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Nr. 35.]
Equipage zu haben, grob und prätentiös zu ſein— und man iſt ein gemachter Mann. Man wird beim Brunnen⸗ trinken lorgnettirt, zu allen Reunions geladen, man wird zum Tonangeber erhoben, trägt die Moden aus, iſt Kunſt⸗ kenner, erhält Ehrenämter, iſt maitre de plaisir, eröffnet Subſcriptionen und macht„Saiſon“.
Wer mit ſolchen Bade⸗Traditionen hierher kommt, wird ſehr enttäuſcht von hinnen gehen. Die Frau Geheim⸗ räthin von So und So, der Herr Bürgermeiſter Der und Der, oder ſonſt eine bedeutende Größe Deutſchlands gel⸗ ten hier nicht mehr, als ſie in Paris gelten würden, näm⸗ lich Nichts. Mögen ſie auch ihre ganze Jahresrente opfern, um hier eine Woche mit Glanz aufzutreten; mögen die heimathlichen Schneider und Schneiderinnen die unglaub⸗ lichſten Anſtrengungen gemacht haben, um nach den neueſten Pariſer Muſtern eine Staatsgarderobe herzuſtellen,— es hilft ihnen doch Alles Nichts. Sie erſcheinen und ver⸗ ſchwinden effectlos und Niemand gibt ſich die Mühe, nur zu fragen, wer ſie ſind.
Man muß in der Geſellſchaft geboren ſein, um in der Geſellſchaft zu gelten. Man kann ſich nicht eindrängen,
man kann nicht auf ſein Geld, auf ſeine Liebenswürdigkeit,
ſeine Schönheit pochen, man darf nicht hoffen„Bekannt⸗ ſchaften“ zu machen. Kaum die Zimmer⸗ und Tiſchnach⸗
barn im Hötel lernen ſich kennen; man kommt und geht,, ſuch
Jeder lebt für ſich, geht ſeinen Zwecken nach. Man iſt ſehr reſervirt, weil man nie weiß, wen man vor ſich hat; dem Entgegenkommenden weicht man eher mißtrauiſch aus, als daß man ihn aufmunterte.
Die Geſellſchaft zerfällt hier in ihre natürlichen Ele⸗ mente. Sie gruppirt ſich nach Stand und Rang, ſie be⸗ hält ihre Gewohnheiten, ihren Umgang, ihre Sitten bei und ſucht nur ihres Gleichen auf. Mit Hülfe ſehr guter Empfehlungen iſt man zwar im Stande, die Phalanx zu brechen und in die höheren Kreiſe einzudringen. ſelbſt Empfehlungen helfen nicht immer, und im Grunde
ſcheiden. Der Deutſche,
Aber
Dritte folge.
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hat man auch wenig damit gewonnen. Man bleibt immer ein fremdes, nur geduldetes Element, wird als Sache, nicht als Perſon behandelt und dient mehr dazu, Andere zu amüſiren, als daß man ſich ſelbſt amüſirte. Man er⸗ kauft vielleicht die Ehre, beim Grafen So und So geſpeiſt zu haben, bei der Fürſtin tel et tel in Soirée geweſen zu ſein, mit der angenehmen Erfahrung, von denſelben Herr⸗ ſchaften acht Tage ſpäter, wenn man ihnen auf der Pro⸗ menade oder in den Salons des Converſationshauſes be⸗ gegnet, nicht mehr gekannt zu werden. Die präſentirte Empfehlung wurde durch eine Einladung neutraliſirt und ſomit die Rechnung des bon ton quittirt.
Man kann nicht behaupten, daß in dieſen geſellſchaft⸗ lichen Zuſtänden, wie ſie nun einmal ſind, etwas beſonders Gemachtes oder Auffallendes ſei. Es macht ſich von ſelbſt ſo, weil der Zuſammenfluß zu groß iſt. Jährlich kommen zwiſchen 30 und 40,000 Fremde hier an, die Badeliſte von dieſem Jahre zählte vom 1. April bis 1. Auguſt be⸗ reits 22,000 Gäſte, und doch hat die eigentliche Saiſon erſt mit Anfang Juli begonnen. Während derſelben halten ſich eirea 3000 Familien beſtändig hier auf und zwar aus aller Herren Ländern, ja aus allen Welttheilen. Die Aller⸗ wenigſten darunter ſind Deutſche, die Meiſten ſind Fran⸗
zoſen, Ruſſen, Engländer und Amerikaner. Auch der Be⸗
der Italiener iſt im Zunehmen.
