Kapelle im Stadtwalde mit Ihrem Secundanten einzufin⸗
den. Die Waffen“—
10 f. 77 r 1 1 5( 4 „ S A „Die Waffen,“ unterbrach ich ihn,„mögen Sie wäh⸗
len und mitbringen, ich überlaſſe mich Ihnen vollkommen.
— Spräche ich übrigens jetzt nicht mit Ihnen als Se-⸗
cundanten meines Gegners, ſo würde ich mir eine nähere Erläuterung Ihres Urtheils über meine Handlungsweiſe erbitten, das Sie vorhin andeuteten.“ liebſten mit der ganzen Welt geſchlagen.
„Wenn Ihnen der General dazu den Athem läßt,“ erwiderte er kalt,„ſo werden wir ſpäter Gelegenhzit fin⸗ den, uns über Alles, was Sie wollen, genügend quszu⸗ ſprechen.“
„Ich werde deſſen nicht ermangeln,“ Wuth zitternd.
Mit kalter Verbeugung trennten wir uns.
Ich fand meine Freunde im Begriff nach Hauſe zu gehen. einen der Herren mich zu begleiten.
ſagte ich, vor
„Ich habe morgen um neun Uhr ein paar Kugeln zu
wechſeln,“ ſagte ich ihm, während wir gingen,„willſt Du mein Secundant ſein?“
„Von Herzen gern. Wer iſt Dein Gegner?“
„Der General B.....“
„Was? Der General! Wie biſt Du mit dem alten Herrn an einander gerathen?“
„Er machte einen unpaſſenden Scherz mit mir und ich wies ihn etwas derb zurück.“
„Armer Graf Arthur!“ ſagte mein Freund,„wenn der General morgen eine Kugel bekommt, wirſt Du eine trau⸗ rige Verlobung feiern.“
Ich zitterte.
„Mit wem will ſich denn dieſer Graf Arthur verlo⸗ ben?“ fragte ich mit aller Naivetät, deren ich fähig war, „ich hörte ſchon vorhin davon ſprechen, achtete aber nicht darauf.“
Ich hätte mich am
Wir hüllten uns in unſere Mäntel und ich bat
„Weißt Du das nicht? Graf Arthur liebt die Nichte und Mündel des Generals ſeit lange, der Alte wollte, ich weiß nicht warum, von der Partie Nichts wiſſen, da hat ſich jetzt der Graf hinter des Generals Tochter geſteckt, die mit ihrem Vater Alles machen kann, was ſie will, und nun wird er wohl reuſſiren.“ Mir war als ob ein Blitz vor mir in die Erde geſchla⸗ gen hätte. An liebſten hätte ich gleich hinſtürzen mögen und den alten Herrn, meine Geliebte und den Grafen um Verzeihung bitten; ich zürnte mir ſelbſt und meiner eifer⸗ ſüchtigen Verblendung. Aber, dachte ich, was wird er denken, wenn Du jetzt um Verzeihung bitteſt? Er wird Dich für feig halten,— nein, Du haſt ihn beleidigt, er muß Genugthuung haben. Mein Entſchluß war gefaßt Ich verabſchiedete mich von meinem Freunde mit der Bitte, die Zeit nicht zu verſäumen, und ging unzufrieden zwar mit mir und meiner heftigen Aufwallung, aber doch voll neuer Hoffnung und neuen Lebens nach Hauſe.
Ich erwachte am andern Morgen ſchon früh. Die Ausſichten für dieſen Tag waren nicht erfreulich. Wohl hatte ich ſonſt öfter der blanken Klinge oder einem Piſtolen⸗ lauf gegenüber geſtanden und hatte doch vorher mit aller Gemüthlichkeit gefrühſtückt. Heute aber lag die Sache ganz anders. Erſtens hatte ich keine gerechte Sache. Ich hatte mit einem alten Herrn abſichtlich Streit geſucht, die friedliche Ausgleichung deſſelben hartnäckig verweigert. Der Grund zu dieſem Benehmen eines Raufboldes war nur ein Hirngeſpinnſt meiner Eiferſucht geweſen, es fiel alſo jede Entſchuldigung für mich fort.„. Zweitens war mein Gegner der Vater meiner Gelieb⸗ ten, und ich mußte mir ſagen, daß, wie auch der Ausgang des Kampfes ſei, meine Liebe immer dabei zu kurz kommen müſſe. Ich kleidete mich mit der äußerſten Sorgfalt und Ac⸗ curateſſe an, wie man das immer thun muß, wenn man ſich
Feuilleton.
— ASene
Ein Bierſcandal in Heidelberg. Von H. W. Longfellow.
(Dieſe Skizze entnehmen wir aus der Reiſenovelle„Hy⸗ perion““) des beliebteſten amerikaniſchen Dichters, indem wir dadurch zugleich auf dieſes Buch aufmerkſam machen wollen, das uns ein beredtes und begeiſtertes Zeugniß davon gibt, wie deutſche Poeſie und deutſches Leben das Intereſſe der engliſchen Völker jenſeits des atlantiſchen Meeres in ſo hohem Grade in Anſpruch nimmt. Eigenthümlich iſt es, daß von allen unſeren geiſtigen Richtungen daſelbſt diejenigen den meiſten Anklang finden, von denen wir glauben, ſie ſeien dort am meiſten verkannt und ver⸗ ketzert. Was iſt es, was das praktiſche, thatkräftige, raſtlos ſpeculirende Amerika bei uns am meiſten ſucht und bewundert?— Die Romantik!— Die Myſtik der Madonnenbilder, Jean Paul, Schiffermädchen, die Märchen erzählen und ſich hochpoetiſch die Wangen ſtreicheln laſſen, Bettina, Achim von Arnim, das Heidel⸗ berger Schloß und unverſtändliche Philoſophen, das iſt es, was
*) Hyperion: a Romance by Henry W. Longfellow. Collection of American Authors, vol. 6. Leipzig, Alphons Dürr. Von Adolf Böttger ſo eben in gediegener deutſcher Ueberſetzung erſchienen.
Longfellow vor allem von unſeren deutſchen Zuſtänden in die Augen fiel und was er in ſolch einer luftig phantaſtiſchen Form zur Darſtellung brachte, wie Heinrich Heine ſich ihrer vielleicht bedient hätte, wenn er zugleich die Sentimentalität von Jean Paul beſeſſen.).
——— Auf ihrem Rückwege gingen Flemming und der Baron durch ein enges Gäßchen, in Kfchen ſich eine wohlbe⸗ kannte Studentenkneipe befand. An der Thür ſland ein junger Mann, in welchem der Baron ſogleich ſeinen Freund von Kleiſt erkannte. Er war Student und galt bei ſeinen jungen Bekannten allgemein für einen„verteufelt hübſchen Kerl;“ trotz einer fürchter⸗ lichen Narbe auf der Wange und einem gelbweißen Schnurrbart, ſo zart wie die Seide des Mais.
„Was treiben Sie hier, von Kleiſt?“
„Ah, mein lieber Baron! Sie ſind es? Treten Sie ein, treten Sie ein. Sie ſollen einen Hauptſpaß ſehen. Ein Fuchs⸗ Commers iſt im Gange, und ein regelmäßiger Bierſcandal.“
„Sollen wir eintreten, Flemming?“
„Gewiß. Ich möchte gern ſehen, wie dergleichen in Heidel⸗ berg getrieben wird. Sie ſind ein Baron, und ich bin ein Fremder. Es hat nichts auf ſich, was wir Beide thun, wie des Königs Narr
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