Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
583
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umgeht, beſudeln ſie Alles.

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Nr. 37.]

Der Königin zur Seite ſtehen die Pairs des Reiches, die Champagner⸗, Burgunder⸗ und Rheinweinflaſchen. Das Miniſterium bekleiden gewöhnlich Flaſchen mit Johannis⸗ berger Cabinet. Auf dieſen höchſten Adel folgen die nie⸗ deren Stufen bis zu den Moſel⸗- und Neckarweinflaſchen. Die Neugeadelten, die Grüneberger Flaſchen, ſchließen die Ariſtokratie. Neben der Ariſtokratie des Adels hat ſich eine Finanzariſtokratie aus den Porter⸗ und Aleflaſchen ge⸗ bildet. Man muß ſie in der guten Geſellſchaft bisweilen dulden, doch haben ſie nie Anſprüche auf Gleichſtellung mit der haute volée.

Die Beamten ſind die Medieinflaſchen. Ihr Inhalt wird nach Recepten für beſtimmten Gebrauch geregelt, ſie werden adreſſirt, ausgebraucht und dann zum Fenſter hin⸗ ausgeworfen oder penſionirt.

Die Schriftſteller zerfallen natürlich in verſchiedene Arten. Die claſſiſchen, deren Geiſt den unverfälſchten Stempel des reinen belebenden ſpirituellen Dufts trägt, ſind die Eau de Cologne-Flaſchen. Sie ſinken im Werthe und nur der wahre Kenner findet noch in ihnen allein das immer Neue und immer Schöne. Die Neuern, die Flaſchen mit Patchouly, Vitivert etc., bieten nur eine Miſchung ver⸗ ſchiedener zuſammengeworfener Ideen, die höchſtens pikant und originell, nie aber claſſiſch iſt. Unter ihnen findet man jetzt auch einige weibliche Individuen. Dies ſind die Flaſchen mit Eßbouquet. Sie zeichnen ſich durch ihren ſüß weichlichen Geruch aus. Die Zeitungsliteraten und Feuilletonſchreiber, die Tintenflaſchen, enthalten viel Galle und wenig Geiſt. Wenn man nicht vorſichtig mit ihnen Die Verächtlichſten unter ihnen Allen ſind die Gelegenheitsdichter und Gratulationsreimer, die Flaſchen mit Räucherpulver.

Der Bürgerſtand ſind die Bierflaſchen, deren einige auch Landleute ſind, die letzteren unterſcheiden ſich von den Bürgern durch die größere Reinheit und Kraft ihres Inhalts.

Die Armee beſteht aus den Rum⸗, Cognac⸗ und Li⸗

Dritte Folge.

queurflaſchen, die Officiere ſind die Flaſchen mit Roſoglio, Danziger Goldwaſſer, Curaz ao u. ſ. w. 1

Die Geiſtlichkeit ſteht eigentlich nicht in engerer Ver⸗ bindung mit uns Uebrigen. Die höchſten geiſtlichen Be⸗ dienungen haben die Flaſchen mit Lacrymä Chriſti. Die unter ihnen ſtehenden zeichnen ſich durch ihre unförmliche Corpulenz aus und heißen Bowlen. Sie friſten ihre Exiſtenz durch Beiſteuerung aller Stände. In der neueſten Zeit hat ſich eine neue Secte gefunden, die Lichtfreunde oder Porterbowlen. Sie haben etwas ſchwer Berauſchendes.

Die Cornus⸗, Kümmel⸗ und anderweitigen Schnaps⸗ flaſchen bilden das Proletariat.

Die ganzen Flaſchen ſind männlichen, die halben weiblichen Geſchlechts.

Ich ward geboren auf den höchſten Höhen der Ariſto⸗ kratie. Wie in den Räumen des Kellers, in dem ich meine Jugend verbrachte, mir die erſten Jahre verſchwanden, wie ich mich bildete, indem mein Inhalt von einem Punkte der Gährung zum andern überging, das Alles liegt in dem dunkeln Nebel meiner erſten Erinnerungen.

