteſt Du verheirathete Männer wie Reiſegefährten, und ihre Frauen— ſie mögen ſo häßlich ſein wie ſie wollen— mit dem Gedanken, daß ſie doch immer noch beſſer ſind wie gar keine Frau.
Du errötheſt etwas als Du dem Schlachter zum erſten—
male die Aufträge„Deiner Frau“ beſtellſt, Du handelſt
mit dem Gewürzkrämer wegen Zucker und Thee und biſt neugierig, ob er wohl weiß, daß Du verheirathet biſt. Auch dem Schreiber gegenüber wird die neue Redensart probirt: Du ſagſt ihm, daß„Deine Frau“ Dich zum Mit⸗ tagseſſen zurück erwarte, und bewunderſt, daß er Dich bei dieſer überraſchenden Neuigkeit nicht ungläubig anſtarrt.
Ob wohl die Leute im Omnibus wiſſen, daß Du und Gretchen ein junges Ehepaar ſeid, und ob der Conducteur es ſich wohl denkt, daß der Schilling, den Du ihm einhän⸗ digſt, für„Dich und Deine Frau“ iſt? Sollte wohl jemals ein Sterblicher ſo glücklich wie Du geweſen ſein oder noch werden?
Du trägſt Deinen Namen in die Fremdenbücher der Gaſthäuſer als„Clarence nebſt Gemahlin“ ein und läßt
Novellen⸗ Zeitung.
Dir das Buch nachher noch einmal geben, um zu ſehen, wie es ſich ausnimmt und ob wohl Jemand ſich ſchon nach⸗ her eingeſchrieben hat, dem Dein Name doch jedenfalls aufgefallen iſt; es nimmt ſich gut aus. Du kannſt nicht umhin, jeden dritten Mann, der Euch auf der Treppe oder in dem Vorſaale begegnet, in Verdacht zu haben, daß er Dich Deiner Frau wegen beneidet.
Eure Häuslichkeit, als Ihr heimkehrt, iſt grade wie ſie ſein muß— ſtill, zierlich und klein— nur ihre Wünſche find darin erfüllt und nichts fehlt, was ſie erfreuen könnte. Die Sonne ſcheint ſo einzig hell und freundlich ins Fenſter, — das Fortepiano hat einen köſtlichen, weichen Ton— die Bibliothek iſt vollendet ausgeſtattet, ſowohl fürs Auge, wie für den Geiſt, und Gretchen, die theure Gattin, iſt da, der Schmuck und das Leben Deines Seins.
So ſchwindet ein Jahr; häusliche Freuden, Beſuche und Reiſen füllen es abwechſelnd aus. Und jetzt geht eine neue Freude wie ein leuchtender Stern über Eurem Daſein auf— ein Kind, ein ſüßes Kind iſt da!—
— Welche Wonne Vater zu ſein! Welch neues hei— liges Entzücken füllt Dein Ange mit Thränen und macht Deine Hand zittern! Wohlwollen ſtrahlt aus Deinen Blicken gegen die Wärterin— gegen den Arzt— gegen die ganze Welt!
Bietet denn der Himmel, der Schauplatz der Seligkeit, eine Freude, die dem reinen Entzücken dieſer Stunde gleicht? Jetzt biſt Du enger und feſter denn je mit der großen Fa⸗ milie der Menſchheit verbunden. Dein Name und Dein Blut wird fortbeſtehen, wenn Du längſt im Grabe ruhſt,
Der„arabiſche Jasmin“— dieſen Namen geben die Bota⸗ niker der Kaffeepflanze— muß aus dem„glücklichen Arabien“ ſchon ſehr frühzeitig nach der„würzigen Inſel“ gewandert ſein. Er macht einen netten Strauch— oder auch Baum: die Aeſte
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wachſen wechſelsweiſe in Paaren, wie bei den Nadelhölzern, und
bilden durch ihre allmähliche Verkürzung nach oben eine Pyramide. Die breiten Blätter zeigen ein glänzendes Grün; die oft in großer Fülle dicht darunter ſitzende Blüthe iſt ſchneeweiß.
Die aromatiſchen Eigenſchaften der Kaffeepflanze auf Ceylon entwickeln ſich am beſten auf einer Höhe von 3 bis 5000 Fuß über dem Meere. Je höher je beſſer, freilich bei ſorgſamer Pflege und froſtgeſchützter Lage; denn die Kaffeepflanze liebt neben mildem Klima verdünnte Luft.
