Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
548
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1 Noveſſen⸗Zeitung.

Ja, Mylord!Gut, antwortete er,ſo habe ich ſpäterSchätzen Sie ſelbſt!

Gelegenheit mit Ihnen zu ſprechen heute rufen mich Weber trat einen Schritt zurück und betrachtete das

wichtige Geſchäfte; auf Wiederſehen! Er verließ raſch Gemälde.

den Laden, beſtieg ſeinen Wagen und fuhr raſch davon.Nun, murmelte er,für zehn bis zwölf Louisd'or. Vortrefflich, vortrefflich! rief die erfreute Erneſtine.Mein Himmel, rief Erneſtine,das wäre ſehr wenig!

Lord Derby iſt ein Kenner und ein reicher Mann, er wird Nehmen Sie das Sechsfache.

Ihre Bilder kaufen und gut bezahlen. Außerdem will ichTeufel, wenn das iſt, ſo haſt Du Recht; ich glaube,

auch mit Crosby ſprechen; Sie werden Ihr Glück in man bezahlt hier beſſer, wie in Deutſchland und Frankreich.

London machen, wie ich das meinige gemacht habe. Nun, da hat mich ja mein Glücksſtern nach London und in Du hatteſt ein ſchönes Talent, mein liebes Kind! den Laden des wackern Crosby geführt.

ſagte Weber.Wenn Du in der Weiſe fortgefahren biſt,Ja, mein lieber Freund, Crosby iſt wirklich ein

wie Du in Dresden angefangen, ſo mußt Du es weit ge⸗ braver Mann, und mit ſeiner Hülfe werden Sie ſich bald

bracht haben. Anerkennung verſchaffen. Doch nun folgen Sie mir in Urtheilen Sie! ſagte Erneſtine, indem ſie auf die das Landhaus, es iſt Zeit zum Mittagseſſen!

Staffelei deutete. Erneſtine ſetzte den großen Strohhut auf ihr reizendes Der alte Maler ſtand auf und betrachtete das Bild. Köpfchen und hing ſich dann an den Arm des alten Malers. Nicht übel, nicht übel! murmelte er.Es iſt Ton, Beide gingen langſam, ihr Geſpräch fortſetzend, durch den

Colorit und Leben vorhanden. duftenden Garten. Kaum waren ſie verſchwunden, als Finden Sie das? Henry in dem Gebüſche wieder ſichtbar ward. Er hatte Gewiß! das Geſpräch Erneſtine's mit dem Maler belauſcht. Element, für eine Liebhaberin, für eine vornehmeSie iſt ein Engel! flüſterte er lächelnd vor ſich hin.

Dame, die unſere Kunſt zum Vergnügen übt, wäre diesUnd dieſer Engel liebt mich, den armen Mann! Gebe

ein gutes Stück, man könnte es ſelbſt bewunderungswürdig Gott, daß ich ſie ſo glücklich mache, wie ich es wünſche!

nennen aber, fügte er kopfſchüttelnd hinzu,für eine Durch die kleine Pforte in der Mauer verließ er den

Künſtlerin von Fach iſt es nicht bedeutend genug. Siehſt Garten..

Du, der Horizont hat nicht Luft genug. 5*

Das iſt wahr! flüſterte Erneſtine.. Jenes Waſſer iſt zu wenig transparent. Erneſtine führte ihren Landsmann in däs Landhaus, Auch das iſt wahr! wo ſie ihm mit kindlicher Freude ihre Reichthümer zeigte, Dieſer Waſſerfall kommt nicht von der Stelle, er während Sara den Mittagstiſch beſorgte. läuft nicht!Hier iſt mein Boudoir, ſagte ſie ſtolz, indem ſie ein Ach, Sie haben Recht, ich begreife es wohl! reizendes Gemach öffnete, deſſen Fenſter nach einem Raſen⸗ Weber nahm den Pinſel; indem er verbeſſerte, ſagte er: platze hinausgingen, auf dem eine Fontaine rauſchte. Das hat Nichts zu bedeuten, einige Pinſelſtriche ge⸗Das Landhaus gehört zwar meinem großmüthigen nügen, um Leben hineinzubringen. So! Wie theuer ver⸗ Beſchützer, dem Herrn Crosby; aber die Möbel in dieſem kaufſt Du ein Bild, wie dieſes hier? Zimmer ſind mein Eigenthum.

Feuilleton.

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Jacob Marc. fühlte mich bezaubert durch den geheimmnißpollen Blick und ueſ üoß. af. dem Rufe des hundertjährigen Glöckners zu folgen. Kaum hatte Eine hiſtoriſche Legende. ich die Stufen des Thurmes erſtiegen, als ſein Arm ſich fünfmal Längſt ſchon hatte ich den Vorſatz gefaßt, die Kathedrale von ausſtreckte und fünfmal die ſchwere Streitaxt auf das klingende Lavaur zu beſuchen. Träge von Natur, verſchob ich die mühſelige Metall niederfiel. Dann folgte die tiefſte Stille den Vibrationen Beſteigung von einem Tage zum andern, als ich eines Tages des Erzes und der Automat nahm ſeine finſtere Regungsloſigkeit träumeriſch dahinſchreitend durch den Schlag einer Uhr erweckt wieder an. Die Bewegung, die er machte, um die Glocke zu wurde; ich befand mich vor der Kirche St. Alain, und als ich bei ſchlagen, erlaubte mir einige Bemerkungen zu machen: ſeiner matten dem erſten Glockenſchlage unwillkührlich den Kopf erhob, ſah ich Hand fehlte der Daumen; zwei Finger waren ohne Vorderglied, einen phantaſtiſchen Arm, der, mit einer Streitaxt bewaffnet, auf ſeine Naſe hatte nur ein Nasloch; ſein linkes Auge ſchielte gewaltig die Glocke des Thurmes ſchlug. Dieſer fleiſchloſe Arm, deſſen und ſeine Ohren mangelten gänzlich. Was ſeine Kleidung betraf, kräftige Sehnen den Angriffen von Jahrhunderten widerſtanden, ſo gewährte ſie einen peinlichen Anblick; ſein Rock fiel in Fetzen gehörte einem Menſchen von ſonderbarem Aeußern, der ſich auf herab; ſeine Beinkleider waren zerlumpt. Er aber, ſtolz auf ſeine ſeinem einzigen Beine gegen die Mauer des Thurmes ſtützte und Armuth, lächelte über dieſe Lumpen, wie Diogenes über jeinen mich lächelnd zu betrachten ſchien. Dieſes Lächeln ließ ein ſehr zerlöcherten Mantel. Wie konnte er in der That Gefühl für die unvollſtändiges Zahngebiß gewabren, vergleichbar den halbzer⸗ Verſtümmelung ſeines Körpers und die Zerfetzung ſe er Kleider ſtöͤrten Zinnen einer Mauer. Ich hatte vor meinen Augen eine haben, er, der ſo oft die letzte Stunde verſchwundener Schönheiten lebendige Erzählung aus der phantaſtiſchen Feder Hoffmanns. Schon oft erblickte ich ohne Aufregung dieſes Bild, mit dem man glänzenden Schmuck breitete? 2 te ſie m mich in meiner Kindheit erſchreckt; diesmal aber gab ich ohne Wohlgefallen und zeigte ſie mit Stolz wie der alte Soldat ſeine Zweifel dem Lauf meiner unzuſammenhängenden Gedanken nach, Wunden und den Griff ſeines tapfern Schwertes, deſſen Klinge

(II. Jahrg.

geſchlagen hatte, der ſo oft das Leichentuch über friſchen und Ich glaube, er betrachtete ſie mit

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