Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
518
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i*ſt nicht auszuforſchen; es vergißt in einer Viertelſtunde, züglich in dem großen braunen Auge ausſprach. Sie trat was es jetzt erlebt hat. Wenn die hohe Polizei meinem vor einen großen Spiegel und muſterte den Hut.

Speditionsgeſchäfte einmal auf die Spur kommen und dieSir Morton, ſagte ſie dabei,ich habe Sie um eine Magd inquiriren ſollte, wird ſie nicht mehr verrathen können, kleine Gefälligkeit zu bitten.

als mein Kapuziner-Affe. Auch kann ich ihr getroſt dieSprechen Sie, Miſtreß Barkley.

Bedienung der Damen anvertrauen, die mich in meiner VWenn Sie hören, daß ich durch den Hof das Haus Wohnung beſuchen. verlaſſe, ſo ſteigen Sie die kleine Treppe hinab, auf der

Ich bewundre Ihren Scharfſinn, Miſtreß Barkley! Sie gekommen ſind ſie führt direct auf die Straße. Wäre ich ein Mann, und Advocat geworden, ich Bin ich mit meiner Begleiterin eingeſtiegen, ſo geben Sie würde Ihrem Stande keine Schande gemacht haben. dem Kutſcher Befehl, daß er mich nach London⸗Tavern Glauben Sie mir, meine Proeeſſe ſind oft ſo ſchwierig, daß fahre. Sie überzeugen ſich zugleich, daß das Geſchäft voll⸗ es einer großen Portion Muth und Kaltblütigkeit bedarf, endet iſt. um ſie nicht zu verlieren. Der Advocat greift offen und Der Advocat verſprach, den Auftrag zu erfüllen. frei ſeine Gegenpartei an, er kann ſich ſelbſt der Geſetze Die Frau vom Hauſe ſperrte ihren Affen in einen großen als Waffe bedienen ich muß heimlich und mit Liſt han- Meſſingkäficht, reichte dem Advocaten die Hand zum Ab⸗ deln, muß in tauſend Masken erſcheinen, je nachdem es ſchiede und verließ das Zimmer. die Umſtände erfordern. Heute war ich eine ärmlich ge⸗Man kann ſich auf ſie verlaſſen! murmelte Morton kleidete Frau, weil ich annahm, daß ſich die beſcheidene lächelnd vor ſich hin.Dieſes Weib iſt im Stande, die Malerin einer ſolchen am leichteſten nähern und Zutrauen Königin nach Californien zu escamotiren. zu ihr gewinnen würde morgen werde ich eine reiche V Er hatte Recht, Miſtreß Barkley hatte ihren Plan zur

Kaufmannsfrau aus der City ſein, um... Deportirung des armen Mädchens ſo fein angelegt, daß Die Magd trat haſtig in das Zimmer. er nicht ſcheitern konnte. Lächelnd trat ſie in das Zimmer, Der Fiaker ſteht an der Thür, Miſtreß Eva! mel⸗ in dem ſich die troſt- und rathloſe Erneſtine befand.

dete ſie mit ihrer rauhen Stimme.Was iſt das? fragte ſie erſtaunt.Sie weinen,

Gut, Ketty! Jetzt ſage der jungen Dame, die ſich in mein Kind? Ich wäre untröſtlich, wenn man Ihnen in dem Empfangzimmer befindet, was Du gethan haſt. meiner Wohnung ein Leid zugefügt hätte. Sie hat ſchon danach gefragt, ſchnarrte die halb Erneſtine ſtarrte die Dame an; ſie hatte die Stimme

blödſinnige Magd. der einfachen Frau aus dem Omnibus erkannt. Dann entfernte ſie ſich.Sie wundern ſich über die Veränderung, die mit mir Miſtreß Barkley warf einen reichen Pelzmantel um die vorgegangen iſt? fragte freundlich Miſtreß Barkley. Schultern und ſetzte einen ſchwarzen Sammthut mit wal⸗Madame, rief Erneſtine,man hat mich hier einge⸗

lender Feder auf. Sie war eine Frau von vierzig Jahren ſchloſſen! Länger als eine halbe Stunde habe ich in einer und mußte einſt ſchön geweſen ſein. Ihre Manieren hatten qualvollen Ungewißheit verbracht.

