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mir ein unförmlicher Wulſt, und ich war nie ſo unzufrieden
Nr. 38.]
endlich an das Thörichte meiner Erbitterung aufzugehn, ich lenkte mein ſchaumweißes Pferd nach Hauſe und that, was zu thun das Vernünftigſte war,— ich aß zu Mittag.
Die concreteſte Realität meines Mittageſſens ver⸗ ſcheuchte bald gänzlich die zornigen und eiferſüchtigen Phan⸗ taſien, welche ich mir über einen zufällig mit meiner Ge⸗ liebten fahrenden Herrn gemacht hatte, von welchem mich Nichts zu glauben berechtigte, daß er ihr mehr ſei als ich.
Ich tröſtete mein Pferd über ſeine Strapazen durch eine halbe Flaſche Rothwein, legte mich auf den Sopha und erwartete ruhig und behaglich die Stunde des Balles, welche ſpät feſtgeſetzt war, weil das Feſt nur als verſpä⸗ teter Nachzügler des Winters in das Gebiet der Sommer⸗ ſaiſon ſich verirrt hatte. Es iſt unglaublich, wie langſam die Stunden kriechen, wenn ſie uns von einem erwarteten Zeitpunkt trennen; Blei hängt an den Flügeln der Zeit und man iſt oft verſucht, dem ſäumigen Zeiger der Uhr, der ordentlich boshaft zu grinſen ſcheint, einen Stoß zu geben.
Allein Alles geht vorüber und es kam die erſehnte Zeit. Mit beſonderer Sorgfalt friſirt, kräuſelten ſich meine Haare, ohne daß ihr Fall mir genügt hätte; die duftigſte Wäſche ſchien mir heute zu grau, die zarteſte Batiſteravatte ſchien
mit mir als heute, da ich meinem Spiegel endlich den Rücken kehrte, meinen Ungarhut ergriff und in den Wagen ſtieg. Ich trat in den Saal, nachdem ich in den Vorzim⸗ mern eine ſolche Menge von Bekannten getroffen hatte, wie ich gar nicht zu beſitzen geglaubt hätte, und von jedem ſo lange aufgehalten war, daß ich glaubte, es müßte wenigſtens die Hälfte der Tänze vorüber ſein, bis ich mich endlich ſo kurz und unhöflich als möglich durchconverſirt hatte. Allein ich hatte mich getäuſcht. Noch rauſchten die Ouvertüren durch den Saal, noch
Drilte folge.
daheim fürchterliche Rechenſchaft zu fordern.
ſtanden die jungen Damen in blumen- und federnſchim⸗ merndem Kranz an dem einen Ende, während die jungen
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Herren in andern Gruppen ſich verſammelten und nur ein⸗ zeln ſich dem blendenden Kreiſe der luftigen Sylphiden näherten, um entweder triumphirend mit einem hoffnungs⸗ reichen Engagement, oder niedergeſchlagen mit einem Korbe zurückzukehren.
An den Wänden aber da war die Tapiſſerie der Mütter ausgebreitet wie der Schweif eines mauſernden Pfauen, an dem zwar die glänzenden Augen noch ſchimmern, aber die einzelnen überjährigen Federn doch zerrupft und ver⸗ ſchoſſen herumhängen. Kalt, ſtolz und ernſt ſaßen ſie da, einige in imponirendem Embonpoint, den mehr als roſigen Hals an die Luft tragend und das Haupt mit einer Fluth von Band, Federn und Edelſteinen überladen, andere ſo ſcharf, ſpitz und gerade, daß man hätte glauben ſollen, eine Piſtolenkugel, gegen ſie abgeſchoſſen, müßte in zwei gleiche Hälften zerſpalten werden.
Alle aber ſahen darein ſo ſtreng und unerbittlich wie Minos und Rhadamanth bei dem Todtengericht in den Tiefen des Hades, die ganze Seele in die Augen gedrängt und die Augen feſt gekettet an jede Bewegung der Tochter, um Noch uner⸗ bittlicher aber halten ſie Gericht über die Tänzer. Auf der einen Seite der Wage liegen die Abende mit Thee, Butter⸗ ſchnitten und obligater Muſik, welche ſie den Beininhabern gegeben, und auf der andern die Tänze, welche dieſe mit den Töchtern der ſoiréengebenden Mütter getanzt haben.
Wehe, wenn die erſte Schale ſinkt!„Es iſt ein rück⸗ ſichtsloſer junger Menſch,“ lautet das unumſtößliche Urtheil, und nie mehr wird der Verurtheilte den brennenden Gaumen mit der erquickenden Theefluth netzen, nie mehr das Ohr, das lauſchende, an den jauchzenden Läufern und Trillern, an den ſchmelzenden Alt⸗ und Sopranſtimmen der petits concerts erfreuen, und ob er Karten auf Karten in das unerbittliche Haus trüge.
