Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
536
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Henry hatte einige Augenblicke vor ſich hin gelächelt.

Dieſem Umſtande verdanke ich auch wohl das Glück, daß ich von Ihnen ſo freundlich empfangen werde?

Ich bekenne es gern, daß mich Anfangs dieſe zufällige Aehnlichkeit feſſelte, ſpäter aber ward ich aus vollem Herzen Ihre Freundin.

Erneſtine ſchwieg, ergriff den Bleiſtift und machte einige Striche an dem Bilde, das vor ihr auf der Staffelei ſtand. Henry benutzte dieſe Augenblicke, um das reizende Mädchen nach Gefallen zu betrachten.

Wäre ich Lord Albert Derby! rief er ſeufzend aus.

Warum? fragte die Malerin, ohne aufzublicken.

Ich würde mit Ihnen das große Vermögen und alles Glück theilen, deſſen er durch ſeinen hohen Rang theil⸗ haftig iſt.

O, dieſen Spott, Sir Henry!

Wahrlich, die liebenswürdige Erneſtine verdient es, eine Lady zu ſein!

Wie würde ſich ein armes deutſches Mädchen als engliſche Lady ausnehmen! rief ſie lachend.Uebrigens i*ſt eine ſolche Erhebung für mich aus zwei Gründen un⸗ möglich. Erſtens, weil Lord Derby mit einer reichen Erbin verlobt und jetzt vielleicht ſchon vermählt iſt

So ſagt man. Und zweitens?

Weil ich den ſtolzen Lord wohl ehren und ihm mit inniger Dankbarkeit zugethan ſein, aber nicht heirathen kann. Die Kluft, die zwiſchen ihm und mir liegt, iſt zu groß, als daß ich je die Kraft und den Muth haben könnte, ſie zu überſchreiten.

In dieſem Falle preiſe ich mich glücklich, daß ich kein Lord bin! rief Henry.

Warum?

Weil zwiſchen uns die Kluft nicht vorhanden iſt, von der Sie ſprechen.

Erneſtine ſenkte das Geſicht tiefer auf das Bild, um ihr Erröthen zu verbergen. Der Nachbar gab mit dieſen

Novellen⸗Zeitung.

Worten eine Abſicht zu erkennen, die ihr Freude machte, wenn ſie auch bis zu dieſem Augenblicke nicht daran gedacht hatte, ihm mehr zu ſein als eine Freundin.

Aber es liegt eine andere Kluft zwiſchen uns, fuhr Henry ſeufzend fort.

Was meinen Sie? fragte ſie anſcheinend gleichgültig, als ob ſie nur das Geſpräch fortſetzen wollte.

Ich beſitze kein Vermögen; der Proceß hat mir Alles genommen.

Die junge Malerin ſah raſch auf.

Wollen Sie meiner ſpotten? fragte ſie.Sie bleiben mir derſelbe liebe Freund, der Sie mir bisher geweſen.

Erneſtine!

Sprechen Sie nie wieder über dieſen Punkt, es be⸗ trübt mich! Und wenn Sie ſo arm wären, als ich vor einem Jahre noch war, ich würde Erſchreckt unterbrach ſie ſich, ſie fühlte, daß ſie ſchon zu viel geſagt hatte.

O vollenden Sie, vollenden Sie! rief der junge Mann, indem er haſtig ihre Hand ergriff.

Ich würde glücklich ſein, wenn ich Sie über den Ver⸗ luſt tröſten könnte! flüſterte ſie verwirrt.

Sie können es, Erneſtine!

Wie?

Wenn Sie dem armen Manne erlauben, daß er Sie liebt!

Ein freudiger Schreck durchzuckte das junge Mädchen.

Henry! ſtammelte ſie.

Er ſank zu ihren Füßen nieder und ſah mit flehenden Blicken zu ihr empor.

Lieben Sie mich! rief ſie ſchluchzend nach einer Pauſe.Lieben Sie das verwaiſte Mädchen, wenn Sie es können!

Der junge Mann bedeckte ihre kleine Hand mit Küſſen und Thränen. Beide ſahen ſich dann mit Blicken an, die beredter waren als die glühendſten Worte.

