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der in der ht vereinzelt n ſowohl die haſen dieſes ete den Ein⸗ ud bemühete Geheimniſſe zu ſprengen. toman„Der tiſt Goethe's er uns ſelbſt öſte, welcher war, ſo ſehr Epoche ſeiner tion, auf die gen gegrün⸗ driſchen Fac⸗ rrhanden iſt, egt. erinnern ſich haft in Lon⸗ h ſibplliniſch ropbina, der legen, Lord dhemar, des on. Denn ate Bahnen dal auf Lon⸗ und die be⸗ e überalli —
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und Gängen zurückgelegt hatte, gelan lerin, die daſaß von zwanzitz jungen L
Nr. 42.]
dem großen Chaos des achtzehnten Jahrhunderts gute Ge⸗ ſchäfte. ½
Unvergleichlicher Caglioſtro! Wenn man Dein ſo verlockend decorirtes Privattheater betrachtet, in welchem Du agirteſt und lebteſt, wem juckte da nicht die Hand, Deinen Vorhang auf die Seite zu ziehen, Deine Pappen⸗ deckel, Farbentöpfe, Papiermäntel und bunten Lampen über den Haufen zu werfen und das Oberſte zu unterſt zu kehren, um Dich in der Mitte von Allem zu finden! Denn Du warſt ganz gewiß da; obſchon alles Uebrige nur eitel V Lug und Trug war, ſo ſaßeſt Du doch in Lebensgröße und eigener Perſon mitten darin. Du kämpfteſt mit der Welt und beſiegteſt die Welt, denn ſie blieb Dir tributpflichtig V und zahlte Dir tägliche Rationen. Unzählige Conſtabler, Sherifs, Sbirren, Alguaecils aus allen europäiſchen Him⸗ melsſtrichen verfolgten Deine Spur in ziemlich feindſeliger Abſicht; Du ſelbſt ſtandeſt allein allen gegenüber; auf der ganzen Erde hatteſt Du keinen Freund. Der Himmel wußte nichts von Dir, er durfte nichts von Dir wiſſen, und was Beelzebub betrifft, ſo wiſſen wir, daß deſſen Freund⸗ ſchaft nicht hoch anzuſchlagen iſt. Und dennoch— die Welt hat Dich überwältigt, aber ſie hat Dich nicht beſiegt, denn ſie hat Dich doch nicht ganz aufgeklärt. Uns Allen biſt Du ein Räthſel geblieben,— und wer bürgt uns dafür, daß Du nicht jeden Tag unter uns wieder auftauchſt, Deine Be⸗ hauptungen von Unſterblichkeit wahr machſt und mit Deiner furchtbaren myſteriöſen Macht von neilem die Welt auf den Kopf ſtellſt?.
——— So leitet Carlyle, der bekannte engliſche Kritiker und Literarhiſtoriker*), eine geſchichtliche Betrach⸗ tung Caglioſtro's ein; wir adoptirten hier ſeine Worte, um daran eine Mittheilung zu knüpfen, die wir aus Me⸗
*) Deſſen geſammelte Werke erſchienen in deutſcher Ueberſetzung von A. Kretſchmar in Leipzig bei Otto Wigand, 1854 u. f. Anmerk. d. Red.
Dritte folge.
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moiren jener Zeit ſchöpften und die hoffentlich dazu bei⸗ tragen wird, das Wunderbare dieſes Monſtrums in ſeiner Art anſchaulich und vielleicht auch ein wenig erklärlich zu machen.
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Der Schauplatz unſerer Geſchichte iſt einer jener faſt zahlloſen kleinen Höfe in Deutſchland, in denen bis Anfang dieſes Jahrhunderts der Stand der Reichsunmittelbaren und mit ihm eine gewiſſe Souveränetät ſich erhalten hatte, die nicht ſelten mit den Souveränen der europäiſchen Groß⸗ mächte in gleiche Linie rangiren zu können und zu müſſen glaubte.
Wir verſetzen uns in jene Zeit des vorigen Jahrhun⸗ derts, die wie keine andere den Namen der abenteuerlichen verdient. Die Aufklärung, die engliſchen, franzöſiſchen und deutſchen Skeptiker hatten die Herrſchaft des naiven Glaubens und der unbedingten Autorität erſchüttert; die naturwiſſenſchaftlichen Entdeckungen hatten die theologi⸗ ſchen, die philoſophiſchen Fortſchritte, die politiſche Pietät durchbrochen. Der menſchliche Geiſt nahm die ihm über⸗ lieferten Anſchauungen und Zuſtände nicht mehr gläubig ſo hin, wie ſie ihm überliefert wurden, ſondern er fragte nach ihrem Grunde, nach dem, warum das ſo war, was da war, und ob es ſo ſein mußte, wie es war und geglaubt wurde.
