1. Jahrg.
ehr lebhafte die ganze rreie Selbſt⸗ dſchloß mit ſich ſo gerne Beziehungen tich auf mich rkte. Denn werden wir zt weiblichen den gleichen nicht thun.
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IJahrhurdelt
Dritte Folge.
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Die Koſegarten ſchien damit nicht einverſtanden.— darauf die Stunden der Muße, die Ihr Leben Ihnen reich⸗
Etwas verlegen erwiderte ſie:„Aber, theuerſte Baronin, was würde dann aus Ihrer Malerei und was aus Ihrer Tochter? Man kann nicht vielen Herren dienen.“
„Nicht zugleich, aber nach einander, wie Talleyrand,“ verſetzte meine Couſine.) für jetzt unterlaſſen und die Sorge für meine Tochter
überließe ich Ihnen und meiner guten Cordelie, die von
der Natur beſtimmt iſt, Mutterpflichten zu üben, während ſie mir ſtehen wie dem Bären das Tanzen. Die Proſa des Moraliſirens mit der Jugend lähmt die Flügel meines Genius. Mir iſt von der Natur ein anderes Pfund ver⸗ liehen zum Wuchernlaſſen, als das einer Kinderamme, und es iſt vergebens, ſein Licht unter einen Scheffel zu ſtellen,— leuchten will es doch. Ich ſehe jetzt ein, daß ich meinen Beruf verfehlt habe, und will gut machen an mir, was ſich noch gut machen läßt.“
Ich entſetzte mich vor dieſer gottloſen Rede meiner Couſine; aber bevor ich ihr noch etwas entgegnen konnte, nahm die Koſegarten ſchon das Wort:
„Theure Baronin, Sie irren,“ ſagte ſie mit vielem Pathos;„die Liebe iſt die Vocation des Weibes, Sie haben ſich auf dem Altare der Liebe geopfert, was wollen Sie mehr? Schätzen Sie ſich glücklich, daß Sie alle Phaſen der menſchlichen Exiſtenz durchmachen konnten, daß Sie die Weihe des Weibes als Gattin und Mutter durch⸗ empfinden, den Schmerz am Grabe der geſchiedenen Hälfte auskoſten und ſich dann als Witwe wieder frei fühlen durften. Sie haben dadurch Vortheile gewonnen, die Sie nicht hoch genug anſchlagen können. Wo ich die Macht der Einbildung heraufbeſchwöre, da greifen Sie kühn in die eigene Bruſt und ſchildern das Selbſterlebte, das Selbſtempfundene. Ihr Pinſel iſt daher in ganz andere Farben getaucht, als der meinige. Wuchern Sie alſo mit dieſem Pfunde, fördern Sie die Schätze an das Licht, die Ihre reiche Vergangenheit Ihnen bietet, verwenden Sie
„Ich würde das Malen dann
lich gewährt, und entſagen Sie jedem Gedanken an eine V andere Thätigkeit, die Sie nur unnütz zerſplittern und zu halben Leiſtungen führen würde.— Glauben Sie mir darin. Das Auge des Andern ſieht oft ſchärfer, als das eigene. Ich rathe Ihnen, was meine warme Freundſchaft für Sie mir beſtes eingibt.“
„Nicht doch,“ ſagte meine Couſine und warf ernſt das Haupt zurück.„Alle Achtung vor Ihrem Urtheil, meine gute Koſegarten; aber dieſes Mal fehlt es. Jeder weiß ſelbſt am beſten, wie es in ſeinem Herzen ausſieht. Goethe ſagt: Es bildet ein Talent ſich in der Stille, ſich ein Cha⸗ rakter in dem Strom der Welt. Mir liegt es nun weit mehr noch daran, meinen Charakter zu bilden, als mein
Talent, und darum wäre dieſe Bühnenthätigkeit, die mich in ſo mannigfache Beziehungen bringt, gerade die geeignete Stellung für mich. Ihre Lebhaftigkeit dagegen bedarf eines Zügels, Ihnen iſt es gut, wenn Sie in der Stille fortarbeiten und dabei die Ausſicht haben, ihre Stücke zur Aufführung zu bringen, wofür ich natürlich ſorgen werde.— Zu Ihrer Zerſtreuung und Anregung führen Sie dazwiſchen meine Tochter ein bischen in die Welt, neh⸗ men ſie mit auf die Caſinobälle und ſammeln bei den kleinen Verhältniſſen, die ſich da anſpinnen, neuen Stoff ein. Da ich mehr erlebt habe, wie Sie, ſo kann ich auch über weltliche Dinge ein gediegenes Urtheil fällen. Neh⸗ men Sie darum meine Meinung als maßgebend an. Und nun kein Wort weiter darüber! abgemacht.“
Sie ſtand auf. Die Koſegarten ſagte nichts mehr; aber ſie war verſtimmt, ihre Wangen glühten, ihre Lippen waren eng zuſammengekniffen und die Naſenlöcher weit aufgeblaſen.— Sie ſah aus wie ein heraufziehendes Un⸗ gewitter.— Alle Unterhaltung ſtockte, es war ordentlich unheimlich im Zimmer.
