Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
637
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F. hrg Nr. 40.] Dritte Folge. 637 r Wen⸗ 2 21 c 3.. 4. Grünt Schubart hatte ſchon lange ſtaunend, aber mit ſtrahlen⸗Nun, ereifre Dich nicht ſo, Freund! Mit einer zarten, ſich lie den Blicken zugehört und konnte vor Ungeduld kaum er⸗ feinen Stadtdame könnteſt Du freilich hier nichts anfangen, drüfend warten, bis der Freund zu Ende war. Als dies endlich und Lisbeth, Deiner Tante Milchmagd, würde Dir mehr diſſelbe der Fall war, rief er, ungeſtüm ſich ihm an den Hals wer⸗ nützen, als ein ſolches Püppchen, ſelbſt wenn es 10000 * fend:Das iſt ein unſchätzbarer Gedanke, für den ich Dir Thaler baar mitbrächte. Doch laſſen wir das vorläufig. usdaun ewig dankbar bin. 240 Acker das giebt ſchon ein an⸗Erſt die Pfarre, dann die Knarre, ſagt ein hieſiges äldern ſehnliches Gut für die hieſige Gegend, groß genug, um Sprichwort. Alſo erſt das Gut, dann die Frau. ſeibt, ſo ſich auszubreiten. Daß ich auch daran nicht gedacht habe! Gleichſam einen in Gedanken ausgeſprochenen Satz fort⸗

4 Im Grunde liegt mir gar nicht ſo viel an Amerifa, denn ſetzend, ſagte Schubart:Es iſt dies jedenfalls der ein⸗ chubart ich bin kein Freund der engliſchen Sprache, mit der ich fachſte, beſte und vortheilhafteſte Weg, mein Erbe zu ver⸗ wollte, mich nun ſchon über ein Jahr ohne großen Gewinn herum⸗ werthen und mit meinem kleinen Vermögen, das zum Ankauf r fort. quäle. Ja, ja, ich ſehe auch ein, daß ich doch viel zu oder Pacht eines größeren Gutes nach meinem Geſchmack Irkom⸗ deutſch geſinnt bin für Amerika, daß ich dort nicht glück⸗ nicht hinreicht, ein anſehnliches Eigenthum zu erwerben.

e Dein lich ſein würde. Löhr lachte laut auf und ſagte: Die Wanderer brachen nun auf, aber kaum waren ſie Hin einAprilmenſch! Noch vorgeſtern warſt Du Feuer und einige hundert Schritte weit, ſo drehte ſich Schubart ſchon ohnung Flamme für Amerika, und heute ſprichſt Du wieder ſo. wieder nach ſeinem Gute um, blieb ſtehen und ſagte:Das zehnmal Nun, meinetwegen! Da das Grundſtück den Erben gar feuchte Waldſtück, wo die Erlen, Eſchen und Espen ſtehen, en wür⸗ nichts einbringt, ſo werden ſie es wohlfeil ablaſſen. läuft in einen Wieſenzipfel aus, der jetzt nichts trägt, weil ge an zuEs iſt uns bis jetzt nicht über 12000 Thaler geboten er keine Luft hat. Dieſes Stück gäbe vielleicht eine Wieſe. war mit worden. Wenn ich's für 15000 Thaler übernehme, da Aber wie ſoll man das Holz verwerthen? Das iſt die dörfern können die Mädchen zufrieden ſein.Du kannſt es Frage. 56 Klaftern für 108 Thaler zu verkaufen, wie Wenn noch wohlfeiler bekommen, wenn Du die Mädchen heira⸗ V voriges Jahr, fällt mir nicht ein. Nun, ich denke, es ſoll e es in theſt, bemerkte Löhr lachend. ganz anders werden, wenn ich dabei bin.Dafür entheils Auffallenderweiſe wurde Schubart über und über roth wäre mir nicht bange, ſagte Löhr.Das flache Land wachſen bei dieſem Scherz, was dem Freunde nicht entging. Dieſer unten braucht Bau⸗ und Nutzholz, und der Fluß iſt zum er Wald ſagte darauf:Hätte ich es vielleicht zufällig getroffen? Flößen geeignet. Du läßt Flöße bauen von Bauholz, oden hatWenigſtens mit einem Mädchen, antwortete Schu⸗ brennſt das geringe Holz zu Kohlen und ladeſt ſie darauf. an dem bart.Mathilde ſieht mich ſo gern als ich ſie. Aber ich Wäre keine Gelegenheit, eine Schneidemühle anzulegen? du nicht habe ſie mir ſchon aus dem Sinne geſchlagen und es mußSch beſinne mich. Ja, wahrhaftig, denn durch das Andere, wohl dabei bleiben, denn zu einem Leben, wie ich es in kleine Thal läuft ein hübſcher Bach dem Fluſſe zu. Guts⸗ Zukunft führe, paßt das Mädchen leider nicht. Es iſt einNun alſo. Was willſt Du mehr?Aber eine es in Jammer und eine Schande, wie unſre Mädchen aus den Schneidemühle koſtet viel Geld, und das Holz zu Bretern , Du gebildeten Ständen jetzt gewöhnt und verzogen werden! iſt nicht häufig in unſerm Walde.Du mußt es ame⸗ kurzer Sie leben, als hätten ſie einſt eine Million zu verzehren, rikaniſch betreiben. Dort legt man Sägemühlen an, die ſindeſt und verſtehen auf der Gotteswelt gar nichts, als die Zeit nur einige Jahre benutzt werden und wenig koſten. Bau⸗ todt zu ſchlagen mit Leſen, Spielen und Unterhaltung. holz iſt da, und es genügt ein Schuppen und eine Hütte. G 3 3 Kctling: b richte von einer Tour durch Italien und Deutſchland ſendet, fol⸗ Völker räumten nur dem höchſten Adel das Recht ein lange Haare bmorde gendermaßen erzählen:.. zu tragen; bei den Orientalen galt der Verluſt des Bartes als die auIch war in Venedig am vorigen Montag im Begriffe, einem größte Schmach. Das Raſiren war bei den Türken ſonſt eine der

