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hierbei nicht ſo weit gehe, zu behaupten, daß immer der Schwarze die Blonde, die Kleine den Langen lieben werde, ſo habe ich doch ſchon bei Gelegenheit der verſchiedenen Temperamente darauf hingewieſen, daß ein gewiſſer Con⸗ traſt hier nöthig iſt, und daß z. B. Eigenſinn und Eigen⸗ ſinn ſchlecht zuſammenpaßt, iſt ebenſo wenig zu verwundern, als dies, daß Stahl und Meſſing ſich weniger reiben, als V Stahl und Stahl, oder Stein und Stein.
Was die beiden Geſchlechter ſo an einander feſſelt, iſt der ſtete Reiz der Neuheit, den ſie für einander haben, ſie einander ſtets unergründlich und darum intereſſant bleiben. Das Studium der Frauen wird nicht abſolvirt,
Noveſſen⸗Zeitung.
daß
III Jahrg.
Zweier befänden, die verſchiedene Sprachen reden. Ich nehme das Gleichniß an, es iſt richtig; ſie verſtehen ſich wirklich nur, indem die Frau die Belehrungen des Mannes ins Schöne(Weibliche), er die Offenbarungen ihres Gefühls und ihrer geiſtreichen Einfälle ins Syſtematiſche(Männ⸗ V
—
liche) überſetzt. Iſt dies ein Schade? Haben Sie mir doch ſelbſt geſtanden, daß es Ihnen ſtets Freude mache, in frem⸗ dem Idiom zu ſprechen, nicht nur um ſich darin zu üben, ſondern weil die geiſtige Anſtrengung, die es koſtet, ſich in eine Denkweiſe, in die ganze Logik einer andern Natijon hinein zu verſetzen, Ihnen eine ſolche geiſtige Elaſticität V gebe, daß Sie oft bemerkt hätten, Sie ſeien geiſtreicher, wenn Sie franzöſiſch ſprächen? Nun ich denke, dies iſt—
und jeder Fortſchritt bietet neue Aufgaben dar, und das
iſt es, was es ſo ſüß macht. in einem ſchönen Munde ein Tadel ſein ſoll:„Nein, die Männer ſind doch unbegreiflich!“ das iſt gerade ein Be⸗ weeiis, daß jener Mund einmal noch ſüße Worte flüſtern wwird. Daß wir an uns zu ſtudiren haben und nie zu Ende kommen, das iſt es, was uns anzieht. finden Sie auch nur unter den Verächtern der Frauen die, woelche behaupten, die Frauen ganz zu kennen.) Allein der große Unterſchied in dieſem Studium iſt, daß uns das Unbegreifliche das Frauenherz iſt, während die Frau immer wwieder erſtaunt ſieht, was ein Männerkopf doch für Ein⸗ fälle haben könne. Die Einſeitigkeit beider Geſchlechter macht, daß der Mann fortwährend refleetirt, in jedem Verhältniß die verſchiedenen Seiten hervortreten läßt und eben darum, da auch das geiſtige Auge nur einen Punkt zur Zeit ganz firirt, leicht einſeitig wird, während die Frau durch ihren unmittelbaren Takt ſtets das Ganze im Auge hat, mögen auch darüber die einzelnen Seiten zu wenig beachtet werden.
Sie könnten nun vielleicht bemerken, daß auf dieſe Weiſe eigentlich nie ein volles Verſtändniß zwiſchen beiden Liebenden Statt finden könne, indem Beide ſich in der Lage
Ebenſo iſt das Wort, welches
damit (Darum
wenn dies anders bei Ihnen noch möglich iſt— gewiß kein Unglück. Ganz Aehnliches aber geſchieht uns jedesmal im Geſpräch mit einer Frau, die uns intereſſirt, geſchieht im weit höhern Grade da, wo wir ſie lieben, geſchieht um ſo mehr, je mehr in unſern Geſprächen jene Solöcismen der weiblichen Natur hervortreten, die wir ſo wunderſchön finden, obgleich unſere plumpen männlichen Wendungen ſie nicht ganz wiederzugeben vermögen. Wir wollen nicht unnütz beſcheiden ſein. Aehnlich wird es den Frauen auch
mit uns gehen, auch ſie werden manche Wendung des männ⸗ lichen Denkens nur annäherungsweiſe überſetzbar finden; deſto beſſer für ſie und für uns. Gute Bücher lieſt man im Original, bei Fabrikwaare begnügt man ſich auch mit der Ueberſetzung. Könnten wir und die Frauen uns jemals ganz verſtehen, ſo hörte das Intereſſe an einander auf; in der gegenſeitigen Unergründlichkeit unſeres Weſens liegt die Macht, die uns an einander bindet. Man ſtudirt ſich, wie ich ſchon einmal ſagte, man ſtudirt immer weiter, wird
alt und grau bei dieſem Studium und bedauert nicht, dasß
es zu keinem Ziele führte, ſondern nur— daß man es nicht von Neuem anfangen kann.
