Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
651
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Blumen und Gemüſe kaufen konnten, deren ſie bedurften. a.

auf der Promenade und die Ball⸗ und Concert-Toilette. Fügen wir hierzu noch das Reit⸗Coſtum, das hier häufig getragen wird, ſo hat eine feine Welt⸗-Dame Veranlaſſung, ſich täglich in acht Metamorphoſen bewundern zu laſſen, und es iſt dafür geſorgt, daß ihre Phantaſie niemals er⸗ lahmen kann, zumal die Frühjahrs-, Sommer- und Herbſt⸗ Moden immer neue Modiſicationen erfordern.

Dritte golge.

gend, wie ſie war, Dein jetziges Lebensalter, wie es wohl iſt, und Dein Alter und Ende, wie Du denkſt und hoffſt, ſo möchte es ſich geſtalten.

Jk. Marvel verſteht es ſo merkwürdig, die Formen der Betrachtung, der Schilderung und Erzählung zu vereini⸗ gen; er weiß beſtimmte Perſonen und Ereigniſſe darzu⸗ ſtellen, ſie aber doch ſo unbeſtimmt oder vielmehr allgemein

gültig zu halten, daß ein Jeder ſich ſelbſt und ſeine eignen

Begegniſſe und Erlebniſſe darin zu erkennen meint. Er

ſchildert nicht das Leben ſelbſt allein, ſondern zugleich vornehmlich all' die Stimmungen des Lebens, die ein Je⸗

der durch ſeine Seele ziehen fühlte.

Craumſeben.

Von

Ik. Marvel.

Unſere Leſer werden ſich der Auszüge erinnern, die wir vor wenigen Monaten aus dem BucheTräumereien eines Junggeſellen von dem amerikaniſch-⸗engliſchen Dich⸗ ter Ik. Marvel(pſeudonym für Donald G. Mitſchell) mit⸗ theilten. Unter dem oben überſchriebenen Titel liegt uns hier das neue Buch deſſelben Verfaſſers vor. Auch dieſes iſt in der Manier des vorigen geſchrieben. Donald G. Mitſchell hat in dieſen Träumereien eine ganz eigenthüm⸗ liche Darſtellungsweiſe angewandt, die wir in dieſer Art wenigſtens ſo ſelbſtſtändig und ſo ausgebildet noch nirgends anders gefunden haben. Er macht nämlich Dich, geehrter Leſer, ſelbſt zum Helden ſeines Buches; er ſpricht in dem Buche ſtets vonDir freilich aber, um nicht indiscret zu ſein, gibt er Dir irgend einen beliebigen falſchen Na⸗ men, hier z. B. Clarence, und nun läßt er Dich träumen, Dich ſelbſt durch das ganze Buch hindurch träumen, in dem Dein ganzes Leben an Dir vorüberzieht, phantaſtiſch ge⸗⸗ ſtaltet, poetiſch verklärt, aber immer doch Dein eigenes Leben, in dem Du Dich ſelbſt heraus erkennſt: Deine Ju⸗

Plaſtiſche Thatſachen und muſikaliſche Empfindungen ſchmilzt er zu einem Kunſt⸗ werk, zu einer neuen Dichtungsart in einander, die wir

nicht richtiger denn als Symphonie in Worten zu bezeich

nen wiſſen, eine lyriſch-epiſche Dichtung, die uns den poe⸗ tiſchen Gehalt der geſammten Lebensſtimmungen vorführt.

DieTräumereien eines Junggeſellen bezogen ſich hauptſächlich auf das Thema der Liebe, auf die Beziehun⸗ gen des Männerherzens zum weiblichen Ideal. Dieſes neueTraumleben iſt weiter gefaßt und erſtreckt ſich auf die mannigfachen Lebensverhältniſſe, in welchen die Liebe in ihren verſchiedenſten Erſcheinungen zur Geltung kommt. Wir, die wir bei dem Gedanken an das amerikaniſche Leben uns ſtets die unerquickliche Seite ſeiner raſtloſen Selbſt⸗ ſucht, ſeiner egoiſtiſchen Zerſplitterung vorſtellen, ſind freu⸗ dig erſtaunt, von dorther einem Dichter zu begegnen, der überall die Gemüthsbeziehungen der Menſchen unter ein ander, das Band, das ununterbrochen Herz an Herzen kettet, aufzufinden weiß. Welche praktiſche Lebenskraft gehört dazu, aus dem Strudel eines unerbittlich gewinn⸗ ſüchtigen Treibens dieſe edle Ruhe der Seele, welche ener⸗ giſche Dichterkraft, aus jenem Kampfe Aller gegen Alle dieſe hohe Idealität, dieſe tiefe Innerlichkeit der Anſchauung ſich zu retten! Wenn wir die Verketzerungen derer hören, die als Neulinge in jener neuen Welt ſich nicht zurecht zu

