heimniß entdecken. Sie ſahen mich vor einer Stunde in ſehr einfachen Kleidern?“
„Ja!“ 3
„Ich trage ſie, wenn ich meine Beſuche bei den Bilder⸗ händlern mache. Würde ich mich ihnen in meiner gewöhn⸗ lichen Toilette zeigen, ſo müßte ich für ein Bild, das mir
gefällt, die hohen Preiſe zahlen, die ſie reichen Liebhabern Man kennt dieſe, Bilderhändler in London— Crosby
ſtellen. ſie wuchern mit den Erzeugniſſen der Künſtler. macht jedoch eine ehrenvolle Ausnahme; er läßt zwar ſeinen Vortheil nicht ganz außer Acht, aber er begnügt ſich mit einem mäßigen Gewinne. Und nun kommen Sie, mein liebes Kind; Ihr Beſchützer ſoll mir für die Gefälligkeit, die ich ihm leiſte, eines oder mehre Ihrer ſchönen Bilder zu angemeſſenen Preiſen verkaufen.“
„Und ich verſpreche Ihnen, Madame, daß ich fleißig arbeiten werde, damit Crosby Ihren Wunſch recht bald erfüllen kann!“
Erneſtine war ſo glücklich über dieſe Entdeckung, daß der Argwohn keinen Platz bei ihr finden konnte. Sie
glaubte, die Dame gehöre zu jener Claſſe von ſonderbaren
Kunſtenthuſiaſten, wie man ſie in England häufig findet. Auch die Eitelkeit erwachte— ſie hatte ja ihr Bild in einem koſtbaren Goldrahmen geſehen— und vollendete die Sorg⸗ loſigkeit, mit der ſie der Verehrerin ihrer Kunſt folgte. Beide verließen auf demſelben Wege das Haus, auf dem ſie es betreten hatten. Die Magd leuchtete mit der Kerze bis in den Hof voran. In der Straße ſtand der Fiaker. Erneſtine und ihre Begleiterin ſtiegen ein, und der Schlag ſchloß ſich. Kaum hatte der Kutſcher, der einen großen Mantel mit hohem Pelzkragen trug, ſeinen Platz einge⸗ nommen, als Morton erſchien und ihm zuflüſterte:
„Weißt Du, wohin Du fahren ſollſt?“
„Nein; ich habe vergeſſen zu fragen.“
„Du fährſt meine Frau nach London⸗Tavern.“
„Gut, Herr!“
Novellen⸗Zeitung.
(II. Jahrg.
Der Wagen rollte davon. Der Advocat verſchwand wie ein Schatten in dem dichten Schneegeſtöber, das die ſchmale Straße erfüllte. Er ging zu dem ehrenwerthen Lord Seyton, um ihm anzuzeigen, daß die rechtmäßige Erbin des Kaufmanns Robert auf dem Wege nach Cali⸗ fornien ſei.
Erneſtine, die ſich jetzt eines Argwohns geſchämt hätte, unterhielt ſich mit Miſtreß Barkley über die Malerkunſt; ſie ſprach ſich über ihre Bilder aus und verſicherte, um den Werth derſelben in den Augen der Kennerin zu erhöhen, daß die Landſchaften getreu nach der Natur gezeichnet wären. uUnter dieſen Geſprächen verfloß raſch eine Viertelſtunde. Da hielt der Wagen plötzlich an.
„Sollten wir ſchon zur Stelle ſein?“ fragte die Bar— kley, indem ſie ſich bemühete, durch das mit Schnee und Eis bedeckte Fenſter zu ſehen.
In dieſem Augenblicke ward der Schlag an der Seite geöffnet, wo Erneſtine ſaß.
V„London-Tavern!“ rief die Stimme des Kutſchers, der ſich in ſeinem großen Mantel zeigte.
„Was iſt das?“ rief beſtürzt das junge Mädchen, und zugleich ſprang es raſch aus dem Wagen. Der Kutſcher ſchlug den Schlag wieder zu.
