Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
552
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V 552 Rovellen⸗Zeitung.

[II. Jahrg.

iſt ein Beweis von ihrer Uneigennützigkeit, aber auch da⸗ nicht, und Geldgeſchäfte waren ihm verhaßt. Er verließ für, daß nur meine Perſon ihre Neigung erweckt hat. In ſich auf ſeinen Advocaten, und der Advocat handelte nach dieſem Gedanken finde ich die Bürgſchaft für das Glück eigenem Gutdünken.

meiner Zukunft. Ich weiß, die Welt wird über mich Morton, der Rechtsanwalt des Lords Seyton, war

lächeln aber was kümmert mich die Welt? Sie wiſſen, nicht müßig geweſen; er hatte ein ſinnreiches und wirkſames

wie ich von ihr denke. Leider kann ich Ihrer Einladung für dieſen Abend nicht folgen, ein expreſſer Bote ruft mich Schwiegerſohne Seyton's zu machen, denn nur auf dieſe in einer dringenden Angelegenheit nach London. Doch Weiſe glaubte er die Entdeckung ſeines Betruges in der bald werde ich ganz Herr meiner Zeit und für immer der Robert'ſchen Nachlaßſache abwenden zu können. Dieſes treue Diener Erneſtine's ſein. Küſſen Sie meinen kleinen Mittel war folgendes geweſen: Lord Seyton hatte ihn be⸗ deutſchen Engel und wachen Sie über ihn wie bisher, Sie auftragt, das Vermögen des jungen Lords Derby auszu⸗ verpflichten ſich dadurch Ihren zahlen; Albert Derby hatte natürlich ſeinen Rechtsanwalt Henry Newton. geſendet, den Advocaten Ruſſel, einen alten würdigen Ich werde ihn küſſen und über ihn wachen! flüſterte Mann, der ſchon dem verſtorbenen Lord Derby gedient Sara, indem ſie das Billet in ein Fach ihres Secretairs legte. hatte. Morton war als der vorſichtigſte, gewandteſte und reichſte Advocat von London bekannt, und ſelbſt der alte X. Ruſſel hegte große Achtung vor ihm. Nach abgemachtem Der Leſer wird längſt in Henry Newton den Lord Geſchäfte hatte Ruſſel geſagt: Albert Derby erkannt haben. Die Nachbarſchaft der beidenSir Morton, mein Client hat mir Vollmacht ge⸗ jungen Leute in Hendon, die Thür in der Gartenmauer geben, ſein Vermögen nach Gutdünken anzulegen. Ich und die Beſuche des Lords unter einem angenommenen halte es für meine Pflicht, das Capital ſo zweckmäßig als Namen waren das Werk Crosby's, der nicht müde ward, nur möglich arbeiten zu laſſen, anſtatt es einem Bankhauſe das Glück Erneſtine's zu befördern. Die Abſichten Alberts, gegen geringe Zinſen anzuvertrauen. Schlagen Sie mir der von einem ſtarken Anfluge romantiſcher Schwärmerei ein ſicheres Unternehmen vor, bei dem ich mich betheiligen nicht freizuſprechen iſt, kennen wir, er hat ſie in dem Briefe kann.. an Miß Sara deutlich ausgedrückt. Daß er der Geliebten Morton hatte einen Augenblick den Kopf gewiegt und von einem Proceſſe erzählte, der ihn um ſein kleines Beſitz⸗ nachgedacht. thum in Hendon bringen würde, war eine Täuſchung, dieIch begreife, lieber College, daß es eine Ehrenſache er für erlaubt hielt, da Niemandem ein Nachtheil daraus für Sie iſt, das eben nicht bedeutende Vermögen Ihres erwachſen konnte. Aber der gute Lord wußte nicht, daß Clienten nicht nur zu erhalten, ſondern auch zu vermehren. er wirklich der arme Mann werden ſollte, der er Erneſtinen Ich, an Ihrer Stelle, würde Actien kaufen.. ſcheinen wollte, um ihre uneigennützige Neigung zu erwecken.Ganz recht, daran habe ich ſchon gedacht. Aber bei Die ſchnelle Abreiſe von Hendon nach London hatte ein welchem Unternehmen? Brief ſeines Advocaten bewirkt, deſſen Verwaltung er dasIch habe mich vor zwei Monaten mit meinem ganzen ögen anvertraut hatte. Der disponibeln Vermögen bei einem Unternehmen betheiligt,

von Seyton erhaltene Vermö Lord war kein Verſchwender, aber er achtete das Geld das ohne Frage das glänzendſte der Neuzeit werden muß.