Nichts iſt natürlicher, als daß die Nationalitäten ſich von Jedem gern benutzt, aber von Keinem beſonders angeſehen, überdies hier quantitativ in der Minderzahl und qualitativ nicht immer beſonders günſtig vertreten, kommt dabei ſtark ins Hintertreffen.— Ton und Stil, nicht nur Moden und Sitten ſind von Paris hierher verpflanzt; man lebt hier wie dort in denſelben
V
zur Vorſtadt von Paris geworden, und wie der bürgerliche
Cirkeln, nach denſelben Regeln. Baden⸗Baden iſt auae
Deutſche ſich dort befinden würde, ſo befindet er ſich unge⸗ fähr auch hier. Er wird ignorirt, ſelbſt vom Spielpachter
Miscellen. Wer iſt ein wahrhaft großer Mann?
Wer kennt die wahrhaft großen Männer? Ihre Namen werden von der Geſchichte nicht genannt. 3„Der groͤßte Mann,“ ſagte Channing,„iſt der, welcher der Wahrheit treu bleibt und die Gerechtigkeit mit unbeſieglicher Entſchloſſenheit übt; der die Kraft beſitzt, den fürchterlichſten innern und äußern Verſuchungen zu widerſtehen; der mit Ausdauer
die peinlichſten Prüfungen erträgt; der in dem Sturme der
Nuhigſte bleibt; der ſich durch Drohungen und Verfolgungen der Ungerechten nicht rühren läßt und der beſtändig an ſeiner eignen Beſſerung und der ſeiner Familie, ſeiner Freunde und der Leute arbeitet, die das Geſchick mit ihm in Verbindung brachte, ſein ganzes Vertrauen in ſeinen moraliſchen Glauben, in ſeine Tugenden und ſeinen Gott ſetzt.
Die Kämpfe zwiſchen der Vernunft und den Leidenſchaften, die Siege, welche das moraliſche Princip über den dringenden und beinahe unwiderſtehlichen Ruf des perſönlichen Intereſſes davon⸗ trägt, die der Pflicht gebrachten ſchmerzlichen Opfer, die Ver⸗ zichtleiſtung auf mächtige Neigungen oder auf die theuerſten Hoffnungen in Rückſicht eines moraliſchen Fortſchrittes oder einer Handlung der Ergebung, das alles ſind große Handlungen, aber ſie werden ohne Aufſehen vollbracht. Der Vater und die Mutter, welche in ihrem ärmlichen Hauſe in dem Geiſte eines einzigen ihrer Kinder den Begriff und die Liebe der vollkommenen Güte erwecken, die in ihm eine Willens⸗
kraft hervorrufen, die fähig iſt, allen Verſuchungen zu widerſtehen,
84 es lehren, aus den Kämpfen des Lebens einen moraliſchen
Nutzen zu ziehen, ſie übertreffen an wahrer Größe alle Helden! Ihr Werk iſt nicht nur durch ſeine Natur erhabener, ſondern vielleicht auch durch ſeinen Einfluß bedeutender, als das der größten Eroberer. Allmählich ergreift ihre Tugend von Einem auf den Andern die Seelen. So kann vielleicht zuweilen ein Menſch ohne Reichthum, ohne Berühmtheit, aber von großer praktiſcher Tugend genügen, um in einer gewiſſen Reihe von Jahren eine zahlreiche Bevölkerung zu beſſern.“
„Ja,“ ſagt Channing weiter,„ich glaube aufrichtig, daß die wahre Größe überall unter der Menge bei vielen von denen zu finden iſt, deren Name nie zu irgend einem Klange gelangte.“
a.
Neue Lampencylinder.
Jedermann weiß, wie leicht die Cylinder der Lampen ſpringen und brechen theils durch den zu plötzlichen Einfluß der Hitze, theils durch den der Feuchtigkeit, theils auch durch Unvorſichtigkeit oder andere nicht am Tage liegende Gründe. Um dieſem Uebelſtande zu entgehen, iſt man auf das Mittel verfallen, die Cylinder im voraus abſichtlich zu zerſchneiden, um ihr Zerſpringen durch die Hitze zu verhindern. Man ſpaltet ſie der Länge nach mit einer rothglühenden Eiſenſpitze; daſſelbe Reſultat wird auch erlangt, wenn man das erbitzte Glas gegen eine Art von eiſernem Kamm
reibt, deſſen bewegliche Zähne alle Unebenheiten auf der Ober⸗
fläche des Glaſes faſſen. Ein ſehr gutes Mittel, um einen Lampencylinder regelmäßig zu ſpalten, beſteht darin, ihn mit einer
Lage von Thon zu umgeben und, wenn dieſe getrocknet iſt, ſie in einer Linie mit einem ſpitzen Werkzeuge wegzunehmen, ſo daß nur
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