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l. Jahrg
reden. Ich verſtehen ſich des Mannes ihres Gefühls iſche Minn⸗ Sie mir doch V iche, in ften⸗ rrin zu üben, koſtet, ſich in dern Nation R Claſtieität en geiſtreicher, e, dies iſt- — gewiß kein uns jedesmal ſirt, geſchieht „geſchieht un Solöcismen wunderſchin Wendungen wollen nicht Frauen auch ig des männ⸗ tbar finden; rlieſt man in Hauch mit der en uns jemals ander auf; in Weſens liegt n ſtudirt ſih, weiter, wird et nicht, daß man es nicht
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Nr. 33.)
Citerariſche Beſprechungen.
Die kleine Narrenwelt. Von Karl Gutzkow. Motto:„Der Menſch, die kleine Narrenwelt.“(Mephiſto.) Zwei Bände. Frankfurt a. M. Literariſche Anſtalt. 1856.
„... So im gewöhnlichen Leben, ja, auf dem Polizei⸗ bureau, wenn wir unſere jährliche Paßkarte erneuern laſſen, oder auf der Eiſenbahn, wenn wir uns einen Eckplatz ſo bequem und freundlich wie möglich einrichten, oder in einem Salon, wo wir in Erwartung eines Soupers die Liebenswürdigkeit und Geſprächigkeit ſelbſt ſind, da ent— wickeln ſich alle unſere Denk⸗ und Gefühlsintentionen mit einer erſtaunlichen Regelmäßigkeit, wir bewundern dann die Klarheit unſrer Vorſtellungen, die Sicherheit, mit der wir unſer eignes Beſte und die Ueberzeugung von unſerm wirklichen Vorhandenſein in der Welt in der Hand haben. Kaum aber wieder in unſern vier Pfählen angekommen, unſern täglichen Gewohnheiten, gelangweilt von a, den wir werfen, beginnen wir ſogleich wie⸗
gen zu laſſen, ſo viel Weſenloſes, Spukhaftes, Traumbe⸗ fangenes zu verfolgen, daß uns unſere ſtaatsbürgerliche und geſellſchaftliche Stellung oft unter den Füßen wankt und wir uns ſelbſt vor dem Spiegel nicht mehr wieder⸗ erkennen. Das Gefühl von Wunderlichkeiten, Ahnungen, Wünſchen, Beſorgniſſen, Hoffnungen, Einbildungen nebſt dem unmittelbar darauf folgenden Anhang von Eigenſinn, Trotz, Gewohnheit, Gelüſt, Neugier, Liebe, Abneigung, Liſt, Rache, Selbſttäuſchung——, dieſe kleine Narren— welt in uns, die uns eher bemitleidens⸗ als haſſenswürdig den ewigen, in ſinniger Vollkommenheit thronenden Göt⸗ tern darſtellen muß, dieſe iſt es, der die nachfolgende Samm⸗ nad älterer und neuerer Arbeiten des Verfaſſers gewid⸗ met iſt.“
So leitet Gutzkow die vorliegenden beiden Bändchen voll Novellen und Genrebildern ein. Das Unvernünftige und Unbegreifliche, das neben allem Vernünftigen und Begriffenen uns immer wieder das Leben zum Räthſel macht, davon werden hier alſo Skizzen zu finden ſein. Die Novelle vorzüglich iſt es, welche die Form für die Darſtel⸗ lung des Capriciöſen bietet, und ſo können wir gleich das erſte der geſammelten Märchen,„die Courstauben,“ als eine allerliebſte, in ihrer Art unnachahmliche Arbeit be⸗ zeichnen. 2 hnliches Intereſſe werden mancherlei der neun im erſten Bande folgenden Bilder in Anſpruch nehmen. Die innerlich und äußerlich umfangreichſte aber der mitgetheil⸗ ten Erzählungen finden wir im zweiten Theile.„Die Ni⸗ hiliſten“ ſind eine Novelle, die nicht nur gegenſtändlich etwas von jenem capriciöſen Lebensſtoffe uns darbietet, ſondern die tendenziös eine Polemik neaite Weltanſchau⸗ ung eröffnet, die als uner ſchütterlich„geſunden Menſchenverſtandes“ alle Pro⸗ bleme unſres Daſeins gelöſt haben oder doch keine Pro⸗ bleme deſſelben anerkennen will, die ſie zu löſen nicht im Stande wäre.