Von heiligen Schauern gefaßt ſchlüpfte ich an der
zerfiel damals in zwei ſchroff geſonderte Parteien,— diejenigen, welche nur theoretiſch, und diejenigen, welche ſogleich praktiſch wirken wollten. Obgleich es ſich um beſtimmte, auf die Wirklichkeit bezügliche Entſcheidungen zunächſt gar nicht handelte, ſtanden beide Fractionen auf Tod und Leben ſich gegenüber. Wer dieſen fanatiſchen Gegnerſchaften, wie ſie noch jetzt, wenn auch in viel geringeren Verhältniſſen, zwiſchen Burſchenſchaft und Corps und den Corps untereinander beſtehen, auf den innerſten Grund gehen will, muß der nicht doch eingeſtehen, daß derſelbe nicht in den
vorgeſchützten Principien allein beſtehen kann, ſondern daß es in der menſchlichen Natur, und in der Jugend in verſtärktem Maße,
eine elementariſche Kraft der Sonderung und des Aneinander⸗ ſchließens, einen Trieb des Corpsgeiſtes gibt, der nichts will als das Bewußtſein der Corporation im Gegenſatze zur anderen Corporation,— gleichviel, woher immer die Deviſe der Ver⸗ bindung, die Stichworte des Streites genommen werden?
Mit welcher Wuth bekämpft man ſich in dieſen ſtudentiſchen Völkerſchlachten! Wie kann der einzelne Betbeiligte ſich darin gar nicht denken, daß der Gegner einer ſeines Gleichen ſei, daß er Verſtand und Ehre habe, ſo gut wie er ſelbſt ſie hat oder nicht hat! Wie oft ſetzt man ſeine Carriere, ſeine Geſundheit, ſein Lebensglück, ja ſein Leben ſelbſt daran für den fanatiſchen Trieb dieſes Gegenſatzes!— Und was iſt es im Grunde, wofür das Alles geſchieht? Muß man ſich nicht eingeſtehen, daß es zumeiſt nur Zufall iſt, ob der Einzelne auf dieſe oder auf jene Seite geſtellt wird? Iſt es auch nur möͤglich, daß, wo wirklich Principienfragen ins Spiel kommen, die Beantwortung derſelben eine ſo beſtimmte, ſo übergangs⸗ und vermittlungsloſe Scheidung herbeiführen könnte? Und wenn man ſich dann, oft nach wenigen Jahren nur,
im bürgerlichen Leben wiedertrifft, wo iſt dann das momentum divisionis, wo iſt dann der Grund jener Sonderung auf Tod und Leben geblieben?
Ohne dieſen Reſt mittelalterlichen Frartionsgeiſtes, wie er im Studententhume am meiſten noch blüht, iſt übrigens unſer deutſches Leben auch in anderen Kreiſen nicht zu verſtehen. Viel Cliquenweſen und viele Rohheit auch in literariſchen Verhältniſſen iſt nur zu begreifen aus jener ſtudentiſchen Bornirtheit, die im Anderen, der nicht zu ihrer Fahne ſchwört, durchaus einen „dummen Jungen“ ſehen muß und es ſich zur höchſten Lebens⸗ aufgabe macht, ihm einen ſolchen„aufgebrummt“ zu baben!
In Erfurt, als wir am Bahnhofe hielten, frugen wir alle auf einmal:„Wer muß das ſein?“— Eine ſonderbare, ein wenig komiſche, aber zugleich bedeutende Figur! Der Mann trug ganz ſchwarze Kleidung, einen etwas abgeſchabten Frack und weiße
Halsbinde; er hatte das ſchwarze Haar in der Mitte geſcheitelt,
und wir alle hätten ihn für einen Hauslehrer und Candidaten der Theologie gehalten, wenn er nicht mit höhern Officieren und anderen ſichtlich vornehmen Perſönlichkeiten im vertraulichſten Tone Gruß und Händedruck gewechſelt hätte. In all' dieſer Ver⸗ traulichkeit aber lag doch wieder von ſeiner Seite etwas Unter⸗ würfiges, etwas offenbar Geſchmeicheltes und zugleich Beab⸗ ſichtigendes, woraus hervorging, daß er dem großen Stande jener Abbängigen angehörte, die von den rangirten Leuten unermüdlich ihr Daſein ſich erjagen, erſchmeicheln oder gar erbitten müſſen. War er ein Virtuoſe auf dem Flügel oder dem Clavier, der ſich
bemühte Concertbillets unterzubringen? War er ein Gütermäkler,
der den Heiligenſchein ſeines frommgeſcheitelten Haares benutzte,
um magere Weide für fette Weide, Sandboden für Culturboden


