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Nr. 40.]
Literariſche Beſprechungen.
Der Fürſt„Mein Liebchen“ und ſeine Partei⸗ gänger. Hiſtoriſcher Roman aus der letzten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts von W. Bachmann. Zwei Bände. Berlin, Verlag der Decker'ſchen Geh. Oberhof⸗ buchdruckerei. 1856.
Dieſes Buch hat in den Kreiſen der preußiſchen Ariſto⸗ kratie großen Beifall gefunden und es gilt daſſelbe allge⸗ mein für eine tendenziöſe Lieblingslectüre des altpreußi⸗
ſchen Junkerthums. Viele Seiten bietet daſſelbe allerdings,“
die bei dieſem Anklang finden müſſen; wie man es aber von dorther als eine Parteiſchrift aufnehmen kann, begrei⸗ fen wir nicht, da man aus demſelben eben ſo, wie aus der polniſchen Geſchichte ſelbſt, eine Lehre hervorgehen ſieht, die mit den Sympathien und Intereſſen jener Richtung durchaus nicht zuſammenfallen dürfte.
Der Inhalt des Romans ſchildert uns die ſehr entge⸗ gengeſetzten Schickſale zweier polniſchen Brüder, von denen der eine durch ſeine Erziehung der ſoliden patriarchaliſchen, altſarmatiſchen Landadelspartei angehört, während der andere, in die modern⸗franzöſirende Richtung hineingeriſ⸗ ſen, als Fürſtendiener imden Intriguen des luxuriöſen Hofes Stanislaw Auguſts ſein Glück ſucht.
Folgendes iſt die politiſche Situation beider Parteien: „Mit dem Tode Auguſt III. ſpaltete ſich die Nation in zwei Parteien. Die eine wurde von den königlichen Oheimen geführt, an der Spitze der andern ſtand der Fürſt Karl Radziwill. Es war der Augenblick nahe, in welchem da⸗ hinſcheidende Völker nicht mehr im Stande ſind, ſich ſelbſt zu regieren. Unter ſolchen Umſtänden geht die Gewalt ganz von ſelbſt auf Fremde über. Der Fürſtprimas und der Fürſtkanzler von Lithauen, die einzigen legalen Or⸗ gane, durch welche die Nation mit fremden Regierungen verhandeln konnte, einigten ſich mit den Nachbarſtaaten
wegen Einwirkung fremder Truppen, um gegenüber allen Factionen ungehindert die Wahl eines Piaſten durchzuſetzen.
Der Widerſtand des Fürſten Karl Radziwill war vergeb⸗
lich; Stanislaw Auguſt wurde einſtimmig von denen er⸗
wählt, welche bei Wola verſammelt waren, und von ſeinen Oheimen und deren Racheluſt angeſpornt, verfolgte er lange
Zeit das Oberhaupt der beſiegten Partei.“ So trat denn
eine Conföderation des Landes zuſammen, die ſich unter Radziwill gegen den König auflehnte.
Wenn wir den Rechtspunkt hier in Frage ſtellen, ſo ſcheint es uns, es werde ſchwer ſein zu entſcheiden, auf welcher Seite überwiegende Berechtigung zu finden ſei. Wenn die königliche Partei bei der Wahl das Geſetz über⸗ ſchritten haben ſollte, ſo überſchritt es nachher ſicher die Conföderation, die den einmal erwählten König nach dem Geſetze anzuerkennen hatte, was, wie der Erfolg des Ro⸗ manes zeigt, innerhalb der Partei ſelbſt genügend erkannt wurde.
Fragen wir aber nach dem inneren Werthe beider Frac⸗ tionen, nach ihrem ſocialen Charakter und ihren politiſchen
Richtungen hin echt menſchliche Motive und Irrthümer gleichmäßig vertheilende Schilderung entgegen, die gerade,
Dritte golge.
weil ſie ſo echt hiſtoriſchen Geiſt athmet, es uns unerklär⸗ lich ſcheinen läßt, wie man das Buch im Sinne der einen
von beiden Partei auslegen könne, mit der unſer altpreußi⸗
ſcher Adel vorzügliche Sympathien haben könnte.
