630 Noveſlen⸗Zeitung.[II. Jahrg.
als ſie ſich empfahl. Sie nahm von meiner Couſine ziem- delie, Cordelie!— Wirf nie mehr den Stein auf Andere, lich kühl Abſchied und auch dieſe entließ ſie nicht ſo warm wenn ſie fallen; denn auch Du biſt gefallen. Die ſüße wie ſonſt; keine Verabredung auf den morgenden Tag wurde Sprache der Schlange hat Dich bethört! getroffen. So wie ſich die Thüre hinter ihr geſchloſſen, nahm das ſCawite Geſicht meiner Couſine einen andern Ausdruck an. Raſch Aelcehh d ſeathen un den Ferdden deh Grnenthen kam ſie auf mich zu, ſetzte ſich neben mich auf das Sopha, wieder herzuſtellen. Ich war unſchlüſſig, ob ich nicht noch ergriff meine Hand und ſagte:„Hören Sie, gute Cordelie, verweigern ſolle mitzugehen; aber— ein gegebenes Wort Sie müſſen mir einen großen Gefallen erzeigen. Ich weiß, hat auch ein heiliges Anrecht! Als unſere Ahnen noch in daß Sie perſönlich mit dem Intendanten des Theaters Thierfelle gekleidet gingen, hatten ſie ſchon dieſen Vorzug befreundet ſind⸗ Sie begleiten mich morgen früh zu ihm vor ihren barbariſchen Brüdern, daß der Druck ihrer Rech⸗ und unterſtützen mein Geſuch wegen der Anſtellung als ten einem Eide gleich kam. Sollte ich nun meinen Stamm⸗ Dantnedene Haate ich beſtürzte u, Llebe G baum durch dieſe Wortbrüchigkeit beflecken? Zwar ſoll Loh„Morgenk ſhne ſich veſtürz Tiehe ouſine Zur man Gott mehr gehorchen, denn den Menſchen. Aber das ohe, ein ſolcher Entſchluß bedarf doch großer Ueber⸗ ganze neue Teſtament hat auch nicht eine Stelle über das legung. Bedenken Sie, daß dieſer Schritt gegen alle Ge⸗ Wandeln der Frauen auf emancipirten Pfaden ſehede Väeit kei Verſtaßt. und dei⸗ dahsdethane Ich kleidete mich ſchwarz an; denn die Farbe der nicht zurückzunehmen iſt. edenken Sie, da ie eine 3 9163— 4 den ereaee een ei nebänzenet die,enevatte nenen enenasmdes und wer wird das Kind einer emancipirten Mutter wch⸗, 6 d80⸗ II Wn, len? Ich bitte alſo für Elfride um Aufſchub der Sache.“ V nic dir Steine anſehen. Meine Couſine dagegen ſah „Liebe Cordelie!“ ſagte meine Couſine in demüthigem achend aus, wie der junge Tag. Sie hatte ſehr ſchöne und bittendem Tone,„nur dies Mal machen Sie keine Um⸗ Toilette gemacht, ein ganzer Blumengarten krönte ihr ſtände. Wenn ich nicht eile, ſo kommt die Koſegarten mir Haupt, und ihr reiches, ſeidenes Kleid umwogte ihre hohe zuvor. Als ſie fortging, ſah ich den Entſchluß auf ihre Geſtalt alei einem Luftballon. Ich verſchwand faſt neben Stirne geſchrieben. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ihr, ſo klein und ſchmal ſah ich aus. ſie mir hier den Rang abgewänne. Ich bitte Sie um„Gute Cordelie!“ ſagte ſie auf dem Wege,„mir pocht Alles in der Welt, ſtehen Sie mir bei, ein ſo ſchönes das Herz ordentlich vor Hoffnung und Erwartung. Was Lebensziel zu erreichen.“ hat Ihnen geträumt? Glauben Sie, daß ich meinen Sie bat ſo zärtlich und weich, daß ich ſchwach genug Zweck erreiche? Ach! ich wäre zu glücklich, wenn mir das war ihr nachzugeben und mich anheiſchig machte, ſie den Schickſal ſo wohl wollte!“ folgenden Morgen um 10. Uhr zu begleiten. Ich konnte ihr darauf wenig erwidern. Es war nicht Ich ſchloß die ganze Nacht kein Auge. So weit war von mir zu erwarten, daß ich mit Luſt die Ehre eines alten es mit mir gekommen, daß ich, wenn auch paſſiv, auf eman- Namens zu Grabe trage.“ Als wir das Theaterbureau er⸗ cipirtem Pfade wandeln wollte! Wohin ein böſes Beiſpiel reichten, blieb ich ſtehen.„Noch iſt es Zeit, umzukehren,“
den Menſchen führen kann, ſelbſt in meinen Jahren! Cor⸗ W
ſagte ich;„noch weiß Niemand, was wir hier geſucht.“