518 Roveſfen⸗Zeitung.[II. Jahrg.

N. 33]

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wirklich einen ariſtokratiſchen Anſtrich, daß ſie der einfachen,Worüber waren Sie in Ungewißheit? fragte erſtaunt d 33 aber koſtbaren Toilette entſprachen. Ihr Geſicht verrieth die Dame. n Weſü Intelligenz und eine gewiſſe Gutmüthigkeit, die ſich vor⸗Sie verſprachen mir, einen Wagen beſorgen zu laſſen. wEs iſ 2 d

noch da. Da fällt mir ein Stein vom Herzen, ich athme wieder. Drei Tage hielt ein nicht zu ſtillendes Erbrechen an und es Y ähnag Ohne Cocotte wäre die Gute nimmermehr weggegangen. ward bald für Niemand aus ſeiner Umgebung zweifelhaft, daß t a Red Heine diesmal unterliegen müſſe. Die ungeheuren Doſen Mor⸗ u

Gegen Meyerbeer war er damals vom heftigſten Aerger phium, die er allmählich zu nehmen gewohnt worden, hatten ihm 6 5 blits erfüllt. Die Urſache deſſelben iſt mir nicht klar geworden, es ſchien wohl ſonſt ähnliche Zuſtände bereitet, doch noch nie ſo heſtige und hrikage mir jedoch ſich damit ſo zu verhalten: Heine hatte ein paar Jahre anhaltende. Dennoch trotzte er und hoffte, er würde auch aus de

zuvor ein Tanzpoem Fauſt geſchrieben, das Berliner Theater hatte dieſem Kampfe noch lebend hervorgehen. Er ſetzte ein neues den Stoff faſt ganz in Heines Art und Zurechtlegung alsSa⸗ Teſtament auf, ohne es jedoch über den erſten Paragraph hinaus tanella auf die Bühne gebracht. Der Dichter ſah ſich um ſeine zu bringen, und blieb fortwährend bei vollem Bewußtſein. Ja, Tantiéme gebracht und ſchrieb an den Generaldirector, ihm zu der Witz ſogar verließ ihn nie. Einige Stunden vor ſeinem Ende ſeinem Rechte zu verhelfen. Meyerbeer konnte oder wollte nichts ſtürzte ein Bekannter in ſein Zimmer, um ihn noch zu ſehen. thun. Heine ergoß ſich nun in Späßen über den Maeſtro und Gleich nach ſeinem Eintreten richtete er an Heine die Frage, wie fügte endlich lachend hinzu: Deſſen ungeachtet iſt Meyerbeer er mit Gott ſtehe. Heine erwiderte lächelnd:Sein Sie ruhig! unſterblich nämlich ſo lange er lebt und auch auf ein paar Dieu me pardoônnera, c'est son métier! Jahre darüber hinaus für dieſe hat er vorausbezahlt.

Als Heine dieſe Verſe( ſein letztes Liebeslied;.. Aus der Geſchichte. daß ſchon der Tod an ſeine Thür poche, ja ſogar ſein Arzt hoffte 4 heftiges Unwohlſein und zerſtörte auf eine unerwartete Weiſe den ſtattfanden und von denen alle Zeitungen erfüllt ſind, wird man Wohl nicht mit Unrecht ſagt ein engliſcher Arzt: man ſtirbt nicht ähnliche Tauffeierlichkeiten zurückzurufen. Es war weder das Leiden der Nerven, noch das des Rückenmarks, die Vorbereitungen zur Taufe in der Hauptkirche von Paris

ſ. Album von N. 31 d. Ztg.) ſchrieb, glaubte er ſelbſt nicht,

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den Kranken noch länger hinaus zu erhalten. Da unterbrach den Prinzliche Cauſen.

gewohnten, gleichmäßig leidensvollen Krankheitszuſtand ein Bei Gelegenheit der Feierlichkeiten, welche am 14. Juni ſo lange faſt nur künſtlich zuſammengehaltenen Organismus. es nicht unintereſſant finden, einige hiſtoriſche Erinnerungen über an dem Uebel, wegen deſſen man krant danieder liegt, ſondern Ludwig XIII. wurde am 16. September 1606 zugleich mit an der Schwäche der Natur, das Uebel nicht beſtehen zu können. Madame von Frankreich, ſeiner Schweſter, getauft. Man ha⸗

an welchem Heine endete, eine unter anderen Verhältniſſen ganz troffen, aber ſie wurden durch eine Peſt unterbrochen,

unbedeutende Indigeſtion brachte ihn um. nöthigte, die Ceremonie in Fontainebleau vorzunehmee

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