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keineswegs die tauſenderlei Gefahren und Schwierigkeiten, die für uns Beide daraus entſpringen konnten, und die ernſten Verpflichtungen, die ich damit übernähme.—
Doch bald ſollte ich durch einen neuen, nicht minder unerwarteten und reinen Zufall, wie es jener erſte war, mich genöthigt ſehen, meine bisherige mehr paſſive Rolle mit einer thätigern zu vertauſchen und meiner magnetiſchen Einwirkung in einem ſtufenweiſen Fortſchritte einen immer größern und umfaſſendern Spielraum zu gewähren.
Ein heftiger Bruſtkrampf, von dem ich unſere Som⸗ nambule eines Tages, jedoch diesmal im vollkommenen Zuſtande des Wachens, ergriffen fand, bewog mich, zu dem einfachſten und unverfänglichſten Mittel der magnetiſchen Einwirkung meine Zuflucht zu nehmen, nämlich zur Hände⸗ haltung, und zwar erfaßte ich zunächſt mit meiner rechten ihre linke und mit meiner linken ihre rechte Hand, unter Einſetzung meiner beiden Mittelfinger in die innere Hand⸗ fläche des Gegenübers. Sie verſpürte auch hierauf ſogleich ganz deutlich das Einſtrömen meiner magnetiſchen Kraft und eine merkliche Erleichterung ihrer Bruſtaffection, war aber nicht minder wie ich auf das höchſte überraſcht und
erſtaunt, als ſie plötzlich eine ganz eigenthümliche, in einem
flachen ſchmalen Streifen innerlich unter der Haut hin langſam fortlaufende Strömung des magnetiſchen Fluidums
— von ihren beiden Händen aus durch die Arme hindurch,
an den Seiten hinab bis zu den Fußſohlen und auf dem⸗ ſelben Wege wieder zurück— von dem Augenblicke an empfand, da ich, um möglicherweiſe die magnetiſche Wir⸗ kung zu verſtärken, dieſelbe Händehaltung unter Kreuzung meiner Hände verſucht, alſo mit meiner rechten ihre rechte und mit meiner linken ihre linke Hand erfaßt hatte.
Gleich nach Beendigung dieſer Manipulation war auch aller Krampf und alle Beengung von ihrer Bruſt ver⸗ ſchwunden, und als ich am andern Tage wiederkam, erfuhr ich, daß meine geſtrige Einwirkung auf ſie ſo ſtark geweſen,
Noneſfen⸗Zeitung.
III. Jahrg
daß ſich alsbald nach meiner Entfernung ein höchſt wohl⸗
ihr eingeſtellt, und daß ſie auch die ganze darauf folgende Nacht überaus ruhig und feſt geſchlafen und ſich am Morgen ungewöhnlich wohl und kräftig gefühlt, während ſie ſchon ſeit Jahren keines ruhigen und ununterbrochenen natürlichen Schlafs mehr genoſſen und ſtets nur mit größerer oder geringerer Ermattung aus demſelben erwacht ſei.
Doch ſollte auch damit die Reihe der bisherigen ſo auffallenden und überraſchenden Erſcheinungen noch nicht geſchloſſen ſein. Denn als ich eines Tages(es war der ſiebzehnte ſeit meinem erſten Verſuche) wieder wie gewöhnlich unſere Händehaltung vornahm, verband ſich mit einem Male für das Gefühl unſerer Somnambulen mit den bereits be⸗ ſchriebenen Strömungen zugleich ein ſehr beſtimmt und deutlich zu unterſcheidendes fünfmaliges Abtropfen eines Fluidums ganz unten am Mittelpunkte der rechten Fußſohle, und dieſe Erſcheinung wiederholte ſich von nun an bei jeder gekreuzten Händehaltung continuirlich und zwar ſtets in einem gewiſſen, jedoch häufig wechſelnden Tempo der Ge⸗ ſchwindigkeit und in einer ſich feſt abſchließenden, bald größern, bald geringern Zahl, Dicke und Schwere der Tropfen, die übrigens mit den ſpäter zu erwähnenden Aus⸗ nahmen in der Regel nie die geringſte ſichtbare Spur zu⸗ rückließen. Das raſchere oder langſamere Tempo, das Mehr oder Minder und das ſchwerere oder leichtere Gewicht der abfließenden Tropfen ſtanden, wie ſich ſpäter ergab, ſtets in dem genaueſten Verhältniſſe zu dem mehr oder weniger leidenden Zuſtande unſerer Kranken.
