Orte wohnten, den Ausſchlag gegeben. Er vermiſſe zwar Vieles ſchmerzlich, aber die Sicherheit und Bequemlichkeit ſeiner Stelle ſei auch anzuſchlagen, da ein Geiſtlicher in Amerika es oft ſehr unbequem habe und von der Gunſt ſeiner Gemeinde und Wähler abhänge. Er legte auch in das Gewicht, daß in neuerer Zeit das Betragen der ein⸗ gebornen Amerikaner gegen die Einwanderer, beſonders gegen die Deutſchen, ihm ins Gedächtniß gekommen ſei, als er wegen ſeines Hierbleibens noch im Zweifel geweſen. Die Gemeinheit und Brutalität der Knownothing überſteige alle Grenzen. Er erzählte weiter, es gefiele ihm hier im Gan⸗ zen gut, denn es ſei Vieles anders und beſſer geworden als ſonſt. Nur über die Gottloſigkeit der Menſchen, die hier kaum einmal Sonntags in die Kirche zu bringen ſeien, beklagte er ſich bitter. Auch über die Trägheit, den Schmuz und die ſchlechten Sitten der Bauern beklagte ſich Böttcher, und der Beſuch mußte ihm vollkommen beiſtimmen.
Es wurde noch viel über Amerika geſprochen, und der Pfarrer wußte dieſes Land nicht genug zu erheben und beförderte, wie er ſagte, ſogar die Auswanderung dahin durch Schriften und Zeitungsartikel; aber Löhr merkte ihm doch an, daß ihn nur das Heimweh nach Deutſchland gezogen hatte.
Die Frau Pfarrerin ließ ſich vor dem Beſuch nicht ſehen, und Böttcher ſchien Löhr's Aufforderung, ſie derſelben vor⸗ zuſtellen, nicht verſtehen zu wollen und ſchützte Unwohlſein vor. Die arme Frau mochte ſich auch nicht glücklich auf dieſem elenden Dorfe fühlen. Sie lebte ſtill vor ſich hin, that wenig, wie es die Ladies in Amerika gewöhnt ſind, ſo daß der Pfarrer noch eine Art Wirthſchafterin halten mußte, kam wenig aus dem Hauſe und machte ſelten ein heiteres Geſicht. Die Arme mochte wohl auch Heimweh haben nach den ſchönen grünen Hügeln von Vermont, darin⸗ ſie aufgewachſen.
Da die Wanderer noch denſelben Abend wieder nach Hauſe wollten, ſo mußten ſie aufbrechen. Der Pfarrer
Noveſfen ⸗ Zeitung—
[II. Jahrg.
begleitete ſie freundlich bis auf die Höhe. Bei einer Wen⸗ dung des Weges ſahen ſie den Schafhof und das Grüne Holz noch einmal in heller Abendbeleuchtung vor ſich lie⸗ gen. Hier blieb Löhr ſtehen und ſah lange Zeit prüfend auf das Holz und die Gegend, als wollte er ſich dieſelbe tief in das Gedächtniß einprägen. Dann ſagte er: „Wenn Du Dir wirklich Muth, Kraft und Ausdauer genug zutraueſt, um ein Anſiedlerleben in den Wäldern von Amerika zu führen, und Dich ſonſt nichts forttreibt, ſo kannſt Du ein ſolches Leben hier beginnen.“— Schubart hatte noch keine Ahnung, wo ſein Freund hinaus wollte, und ſah ihn verwundert an. Dieſer aber fuhr fort: „Denke, Du wäreſt wie im Traume nach Amerika gekom⸗ men und das hier vor Dir liegende Land wäre Dein Eigenthum geworden, das Du aus einer Wildniß in ein blühendes Landgut verwandeln wollteſt. Eine Wohnung findeſt Du bereits vor, zwar nicht ſchön, aber zehnmal beſſer als das Haus, welches Du in Amerika beſitzen wür⸗ deſt, und fähig einer Verſchönerung. Dann fange an zu roden, zu pflügen, zu hacken und zu graben, und zwar mit Hülfe von Taglöhnern, die Du in den armen Walddörfern jenſeits des Fluſſes wohlſeil genug bekommen wirſt. Wenn
Du willſt, ſo kannſt Du es genau ſo treiben, wie es in
Amerika geſchehen müßte. Der Boden iſt größtentheils culturfähig, und wo ſich kein Feld anlegen läßt, wachſen Obſtbäume, und wo dieſe nicht wachſen, bleibt der Wald ſtehen und wird möglichſt verbeſſert. Der Waldboden hat Kraft auf Jahre hinaus, ſo daß Du den Dünger, an dem es Dir in den erſten Jahren fehlen wird, wenn Du nicht etwa Guano kaufen willſt, entbehren kannſt. Alles Andere, alle früheren Verhältniſſe, beſonders auch wie andre Guts⸗ beſitzer leben, mußt Du ganz vergeſſen, ganz wie es in Amerika geſchehen würde. Du mußt eben denken, Du wäreſt in Amerika. Ich ſage Dir, Du kannſt es in kurzer Zeit weiter bringen, als über dem Meere, denn hier findeſt Du Arme zum Helfen und mancherlei vorbereitet.“
„Unter der Bedingung, daß ich mein Couvert bezable!“
„Sie ſind närriſch! Nun, wie Sie wollen,— Sie gefallen mir doch!“
Man ſetzt ſich zu Tiſche. Man dinirt, man trinkt, man wird luſtig und vertraut. Endlich rückt der Mann mit ſeiner Abſicht heraus:„Werden Sie mein Commis⸗Voyageur! Das iſt meine Idee!“
„Herr, was fällt Ihnen ein! der Tauſendſaſſa aus.