Ich freuete mich, als es hieß, ihre Jungfer ſei da, und
Wir ſahen damals von Grunert's großen Rollen Nathan, Franz Moor, Mephiſto, und ſahen diesmal außer einer Wieder⸗ holung der letzten Rolle Richard, Shylok und Lear. Wenn nie Jemand daran gezweifelt hat, daß Grunert einer unſrer erſten declamatoriſchen Schauſpieler iſt, ſo können wir jetzt ihm auch den Ruhm nicht vorenthalten, daß er auch ein vollendeter Cha⸗ rakteriſtiker iſt, zugleich im Beſitze einer enormen heroiſchen Kraft. So viel wir wiſſen, ſind es gegenwärtig, nachdem der Veteran
ſie äußerlich ihn vor Andern ſtets als die Schreckgeſtalt erſcheinen ließ, die er innerlich in ſeiner Seele war. Dawiſon iſt der in Stahl gepanzerte Held des rückſichtsloſen Egoismus, Grunert die grauenhafte menſchliche Mißgeſtalt von„Dreck und Feuer“; Dawiſon iſt der kalte, ſtolze Fürſt der Hölle, der zu Grunde geht, weil er mit der Großartigkeit ſeiner Verworfenheit auf die Erde
Rott ſich von der Bühne zurückgezogen hat, nur noch drei Schau⸗
ſpieler, die den Richard zur Anſchauung bringen: Deſſoir, Dawiſon, Grunert,— ein künſtleriſches Dreigeſtirn, von dem, wie die Leipziger Theater⸗Chronik mit Recht ſagt, ſchwer zu unterſcheiden ſein wird, wer von ihnen princeps inter pares iſt. Referent bedauert, Deſſoir in der genannten Rolle nicht zu kennen und deshalb mit ihm keinen Vergleich anſtellen zu können; von Dawiſon und Grunert aber können wir behaupten, daß ſie die beiden entgegengeſetzten Pole der dichteriſchen Figur zur An⸗ ſchauung bringen. Es iſt ein ſchlimmes Ding mit der allgemeinen Anwendung abſtracter Begriffe: man hat— und wir haben es ſelbſt wohl auch gethan— Dawiſon als den Epoche machenden Realiſten in unſrer Schauſpielkunſt und namentlich Grunert ihm gegenüber als Idealiſten benannt. In der Auffaſſung Richard's III. treten beide Künſtler gerade in umgekehrter Weiſe einander ent⸗ gegen; hier iſt Dawiſon entſchieden der Idealiſt, der Darſteller, der vornehmlich die rein geiſtige Seite, die Conſequenz des ſataniſchen Principes in ſeinem Helden veranſchaulicht, während Grunert vor Allem auch die realiſtiſchen Vorausſetzungen accentuirt, die körper⸗ liche Geſtaltung, von der Shakespeare ſtets hervorhebt, ſowohl daß ſie Richard zu dem machte, als der er auftritt, als auch daß
niederſteigt, Grunert iſt der irdiſche Titan der Bosheit, das jäh⸗ zornige, heimtückiſche, leidenſchaftliche Weſen, das nach teufliſcher Vollkommenheit ringt und unterliegt, weil es ſterblich und von Staub geboren iſt.
Welche Anſchauung größer und wahrer iſt,— wer will es entſcheiden! Daß Grunert mit ſeinem Richard in Leipzig nicht den vollen Erfolg hatte, den er anderwärts gefunden, muß ihn nicht irre machen; das Stück und die Geſtalt war unſerem Publicum im Allgemeinen nicht ganz gegenwärtig, und beide ſind nicht der Art, daß ſie bei erſter Bekanntſchaft völlig verſtanden und gewürdigt werden können. Doch wenn dieſe erſte Rolle des Gaſt⸗ ſpiels nicht berauſcht hatte, ſo hatte ſie doch frappirt und geſpannt. Die Bemerkung, die man auch anderweitig gemacht hat, daß das claſſiſche Schauſpiel im Publicum ein vor Kurzem nicht ver⸗ muthetes Terrain gewonnen habe, bewies ſich auch hier, da dieſe Shakespeare⸗Trilogie ſolche Theilnahme im Publicum fand, daß bei der dritten Rolle, dem Lear, das Haus, trotz des aufgehobenen Abonnements, wieder völlig gefüllt war und mehr als Einer den guten Platz vergeblich ſuchte, den er ſonſt im Schauſpiel ge⸗ wohnt war.
Grunert's Shylok und Lear riefen ſtürmiſchen Enthuſiasmus hervor. Wie verſtand der Künſtler es auch, in beiden Figuren
die liebenswürdig menſchlichen, die rührenden Seiten zur Geltung
Die Sache iſt unter uns
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