Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
570
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Nouelfen⸗

liſtige Perſonen aufzutreten, blieb ich dabei, Liſt anzu- wenden. Ich fuhr Sie vor den Laden Crosby's, und Sie waren gerettet.

Wovor, Mylord?

Vor einer gewaltſamen Reiſe nach Indien oder ſonſt einem fernen Erdtheile, den gewiſſe Schiffscapitains mit Frauen verſorgen.

Erneſtine ſchauderte zuſammen.

Die ehrenwerthe Miſtreß Barkley, fuhr Albert fort, brachte ich nach dem ſchmuzigſten Stadttheile Londons, wo ich ſie mit der Verſicherung auf die Straße ſetzte, daß man ſie erwürgen würde, wenn ſie je die Hand wieder nach Ihnen ausſtreckte. Es gibt kein anderes Mittel, Leute dieſer Art im Zaume zu halten, da ſie ſchlau genug ſind, um ſich vor Ueberführung zu wahren. Außerdem auch durfte ich mich nicht an die Behörde wenden, weil ich in dieſem Falle öffentlich als Zeuge auftreten und ſo meine Beziehung zu Ihnen bekannt werden laſſen mußte. Um Sie ſicher zu ſtellen, veranlaßte Sie Crosby, dieſes Land⸗ haus zu beziehen, und Sara begleitete Sie. Ihr treuer Wächter, Erneſtine, bezog das kleine Nachbarhaus, denn er konnte nur ruhig ſein, wenn er von Ihrer Sicherheit überzeugt war. So entſtand Henry Newton. Erneſtine,

meine Liebe bediente ſich dieſer Täuſchung, um die Kluft

zu verbannen, die zwiſchen Ihnen und einem Lord liegt

ich wollte meiner ſelbſt wegen geliebt ſein und nicht aus Dankbarkeit, die Sie dem Lord Derby zu ſchulden glauben.

Sie ſollten dann erſt Albert Derby kennen lernen, wenn

Henry Ihnen die Hand am Altare gereicht haben würde.

Erneſtine zitterte am ganzen Körper.

Aber der Lord iſt verlobt? rief ſie ſchluchzend.

Arabella Seyton, die er nie geliebt, hat ſich von ihm zurückgezogen, weil er heute ein armer Mann iſt.

Henry! Henry! rief Erneſtine, die ihrer nicht mehr mächtig war.

Können Sie mir nun verzeihen?

Zeitung.

Das junge Mädchen legte beide Hände an den Kopf, als ob es ſich überzeugen wollte, daß kein Traum es um⸗ fangen hielte.

Der Lord Derby iſt arm, rief Albert aus;aber Henry Newton iſt noch reich genug, um ſeiner Gattin ein zwar beſcheidnes, aber ſorgenloſes Leben zu ſichern.

Erneſtine, geſtatten Sie mir, 38 ich ewig Ihr treuer Wächter bleibe!

Er ſank vor ihren Füßen nieder. weinend ihre Stirn auf ſein Haupt.

Bravo, Mylord! Bravo! rief die markige Baß⸗ ſtimme des alten Malers, der in dieſem Augenblicke eintrat.

Erneſtine fuhr mit einem Schrei empor und wollte entfliehen.

Bleibe, mein Kind, ſagte Weber gerührt, indem er ſie zurückhielt.Ich vertrete die Stelle Deines Vaters, und als ſolcher verzeihe ich Mylord, denn ich begreife, daß er ſich um Dich verdient gemacht hat und daß er Dich liebt t⸗⸗

Ich erkenne Ihre Autorität an, ſagte Albert, indem er dem Greiſe die Hand reichte. Feierlich bitte ich Sie um die Hand Ihrer Tochter!

Iſt es wahr? Iſt es wahr? rief Weber.Mylord, der Vater Erneſtine's zürnt Ihnen nicht mehr; aber der Maler, der Künſtler, den Sie ſchwer beleidigt haben. Wie? fragte Albert erſtaunt. Sie rühmen ſich, ein Kunſtkenner zu ſein warum wollten Sie meine Bilder nicht kaufen?

O, mein würdiger Freund, dieſe Frage kann ich leicht beantworten: weil ich zu arm bin, um ſie zu bezahlen. Durch die Unredlichkeit eines Banquiers habe ich mein ganzes Vermögen verloren. Ich beſitze Nichts mehr, als dieſes Landhaus und das kleine Capital, das ich aus dem Verkaufe meines Hôtels löſe. Beides mußte ich meiner Erneſtine erhalten.