„Kein Widerſpruch! Ich verſtehe mich darauf,— ich kenne Sie, ich kenne Sie beſſer, als Sie ſich ſelbſt kennen! Sie werden unglücklich, Sie gehen zu Grunde, Sie haben Ihre Beſtimmung verfehlt,— werden Sie Commis⸗Voyageur!“
Wüthend ſprang der Tauſendſaſſa auf, als der Mann mit ſeiner Idee nicht abzuweiſen war, und warf ſeine Karte auf den Tiſch. Sie lautete:„Alexandre Dumas.“
Wie kommen Sie dazu?“ ruft
erſtens, daß er kein Graf iſt; zweitens kein politiſcher Flüͤchtling; drittens aber ein bekannter Dieb, der des Verſuchs zum Raubmorde überführt iſt.
Raubmord! Welcher Schreck fährt in des armen Dumas Glieder! Wenn er ſich nun nicht hätte beſtehlen laſſen, wenn er ſich dem Diebe widerſetzt hätte,— hätte er nicht an ihm den ſchon einmal verſuchten Raubmord verüben können? Unter den Mit⸗ arbeitern des„Mousquetaire“ ein Raubmörder!
Der ſogenannte Graf wird verhaftet. Dumas dankt dem Polizeibeamten mit Thränen der Rührung für den Dienſt, den er ihm, den er dem Vaterlande, den er ſich ſelbſt geleiſtet habe, indem er den großen Dichter ſeinem Jahrhundert durch dieſe Warnung. erhalten.
„Aber Sie ſind immer noch Ihres Lebens nicht ganz ſicher!“ fügt der geheimnißvolle Beamte lächelnd hinzu.
„Nicht ſicher— ich? Wie ſo? Um des Himmelswillen er⸗
klären Sie mir!“
Eine andere Erfindung bringt derſelbe Figaro.
Dumas hat die Bekanntſchaft eines jungen Deutſchen ge⸗ macht, eines Grafen, der als politiſcher Flüchtling ins Unglück gekommen iſt. Er läßt den Menſchen für ſeinen„Mousquetaire“ arbeiten, unterſtützt ihn nach Möglichkeit, hat ſeine Freude an ſeinem Fleiße, an ſeiner Dankbarkeit, aber— bald muß er merken, daß er beſtohlen und immer wieder beſtohlen wird durch Jemanden, der in ſeiner nächſten Umgebung leben muß. Er legt endlich einen werthvollen Gegenſtand als Falle aus, und ſiehe da— der deutſche Graf hat ihn gemauſt. Dumas eilt auf die Polizei, gibt den Grafen an und hört,—
„Es ſind zwei unter den Mitarbeitern Ihres„Mousquetaire,“
b die gleicher Verbrechen überführt ſind!“
An allen Gliedern zitternd, zählt Dumas alle ſeine Mit⸗ arbeiter auf:„Der doch nicht?— und der doch auch nicht, un⸗ möglich!“
„Ich kann mich Ihnen nicht näher erklären,“ gab der Be⸗ amter zur Antwort,„aber eines Tages wird es an den Tag kommen!“
Eine ähnliche Anekdote erzählt Figaro, um das Feullleton des Sisele zu verhöhnen. 3 Er läßt ſeinen Freund Villemont, der ihm oberflächliche Be⸗
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