Da brach denn alles bisher Geltende vor der unbe⸗ grenzten Kritik der Vernunft in Nichts zuſammen, und eine neue Welt der Ideen erſtand aus dem Chaos, die eine neue Welt auch der Thatſachen und Zuſtände in der Wirk⸗ lichkeit gebären wollte. ſo großartig, der Rauſch der Freude über die Fortſchritte des öffentlichen Geiſtes war ſo überſchwänglich, daß es ein hiſtoriſch beglaubigter, allgemein gültiger Ausſpruch jener Zeit war:„Nichts iſt unmöglich.“ Aber dabei
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beſitze, ſtehe ihr zu Gebote. Die Tourelle ſpielte die Große und Reiche, ſie wollte keine Geſchenke, durchaus nicht, endlich nur ein kleines Armband für ihre Tochter war ſie anzunehmen willig. Der Präſident führte ſie ſogleich auf den Quai der Goldarbeiter, ſie traten in einen der glänzendſten Läden ein, indem die Dame noch⸗ mals wiederholte: nur eine Kleinigkeit, was am billigſten iſt!— und als ſie aus dem Laden ſich entfernten, hatte Herr Lescot eine kleine Rechnung von nur 500 Francs für allerlei allerliebſte kleine Sachen zu bezahlen!
Die Zuſammenkünfte an dieſem Orte wiederholten ſich. Dem Präſidenten wurde ſehr bald verboten, ſie jemals im Theater an⸗ zureden: das hieße ſie unglücklich machen, ihren Ruf vernichten, ſie der Bosheit ihrer Collegen preisgeben, die längſt eiferſüchtig wären auf ihre Erfolge. Der gelehrige Liebhaber ſchwor, daß er gehorchen werde und nichts thun wolle, als, in ſeine Loge verſteckt, zu bewundern und zu applaudiren. Man ſpielte damals die Circe von Thomas Corneille, und Madame Molidre machte viel Effect in der Rolle der Magierin.
Eines Tages aber erwartete Herr Lescot die Tourelle vergeb⸗ lich bei Frau Ledoux. Durch das Harren aufgeregt, durch die Täuſchung eiferſüchtig gemacht, eilte er in das Theater, was auch V die Ledoux anwandte, um ihn davon zurückzuhalten. Er wollte der Angebeteten durchaus ſeinen Aerger, ſeinen Schmerz zeigen und meinte, eine kleine Extravagance der Leidenſchaftlichkeit könne nicht von Nachtheil ſein. Nachdem er Theaterdiener und Garde⸗ robièren beſtochen und einen unentwirrbaren Weg von Treppen gte er endlich zur Künſt⸗ euten umgeben. Er that Mal, wenn ſie den Kopf
fürs Erſte nichts, als zu lächeln, jedes
nach ſeiner Seite wandte. Als ſie zufällig bei ihm vorbeiging, ſagte er nur vertraulich leiſe:„Ich habe Sie nie ſo ſchön geſehen als heute.“ Die Künſtlerin achtete nicht darauf. Er fuhr fort: „Wenn ich nicht längſt in Sie verliebt wäre, ſo würde ich es heute werden.“ Sie wandte kaum merklich den Kopf und bekümmerte ſich ſonſt nicht darum, weryihr eine ſolche Alltäglichkeit ſagte, wie ſie zwanzig täglich hören mußte.
Der Präſident war doch ein wenig frappirt über die Kälte, mit der das Madrigal aufgenommen war, das er der Geliebten geſtern durch die Ledoux geſandt hatte. Die Molidère war auf der Bühne und das Stück ſchien ihm ungeheuer lang und lang⸗ weilig zu ſein. Endlich war es zu Ende und er ſtürzte ſogleich in die Garderobe der Frau Molidère, die entrüſtet war, einen Mann eintreten zu ſehen, den ſie nicht kannte. Der Präſident war nicht weniger erſtaunt und entrüſtet über den Empfang, der ihm wurde. Er glaubte nun, ſeine Geliebte wage nicht, in Gegenwart der Garderobière, die ſie entkleidete, mit ihm zu ſprechen, und machte ihr eine Pantomime, dieſelbe zu entlaſſen. Aber auch dieſe Pan⸗ tomime wurde nicht reſpectirt, ſondern die Schauſpielerin ſchrie ihn laut an:„Reden Sie, mein Herr, reden Sie nur! Ich glaube nicht ſo viel Geheimniſſe mit Ihnen zu haben, daß ſo viel Vor⸗ ſichtsmaßregeln nöthig wären! Was wollen Sie?“*
Ihre Heftigkeit ließ den Präſidenten die Geduld verlieren; er wußte nicht mehr, wie er ſich benehmen ſollte, und platzte end⸗ lich heraus:„Ich verſtehe Sie nicht, ich begreife Sie nicht! Wie
können Sie ſich ſo gegen mich benehmen? Was habe ich gethan,
was Ihnen mißfallen könnte? Sie geben mir ein Rendez-vous und kommen nicht. Ich komme in aller Aufregung hierher, um den Grund zu wiſſen, um zu fragen, ob Sie ein Unglück getroffen,
Die neuen Offenbarungen waren,
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