Das ändert die Sache! rief ſtolz der alte Künſtler.

Erneſtine legte

Harfe und ihre Muſikalien bei Seite. Er erneuerte bei ihr alle Verſuche, die er mit Sabinen angeſtellt hatte, und ſie brachte ihm, mit einer bewundernswerthen Selbſtverleugnung, die größten Opfer, die nur ein Weib einem ſolchen wahnwitzigen Tyrannen bringen kann, denn ſie hielt es für unwürdig, auf die Löſung ſolcher ſchmählichen Feſſeln anzutragen, wodurch ſie vor den Ge⸗ richten ein Selbſtgeſtändniß ihres Leichtſinns und ihrer Thorheit hätte machen müſſen. Sie, die ein ſehr heiteres, unabhängiges

Leben hätte führen können, ſtarb nach einer neunjährigen Ehe an

gebrochenem Herzen. Die eigenwilligen und überſpannten An⸗ ſichten die Day während ſeines ganzen Lebens bewieſen, wurden die Urſache ſeines Todes. Er ſtarb durch einen Sturz vom Pferde, nachdem er umſonſt verſucht hatte das heftige Thier durch eine neue, angeblich von ihm erfundene Methode zu bändigen.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde.

Die Meſſen und die Märkte.

Die erſte Meſſe, von der man beſtimmte Nachrichten hat, iſt die, welche König Dagobert 629 in dem Flecken St. Denis bei Paris einrichtete. Sie dauerte vier Wochen und die Kaufleute der Lombardei, Spaniens und der Provence beſuchten ſie in großer Zahl. Sie wurde 710 nach Paris zwiſchen die Kirchen St. Laurent und St. Martin verpflanzt.

Karl der Kahle errichtete die Meſſe du Lendit, welche Mitt⸗ woch vor dem St. Barnabastage am 11. Juni in der Ebene von St. Denis ſtattfand, ungefähr an eben dem Orte, wo jetzt die

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Kapelle ſteht. Dieſe Meſſe iſt in der⸗Geſchichte des Mittelalters berühmt; dort kauften die Schüler mit Muſik und Bannern an der Spitze ihres Zuges Pergament, einer von den wichtigſten Gegen⸗ ſtänden des Handels dieſer Meſſe. 1291 wurde befohlen, daß am

erſten Tage der Meſſen von Lendit und St. Lazarus das Perga⸗

ment nicht eher gekauft werden dürfte, bis die Kaufleute des Herrn Koͤnigs, des Erzbiſchofs von Paris und die Schüler der Univerſität ihren Vorrath gekauft hätten.

Paris die von St. Germain, die 14 Tage nach Oſtern begann und drei Wochen dauerte, die St. Lazarusmeſſe, welche ſpäter die V St. Laurenzmeſſe wurde, die Meſſe des Temple und die Schinken⸗ meſſe, die noch jetzt exiſtirt. Die vorzüglichſten Meſſen in den Provinzen waren die in der Champagne, die des Pré in Rouen in Rheims, Caén, Guingamp u. ſ. w. 5* In dem Maße, in dem die Verbindungen minder gefördert wurden, verringerte ſich auch die Wichtigkeit der Meſſen. Um die Waaren zu transportiren, war es nicht mehr nöthig, ſich in Karavanen zu vereinigen und ſich unter den Schutz mächtiger Herren zu ſtellen; Jedermann konnte ohne Furcht vor Ausplün⸗ derung von einer Stadt zur andern reiſen, und da die Meſſen nicht mehr die Vortheile boten, unter denen ſie errichtet worden V waren, gingen ſie allmählich ein. Gegenwärtig beſtehen in Frank⸗ reich nur noch die von Beaucaire, Quibray und Alengçon, und auch dieſe verlieren alljährlich an ihrer commerciellen Wichtigkeit. Außerhalb Frankreich haben die Meſſen zum Theil noch jetzt ihr Anſehen beibehalten. In Deutſchland ſind, wie bekannt, die wichtigſten die in Leipzig und Frankfurt a. M., außer denen noch

Nach der Meſſe von Lendit waren die Hauptmeſſen von

IIl. Jahrg.

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