zu bringen! Wußte er dieſen furchtbaren, haſſenswerthen Haß des überraſcht, feſſelt und amuſirt; die erſte Scene des letzten Actes Juden doch ſo aus dem Schmerze der geknechteten Seele heraus⸗ offenbart die ganze Großartigkeit, zu der des Künſtlers Dar⸗ wachſen zu laſſen, daß wir bei ſeinem Zuſammenbrechen alle ſtellung aufzuwachſen im Stande iſt. Wenn wir nun des Künſt⸗ tragiſch erſchüttert daſtanden und neben der des Darſtellers dieſe lers allgemein anerkannten Nathan und auch ſeinen Franz Moor Kunſt Shakespeare's anſtaunten: welche Mühe geben andere erwähnen, in deſſen Traumſcene eine unübertreffliche genial phan⸗ Dichter ſich vergeblich, für ihre Helden, die liebenswürdig ſein taſievolle Kraft ſich geltend macht, ſo haben wir den mannigfachen ſollen, ein Intereſſe zu gewinnen,— und wie vermag hier der Kreis claſſiſcher Geſtalten an uns vorübergehen laſſen, der aus große Brite uns zittern zu machen für einen Menſchen, der als des Künſtlers Repertoire bei ſeinen beiden Beſuchen uns hier Scheuſal mit Gerechtigkeit beſtraft wird! bekannt geworden iſt. Es bleibt uns jetzt nur noch aus dem
Die Fähigkeit durchdringender, bis ins Einzelnſte der Mimik Luſtſpielgenre der biedere Eſſighändler, der querköpfige——— und des Tones eingehender Charakteriſtik beſitzt Grunert wie nur in„Nummer 777“ und der koſtbare ſächſiſche Provinzler Amandus irgend einer der gegenwärtigen Darſteller. Wie war er in jeder Haſenfuß in„Ein Duell im erſten Stock“ zu erwähnen. Grunert’s ſeiner Geſtalten, in jedem Zoll, vom Scheitel bis zur Zehe doch Declamation von Schiller's Glocke endlich iſt nicht weniger als ein Anderer! Erwähnenswerth iſt es namentlich, daß er im Lear’ ſein Nathan berühmt. Man könnte vielleicht dabei das einzige bei aller Heldenhaftigkeit der Auffaſſung in keinem Momente den Bedenken in Erwägung ziehen, ob der Vortragende nicht mitunter Greis vergeſſen ließ. Wie verſchieden war dabei ſeine geſammte in der Malerei des Tones hier oder da ein klein wenig zu viel auf Sprechweiſe von der im Richard, im Shylock, im Mephiſto! das Aeußerliche gibt; aber freilich iſt die Frage, ob er ohne das
Wenn wir es indeß nicht verſchweigen, daß im Lear an ein paar die Einförmigkeit vermeiden und, ſowie er es thut, von Anfang bis
Stellen ein leiſes Vorwiegen naſaler Klänge der Klarheit und zu Ende ſpannen und erſchüttern könnte... 1. Präciſion des Vortrages Eintrag zu thun ſchien, ſo wird der So habe ich dem Leſer unſeren Gaſt vorzuführen geſucht, wie befreundete Künſtler uns das ſicher nicht verübeln, zumal wir er in der Alltäglichkeit des Lebens und wie er in der Ausübung hinzufügen müſſen, daß wir auch bei anderen Künſtlern ähnliche ſeines Künſtlerberufes ſich zeigt,— darf ich noch ein paar Worte Uebelſtände gerade in dieſer Rolle wahrgenommen haben. Das in ſagen von dem heiteren Abende in Auerbach’s Keller, wo der ſich verſinkende Brüten des Greiſes gibt dazu die berechtigte Ver⸗ Künſtler der liebenswürdige Geſellſchafter war und wo Mephiſto anlaſſung, die vielleicht nur dann zu einem Fehler verleitet, wenn es verſtand, nicht Wein aus den Tiſchen, aber lebhaften geiſtigen
ſſen? Grunert iſt ein
die akuſtiſchen Verhältniſſe des Hauſes nicht ganz genau ge⸗ Erguß aus den Herzen Aller ſprudeln zu laſ prüft ſind. geborner Leipziger; das hieſige Thomas⸗Gymnaſium hat ihn
Auch Grunert's Mephiſto hat etwas Liebenswürdiges. Das erzogen und ihn zum Studium der Theologie beſtimmt. Es war iſt ein drolliger, witzig ſprudelnder Teufel, der in jedem Momente
natürlich, daß hier der Gaſt auf ſeine Jugend zu ſprechen kam.
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