und wenn die Finger nicht mit Safran beſalbt, wenn ihnen nicht der Zimmet aufſtößt und ſie die Näglein athmen, ſo glauben ſie nicht behaglich und anſtändig zu leben Das Vaterland bringt Alles hervor, aber Kleider, Speiſen, Arznei holen ſie von den Säulen des Hercules, von Ceylon, vom Ganges und vom Nil⸗ ſtrom her!“
Nach Kaiſer Heinrichs I. Ausſpruch heißt ein Aedler, Edler, Adliger ſoviel als ein Eidhalter, der ſeinem Feldherrn treu und bold bleibt. Daher die alten Adelstitel herkommen: Streng und Deſt, indem ſie nämlich unbeweglich, ſteif und ſtandhaft in Treffen und Schlachten ſich verhalten ſollen. Ch. Andr. Angeli Märkiſche Cohronik I. p. 38.
Ein Officier überreichte Heinrich IV. eine Bittſchrift, welcher er erwähnte, daß er in dem Dienſte des Königs zahlreiche Wunden empfangen hätte und in Folge derſelben der Unterſtützung boedürftig ſei.
Nachdem der König die Bittſchrift geleſen hatte, ſprach er die bei ſolcher Gelegenheit furchtbaren Worte aus das Vergeſſen zu verſprechen ſcheinen:„Wir wollen ſehen.“ „,, auf der Stelle, Eure Majeſtät,“ entgegnete der Bitt⸗ ſteller, riß ſein Wamms auf und zeigte die zahlreichen Narben, die
ſeine Bruſt bedeckten. a.
Herr von Philippeaux war Geſandter bei Victor Amadeus
derſelben Stunde alle piemonteſiſchen Truppen,
ſgfranzöſiſchem Gebiet befanden, umzingeln und entwaffnen ließ.
in
die beinahe immer
von Savoyen, als Frankreich, welches d dieſem Fürſten mißtraute, in die ſich auf
Als der Herzog dieſe Nachricht empfing, ließ er Philippeaux zu ſich berufen, redete ihn mit großer Heftigkeit an, eergriff ſeinen Rockknopf und ſagte dieſen ſchüttelnd:„Morbleu, Sie wußten es, Herr, Sie wußten es!“ 3 3
„Ja, gnädiger Herr,“ entgegnete Philippeaux,„ Knopf wußte nichts davon!“
uf den
Dann trat er einen Schritt zurück, legte die Han 4 Griff ſeines Degens und vereinigte ſo mit der Antwort eines Mannes von Geiſt die Entſchloſſenheit eines Mannes von Herz. a. Einige Jahre vor der Revolution wurde Linguet, ein ebenſo 4 geiſtreicher als in ſeinen Aeußerungen beißender Advocat, in die Bajſtille geſteckt. Er befand ſich hier ſeit einigen Tagen, als ein magerer, geſchmeidiger Menſch in ſein Zimmer trat. Da er mit
Schreiben beſchäftigk war, erweckte der Beſuch ſeinen Zorn und er fragte den Läſtigen mürriſch:„Was wollen Sie von mir?“ „Mein Herr,“ entgegnete der Eingetretene ſebr artig,„ich komme—“ „Ei zum Henker, ich ſehe wohl, daß Sie kommen, aber es iſt a ſehr zur ungelegenen Ze „Das will ich nich Barbier der Baſtille und me— „O, das iſt etwas Anderes,“ unierbrach ihn Linguet;„wenn Sie der Barbier der Baſtille ſind, ſo raſiren Sie ſie.“ a.
ten, mein Herr, aber ich bin der
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