daher, er wäre todt, und ein lebender Hund iſt beſſer wie ein todter gefolge führte, daß die Gebete unterbrochen würden und daß König. Niemand ſich von der Stelle begäbe, bevor es unterſucht worden Als der große Mann in den Sarg von Cederholz gelegt und ſei, ob der Mann wahr oder falſch geſprochen hätte. Der Scharf⸗ im Triumphe von Rouen nach Caën gebracht worden war, diesmal richter wurde geholt und er mußte mit ſeinem Beile auf der mit einem glänzenden Gefolge, trug ſich das obenerwähnte merk⸗ Schulter warten. 8 würdige Ereigniß zu. Man hatte den Sarg auf die Quadern der Der Sohn des Hufſchmieds hatte die Wahrheit geſprochen; Abtei Auxhommes geſetzt, gegenwärtig die Kathedralkirche des er wurde bezahlt und entfernte ſich. Als er vor dem Katafalk heiligen Stephan, und ſeine eigne unſterbliche Schöpfung. Der vorüber ging, auf dem die Leiche ſtand, ſtreckte er die Hand gegen Biſchof von Evreux, Gislebert II., genannt der Große, hatte zu dieſelbe aus und rief:Herzog und König Wilhelm, ich ſpreche ſeinem Preis und Lob eine Leichenrede gehalten, und alle An⸗ Dich frei!. 44 4 weſenden waren von Bewunderung und Chrfurcht ergriffen. Da Darauf wurden die Leichengeſänge fortgeſetzt und der Henker brach Aſſelin, der Sohn eines Hufſchmieds, die ſtillſchweigende mußte gehen. Zuſtimmung zu dem Lobe der Tugenden des Todten und rief mit lauter, deutlicher Stimme:Bei alledem, was der heilige Biſchof ſagte, hat gelogen. Er, Wilhelm. Senzaß und Konig, diſſe Aus der Gegenwart. Leiche hier liegt, hat meinem Vater das Feld geſtohlen, welches Fin daubphen Quapern bedeckt wird, und der Boden, in den Ihr die 4 Ein deuiſcher Weltumſegler. Leiche einſenken wollt, gehört mir. Ich bin der Herr deſſelben, Eigenthümlich ſind in unſrer Zeit jene Charaktere, die im deſſen rufe ich Gott zum Zeugen an. Es i*ſt ein Feld, welches Suchen nach Abenteuern, im Drange nach dem Fernen bewußt Wilhelm meinem Vater entriß, ohne es ihm zu bezahlen, noch ihn oder unbewußt eine große heilſame Miſſion unſres allgemeinen ſonſt dafür entſchädigen zu wollen. Ich fordere es zurück, wie Lebens erfüllen. Die Sehnſucht nach dem Fremden, welche die dies mein Recht iſt, und ich rufe: Rollo! Zu Hülfe, mein Fürſt, Lyrik des vorigen Jahrzehnts in Freiligrath und Lenau namentlich und der Eurige! hier ſind meine Zeugen. ausſprach, hat jetzt den Weg gefunden, ſich ihre Erfüllung in der wei Männer waren niedergekniet, ein Bauer und ein Kriegs⸗ Wirklichkeit zu verſchaffen; der damals Mode gewordene Welt⸗ den ſchmerz hat ſich zur Thatkraft aufgerafft und der titanenhafte Trieb, der bisher ziellos die Schranken inneren Lebens zu erweitern nun in der äußeren Welt neue thatſächliche Gebiete

knecht. Alle Anweſenden erbebten und einige Stimmen erhoben ſich laut in Aeußerungen des Unwillens; aber der Sohn des Huf⸗ T 1 ſchmieds warf ſtolz ſeinen Rock zu ſeinen Füßen nieder, wie ein ſtrebte, ſucht Ritter ſeinen Handſchuh, zum Zeichen der Herausforderung. Da zu erobern.

Mittel entdeckt und angewendet, um Albert Derby zum

Die durch die fortgeſchrittenen Communications⸗ leichlich näher gerückten

befahl Prinz Heinrich, der dritte Sohn Wilhelms, der das Leichen⸗ mittel theils neu eröffneten, theils unverg

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Nr. 35.]

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