ecs Schlaganfalle zu erliegen, als das Feuilleton des Herrn v. Bié⸗ Dumas ville mich noch rechtzeitig rettete.

I ärgſten Strafen. Dieſe Idee pflanzte ſich auch unter chriſtlichen wenn aEs war eine Hitze zum Erſticken. Ich trete in ein Café und d

Voͤlkern fort. Balduin, Prinz von Edeſſa, verpfändete ſeinen

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Bart für eine große Summe. Sein Vater, Gabriel von Mitylena,*

den 88 nehme, indem ich mir den Schweiß von der Stirne wiſche, ganz bezahlte die Schuld, um von ſeinem Sohne die Schmach abzu⸗ 4

den Mi⸗ mechaniſch ein Journal. 1 2 wenden, die er durch den Verluſt ſeines Bartes erlitten haben Welche Unbeſonnenheit! Es war die Preſſe! würde. Auch bei den Spaniern knüpfte ſich an den Verluſt des mkt daaIch leſe das Feuilleton, ein Feuilleton von Feuer und Bartes der Begriff der Entehrung und Cdelleute verſtanden in t, den ei Geiſt, flammend, blitzend, elektriſch ein Styl von 60 Grad Bezug auf ihre Bärte nicht den geringſten Spaß. Man erzählt: be, indem Wärme, nahbe dem Siedepunkt. Mir vergingen die Sinne, als ich Als Cid Rai Dios ſtarb und auf dem Paradebette lag, ſchlich ſich Warnung las mir ſchwindelte, ich ſchwankte, nichts als ein Meer von ein Jude, der ihn ſehr gehaßt hatte, in das Zimmer und zupfte 11 Fllammen ſahen meine Augen ich war im Begriffe ohnmächtig ihn an ſeinem Bart. Die Leiche fuhr bei dieſer Beſchimpfung ſicher. umzuſinken. entrüſtet in die Höhe, zog das neben ihr liegende Schwert und der Garcon, den Sidcle! ſo rief ich noch mit meiner letzten Jude floh in höchſtem Entſetzen. Die Leiche legte ſich dann ruhig

villn e Beſinnung. wieder hin und der Jude ward Chriſt. 3 Hier, mein Herr!. In der erſten engliſchen Revolution ſchoren ſich die puri⸗ ſetate⸗Ich hielt das Blatt vor die Stirn, kühlend wie Eis des taniſchen Demokraten die Kopfhaare ganz kurz, weil die Anhänger 12 Nordpols legte ein Artikel Bisville's ſich an meine Schläfe, eine des Königs und dieſer ſelbſt lange Locken trugen; dafür ließen ſie e Mit⸗ augenblickliche Erfriſchung durchdrang mein ganzes Weſen. Dem aber ihre Bärte wachſen und betrachteten ſie als ein Parteiab⸗

ht, un- Sidele ſei Dank, ich war gerettet! zeichen. Trotz der Einfachheit und dem Ernſt, den ſie in ihrer Kleidung zur Schau trugen, pflegten ſie ihre Bärte mit ſolcher der B⸗ Sorgfalt, daßViele während der Nacht zum Schutz derſelben

den Tag-. Miscellen. Gehäuſe von Pappdeckel trugen. Das Kräuſeln des Bartes nahm Bärte manchem Demokraten der damaligen Zeit täglich einige Stunden 5 3 weg und ein reicher Kaufmann engagirte einen Vorleſer eigens zu

ullion 1 Lange Haare und Bärte galten ſchon von Alters her als dem Zweck, ihm während dieſer langen Operation die Zeit zu beſondere ſociale oder politiſche Kennzeichen. Die nordiſchen vertreiben. Buttler, der Verfaſſer des komiſchen Heldengedichtes V. pe Be⸗

liche V 1

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