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ſchmiegt er ſich ſanft an die weich hingegoſſenen Gelenke an; bei einer jungen Frau ſitzt er frei und leicht und zeigt ſo zu ſagen, eine gewiſſe nonchalence. Mit Damen, die ſchmuzige, nicht zugeknöpfte, an den Fingerſpitzen aufge⸗ riſſene, oder gar ſogenannte Theehandſchuhe tragen, würde mich keine Macht der Erde vermögen, mehr als Ja und Nein zu ſprechen.
Man aß die Suppe. Ich hörte um mich her einige Redensarten über das geſtrige und heutige Wetter, über die Oper, kurz über Vieles, das man eigentlich nie zum Gegenſtand der Unterhaltung machen ſollte, wenn man nicht eine große Rache auszuüben hat. Die Suppe war ſehr gut, nicht pikant, ſondern milde und kraftvoll. Der Gang eines Diners correſpondirt vollſtändig mit dem Ent⸗ wickelungsgange des Menſchen von Kindheit an. Eben ſo
wenig, wie ein Kind ſcharfe Sachen vertragen kann, ſo ſehr
widerſtehen ſie auch einem Hungrigen. Nachdem erſt der Grund mit einer kräftigen und nahrhaften Baſis gelegt iſt, kann und muß man den Beobachtungsgeiſt und die Em⸗ pfänglichkeit für neue Erſcheinungen durch anregende, aber nicht reizende Sachen hervorzurufen ſuchen. Es folgte alſo ragont in Auſterſchalen und Sardellenpaſteten. Das Bewußtſein war geweckt, zwar gleichgültig vergnügt ſchaut man noch in die Welt, aber man fühlt ſchon den Eindruck der Umgebungen. Ich richtete an meine Dame die ge⸗ wöhnliche Frage über rothen und weißen Wein. Sie ver⸗ langte rothen, tauchte ihre Lippen in das Glas und ſtellte es wieder hin, um es nicht mehr zu berühren. Ich war entzückt. Denn die Dame, die ſich aus Ziererei nicht ein— ſchenken läßt, iſt mir eben ſo lächerlich, als diejenige, welche wirklich trinkt, widerwärtig. Ich begann ein indifferentes Geſpräch mit ihr, über ihren letzten Aufenthaltsort. Sie ſprach darüber mit viel Geiſt und Witz.
Einige knabenhaft muthwillige Bemerkungen über den Kopfputz meines vis-a-vis, durch den ich die kahle Platte ihres Geheimeraths, wie die bleiche Mondſcheibe durch ein
Dritte folge.
581 finſteres Walddickicht ſchimmern ſah, konnte ich jetzt nicht mehr unterdrücken, da der erſte Appetit ſchon geſtillt und mit ihm die allerreinſte Unſchuld verloren war. V Das ſaft⸗ und kraftvolle Rindlleiſch brachte mich auf den Standpunkt der aufblühenden Kraft des Jünglings⸗ alters. Ich begann meine Nachbarin mit dem prüfenden (Blick zu betrachten, mit dem ein Herz voll unbeſtimmter Liebesſehnſucht in jeder jungen Dame ſein Ideal ſucht und finden möchte. Die drei erſten Erforderniſſe der Schönheit, die Hand, der Mund und das Haar, waren vollſtändig un⸗ tadelhaft. Ein ganz angenehmes Accidens, ſchöne Augen, fehlten ihr auch nicht. Ich machte jetzt meine Probe. Wenn ich nämlich eine Dame ſehe, ſo verſetze ich mich in Ge— danken in die Lage, ihr einen Kuß zu geben. Wenn der Gedanke daran ein ſanftes Feuer durch alle meine Adern gießt und mein Herz höher ſchlagen läßt, ſo reihe ich ſie in die erſte Claſſe, der man den Hof macht, in die man ſich unter Umſtänden auch verliebt.
Bleibe ich ganz gleichgültig, ſo ſtelle ich ſie in die zweite Claſſe, mit der man zu Zeiten eine freundſchaftliche Ga⸗ loppade tanzt und ſich über die Dacoration des Saals unterhält. Erregt mir aber der Gedanke an die Möglich⸗ teit eines Kuſſes einen Kinnbackenkrampf, ſo gehört die Dame für mich zu den— Apokryphen. Die Probe fiel ganz und gar befriedigend aus.
Das Gemüſe repräſentirt die Zeit der weichen Schwär⸗ merei, die zarte Sehnſucht, das ſüße Hoffen, welches auf das erſte Entſtehen der erſten Liebe folgt. Ich liebe weder Spinat noch Schmachten, daher dankte ich und fing mit meiner Dame ein beſſeres und wärmeres Geſpräch an, das mich vollſtändig zu ihren Füßen warf. Ich liebte ſie wie der Heliotrop die Sonne, wie der Magnet den Pol.
