Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
669
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Jahrg.

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und einer Würde begabt, die ſie hoch über Dich erheben,

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Nr. 42.]

Du biſt reich; Du biſt ein Weltmann; die Veteranen der Mode begegnen Dir mit Achtung und Du haſt Dir eine glänzende, einflußreiche Stellung errungen.

Alſo wäre es große Herablaſſung von Dir, Gretchen zu lieben?

Wagſt Du wirklich ſolche Frage in Deinem innerſten Herzen?

Weißt Du denn trotz aller weltlichen Verirrung nicht, daß der Mann oder das Weib, die ſich herab⸗ laſſen zu lieben, von jeder wahren Liebe fern ſind?

Aber Gretchen iſt mit einer Reinheit, einer Zartheit

die Dir Deine Schwäche und Deinen Unwerth recht fühlbar machen. Und gerade dieſes uneingeſtandene, doch tief im Herzen wurzelnde Bewußtſein Deines Unwerthes nährt den Stolz, den Du nicht fahren laſſen willſt. Du weißt, daß Du Dich ſelbſt ehrſt, wenn Du ſolche Anmuth und Güte liebſt; Du weißt, daß Du zehnmal mehr, als Du verdienſt, beglückt und hoch geehrt ſein würdeſt, wenn ſolche Anmuth und Güte Dich wieder liebte.

Es ſcheint Dir ein faſt unmöglich zu erfüllendes Be⸗ gehren, ein zu beſeligendes Glück, um darauf hoffen zu dürfen; und mit dem Zweifel am endlichen Gelingen kehrt auch die alte weltliche Eitelkeit zu Dir zurück und ruft Dir zu hüte Dich; lebe ſo fort in Glanz und Zerſtreu⸗ ung, tauche die Sinne in weltliche Luſt. Aber horch, aus der Tiefe tönt immer noch die leiſe, melodiſche Herzens⸗ ſtimme, die dem Himmel entlehnt ſcheint, ſie ruft Dir zu verzage nicht, noch biſt Du beſſerer, reinerer Ge⸗ fühle fähig, noch biſt Du nicht gänzlich verloren, noch iſt die Sehnſucht nach dem Höheren nicht erſtickt, noch ſchlummert im Grunde der Seele eine unberührte Mine

den Einſatz Deines ganzen Herzenslebens auf die Hoff⸗ nung, die Deinen wirren Pfad erhellt.

Du ſitzeſt vor Deinem Pulte und arbeiteſt mit einem Eifer, den Du ſelbſt Deinen ehrgeizigſten Plänen nicht gewidmet haſt. Es iſt ein Brief an Margaret Boyne, es iſt die Anſprache eines Herzens zum Herzen, es iſt ein Erguß der Liebe, die alle Deine Fähigkeiten in Anſpruch nimmt und die Adern Deiner Stirn vor Erregung an⸗ ſchwellen läßt.

Nicht mit der Gluth knabenhafter Leidenſchaft falteſt Du dieſen Brief, ſondern mit einer Hand, die in warmer männlicher Liebe zittert. Sie ſagten Dir, Liebe wäre nicht für den kräftigen Mann, wäre ein Spielzeug des Knaben; als ob die Septemberſonne nicht warm und kräftig auf die Erde herabſchiene! Wohl iſt ſie nicht ſo ungeſtüm und ſengend, wie die Juliſonne. Aber ſie iſt beſtändig. Sie treibt nicht die Keime raſch und üppig aus dem Stamm, aber ſie reift die Ernte der Fülle und des Segens.

In Gretchens Antwort waltet ein tiefer, ernſter Geiſt, der jedes ihrer Worte wie ein Heiligthum in Deine Seele legt; mit zarter weiblicher Hand berührt ſie das wunde Herz und gießt Hoffnung hinein. Freilich iſt die Antwort nicht entſcheidend. Pflichtgefühl und Frömmigkeit haben ihr Herz mit ſchützenden Wällen umzogen und in dem Reiche der Liebe ſtehen ſie als unüberwindliche Feſtung. Um den Eingang zu erkämpfen, muß Dein Wandel treu und wahr wie Deine Liebe ſein.

Tage und Wochen ſchwinden dahin, neue Briefe wer⸗ den geſchrieben und beantwortet, wohlthuende Wärme ver⸗ breitet ſich über Dein Daſein und Hoffnung leitet Dich auf dem Pfade der Pflicht.

