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Schreck. Hofrath Wagner und Kanzler von⸗ Kotzenau, die ebenfalls der Scene beiwohnten, ließen Ausrufe des Ver⸗ druſſes und des Zornes vernehmen; der Reichsgraf aber rief erſtaunt und faſt entſetzt aus: ich ganz heimlich that? Woher! Ich begreife nicht!“
„Erlaucht werden mit Ihrem ſogenannten geſunden Menſchenverſtande Manches nicht begreifen, ſo lange Sie nicht die höhere Einſicht anerkennen. a nun Erlaucht im höchſten Grade geſpannt ſind, ob Erbprinz Maximilian der Einladung Folge leiſten werde, ſo wollen wir Prinzeß Amelie bitten, indem ſie in das Glas blickt, ihre ganze ge— ſpannteſte Aufmerkſamkeit auf ihren Vetter Prinzen Max zu richten.— Spüren Sie noch kekne Wirkung meiner Handauflegung? Noch nichts von magnetiſchem Strome?“
„Meine Stirne glüht!“
„Und das Herz?“
„Ach ja, das Herz pocht mir!“
„Und vor Ihren Augen—?“
„Da flimmert es.“
„Ganz richtig. Und Sie ſehen— 2
„Ach Gott,— nichts als die Flaſche,“ ſagte die Prin⸗ zeß leiſe und ſchüchtern.
„Und in der Flaſche?“
„Nichts— nichts— nichts,“ ſeufzte ſie voller Angſt!
„Nichts?“ frug der Marquis erſtaunt.„Mon Dieu, iſt es möglich? So muß ich glauben,— die dritte Be⸗ dingung—“
„Aber wie ſoll ich das verſtehen?“
„Ah— Du begreifſt nicht, unſchuldvoller Engel? So höre: nie wird ein Herz unter Deinem Herzen ſchlagen!“
Die Prinzeß war im Begriffe, in Ohnmacht zu fallen. Aber der gütige Marquis eilte, ſie zu tröſten:„Nur ſtill! Nur kein Aufſehen machen! Das darf ja Niemand er⸗ fahren!“
„Ach nein! Ja Niemand!“
„Was? Sie wiſſen, was
(II.
„Ich will Dir helfen, liebes Kind. Später und auch jetzt. Vertraue Dich ganz mir an. Willſt Du es?“
„Um Alles in der Welt— ſeien Sie mein Retter! Wenn Er das erführe!“
„Prinz Max ſoll es nie erfahren.“
„Auch das wiſſen Sie?“
„Ich weiß Alles, was die angehet, die ich liebe, ſüßes Kind!— Nun raſch, nimm heimlich dieſes Blatt und lies, wenn ich Dich fragen werde!“
Dieſe Unterredung konnte unbemerkt vor ſich gehen, da der Marquis geſorgt hatte, daß die Geſellſchaft nicht in ſeiner Nähe ſaß. Mit der Gewandtheit, die ihn aus jeder Verlegenheit rettete, zumal wenn er ſie ſo beſtimmt
vorausſehen konnte wie hier, beſchrieb er heimlich— er drehte ja den Andern von vornherein deshalb den Rücken zu — ein Blatt in ſeiner Schreibtafel, riß es los und reichte es unbemerkt der erfreuten Prinzeß. Dann legte er, wie um ſie zu prüfen, ſeine Hand wieder auf ihre Stirne.
(Fortſetzung folgt.) 7 I.
„Craumſeben*).“
Von Ik. Marvel.
(Fortſetzung.)
Soll der Stolz ſich endlich beſiegt erklären?
— Stolz!— was hat denn die Liebe mit dem Stolze zu ſchaffen? Wir wollen ſehen, wie die Sachen ſtehen.
Gretchen iſt arm und lebt in beſcheidenen Verhältniſſen.
*) Dream Life by Ik. Marvel. Collection of Stan-
dard American Authors Vol. 16.
Miscellen. Was man ſich in Wien erzählt.