Die Hauptfigur der Nihiliſten, die Gutzkow hier ſchil⸗
dert, iſt der junge Gelehrte Conſtantin Ulrichs,— eine
jener Naturen, die ihr eignes Ich aller Welt voranſetzen
und in Wahrheit keinen Zweck haben, als den, es in den
Dritte folge. 527
eſultat des ewig klaren, ewig uner⸗
mannigfach gefahrvollen Strömungen deſſelben ſiegreich und glücklich oben zu erhalten. Folgende Züge mögen Zeugniß geben, wie vortrefflich Gutzkow es verſtanden, hier eine typiſche Charakterzeichnung zu entwerfen. Er ſagt von Conſtantin:
„Man war gewohnt, dieſem jungen Manne überall, wo er auftrat, ein großes Uebergewicht über die Geſell⸗ ſchaft einzuräumen. Er hatte ſich eine umfaſſende Menge von Kenntniſſen in den verſchiedenartigſten Wiſſensgebieten
V erworben und in den neueſten Vorkommniſſen der Politik
und der Naturwiſſenſchaft war er gewiß immer heimiſch. Er beſaß eine außerordentlich ſichere Art der Auseinander⸗
V ſetzung. Jedes Wort, das er ſprach, hatte etwas Gewich⸗
tiges, ſelbſt wenn er es nur ſo hinwarf. Sogar ſein Zweifel konnte für Andere Dogma werden.“
„Conſtantin war ein umſichtiger und erfinderiſcher Geſellſchafter. Er ging auf jeden Scherz der Damen ein, ohne doch im mindeſten den häßlichen Schein eines Ga⸗ lopins ſich zu erwerben. Man konnte ihn nicht eigentlich gefällig und zuvorkommend nennen, aber er verdarb keinen Scherz und war bereit, an jedem Spiele Theil zu nehmen, ſelbſt mit den älteſten Damen.“———
„Seinem älteſten Freunde Jean Reps, wie man dieſen ſchon auf der Univerſität, um den„überwundenen“ Jean Paul zu bezeichnen, nannte(er hieß eigentlich Johann
Repſe), einem halbverdorbenen Predigtamtscandidaten, hatte er, wie Wingolf beobachten konnte, am Abend vor⸗ her das Geld, das er ſehr oft in die Lage kam, dieſem leihen zu müſſen, mit einigen höchſt wahrſcheinlich ver⸗ dienten Rippenſtößen gegeben. Conſtantim war auswärts nonchalant, im Hauſe oft pedantiſch bis, wie Jean Reps ſagte, zum Zopf. Conſtantin ſchmählte oft, wenn er die Seinigen beſuchte und die bei ihnen herrſchende etwas ge⸗ niale Wirthſchaft wiederſah. Er leugnete die meiſten feſt⸗ ſtehenden Thatſachen, nur nicht ſeine Kleider, ſeine Wäſche, ſeine Schreibmaterialien, die Geräthſchaften der Toilette, die er ſehr gewiſſenhaft zu machen pflegte, und ähnliche ſehr wichtige und auf entſchiedenſte Stabilität angewieſene Dinge.“—
„Zu den Ausnahmen von jener allgemeinen Unbeſtän⸗ digkeit der Begriffe, die ihm das Weltall zu erfüllen ſchien, rechnete Conſtantin noch ſeine Cigarren und ſeinen Kaffee.“
„Er konnte über neue philoſophiſche Lehrgebäude, die in Geſtalt eines vom Buchhändler ihm zugeſandten Buchs ſich vorſtellten, höchſt witzig ſpotten, konnte den Unſinn „unmöglicher Beweisführungen,“ wie er ſagte, ſehr tref⸗ fend von ſich weiſen, aber ein Werk über die echte Kaffee⸗ zubereitung der Levante ſtudirte er andächtig.“———
„Conſtantin konnte mit Jean Reps Vieles, vielleicht Alles machen, was er wollte. Daraus ergab ſich eine ſonderbare Poſition. Jean Reps war Conſtantin eine Laſt und doch bedurfte er ſeiner. Jean Reps war ſo zu ſagen für Conſtantin's Hofſtaat der Ceremonienmeiſter. Dieſer zwei bis drei Jahre ältere Buſen⸗, Schul⸗ und Univer⸗ ſitätsfreund, Sohn geringer Eltern, von Stipendien auf⸗ gefüttert, krummbuckelnd durch die Welt gegangen, war der Leibpage und erſte Mameluk ſeines jüngern und be⸗ deutſamer entwickelten Freundes. Jahren vor ihm die Pauken der Bewunderung und raſſelte mit den Schellen ſeines von ihm zubereiteten Ruhmes.“
Er ſchlug ſchon ſeit


