— Nr. 4 634 Novellen⸗Zeitung.[II. Jahrg. uſs ———————;———————ℳ—;—;ℳ—:;::q————————————— davon ausgeht, ſo ſäe ich keinen Esper wieder her.“—„Aber Bauer. Dieſer ſah ihn groß an, lachte und ſagte:„Wer in de wenn Ihr nun Getreide bautet? Ich wette, Ihr könnt auf ſoll's denn kaufen? Hat der Herr vielleicht Luſt? Da kann auf d ſolchem geruhten Kleelande Weizen ohne Dung bauen.“— ſer meine zehn Acker für hundert Thaler haben.“ fibend „Dung muß ſein; das Feld muß allemal gedüngt werden, Hier wurde das Geſpräch abgebrochen und querfeldein Geſch und es iſt zu weit, um Miſt herzufahren.“—„Nun, wie über die Lehden nach dem Schafhof zu gegangen. Löhr ſchm weit liegt denn Euer Dorf ab?“—„„Es wird wohl'ne unterſuchte den Boden der Wüſtung auf verſchiedenen kleine dicke halbe Stunde ſein und miſerabler Weg.“—„Nun Stellen, wo man ihn ſehen konnte, und fand ihn zwar Bet das ließe ſich wohl machen; die Entfernung iſt nicht zu etwas ſteinig, aber durchaus von einer Beſchaffenheit, daß gleih groß.“—„Es läßt ſich nicht machen, und iſt zu weit. man annehmen konnte, es werde Weizen gut darin wachſen. doch Bir haben auch keinen Miſt dazu und keine Streu.“ Bald erblickten ſie in einer kleinen Thalmulde, die ſich einm Schubart hatte das Fragen ſatt und der Bauer biß von da allmählich in das Hauptthal hinab ſenkte und einige Tad beim Feuerſchlagen ſo feſt auf ſeine Pfeife, daß er nicht verſumpfte, mit weißem Wollgras bedeckte Wieſen zeigte, abgt ſpprrechen konnte. Als alles im Gang war und richtig den ſogenannten Schafhof, kahl und traurig im wüſten und aqualmte, ſagte der Bauer, es habe in alter Zeit ein Dorf Felde liegend und nur von einem Acker mit Kartoffeln, fing hier in der Nähe geſtanden, aber die Schweden hätten es einem zweiten mit Sommerkorn und einem dritten mit Flachs 8s l im dreißigjährigen Kriege verbrannt, und die Leute ſeien umgeben.„Sieh, das iſt unſer Rittergut und die Reſidenz nich ſpäter nach Burkhardrode gezogen, zu welchem Orte nun der zwei Fräulein und ihres Miterben. Gefällt Dir's?“ die Wüſtung gehörte. Bei dieſer Gelegenheit erzählte— Löhr ſagte kopfſchüttelnd:„Das ſieht freilich traurig Wan Schubart ſeinem Freunde, daß es in der Nähe mehrere genug aus. Doch wer bewohnt es? der Schornſtein raucht Sch 1 Wüſtungen gebe, die Dorfnamen führten, daß alſo früher ja doch recht wohnlich?“— Schubart antwortete:„Es da viel mehr Ortſchaften, wenigſtens Weiler vorhanden ge⸗ wohnt hier alle Paar Jahre eine andere an den Bettelſtab Der weſen ſein müßten. Ferner, daß die ganze wüſte Fläche, gekommene Familie. Der jetzige Schäfer— ſo heißt der Haur die vor ihnen lag, einſt zum Elsbacher Gute, ſo hieß auch Bewohner immer, obſchon ſeit langen Jahren keine Schafe öht die Beſitzung von dem verſchwundenen Dorfe, gehört habe, mehr gehalten werden— iſt eine Art Landſtreicher, d r, Hofe aber von der Gemeinde Burkhardrode beanſprucht und er⸗ wie Du ſiehſt, nicht einmal ſo viel Feld anbaut, als er Feldt ſtritten worden ſei, obſchon ſie es nur als Hut benutzte. ſeine Familie braucht, was er doch ſo leicht hätte, da w Morc Ein Theil der noch jetzt zum Grünen Holze und Schafhofe keinen Pacht nehmen und froh ſind, wenn nur Jemand Herr! gehörenden Felder war von einem früheren Förſter, dem der auf dem Hofe wohnt, damit er nicht gar zuſammenfällt. 396 Wald anvertraut geweſen war, vor längerer Zeit mit Fichten Er nährt ſich lieber vom Schweinehandel. Den Wald ſoll bekom — bepflanzt worden. Dieſelben ſtanden aber ſo weitläuftig er auch hüten, kommt aber nur hin, wenn er Holz ſtiehlt, bardsr und waren ſo von den Schafen verdorben und von der obſchon er genug Stöcke umſonſt bekommt.