Eines Tages ward ich herausgebracht an das Licht. Welche Wonne, als ich zum erſten Mal den Strahl der Sonne fühlte! Welche größere aber, als ich neben mir ein Weſen ſah, ſchön wie die Flaſchen in Jupiters Keller, eine halbe Champagnerflaſche, im erſten Reiz der ſchüchternen Jungfräulichkeit! Mein ganzes Herz wallte ihr entgegen und mein Wein perlte und brauſte mächtig auf; dreimal glücklich war ich, als wir beide in Stroh verpackt neben einander in eine Kiſte gelegt wurden. Während unſeres Transports fand'ich Gelegenheit, ihr meine Liebe zu geſtehn, und ich hörte das zitternd ſich hervorſtrahlende Geſtändniß der ihrigen. Nichts von den ſüßen Stunden, die ich dort verlebte, ich ſollte ſchrecklich erwachen. Die Kiſte wurde geöffnet, wir wurden ausgepackt. Ein roher Fuhrknecht, der uns dem Käufer vorzählte, ließ meine Geliebte aus

Momente faſt neue Accorde ergreift. Jetzt iſt die Sonne eben zur Ruhe gegangen; der Schleier der Nacht breitet von Oſten her all⸗ mählich ſich uͤber die Gegend; die ganze Natur finkt in Schlummer, und traumhaft wie Rieſengeſpenſter richten die beſchatteten Berge ſich empor. Da ein Brauſen unten, ein ſchriller Pfiff! Durch

chlichen Gedanken ins Joch geſpannt, führt dort die

den menſ rieſenhafte Naturgewalt mit Zauberſchnelligkeit den Eiſenbahn⸗ train vorüber..

6 Auch wir raffen die letzten Ferientage zuſammen, um vor der Rückkehr in die gewohnten Gleiſe des Lebens und Arbeitens noch ein paar Stunden weiter nach dem Weſten zu fliegen. Vielleicht begleitet der Leſer uns willig auch noch dahin, es gilt, einen werthen, hochverdienten Freund zu beſuchen!

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Sir James Brooke und die indiſchen Piraten.

Noch immer gibt es auf der Welt Völkerſtämme, für welche die Seeräuberei die glorreichſte Beſchäftigung eines Menſchen iſt. Früher war dies der Glaube der Scandinavier und der Normannen, dieſer Könige des Meeres, die in der Geſchichte einen ſo berühmten Namen hinterlaſſen haben. Die Völker, unter denen die Seeräuberei noch jetzt in Ehren beſteht, bewohnen die ſüdlichen und öſtlichen Küſten von Sumatra, die Cinga⸗Inſeln, das Küſten⸗ gebiet von Borneo, Celebes und einige der Philippinen, d. h. eins der ſchoͤnſten Länder der Welt, die reichſten und fruchtbarſten Gegenden, deren Producte für uns von erſter Nothwendigkeit

welche Brahas genannt werden und 40 bis 80 Mann Equipage

geworden ſind. In dem indiſchen Archipel hat jeder Mann von edlem Geſchlecht keine andere Beſchäftigung als die Seeräuberei; er überläßt den elenden Stämmen, welche er durch die Gewalt ſeiner Waffen unterworfen hat, die Bebauung des Landes; er ſelbſt durchſchifft die Meere und plündert die Fahrzeuge, die ſich nach China oder in den indiſchen Archipel begeben. Bei ihren Unternehmungen bedienen dieſe Piraten ſich leichter Fahrzeuge,

ſeinen groben Fingern fallen, ich ſah ſie vor meinen Augen V

haben; ſie ſind mit einigen Kanonen ausgerüſtet, doch iſt dies der geringſte Theil ihrer Bewaffnung. Kaum bemerken ſie ein Fahr⸗ zeug, ſo ſteuern ſie mit aller Macht, wenn es nicht ein Kriegsſchiff iſt, mit Rudern und Segeln darauf zu, und nach wenigen Minuten ſpringen dieſe Banditen an deſſen Bord, bewaffnet mit den furcht⸗ baren Meſſern, die ihnen eigenthümlich ſind. Jede Vertheidigung iſt nutzlos. Das Beſte, was die Angegriffenen thun können, iſt,

ſich ohne einen Schuß ergeben, um einem gewiſſen Tode zu ent⸗ gehen; geſchieht dies, ſo wird die gefangene Equipage gegen Löſee⸗

geld freigegeben oder auf einem benachbarten Markte verkauft. Selten gehen dieſe Piraten allein auf ihre Unternehmungen aus. Meiſtens ſegeln ſie vereint und ihre Flotten nehmen in gegen⸗ ſeitiger Uebereinſtimmung eine ſo große Strecke des Meeres als möglich ein, damit nichts ihnen entgehe. Ihre Verwegenheit iſt unbeſchreiblich. Oefters ſchon haben ſie Schiffe mit einer Equipage von 60 Mann und bewaffnet mit 16 Kanonen angegriffen. Ein Kriegsſchiff würde viel Mühe haben, dieſen Geſchwadern zu wider⸗ Die ſtrengſte Unterdrückung iſt bis jetzt unfähig geweſen, dieſe Man tödtet ſie zu Hunderten, hängt alle Waffen in der Hand ergriffen werden, bohrt

ſtehen, die zuweilen bis hundert Brahas und darüber zählen.

Piraten zu vernichten. die, welche mit den

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