Da aber die durch die gekreuzte Händehaltung erzeugte
magnetiſche Strömung ihren beſtimmten Verlauf auf beiden
Seiten hatte, ſo lag es, mit Rückſicht auf die Reichen⸗
bach'ſchen odiſchen Verſuche, nahe, auch über die etwa ver⸗
ſchiedenen Empfindungen der beiden Ströme auf der rechten
und linken Seite unſerer Somnambulen uns zu vergewiſſern. (Schluß folgt.)
Nachdem die erſte große Prachtausgabe des äſthetiſch⸗natur⸗ biſtoriſchen Werkes dieſes als Gelehrten und Voltsſchriftſteller gleich geachteten Autors binnen einem halben Jahre faſt ver⸗ griffen iſt, veranſtaltet der Verleger hier eine Volksausgabe, die zum Eleganteſten gehört, was dieſen Namen trug, und die das Werk, das früher vier Thaler koſtete, jetzt für einen Thaler dem Publicum zugänglich macht.
Miseellen.
Als William Penn einſt vor König Karl II. von England kam, behielt er nach Quäkergebrauch ſeinen Hut auf. Als dies der König bemerkte, nahm er den ſeinigen ab.„Warum behältſt Du Deinen Hut nicht auf, Freund Karl?“ fragte Penn.—„Freund Penn,“ erwiderte der König,„es iſt hier Gebrauch, daß nie mehr als eine Perſon den Hut auf dem Kopfe hat.“ c.
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Dr. Bonner, der zur Zeit der katholiſchen Maria Biſchof
von London war, peitſchte einige als Proteſtanten eingeſperrte Perſonen mit eigner Hand. c.
Ein jüdiſcher Rabbi erklärt Gen. III. 12 ſehr komiſch. Unter den Gaben von dem Baum der Erkenntniß iſt nach ihm nichts Anderes verſtanden, als eine tüchtige Tracht Schläge. Eva, ſagt er, ihren Mann unwillig findend, von der verbotenen Frucht zu eſſen, nahm einen gehörigen Dornprügel und bearbeitete Adam ſo lange, bis er ihren Willen that. 6.
Kiopruli Numan Paſcha, Großvezier unter Achmed III., ein gelehrter Mann, bildete ſich ein, er habe beſtändig eine Fliege auf ſeiner Naſe ſitzen. Alle Aerzte in Conſtantinopel gaben ſich ver⸗ gebliche Mühe, ihn von dieſer Einbildung zu heilen. Ein fran⸗ zöſiſcher Arzt le Duc unternahm mit beſſerm Erfolg die Cur. Zunächſt erwarb er ſich dadurch das Vertrauen des Veziers, daß er ſagte, er ſehe die Fliege. Nachdem er dem Kranken allerlei harmloſe Arzneien gegeben hatte, fuhr er mit einem Meſſer leicht über deſſen Naſe und zeigte triumphirend eine in der Hand bereit gehaltene große Schmeißfliege. Erfreut rief der geheilte Vezier: „Das iſt wahrlich die Fliege, die mich ſo lange gequält hat!“ c.
Daß die Deutſchen im Trinken von jeher groß geweſen, geht ſchon aus dem Umſtande hervor, daß mehrere deutſche Gelehrte das Trinken zum Gegenſtande ihrer hiſtoriſchen Studien gemacht haben. Unter Andern ſchrieb E. K. E. Hülzeden ein Buch:„Vom Durſt der alten Deutſchen“. W. Peterſon ſchrieb eine„Geſchichte der deutſchen Nationalneigung zum Trunke“, und Thaddäus eine lateiniſche Abhandlung:„De Germanorum veterum aviditate bibendi“. Vincentius Obſopäus verfaßte in lateiniſchen Verſen ein großes Gedicht unter dem Titel„Victoria Bacchi, seu de arte bibendi“; das Buch erſchien 1536 in Nürnberg und wurde im folgenden Jahre von G. Wickgramm ins Deutſche überſetzt.—
Daß auch das Ausland die Virtuoſität der Deutſchen im Trinken
anerkannt hat, beweiſt das franzöſiſche„trinquer“(unſer deutſches „Ueber den Durſt trinken“).— 40.
„Der Menſch,“ ſagt Jean Paul,„iſt ein Gedankenſtrich in.
thätiger und erquickender Schlaf von einigen Stunden bei⸗
des Lebens.“ 3 A,
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IV 36.
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