In einem hieſigen Hötel logirt ein junger Mann, der ſich für einen Baron ausgibt. An einem Morgen⸗ benachrichtigt er den Wirth, daß er bis zum Abende nicht erſcheinen werde, weil er viel Geſchäfte hzumachen habe und in der folgenden Nacht Punkt 2 Uhr abreiſen müſſe. Er bleibt auch wirklich den ganzen Tag aus, kommt Abends 8 Uhr in den Gaſthof zurück und erfährt hier, daß ein Briefträger ſchon dreimal ſich nach ſeinem Aufenthaltsort erkundigt habe. Der Fremde zuckt die Achſeln, indem man aber noch redet und ſich zur Table d'hote niederſetzen will, kommt der Briefträger, den Alle kennen, hexein und übergibt dem Fremden einen Brief und Poſtſchein, auf 400 Thaler lautend. Der Kauf⸗ mann fragt gleichgültig, ob er das Geld bald erheben könne, aber der Briefträger erklärt, daß die Geldauslieferung nur bis Abends 7 Uhr ſtattfinde und alſo der als nächſten Morgen um 8 Uhr. und ſchwoͤrt, daß ihn die äußerſte um 2 Uhr abzureiſen, daß er alſo unmöglich Geldes abwarten könne. daß ſein Schickſal Manchem der Umſtehenden zu Herzen geht, und als er den Wirth fragt, ob er ihm nicht gegen Cedirung des Poſt⸗ ſcheins die Summe geben könne, ſchämt ſch dieſer faſt, erklären zu müſſen, daß er nicht ein Viertel jener Summe disponibel habe. Endlich läßt der bejammernswerthe junge Mann Etwas von be⸗ deutendem Abzug verlauten, den er an dem Gelde erleiden wolle, wenn es ihm Jemand bald verſchaffen könne, und da er ſogar er⸗ klärt, daß es ihm auf einen Verluſt von 30 Thalern nicht ankäme,
Nothwendigkeit treibe, Nachts den Empfang des
Beutel nicht eher zu erlangen ſei, Da wird der Fremde außer ſich
Er jammert und wüthet ſo aufrichtig,
erwacht in dem Herzen eines anweſenden Hebräers der edle Ent⸗ ſchluß, dem leidenden Mitbruder zu helfen. Man wird einig, und nachdem der Fremde den Poſtſchein unterſchrieben, geſiegelt und ihn dem Retter cedirt hat, entfernt ſich dieſer, und 5 eine halbe Stunde vergeht, zählt er 370 Thaler in einer verlangten Geldſorte auf den Tiſch. Nun iſt der Empfänger zufrieden, und nachdem er mit dem Wirth das Nöthige wegen der Abfahrt verhandelt, tractirt er die Gäſte mit Champagner und man jubelt bis gegen Mitter⸗ nacht. Darauf zieht ſich der Fremde in Uebrigen verlieren ſich allmählich, und als es 2 Uhr der Kaufmann, wenn auch nicht über alle Berge, Nachtzuge davon.
Am andern Morgen wird dem Ceſſionarius des Poſtſcheins der Beutel ausgehändigt, der das nöthige Gewicht hat; als ihn aber der Empfänger dret, Himmel und Hölle— was findet er darin? Nägelköpfe, Blech, Fenſterblei und Glasſcherben, nur kein Geld!
eſchla gen, iſt och mit dem
Zwei gemälde von Claude.
Ein reicher Lord kaufte zwei ausgezeichnete Gemälde von Claude Lorrain in Italien, ſchickte ſie nach Hauſe und trug einem Freunde auf, ſie in Empfang zu nehmen und den Zoll dafür zu dezahlen, der über 160 Thlr. beirug. Aber der Freund erhielt die⸗
ſen Brief nicht, und als die Gemälde in Dover ankamen und Nie⸗ mand danach fragte, nahmen ſie die Zollbeamten in Beſchlag und ſtellten ſie in einer Auction aus, wie es in ſolchen Fällen gewöhn⸗ lich iſt. Sonderbar genug war Niemand zugegen, der den Werth dieſer unerreichten Kunſtwerke zu würdigen gewußt hätte, und die
Jahrg.
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