„Sehen Sie ſich um, Miß,“ flüſterte eine weiche Stimme aus dem großen Pelzkragen des Kutſchers. Hier iſt der Bilderladen Crosby's. Gehen Sie ruhig nach Hauſe Ihre Begleiterin werde ich allein nach Tavern fahren.“ 7
Mit einem Pferd und fuhr im raſchen Trabe davon. Die zurück⸗ bleibende Erneſtine hörte das Rufen der Barkley in dem ffeſt verſchloſſenen Wagen, der nach wenig Augenblicken
ſchon verſchwunden war. Erneſtine erholte ſich von dem neuen Schrecken, als ſie den erleuchteten Bilderladen Crosby's vor ſich ſah. Sie öffnete die Glasthür, trat ein und eilte weinend zu ihrem Wohlthäter, der an ſeinem
des Herrn Dauphins in drei Abtheilungen. Die erſte enthält alle Feſte und Ergötzlichkeiten, die in Paris ſechs Monate hinter⸗ einander ſtattfanden, die zweite die, welche in den Provinzen
und im Auslande gefeiert wurden, ſo wie die Reden, Anreden,
Embleme u. ſ. w.,— und die dritte die beſten bei dieſer Gelegenheit erſchienenen Gedichte.
Der Verfaſſer, Chevalier Doudet, beklagt ſich, daß er in einem ſo kleinen Bande nicht Alles erzählen und beſchreiben konnte. Er verweiſt die Neugierigen, welche die Berichte und die Verſe leſen wollen, auf den Mercure, der davon länger als ein Jahr und in mehr als zwanzig Bänden geſprochen hat.
Der große Rath, die franzöſiſche Akademie, die Univerſität und andere Körperſchaften hielten Anreden an den König, an die Königin und, was wohl ſonderbar erſcheinen mag, an den Dauphin ſelbſt. Man findet in dem Werke des Chevalier Doudet eine Rede, welche de la Mothe im Namen der franzöſiſchen Aka⸗ demie hielt. Der Dauphin war am 4. September geboren und dieſe Anrede wurde ſieben Tage nach ſeiner Geburt an ihn gehalten. Seine Antwort berichtet uns Doudet nicht.
Man erinnert ſich noch, daß die Taufe des Königs von Rom, die am 9. Juni 1811 zur Zeit des höchſten Ruhms und der größten Macht Napoleons I. gefeiert wurde, zu großen Feſtlichkeiten Veranlaſſung gab. Der Kaiſer und die Kaiſerin brachen an dem Tauftage, einem Sonntage, um 5 ½ Uhr Morgens aus dem Schloſſe der Tuilerien auf, um ſich nach der Hauptkirche von Paris zu begeben. An demſelben Tage fanden die Feſtlichkeiten
der Municipalität und öffentliche Luſtbarkeiten ſtatt; den Abend
Se waren in allen Theatern Gratisvorſtellungen gegeben worden. an we⸗
unter den Ergötzlichkeiten erwähnen wir der Lotterie von unbg 6
—
Brennſtoffen; es fand eine in jedem Arrondiſſement ſtatt. Dier
Austheilung der Brennſtoffe an die Inhaber von Gewinnnummern
begann um vier Uhr auf zwölf Plätzen, die zu beiden Seiten der
Hauptallee der Champs élyſées lagen. Zu gleicher Zeit wurde
auch Wein aus den Brunnen vertheilt, die ebenfalls an den Seiten
der erwähnten Allee errichtet waren. 1 a. *
„
Zur Geſchichte der Induſtrie.„ Die letzten Fortſchritte der elekttriſchen Celegraphen Frankreich. 9 vecphe 33
Der Gebrauch der elektriſchen elegraphen zur Privät⸗ correſpondenz greift täglich mehr um
ſind bereits 107 Städte durch den elektriſchen Telegraphen mit der Hauptſtadt verbunden. Bald werden alle Hauptorte der Präfec⸗ turen mit Paris direct correſpondiren können, welches auch mit Corſica und Algerien in unmittelbare Verbindung geſetzt wird. Vor 1852 waren die franzöſiſchen Linien nur mit denen Belgiens und Englands zuſammenhängend; jetzt ſind die Grenzen beinahe
dem Großherzogthum Baden, Preußen, Oeſtreich und Sardinien,
telegraphiſche Linie bereits bis Irun. Die legislativen Maßregeln, welche die Privattelegraphie
London⸗
1 ſ ſich. Der Lufttelegraph ſetzte nur 20 Städte mit Paris in Verbindung und gegenwärtig
nach allen Richtungen überſchritten. Frankreich ſteht in unmittel⸗ barer Verbindung mit England, Belgien, der Schweiz, Baiern,
und die Dräthe erwarten in Irun nur die Linie von Madrid zur franzöſiſchen Grenze, um beendigt zu werden. Von Paris geht die
Satze war er auf dem Bocke, hieb auf das
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N. 33.]
Büreau ſtand noch zeitig ge „Wer M ſein?“ fragt Erneſtine „Sitſol inden fie die Ad Cros
ſich hin: „Wer de und wer die Dann g. ſclitßen. T Sihweſter b atürlich da⸗ hütete ſich, werden zu kauft hatte,
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