Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
569
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meine innige Liebe zu Ihnen unwürdige Mittel zur Täuſchung Mylord, nehmen Sie

Verzeihung, Miß,

Veranlaßte Sie, eines armen Mädchens zu wählen. zurück, was ich Ihrer Sorge verdauke! Dringen Sie nicht weiter in mich die Verſicherung, die mir Henry Newton geſtern Morgen ertheilte, gibt mir das Recht, dem Lord Derby zu mißtrauen.

Erneſtine, auch Henry Newton hat ein

Mylord!

Recht

Das Recht und die Pflicht, den armen Lord zu ver⸗

theidigen und zu rechtfertigen.

Der Lord iſt mit einer großen Dame verlobt er hat ſich eines doppelten Vergehens ſchuldig gemacht. Mir gegenüber gibt es keine Rechtfertigung für ihn. Und was kann dem großen Herrn daran liegen, ſich bei einem armen Mädchen gerechtfertigt zu ſehen? Es gibt Wohlthaten, Mylord, die bitterer kränken, als die herbſten Belei⸗ digungen.

Man hat mich verläumdet, Erneſtine!

Mein väterlicher Freund hat mir die Augen geöffnet, und ich erkenne jetzt die Bedeutung dieſes Hauſes, des Geldes für meine armſeligen Bilder, des Luxus

Sie konnte nicht weiter reden, Thränen erſtickten ihre Stimme. Weinend ſank ſie auf einen Seſſel.

Erneſtine, rief Albert,Sie können meinen Ver⸗ ſicherungen nicht glauben, ich begreife es wohlan, ſo mögen Thatſachen für mich reden, deren ich mich nie ge⸗ rühmt haben würde, wenn ich ſie nicht zu Ihrer Beruhigung ausſprechen müßte. Als ich Sie das erſte Mal in Crosby's Laden geſehen hatte, trieb mich eine ſeltſame Regung meines Herdena, Ihr Schützer zu werden. Ich verband mich mit jem wackern Crosby, über Sie zu wachen. Ihnen Al⸗

4 moſen anzubieten, wagte ich nicht, und ſo kaufte ich Ihre Bildder, die für mich den Werth von Meiſterwerken hatten,

weil ſie von der Hand des deutſchen Mädchens gefertigt waren, das mich mit einem wunderbaren Intereſſe erfüllte.

Dritte folge.

Nach dem Tode Ihrer Mutter ſtanden Sie ganz allein in der Welt. Ich verdoppelte meine Aufmerkſamkeiten für Sie, weil ich Sie täglich mehr achten mußte. Ihre materielle Lage war geſichert, und ich ſann darauf, Ihrem Herzen edlere Freuden zu bereiten. Sie hatten oft den Wunſch ausgeſprochen, die Gräber Ihrer Eltern zu beſuchen. Ich ließ die Ruheſtätte Ihrer Lieben mit einem Monumente ſchmücken. Ach, Erneſtine, ich feierte ſelige Augenblicke, als ich Sie auf dem Friedhofe beten und vor Freude weinen ſah! Der Gedanke, Ihnen die erſten Freudenthränen nach ſo vielem Kummer entlockt zu haben, machte mich glück⸗ licher als das Bewußtſein, Ihnen ein Retter in der Noth geweſen zu ſein. Erneſtine, ich habe auf dem Friedhofe mit Ihnen gebetet und geweint! Sie, Mylord, Sie? fragte das erſtaunte Mädchen. Und damals ſchwor ich mir, Ihnen ſtets ein Schützer zu bleiben. Als Sie den Friedhof verließen, ſchloſſen Sie ſich einer alten Frau an und beſtiegen mit ihr einen Omnibus. Ich folgte Ihnen, in einen Mantel gehüllt, der mich unkenntlich machte. Als Sie ausſtiegen, gingen Sie in ein Haus, das mir verdächtig vorkam, obgleich es in dem Stadttheile der reichen Leute lag. In Unruhe und Beſorgniß wachte ich länger als eine Stunde an der Thür. Da ward ein Fiaker herbeigerufen, und ich hörte, wie man dem Kutſcher Auftrag ertheilte, nach London⸗Tavern zu fahren. Ich veranlaßte den Kutſcher, mir ſeinen Platz und ſeinen Wagen zu überlaſſen, indem ich ihm mein mit Bank⸗ noten gefülltes Portefeuille als Pfand gab. Kaum ſaß ich auf dem Bocke, als Sie mit einer alten Dame erſchienen. Als Sie eingeſtiegen waren, trat ein Mann heran, um den Kutſcher noch einmal zu inſtruiren. In dieſem Manne er⸗ kannte ich Morton, den Advocaten, der Sie aus niederer Leidenſchaft verfolgte. Mein Gott! Die Befürchtung, daß Ihnen eine Schlinge gelegt ſei, erhielt dadurch Gewißheit; aber da es ſchwer iſt, gegen ſo