Auf dieſe Zeit des Schmachtens, oder der erſten Er⸗ güſſe der inneren Liebesgluth, folgten die Entremets: Krebſe, Kalbskopf en tortue etc. Sie ſind das ewig wech⸗ ſelnde, reizende, wonnevolle Spiel kleiner Neckereien, ſüßer
lichen Folianten durchblättern zu müſſen, indem er die Quinteſſenz derſelben in einem elegant gedruckten Album veröffentlicht hat unter dem Titel:„Gedenkbuch der Rudelsburg. Topographiſch⸗ hiſtoriſche Monographie mit einem Auszuge aus dem Fremden⸗ buche der Rudelsburg, bearbeitet und herausgegeben von Joh. Stangenberger“(Hildburghauſen. Ferd⸗ Keſſelring’'s Verlag). Beigegeben ſind dieſem Heftchen zwei etwas bleichſüchtige Litho⸗ graphien der Burg ſelbſt und ihres Burgwartes, der ſeit dreißig Jahren unter dem von Studenten ihm gegebenen Namen„Samiel⸗ ſo weit und breit bekannt geworden iſt, daß ſelbſt die Leipziger Illuſtrirte Zeitung ihn in ihre Galerie politiſcher, künſtleriſcher, mercantiler u. ſ. w. Berühmtheiten ziehen zu müſſen meinte.
Die Rudelsburg iſt ſeit langen Jahren der Sammelpunkt Leipziger, Hallenſer und Jenenſer Muſenſöhne. In den Pfingſt⸗ feiertagen vornehmlich werden hier Commerſche gefeiert; faſt jeden Sonntag finden ſich zufällig oder verabredet Commilitonen hier zuſammen. Wie viel von den hölzernen Stübchen ſind hier ſchon geleert, wie viel Lieder geſungen, wie viel Brüderſchaften geſtiftet, wie viel„dumme Jungen“ aufgebrummt,— welche Jugendluſt, welche Poeſie, welch echter Patriotismus, welch falſcher Fana⸗ tismus, welche Fröhlichkeit, welcher Uebermuth und auch— welche Rohheit haben hier ſchon gehauſt! Die Fremdenbücher ſind die Chroniken(von alle dem. Die echte Poeſie beginnt: Franz
Kugler's„An der Saale hellem Strande“, das 1826 hier gedichtet überſchrieben iſt. Das uns vorliegende
und„Sommernacht“ überſchriebe Album bringt alſo die urſprüngliche und richtige Faſſung dieſes ſo viel„zerſungenen“ Liedes.
Dann im Jahre 1827 finden wir Turnvater Jahn mit dem Kronprinzen von Preußen, den derſelbe
Wahlſpruche des damaligen
wie dieſer Bau!“ Im Jahre 1829 ſingt ein J. Sch., vulgo Tobak: Das Leben iſt der Güter höchſtes nicht, Der Uebel größtes aber iſt der Durſt. Ein bis zur Unklarheit fanatiſcher Demagoge ſcheint C. H. S. aus Halle zu ſein, der 1829 ſingt: 4 „Alles, auch die Ritterburgen müſſen in die große Todtenbrüderſchaft. „Hui, Mauern, ſtark wie Askalon, Der Freiheit rechte Achſen; n Hui, Thürme, dick wie Babylon, An Felſen angewachſen! Hab' auch Dein Neſt erbaut ſo feſt, Sei Veit Du oder Veitel, Du armer G'ſell, es wird Deine Stell' Zerſtöret ſammt dem Beutel!“(⁰) Aus den Jahren 1830 und 31 finden wir ſeitenlange Be⸗ ſchreibungen der Gelage, die durch mehrere Tage hindurch geſeiert wurden und in denen auch die Leute der Umgebung der„Müller⸗ fuchs“, der„Bienenvater“, der„Kirſchfuchs“, der Förſter und die Bauern von Saaleck, ſogar der Beſitzer jener Güter, Baron v. S., eine Rolle ſpielen.— Wenig Witz und viel Behagen!— Ueber den„Du⸗Comment“, der zwiſchen Samiel und den„edlen Söhnen des deutſchen Landes“ eingeführt iſt, finden wir aus gleicher Zeit ein wichtiges Document. 6 Die Jahrgänge des Fremdenbuches von 1832—37 ſind ver⸗ loren gegangen. Gewiß gab es darin manche intereſſante Erinne⸗ rung an jene Zeit der erſten politiſchen Gährung. Eine ſolch⸗ finden wir aus dem Jahre 1838, wo A. H., Ex⸗Auscultator aus
auf Schloß Marienburg gethan hatte:„Alles Würdige entſtehe,