Der beſte Kaffeeboden hat eine tiefe Chocoladen⸗Farbe, zer⸗
bröckelt leicht und iſt voll Felsblöcke und Steine, die während der Regenzeit die Hinwegſchwemmung der Dammerde, während der
Dürre aber die Verdunſtung hindern.
Das erſte Geſchäft des Pflanzers iſt die Anlegung einer
Pflanzſchule. Er fällt den Urwald, wälzt die Aeſte und Blöcke auf eine Seite, gräbt die Erde einen Fuß tief auf, entfernt Wurzeln und Steine, macht Beete von ſechs Fuß Breite mit Gräben dazwiſchen und legt dann die Bohnen nebeneinander, indem er ſtets einen Zwiſchenraum von ſechs Zoll läßt. Es braucht, je nach dem Grade der Feuchtigkeit und der Wärme, ſechs bis funfzehn Wochen, ehe ſich der junge Schößling verpflanzen läßt.
Nachdem der wilde Wald, an deſſen Stelle der„Kaffeegarten“ treten ſoll, niedergeworfen und von der Sonne hinlänglich gedörrt iſt, läßt man Feuer darüber hinlaufen. Was an kleinerem Aſtwerk übrig bleibt, wird abgehauen und ſo gelegt, daß es weder den
(II. Jahrg.
— Nr. 43.
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— und Füiſche o ſcho Deinen Frͤde hinein;
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und wird wie ein heller, reiner Klang(welcher Vater möchte an die daran zweifeln) auf die Nachwelt kommen. Hoffnu
Mit neuer, würdiger Miene eilſt Du durch die Stra- das Ir ßen; mit welchem Jubel, wklchem Stolze ſprichſt Du in 6 Deinem Briefe an Nelly von—„Deiner Familie.“ Wer, hah der's nicht ſelbſt empfunden hat, weiß, was es ſagen will, Keine „ein Familienvater“ zu ſeinl!———— widde Pflanzen, noch den Arbeitern im Wege iſt; dort muß es langſan Eine verrotten und ſo die Kräfte des Bodens erhöhen. Ein ſolcher binro „Kaffeegarten“ mit wellenförmiger Oberfläche, mit vorſpringenden ſie ſ Felſen und dichtgeſäeten Stein⸗Blöcken liegt gewöhnlich an ſteiler Pfla Bergwand; geſchwärzte Baumſtämme mit ſpreizenden Aeſten geben danet ihm vollends das Anſehen, als ob er auf der Stelle einer einge⸗ Stra äſcherten Stadt ſtände.
Iſt der Grund geklärt, ſo werden ſechs Fuß von einander ſleiſ entfernte Löcher gegraben und dieſe mit guter Erde gefüllt. Bei Sub einſetzendem Regen verflanzt man die jungen Schößlinge aus der trock Pflanzſchule dahinein. Von nun an wird fleißig gejätet. Einige das wirken der„ſpaniſchen Nadel, der Saudiſtel und der Elenn⸗ Pflanze“— Unkraut, was auf den dortigen Bergen am unbän⸗ Enth digſten wuchert— dadurch entgegen, daß ſie das Grundſtück mit Naſa Guinea⸗ oder Limonen⸗Gras bepflanzen. gewor
Der Kaffeebaum erreicht im natürlichen Zuſtande eine Höhe überge
von 15 Fuß; in dieſer Höhe habe ich ihn meiſt bei den trägen unzen Singhaleſen geſehen, die ſich gern mit 25 Procent weniger Ertrag Stron begnügen, wenn ſie nur ihren Betel in voller Ruhe kauen dürfen. de Die Pflanzer aber laſſen den Kaffeeſtrauch nicht gern über 3 ½ udm Fuß hinauswachſen.— 6
Ein blühender Kaffeegarten gewährt in der That einen Aufſt reizenden Anblick. Die weißen Blüthenbüſchel ſtechen gegen das 1844 tiefe Grün der Blätter ſehr hübſch ab; wie darüber hingeſchneit, Eilan ſehen ſie aus der Ferne aus. Von der Blüthe bis zur Ernte findAcres acht bis neun Monate. davon
Die Frucht wächſt auf einem Stengel von einem halben Zoll in Büſcheln rings um die Knoten der Seitenzweige; ſie gleicht, wenn ausgewachſen, aber noch grün, einer kleinen Olive. b
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