Ufer ſtranden, mit dem Zufall zum Steuermann, in das Meer oder den See, in welchen der Fluß, der ſie fortriß, ſich mündet. Sie bilden ſo in der That ſchwimmende Inſeln, die freilich zuletzt immer verſchwinden oder ſich mit dem Feſtlande wieder vereinigen, die aber dennoch eine größere Anzahl von Jahren exiſtiren können. Man findet dergleichen Inſeln in den Lagunen des adriatiſchen Meeres, und der Miſſiſſippi trägt ebenfalls öfters welche auf ſei⸗ ner impoſanten Waſſermaſſe. Im vergangenen Jahrhundert ſah man eine, welche man die zitternde Erdſcholle nannte, auf dem See Menteyer in den franzöſiſchen Alpen. Plinius der Jüngere

ſpricht in einem ſehr intereſſanten Briefe an Gallus mit Bewun⸗ derung von den ſehr zahlreichen ſchwimmenden Inſeln auf dem See Vadimon in Italien und ſchildert auf anmuthige Weiſe deren launenhafte Bewegungen.

Plinius, der vor ſeiner zufälligen Reiſe nach dem See Vadi⸗ mon nie von dieſen Inſeln hatte ſprechen hören, macht bei dieſer Gelegenheit die Bemerkung, daß die Menſchen mehr geneigt ſind, die Wunder in der Ferne aufzuſuchen, als die zu beachten, die ganz in ihrer Nähe liegen; eine Bemerkung, die auch auf unſere Zeiten noch immer angewendet werden kann.

Auf dem Golf von Mexico gab es ehedem künſtliche ſchwim⸗ mende Inſeln, die aus großen Flößen gebildet waren, welche man mit Erde bedeckt und zu Gärten gemacht hatte. Die Gärtner, welche darauf wohnten, ſteuerten ſie zur Marktzeit an die Ufer⸗ brüſtungen, ſo daß die Conſumenten am Orte ſelbſt die Früchte,

Literatur. Pariſer Zeitung. Unter dieſem Titel iſt ſo eben die Probenummer eines im Ver⸗ lage von Bernard in Paris erſcheinenden journaliſtiſchen Unter⸗ nehmens ausgegeben worden, das die deutſchen, in Frankreich lebenden Literaturkräfte ſammeln will. Wir finden in der erſten Nummer eine Wochenſchau von Fr. Szarvady, der durch mannig⸗ fache geiſtvolle Pariſer Skizzen bekannt iſt; ferner Erinnerungen an Heinrich Heine von L. Duesberg; eine ſehr würdigende Kritik Lingg's von M. Hartmann; einen AufſatzDie deutſchen Muſen in Amerika von Kolatſchek u. A. uu. Vom Zweck der Zeitung wird geſagt:Dieſelbe ſoll ein Verſuch ſein, das nicht-politiſche Thun Frankreichs vom Standpunkte deutſcher Auffaſſung aus zu betrachten und zu beurtheilen. Die Pariſer Zeitung ſoll, ſo weit es in unſeren Kräften ſteht, in unterhaltender Weiſe den Vermitt⸗ ler zwiſchen franzöſiſchem Leben und Wirken, zwiſchen franzöſiſchem Wiſſen, franzöſiſcher Kunſt und den Deutſchen in Frankreich machen. Sie wird es zugleich als ihre Aufgabe erkennen, die Literatur⸗ und Kunſtereigniſſe Deutſchlands zu beſprechen, und auf dieſe Weiſe einen Anknüpfungspunkt finden, um auch den Deutſchen in England und Amerika näher zu treten.. Die ſämmtlichen vorliegenden Aufſätze ſchlagen eine geiſt⸗ und würdevolle Richtung ein, welcher der beſte Erfolg zu wün⸗ ſchen iſt.

Eine Stecknadel. Von M. J. T. de Saint⸗Germain. Aus dem Franzöſiſchen überſetzt von Auguſt Schrader. Leipzig, W. Naundorf; Paris, J. Tardieu, 1856.

Gazeite allemande de Paris.