Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
679
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grafſchaft garantirt.

Nr. 43.] Dritte folge. 679 Ich denke, er kam mit ſeiner Frau hierher frug denken, als irgend Einer, und mehrere Jahrhunderte iſt er

Durchlaucht. jedenfalls alt; er ſoll bei der Kreuzigung unſeres Heilands Mit einer Marquiſe, erwiderte Friedrich,die man zugegen geweſen ſein

für ſeine Frau hielt und die jetzt plötzlich nichts anderesGanz wie der berühmte Graf Caglioſtro in Paris!

ſein ſoll, als ſeine Schweſter, Couſine oder Nichte. Ein warf der Prinz dazwiſchen.

reizendes Mädchen, ſagen ſie, in das er den alten Reichs⸗Eines aber iſt gewiß, ſagte Jener weiter,daß er

grafen verliebt machen möchte, damit er des Marquis Ver⸗ hundert Mal mehr weiß, als ein gewöhnlicher vernünftiger bindung mit Minette zugebe und ihm die Grafſchaft ver⸗ Menſch. Er hat nämlich den Stein der Weiſen entdeckt mache und hat eine Küche gebaut, wo er für Erlaucht Gold macht. Einem fremden, vagabondirenden Marquis? Auch hat er ein Elixir, wodurch man viele Jahrhunderte Er ſoll von fürſtlichem Blute ſtammen und beſitzt lang geſund und ſchön bleibt; von dieſer Flüſſigkeit hat er Papiere, die ſeine reichsfreiherrlichen Rechte bezeugen. der Comteſſe Mine eingegeben, und ſie iſt ſeitdem um zehn Fürs Erſte aber, ſagte der Prinz entrüſtet,müßte Jahre jünger geworden. er andere Papiere beſitzen, um meine Rechte an die Graf⸗Will bei der nicht viel ſagen! ſchaft zu vernichten. Mein Großvater und des Reichs⸗Und dann hat er noch einen Trank, den Unſterblich⸗ grafen Vater haben einen Erbverbrüderungsvertrag ge⸗ keitstrank, von dem lebt man ewig, und den will er der

ſchloſſen, wonach die Länder des Einen an die Länder des Comteſſe ſchenken, wenn ſie ſeine Gemahlin und er als

Andern fallen ſollen, ſobald keine direeten männlichen Nach⸗ Erbe des Graſen vom Kaiſer anerkannt iſt. kommen da ſind. Und das Document darüberWahnſinn! 3.

Iſt ſeit ſechzehn Jahren verloren oder geſtohlen, warfAber 8 muß doch Wahrheit ſein, denn alle Herr⸗ Iredrich die Achſeln ꝛuckend ei ſchaften und auch Erlaucht und ſelbſt der wunderbar weiſe Friedrich, die Aihſeln zickend, 11e;; Herr Profeſſor Wagner glauben Alles, was er ſagt. Und

Unglückſeliges Verhängniß! rief der Prinz.. gner g..

Noch lückſeltaer aber iſl e enlm der Diener wer ſo viel weiß, der mag wohl auch von einem Document Noch unglückſeliger aber iſt das⸗ fuhr der Diener ttwas wiſſen und es zu ſchaffen vermögen, von dem wir fort,daß dieſer Marquis behauptet, jener Erbvertrag ſed⸗ Rein Bewußtſein haben. Ach ja, Durchlaucht, es ſteht recht aufgelöſt und von den Betheiligten vielmehr die fort⸗ ſchlecht mit uns! 3 7 3 3 dauernde Untheilbarkeit und Selbſtſtändigkeit der Reichs⸗ Ungeduldig auf⸗ und abgehend rief der Prinz aus vor 19 4 ſich hinſprechend:Was iſt das für eine Welt! Weil 3 vn 144 1 7 3..

O! Er ſoll es beweiſen! 11 ddieſer elende Fetzen Papier mir fehlt, darum ſoll mein An⸗

Durchlaucht, er will es bewejſen und pehauptet, ein recht an dieſes ſchöne Land verloren gehen? O, ich bin Document darüber Muſſe Tm Archiv vorhanden ſein, das nicht geſchaffen für dieſe Welt des papiernen Rechtes, das er auffinden will 8 1e nur Unrecht und Intrigue iſt! O, daß ich ein Fürſt ſein

Er kann es nicht finden, denn es hat nie exiſtirt. muß, daß ich nicht ein einfacher Menſch ſein darf, ein Schä⸗