“— Näher dr fän 3 Sonne verbrannt, daß ſie nach beinahe 15 Jahren noch tretend, erkannte man ein ſteinernes Wohnhaus, Scheunen 8 1 nicht höher als die Wachholderbüſche geworden waren und und Ställe, alle noch gut von Mauern und Holz, aber den f auch in Zukunft kein Wachsthum verſprachen. oben zerfallen. Vor dem Hauſe an einem kleinen Teiche, Frun „Warum verkauft Ihr das Land nicht, wenn Ihr es welcher vom Waſſer eines ſchönen laufenden Brunnens ge⸗ dem nicht ſelbſt bebauen wollt?“ fragte Löhr im Fortgehen den ſpeiſt wurde, ſtand eine vieläſtige alte Linde und nicht weit 8 4 eine fuchsköpfige Gottheit. Er drängte ſich in jede Geſellſchaft, gewonnen haben, hat nicht nur die beiden Agenturen der Herren fern in jede Situation ein. Gewöhnlich klopfte er eine überraſchte Heinrich und Michaelſon zu einer gewiſſen Geltung und einem wolle Geſtalt auf die Schulter und ſpitzte die Fuchsohren, als wollte nicht unbedeutenden Einfluß auf dieſelben geſteigert, ſondern eine er gleich einem unverſchämten Gewiſſen ſagen:„Warte, wenn es Anzahl kleiner Bühnen⸗Courtiers erzeugt, die die Menſchen⸗ auso Dir gefällig iſt.“ Dann ſitzt er in dem Rathe des Himmels, Mäkelei ſo rückſichtslos treiben, als wäre der Künſtler eine Bank⸗ Prive beſpricht ſich mit Amun⸗re und faßt weiterhin wieder ein anderes Actie oder ein Sack Getreide; hat der Courtier ſeine Proviſion ab, d Opfer. Eine ſolche raſtloſe Munterkeit war früher nie vergöttlicht von dem Verkauf gezogen, ſo iſt s ihm einerlei, ob Erſtere verbrannt gage worden. Dabei iſt er aber ſtets gut gelaunt und immer bereit oder Letztterer ertränkt wird. Das ginge noch, denn der Menſch, Der zu einem Schabernack. Götter, Könige oder Howadji, Alles war ſo tief ihn auch die Verhältniſſe erniedrigt haben mögen, iſt immer ddert; für den fuchsköpfigen Fiſch. Er ſchien das einzige lebende Ding in noch kein Blatt Papier oder ein Kornſack, und mag ſich ſelbſt vor zweih den Gräbern zu ſein, viel lebendiger, als mancher männliche und dem Verbrannt⸗ oder Ertränktwerden hüten; nichtswürdig iſt es lich ſ weibliche Reiſende, die mit uns dieſes Reich des königlichen Todes aber von jenen ſchamloſen Kunſtſenſalen, die unter dem Vor⸗ von d beſuchten. Wir ladeten den Fuchskopf zum Mahle an dem Ein⸗ wande, dieſen Unglücklichen zu nützen, ſie nicht nur wucheriſch Tocht gang von Memnon’s Grab ein, aber er war zu beſchäftigt, um b ehandeln, ſondern, wenn ihrem Gelddurſt nicht genügend ſchwie unſerer Einladung folgen zu können. gefröhnt wird— und das iſt nicht ſo leicht als man wohl glaubt— Wu Spät am Nachmittag ritten wir über die Berge nach dem ſie auch noch durch die ſchnödeſte Mißhandlung an ihrer Chre, dee e Thale der Prieſtergräber. Die Landſchaft war über alle Beſchrei⸗ ihrer Exiſtenz und Geſundheit gefährden. 11eEn 38 duffei bung lieblich, und als die Sonne hinter den verfallenden Sphinxen Zur Schande der deutſchen Journaliſtik iſt mit jeder dieſer 1 ult von El Kurneh niederſank, wendeten wir uns wieder zu Memnon, Seelenverkäufer-Anſtalten, deren Geranten zum großen Theil 5 bis wie der Gläubige ſich gen Mekta wendet, und ſuchten hier unſer ſchmähliche Banquerottirer, mit der Verachtung des Publicums wun Boot, das unter einer ganzen Flotte fremder Fahrzeuge lag. beladene, zum Theater hinausgewieſene feile Claqueurs, oder noch mſchi Schlimmeres ſind, der Abſchaum und Wegwurf der Literatur ver⸗ nüht bunden, der ſchamlos von dieſen Wegelagerern Journaliſtik genannt, eniten Aus der G egenwart. und unbegreiflicherweiſe— aitaden erenanneie teen eſß. dnn 5 a iv⸗A r correctionellen Polizei gedule 1A Was ſich Berlin erzählt. donmdan Präbeniir nllakredehade und Schmuzblätter leſent zu derſchi Journalunfug. ſeinem Sudeltexte, der in Unwahrheiten, Verläumdungen, Schmä⸗ Der auffallende Umſchwung, den die Berliner Theaterver⸗ hungen und Verdächtigungen beſteht, die obſcönſten und trivialſten vich 1 hältniſſe durch die Umwandlungen innerhalb der Privatdirectionen Holzſchnitte, die es Illuſtrirungen nennt. Ait Ku — 3—
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