Kleider über die Knie zuſammen, da ſie ſich nicht für verpflichtet halten ein paar neue Beinkleider zu ruiniren, und umwickeln ihre Knieſcheiben mit weichen Polſtern. 1 Es ſei dies nicht in der Abſicht erzählt, das Volk und ſeinen Glauben anzugreifen, ſondern nur um den National⸗Charakter

der Portugieſen zu erläutern. Sie halten, nichts vom ernſten, tiefen Nachdenken, ſie glauben an Dinge, über die ſie oft ſelber ſpotten. Sie ſagen: man lehrt uns daran glauben, und warum ſollen wir es licht? Nicht allein den Menſchen werden Buß⸗ übungen auferlegt, ſondern auch den Thieren. Wenn eine Seuche unter dem Vieh gewüthet hat, ſo macht man es ſich zur Pflicht, die Ueberlebenden nach dem Altare des Schutzheiligen zu führen. Einmal bei dieſem Thema, finde auch die Geſchichte zweier Damen hier Platz, die das Gelübde thaten, nach einem zwei Stunden ent⸗ fernten Orte zu pilgern, ohne unterwegs auch nur ein Wort zu ſprechen. Sie verſuchten es neun Mal ohne Erfolg und mußten ſich zuletzt einer ſchweren Buße unterwerfen, um ihres Gelübdes entbunden zu werden, deſſen Erfüllung ſie unmöglich fanden.

Zur Geſchichte des Buchhandels.

Die firma F. d. Brockhaus.

Der dreizehnte und vierzehnte Juli dieſes Jahres hatten in den ausgedehnten Räumlichkeiten des Leipziger Schützenhauſes eine Menge von viel über tauſend Perſonen beider Geſchlechter verſchiedenſter Stände zuſammengeführt zu einer Feier, welche die zeitweiligen Vorſteher der Brockhaus'ſchen Buchhandlung allen in

ihren mannigfachen Inſtituten beſchäftigten nrtergehenen zum Jubeltage des funfzigjährigen Beſtehens der Firma F. A. Brockhaus veranſtaltet hatten.

Die Firma F. A. Brockhaus that ſich heuer vor funfzig Jahren 1806 zu Amſterdam auf, ſiedelte dann ein Paar Jahre ſpäter nach Altenburg über und gehört ſeit 1817 unſerer Stadt an, indem ſich Friedrich Arnold Brockhaus zur Zeit der Jubilatemeſſe, Oſtern, des letztgenannten Jahres in die Reihe der Leipziger Buchhändler aufnehmen ließ.

Nach dem am 20. Auguſt 1823 erfolgten Tode des Begründers dieſes Geſchäfts ward daſſelbe unter bisheriger Firma von den beiden älteſten Söhnen und unter ſpecieller Leitung des verdienſt⸗ vollen und bewährten Mitarbeiters, des verſtorbenen K. F. Boch⸗ mann, fortgeführt. Im Jahre 1829 trat Friedrich Brockhaus (geb. zu Dortmund 1800) an die Spitze des Geſchäfts und führte es fortwährend Erweiterungen vornehmend bis 1850, zu welcher Zeit er ſich vom Geſchäftsleben zurückzog und ſeinem Bruder Heinrich(geb. zu Amſterdam 1804) die Oberleitung uͤberließ. Ihm ſteht nun ſeit dem 1. Juli 1854 ſein Sohn, Herr 5 H. Eduard Brockhaus, als Procuriſt des Ganzen zur Seite.

Beide gebieten über ein Geſchäft von wahrhaft koloſſaler

Ausdehnung, und man iſt erſtaunt, doch von immer neuen Ab⸗

zweigungen und Abtheilungen in demſelben zu hören.

Ein Blick auf den Haupt⸗Verlagskatalog reicht hin, um Jedem Reſpect einzuflößen: die darin verzeichneten Werke ſind vollauf genug, eine Bibliothek für ſich allein zu füllen, wenn man nur von jedem Buche ein Exemplar und von jeder neuen Auflage ein Specimen aufſtellen wollte. 8

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