Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
633
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uſ der Hobe und ſuchten hönen Buche

frühen Nor⸗ die Beſich⸗ ſchebene, wo nn bewaldet olzſtämmen; endorn und mit hohem Hie und noder küm⸗ ſelnuß, wil⸗ einer etwas Espen und d ein Trupp ekleine Ver⸗ woͤlffährigen überliegende ft, nur ein erholz und n: das Holz ſten Privat⸗ aſen, Rehen n Boden der der nördliche rmit ſchönen in beſtanden. mme auf ein⸗ Schubart ftern Holz ler verkauft en der Um⸗ um Stehlen ſei ſo arg, glauben, daß ren, für ewig Fall, denn die Erde aufſteigen die Geſchicte wie vlel Ver⸗ irdem menſch⸗

anbyſes und vort ekwatten, der Tod,

ſtimmt, der bliche Geſta

Kkannt, e kpö8. zyiſch

daß ganze Stämme Bauholz abgefahren würden. Er ſetzte ärgerlich hinzu:Ich wollte meinen Antheil für ſo viele Hunderte hergeben, als er Tauſende geſchätzt iſt. Der T. ſoll ſo ein Erbe holen!Dies geſchieht ja ſchon durch die Holzdiebe, ſagte Löhr lachend. 5 Löhr unterwarf nun auch den Boden einer Prüfung, ſo gut es ſich ohne Hülfsmittel und ohne einzuſchlagen machen ließ. Der Boden war auf dieſer kleinen Fläche ſehr abwechſelnd, jedoch bildeten ſandiger Lehm an den ebeneren Stellen und ſchieferiger Kalk an den Bergwänden die Hauptformen. Ein kleiner Thaleinſchnitt mit einem düſteren Teiche war von hohen dunklen Erlen beſchattet. Nach dem Fluſſe zu breitete ſich auf dieſer Seite ein großes Wieſenſtück aus, durch welches ein kleiner heller Bach aus dem Seitenthale dem Fluſſe zueilte. Am Flußufer ſelbſt waren breite Kiesflächen, nur hie und da mit Gras be⸗ wachſen, die, wie Schubart verſicherte, großentheils erſt in neuerer Zeit angeſchwemmt waren und nach Landes⸗ brauch zum Lande des angrenzenden Beſitzers gehörten.

Man ſah ſogar noch, wie die Anſchwemmung vor ſich ging.

Es bildeten ſich nämlich lange ſchmale Sandbänke, auf

denen einzelne an andern Uferſtellen abgeriſſene Weiden⸗ büſche und Zweige feſtwurzelten und ſo das Abſchwemmen

verhüteten. Dahinter bildete ſich eine Lache, die ſich bei Hochwaſſer mit Waſſer anfüllte und Fiſche zurückließ, ſich auch bald mit Sumpfpflanzen bedeckte. Löhr gab den Rath, dieſes Landbilden auf dieſer Seite dadurch zu begünſtigen, daß auf die Sandbank Weiden gepflanzt würden. Jedes Hochwaſſer würde dann dahinter in der Waſſerlache Sand und Schlamm abſetzen und ſo nach und nach den Boden bis zur Uferfläche erhöhen. Er habe dieſe Art Landerwer⸗ bung ſchon anderwärts mit Vortheil anwenden ſehen. Nun, was ſagſt Du zu dieſem Stück Erde, Franz? fragte Schubart, der ſchon lange auf ein gründliches Urtheil gewartet hatte. Löhr antwortete:Ein tüchtiger Forſt⸗ mann würde mit der Zeit den Wald wieder ſo herſtellen,

daß er einen anſehnlichen Zukunftwerth bekommen, in 30 40 Jahren vielleicht ſchon 11 ½ 2 Procent reinen Gewinn abwerfen würde.Was, in vierzig Jahren? Da bin ich 70 Jahre, wenn ich das Leben behalte. Schwere Noth!

da gehört Geduld dazu!

Als ſie wieder auf der Höhe angelangt waren, ſahen ſie nicht weit vom Waldrande einen Bauer mähen. Da die ganzen Felder Lehden(unbebaut) waren und nichts als braunes, verbranntes Gras und Diſteln zeigten, ſo waren die Freunde neugierig, was der Mann mähen könnte. Als ſie hinkamen, ſahen ſie, daß es Esparſette war, die zwar ſehr lückenhaft, aber ungemein üppig auf dem Felde ſtand. Der Boden war auch ganz zu dieſer Kalk und Mergel lie⸗ benden Kleeart geeignet. Nach dem Gruß entſpann ſich zwiſchen Schubart und dem Bauer in der Mundart der Gegend, ſo daß es Löhr kaum verſtehen konnte, folgendes Geſpräch:

Schöner Esper, dies Jahr! Meint Ihr nicht auch? Ja, der Esper iſt ſchön, aber dünn. Er iſt ſchon gar zu alt.Wo gehört das Feld hin?Nach Burk⸗ hardrode, Herr. Sind Sie nicht der Vater von den beiden Mädchens, die das Grüne Holz geerbt haben? Das nun eigentlich nicht, Alter; aber ihr Verwandter und Mitbeſitzer.So! ein ſchönes Holz! Wenn nur mehr d'rauf ſtänd' und 100 Acker Feld dabei wären und ein ſchönes Gehöft!Richtig, Alter! Ihr ſeid nicht auf den Kopf gefallen und ganz meiner Meinung. Was meint Ihr, wenn auch noch 30 oder 40 Acker Wieſen dabei wären?Ja, die müßten dabei ſein.Und wenn der Boden ſo gut wäre als unten im Meerrettig⸗ und Gurkenlande?Ja, er iſt verteufelt ſteinig. Nun, wir wollen die Sache nehmen, wie ſie iſt. Aber ſagt'mal: warum ſteht denn auf den andern Feldern kein Esper, da er doch ſo gut wächſt? Es iſt doch derſelbe Boden und ſteht ſonſt nichts da.Es iſt zu weit von uns. Ich mähe auch nur einmal, und wenn er vollends

und ſchön waren die Wände, doch die Gänge und Stufen gebrochen und die Dunkelheit unerträglich heiß und erſtickend. Hieroglyphen⸗ erforſcher, Künſtler, Schakals und Mumienhändler hatten hier umhergewühlt und ihre Vorräthe verſorgt. Doch die Howadji thaten, was der Eigenthümer und Erbauer des Grabes nicht vermochte. Sie krochen hinaus und ſetzten ſich auf die zertrümmerten Stufen des Einganges, den friedlichen Schibouk zu rauchen.

An dem Eingange dieſes Grabes, wie an dem aller andern, ſammelten ſich Mumienverkäufer um uns, ihre Waare feil bietend. Bilder, Halsbänder, Ringe, Arme, Köpfe, Füße, Hände, Stücke von Mumienſärgen, Talismane, Lampen und die ganze reiche Beute beraubter Gräber erwartete ruhig die Beſichtigung. Die Mumienhändler ſind die Bevölkerung der thebaniſchen Ruinen. Sie leben von todten Körpern: geiſterartig treten ſie zwiſchen den Säulen und aus den Wänden hervor, als wären ſie die auf denſelben gemalten Geſtalten, oder ſitzen an den Thoren der Gräber, gleich argwohnerfüllten Geiſtern, immer ernſt und oft unverſtändlich.

Wir gingen einige Thüren weiter zu dem Harfnergrabe; nicht etwa, daß ein Harfner hier begraben läge, ſondern zwei homeriſche Figuren auf der Wand eines kleinen Gemachs, Hymnen zu der Harfe ſingend, gaben dem Grabe ſeinen Namen. Rechtmäßig gehört es Rameſes III. an. Doch könnte die ſpottende Sonne ſich hier eindrängen, ſie würde dem Reiſenden erzählen, daß die Harfner intereſſanter ſind und daß die Zeit die Könige nach ihrem wahren Werthe ſchätzt.

Dieſes Grab iſt ein Zeitgenoſſendaguerreotyp des alten egyp⸗ tiſchen Lebens des Lebens auf dem Felde, dem Fluſſe, in dem Hauſe, des Lebens der Kunſt und der Religion. Da ſind Früchte,

Vögel, Körbe, Gefäße, Lagerſtätten, Töpferwaaren, Häute. Es iſt eine lebendigere und genauere Chronik, als Herodot. Dieſe

Figuren ſind in kleinen abgeſonderten Gemächern gemalt, jede

Gattung für ſich, als ſollten ſie die Allgemeinheit in des Königs Königreich und die Künſte in demſelben ſymboliſiren. Sie ſcheinen nicht die Bilder beſonderer Scenen zu ſein, wie in Privat⸗ gräbern, ſondern wie es ſich für ein Königsgrab geziemt, die allgemeinen Formen und Geräthſchaften des egyptiſchen Lebens.

Des Namens wegen traten wir in das Grab Memnon's, und weil es das Lieblingsgrab der Griechen war. Leicht konnte man ſehen, weshalb ſie es vorzogen, denn ausgezeichnet iſt die Sym⸗ metrie der Anordnung und höchſt zart vollendet und fein ſind die Gemälde. In dem erſten Gemache ſteht ein ſchwerer Sarkophag von egyptiſchem Porphyr, durch irgend einen Eindringling zer⸗ tümmert, und darauf, ſo wie an der Decke rings umher, erblickt man aſtronomiſche Zeichen in ſchönen Farben.

Aus allen dieſen Königsgräbern ſind die Inhaber längſt verſchwunden. Nicht zum Himmel oder zur Hölle gingen ſie ein, ſondern zu auserwählten Raritätencabinets, oder verſtreut in die Winde, denen Kambyſes und andere Eindringlinge ſie preisgaben. Die Bedeutung der meiſten Malereien iſt meiſtentheils ein Ge⸗ heimniß. Die heiligen Symbole ſind zu myſtiſch für uns Neuere. Die Schlangen, mit zwei Menſchenköpfen an ihrem Schwanze rückwärts blickend, und drei Schlangenköpfe an dem gehörigen Platze vorwärts ſehend zwei Paar menſchlicher Beine, die nach verſchiedenen Richtungen auseinander ſchreiten, und unerklärliche Sprößlinge auf ihrem Rücken tragend, iſt räthſelhafter, als das Innere von Afrika oder der Name von Charons Boot.

In allen dieſen Gräbern unterhielt uns beſonders ein Gott,