Der Fürſt„Mein Liebchen“ zunächſt, der mit Unrecht dem Buche den Titel gibt, da er nur eine Epiſode, und zwar eine ziemlich untergeordnete iſt, tritt durchaus nicht in einer Weiſe auf, die ihn als Staatsmann imponirend erſcheinen und es bedauern ließe, daß er die Zügel der Volksregierung nicht in den Händen habe, als ſei er der Mann, das im Scheitern begriffene Fahrzeug zu retten. Daß Karl Radziwill Jedermann mit Panie kochanko an⸗ redet, woher er den Beinamen des Titels hat, iſt ziemlich die hauptſächlich gewinnende Eigenheit, die er in dieſer Schilderung beſitzt. Dieſe ſowohl als die Gemüthlichkeit der Unterhaltung, die er mit manchem großen Manne ge⸗ mein hat, ſind immer nur Privateigenſchaften, die an ſich den großen Mann noch nicht ausmachen. Die politiſche Rede aber, die er im zweiten Theile Seite 11 hält, trägt den Stempel der Rede eines ſehr tüchtigen Cavallerie⸗ officiers, der das, was er will, mit viel Biederkeit, Ge⸗ radheit und vollſter Ueberzeugung von ſeinem Rechte, we⸗ niger aber mit Umſicht und völligem Bewußtſein der allge⸗ meinen hiſtoriſchen Bedeutung zu vertreten im Stande iſt. Der Fürſt macht durchaus den Eindruck eines ehrgeizigen, aber ſchwachen und ſchwankenden, keines großen Entſchluſ⸗ ſes und keines großen Opfers fähigen Mannes; er trägt den Charakter des Patriarchen, des großen, ehrwürdigen Landedelmannes, der alle Tugenden des Privatlebens in Fülle beſitzt und nur eine Untugend dabei, die ſein Un⸗ glück iſt,— die Untugend, aus ſeinem angeborenen Wir⸗ kungskreiſe in den der Völkerregierung hinübertreten und außer einem braven Manne auch noch ein großer Mann ſein zu wollen.
Dieſen Charakter ihres Führers theilt durchgängig die von ihm geführte Partei, die noch den Vorzug rühren⸗ der Treue beſitzt, durch den ſie um ihres ehrgeizigen Für⸗ ſten willen in Unglück und Untergang gezogen wird. So viel Ehrlichkeit und Häuslichkeit wir hier finden, nirgends ſehen wir eine um ſich blickende Bildung, nirgends Befä⸗ higung für wirkliches politiſches Leben. Ja, wir möchten ſogar bezweifeln, ob der Lebenskreis des wahren Land⸗ adels wirklich nicht weiter gehen ſollte, als der dieſes bie— deren Generals Kunizki, von dem es heißt:„man durfte ſich mit Klavier und franzöſiſchen Büchern in ſeinem Hauſe nur zerſtreuen, wenn er verreiſt oder auf der Jagd war, denn er nannte das thöricht und eitles Zeug und meinte, es ſchicke ſich gar nicht für den adligen Stand.“
Es kommt zwar alle Tugend und Untugend in der Welt auf Anſichten an, aber wir für unſern Theil können es nicht mehr für eine große Tugend halten, bei Teſtamen⸗ ten einen großen Theil des Erworbenen den Bettelmönchen zu vermachen. Auch der confeſſionale Haß dieſer Confö⸗ derirten gegen die von der Regierung geduldeten Diſſiden⸗ tten, den ſie damit motivirten, daß der Türke und Jude ihnen gleichgültig ſei, weil ihrer Religion fremd, der Re⸗
formirte aber entſchieden feindlich, weil er von ihrer Kirche Tendenzen, ſo tritt uns hier eine unparteiiſche, nach beiden
abgefallen ſei,— auch dieſe Art von Religioſität will uns — und wir glauben den meiſten Gebildeten von heutzu⸗ tage ebenfalls— nicht als wahre Religioſität erſcheinen.