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irgend einer Sache erhielten, als ſolche, welche er ihnen beibringen wollte. Seine Zöglinge ſetzten ihn in große Verlegenheit und quälten ihn nicht wenig durch ihre Aengſtlichkeit, ihr Krankwerden bei der Ueberfahrt nach dem Feſtlande, auf der Reiſe in dem engen Poſtwagen, ſelbſt wenn er ſich zur Ruhe begeben wollte, hinderten ſie ihn daran. Sie beſchwerten ſich darüber, daß ſie ſich Keinem verſtändlich machen könnten, da Keiner engliſch ſpräche. Er mußte daher manche Nacht wach bleiben und ſich für ſie der eifrigſten Arbeit unterziehen. Nach Verlauf von acht Monaten wurde Sa⸗ bine Day's Liebling. Er brachte Lucretien bei einer Mode⸗ und Putzwaarenhändlerin unter, und ſie iſt in der Folge die Chefrau eines Leinwandhändlers zu London geworden. Mit Sabina ver⸗ folgte Day ſeinen excentriſchen Plan noch mehrere Jahre, doch ohne den gewünſchten Erfolg. Sie konnte die Angſt nicht ver⸗ hehlen, die ſie bei einer drohenden Gefahr überfiel, und es gehörte, nach Day's Begriffen von einem vollkommenen Frauenzimmer, zu einer unerläßlichen Bedingung ein unerſchütterlicher Muth in allen Verhältniſſen des Lebens. Wenn er ihr brennendes Siegel⸗ lack auf den Arm träufelte, ſo konnte ſie den Schmerz nicht unter⸗ drücken; wenn er ein ſcharfgeladenes Piſtol dicht vor ihrem Ohr abfeuerte, zitterte ſie an allen Gliedern und ſchrie laut auf; dennoch beharrte er bei ſeinen thörichten Experimenten, in der Nachbar⸗ ſchaft von Lichfield, obgleich ſie fortdauernd ſeine Bemühungen vereitelte. Dieſe immer ſteigende Abneigung gegen Day's Maß⸗ regeln brachte ſie endlich dahin, Selbſtſtändigkeit zu zeigen und muthig gegen ihn aufzutreten. Er hatte ſich ſorgfältig gehütet, ſie mit den Bedürfniſſen des Luxus Ehrſucht und Eitelkeit. Sie kannte weder den Werth noch der korperlichen Schönheit und des Putzes.

des Geldes, Es erwachte

bekannt zu machen, vor aller

dennoch der Trieb in ihr, ſich auch mit dem einen oder dem andern Zierrath zu ſchmücken, den ſie zufällig bei andern Frauenzimmern geſehen hatte. Darüber entſpannen ſich viele Zwiſtigkeiten zwiſchen Day und ihr, ſie zeigte ſich darin zwar, nach ſeinem Wunſch, wie eine tapfere Spartanerin, aber auf Koſten jener Anſpruchsloſigkeit, die er verlangte. Er überzeugte ſich, daß Sabina nicht das Mädchen ſei, die ſeinen Erwartungen als Gattin entſprechen würde, wenn er ſie ehelichte. Er brachte ſie daher zu Sutton Coldfield in Warwickſhire bei einer alten verſtändigen und liebens⸗ würdigen Frau unter, deren ganze Liebe und Zuneigung ſie ſich im Laufe von drei Jahren erwarb. Hier bildete ſie ſich, zwar etwas ſpät, ſehr zu ihrem Vortheil aus; ſie benahm ſich ſittſam und beſcheiden; in jeder Geſellſchaft, zu welcher ſie Zutritt hatte, war ſie willkommen. Nach dieſem mißlungenen Verſuche bewarb ſich Day um die Hand von zwei Schweſtern; jede gab ihm einen Korb. Er ließ ſich indeß dadurch nicht abſchrecken; nach mehreren Verſuchen, die eben ſo unglücklich abliefen, gab ihm endlich Miß Eſther Milnes zu Yorkſhire, nach einer excentriſchen Liebeserklärung, ihr Jawort. Er wurde mit ihr 1778 getraut. Sie beging die Thorheit, daß ſie ihrem Gatten die freie Dispoſition über ihr Vermögen, das größer als das ſeine war, foͤrmlich einräumte. Day ſputten ſeine fixen Ideen von dem Ideal eines Weibes noch immer im Kopfe, und Miß Milnes bewies ſich nachgiebiger, als Sabina. Gleich nach der Hochzeit zog ſich das Paar nach Sapleford Abbots in Eſſex und ſpäter nach lichkeit um ſich, noch eine weibliche Bedienung. Muſik, in der ſie ſich auszeichnete,

h Amingsley in der Nähe von Chertley in Surray zurück. Miſtreß Day hatte faſt nichts zu ihrer Bequem⸗

wurde für tripial erklärt. Sie ſchaffte ihre