Du biſt wieder bei Nelly zum Beſuch, die auffallend

der Liebe und Zärtlichkeit. Dieſes Gefühl ruft plötzlich mit mächtiger Stimme die beſſere Natur aus ihrem Schlummer wach und Du wagſt

heiter geſtimmt iſt; Nelly iſt Gretchens Vertraute. Nelly fühlt, daß Du trotz all' Deiner Irrthümer doch noch genug Herzensgüte und Erkenntniß des Rechten bewahrt haſt,

Gemälde blieben unverkauft, da 100 Thlr. das höchſte Gebot dar⸗ auf war. Kurz darauf kam der Lord nach England zurück und ſchrieb ſogleich wegen dieſer Gemälde an ſeinen Freund. Wie groß war ſein Erſtaunen und ſein Schrecken, als er von dieſem die Antwort erhielt, er wiſſe von keinem Gemälde. Der erſte Ge⸗ danke, der dem Lord einfiel, war, nach Dover, an den Landungs⸗ platz, zu gehen, wo er denn nach vielem Hin⸗ und Herfragen ſeine Schätze in einem alten Magazine unter allerhand Gerülle wieder⸗

wünſchen, den Feind unſeres Vaterlandes zu beſiegen. Bewahren Sie Ihren Haß gegen mich, wenn es Ihr Herz verlangt, aber ſchlagen Sie die Türken. Ich gebe Ihnen den Oberbefehl über mein Heer. Den Brief begleiteten 200,000 Rubel zur Ausrüſtung des Generals. Romanzow beſiegte die Türken, und als er zurück⸗ kam, ging ihm Katharine in militäriſcher Uniform entgegen. Der General langte mit ſeinem Stabe an, die Kaiſerin ſtieg ab, ging auf Romanzow zu und erſuchte ihn, auf ſeinem Pferde zu bleiben.

fand. Er bezahlte mit Freuden die 160 Thaler und erhielt die Gemälde. Zwri Jahre danach ſtarb der Lord und die beiden Ge⸗ mälde wurden von Herrn Bedfort für 12,000 Guineen gekauft; als dieſer ſein prachtvolles Gut an Farquhar verkaufte, übernahm dieſer auch die Gemälde um denſelben Preis. Nach deſſen Tode kamen ſie wiederum unter den Hammer des Auctionators und wurden von Angerſtein mit 15,000 Guineen erſtanden, und als endlich die britiſche Regierung deſſen Schätze kaufte, bezahlte ſie ihm für dieſe beiden Gemälde 16,000 Guineen, und ſie ſind jetzt die Zierde der britiſchen Galerie. 3

Der graf Romanzow.

Nachdem mehre Generale Katharinens von Rußland durch die Türken geſchlagen worden waren, entſchloß ſich die über klein⸗ liche Rache erhabene Kaiſerin, den Oberbefehl dem Grafen Ro⸗ manzow anzuvertrauen, der ſeit einiger Zeit in Ungnade gefallen

General! ſagte ſiemir ziemt es, dem heldenmüthigen Vertheidiger meines Reichs entgegen zu gehen! Romanzow konnte ſich der Thränen nicht enthalten, ſtieg ab, warf ſich ſeiner Gebiete⸗ rin zu Füßen und blieb von dieſem Augenblicke an einer der eif⸗

rigſten Anhänger Katharinens.

Der große Diamant am ruſſiſchen Scepter.

Die Geſchichte dieſes großen Diamanten iſt ziemlich merk⸗ würdig. Er bildete eine beträchtliche Zeit lang das einzige Auge eines indiſchen Götzen und ward endlich von einem iriſchen Sol⸗ daten davon weggenommen, der ihn für eine Kleinigkeit verkaufte. Nachdem er durch vieler Herren Hände gegangen war, kam er nach England, wo er geſchliffen und geſchnitten werden ſollte, und ſcheint endlich 1775 in Amſterdam an die Kaiſerin Katharine von Rußland für 550,000 Thlr., eine Leibrente von 24,000 Thlr. und ein Adelsdiplom verkauft worden zu ſein. Er hat die Größe ei⸗ nes Taubenei's und eine plattgedrückte eiförmige Geſtalt; er iſt

war. Sie ſchrieb zu dieſem Zwecke einen Brief an den Veteran, der alſo lautete:Graf Romanzow! Ich weiß, daß Sie mich nicht leiden können; Sie ſind aber ein Ruſſe und müſſen deshalb

ein fehlerloſer, vollkommener Edelſtein und ohne den kleinſten Flecken; er ſoll 179 Karat wiegen.