Er kann aber alles, was er will, denn er iſt kein ge⸗ fer, ein Poet, einer jener Glücklichen, die der Welt leben wöhnlicher Menſch, er iſt ein Hexenmeiſter, ein Geiſterbe⸗ können, in der das Herz, die Liebe, das Glück allein ſchwörer, weiß ich was Alles! Er kann weiter zurück- die Geſetze dietiren! O, Adelaide, Adelaide! In welche

Endlich, nach acht Tagen der Qual und Angſt, erklärte der Mitten durch die Reihen der ſchlafenden öſterreichiſchen Soldaten, Arzt, daß Louis Napoleon jetzt ohne Gefahr die Reiſe antreten welche das Vorzimmer, das man zu paſſiren hatte, bewohnten, dürfe, und die Herzogin von St. Leu war alſo plötzlich geneſen! ſchritt Hortenſe, gefolgt von ihrem mit Packeten beladenen Sohn Sie ließ den öſterreichiſchen General Baron Geppert um ſeigen in der Livrée, dahin. Niemand als die Wache ſah ſie abreiſen. Beſuch bitten, um ihm zu danken für ſeinen Schutz und ſeine Der Tag dämmerte kaum herauf. Im erſten Wagen die Theilnahme; ſie erzählte ihm, daß ſie jetzt bereit ſei abzureiſen, Herzogin mit ihrer Geſellſchafterin und vorn auf dem Bock ihr

and daß ſie beabſichtige ſich in Livorno einzuſchiffen, um in Malta Sohn als Bedienter neben dem Poſtillon, im zweiten Wagen ihre

mit ihrem Sohn zuſammenzutreffen und mit ihm nach England Kammerfrau mit dem jungen Marquis Zappi hinter ſich.

zu gehen. Da ſie auf dem Wege nach Livorno das ganze öſter⸗ Als die Sonne heraufkam und den glänzend ſchönen Oſtertag ceichiſche Armeecorps zu paſſiren hatte, bat die Herzogin den erleuchtete, befanden ſie ſich ſchon weit von Ancona, und in der General um einen von ſeiner Hand unterzeichneten Paſſirſchein, Kirche zu Loretto kniete Hortenſe an der Seite Louis Napoleons der indeß, um alles Aufſehen zu vermeiden, ihren Namen nicht nieder, um unter heißen Thränenſtrömen Gott zu danken, daß es

enthalten ſolle. ihr bis jetzt noch gelungen, ihren Sohn zu retten, ihn anzuflehen, Der General, voll tiefen Mitgefühls für die unglückliche ihr auch ferner beizuſtehen!

Frau, welche im Begriff ſtand ihrem proſcribirten Sohn nachzu⸗ Die Königin begab ſich mit ihren beiden Schützlingen muthig

eilen, erfüllte bereitwillig ihre Forderung. nach Frankreich, das ihnen Allen den Eintritt verboten hatte.

Am andern Tage, dem erſten Tage des Oſterfeſtes, wollte Unter falſchem Namen gelangte ſie nach Paris, ſie zeigte unerkannt Hortenſe ihre Reiſe antreten, und indem ſie dem öſterreichiſchen ihrem Sohne die Tuilerien, die Vendöme⸗Säule, all' die Schau⸗ General ihre Abſchiedsgrüße ſandte, ließ ſie ihm melden, daß ſie, plätze ihrer alten Macht, die er ſelbſt als Kind bewußtlos ſchon um in Loretto die Meſſe zu hören, ſehr früh abreiſen werde. betreten hatte. Sie meldete ſich dann offen den Freunden des

In der Nacht wurden alle zur Abreiſe nothwendigen Vorbe⸗ Königs, der Miniſter Caſimir Perier beſuchte ſie, Louis Philipp reitungen getroffen, und Louis Napoleon mußte ſich in die Ver⸗ ſelbſt trat in ihr Hötel und führte ſie dann ſeiner Gemahlin zu, kleidung eines Livréebedienten ſtecken; ein eben ſolcher Anzug war ſolche Furcht erregte das Erſcheinen Hortenſens bei Allen, denen nuch dem Marquis Zappi, der ſich bis zu dieſem Tage bei einem ſie ſich zu erkennen gab, daß man ſie bitten mußte, Paris wieder Freunde verborgen gehalten, zugeſandt, und in dieſem Coſtüm zu verlaſſen!* ſollte er unten am Wagen die Herzogin erwarten. Dies eine Epiſode aus der Jugend des jetzigen Kaiſers. db edlch dämmerte der Morgen, endlich kam die Stunde der Abreiſe. 3

Das Poſthorn des Poſtillons ſchmetterte die Straße herauf.