Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
509
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Jahrg.

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Du ſollſt ſie ſehen, die einſt ein Engel aus Himmelshöhen war!

Frohwetter ſtand auf. Reiner ſeinem Beiſpiele.

Sie verließen das Haus und gingen die Hauptſtraße entlang bis zu einem eleganten Gartenhauſe, mit Spring⸗ brunnen im Vorhofe, dann bogen ſie links in eine Allee ein und folgten dieſer eine ziemliche Strecke weit dahin.

Vor einem großen Hauſe, das mitten in einem von hoher Mauer umringten Garten ſteht, machten ſie Halt und Frohwetter bat den Freund, vor einem Gitterpförtchen einige Augenblicke ausharren zu wollen, bis ſie komme.

Ich weiß Alles, ſagte er,was hier vorfällt. Vor einer Stunde ging ſie hier auf und ab, jetzt ruht ſie in einer der nächſten Lauben, dann kommt ſie wieder..... Horch!... Nein, es iſt noch nicht Zeit. Je genauer ihre Tage gezählt ſind, deſto pünktlicher benutzt ſie Stunden und Minuten... Ah! Sieh hin! Sieh hin! Sie kommt! V Die dort die dort. Die Sprache verſagte ihm.

Auf einem Sandwege, zwiſchen dem Geſträuche hervor kam jetzt eine hohe, aber vollſtändig hagere Geſtalt in der Tracht barmherziger Schweſtern. Sie ging langſam, ge⸗ ſenkten Hauptes und die Augen ſtarr auf den Boden rich⸗ tend vor ſich hin. Die ſchöne Form des Geſichtes konnte man zwar noch ganz gut erkennen, aber es war eingefallen und von jener gelb⸗verwitterten Farbe, wie ſie oft dem Alter, noch mehr aber gewiſſen Krankheiten eigen iſt. War

Beinahe unwillkührlich folgte

der Schritt im Ganzen noch feſt, ſo zitterte doch der Kopf ununterbrochen, noch mehr aber die Hände, welche, einen Roſenkranz von großen, ſchwarzen Holzkugeln haltend,

über der Bruſt gefaltet waren.

Mein Gott! Mein Gott! ſagte Reiner, aufs Tiefſte

von der eben ſo hohen als erbarmungswürdigen Erſchei⸗ nung ergriffen.Was iſt doch der Menſch, was iſt die Schönheit, die ihre Reize nicht am ewigen Quell der Tu⸗ gend erneuert!

pritte foide.

Ja, was iſt ſie? ſagte der Freund kaum hörbar vor ſich hin,was iſt ſie jetzt, die einſt ihres Gleichen auf Er⸗ den ſuchte! Ein Engel einſt am Arme des alten Gene⸗ rals wurde ſie ſpäter eine glänzende Raſende im Kreiſe ſchöner Verführer um jetzt als welke Büßerin der Kirche in die Arme zu ſinken; welch ein Kreislauf des Le⸗ bens, welch ein Ende! Er drückte ſein Geſicht an die Mauer, kehrte ſich weg und weinte ſtille für ſich.

Drinnen aber im Garten kniſterten noch eine Weile feierliche Schritte im Sand, leiſe Seufzer bebten zu den Freunden herüber, die Kugeln des Roſenkranzes klapperten und verſchwunden war die Geſtalt nach einer Weile wieder, um nicht mehr zum Vorſchein zu kommen!...

Uier Lieder von Albert Traeger).

Mein Stern.

O laß Dein Auge freundlich auf mir weilen,

Es blickt mir Ruhe tief ins Herz hinein;

Wie ſich die Wolken vor der Sonne theilen,

Flieht all' mein Schmerz vor ſeinem milden Schein.

Wollt' ich als Kind mein Abendſprüchlein lallen, Dann ſah ich fromm zu einem Stern empor: Es war mein Stern, ich fand ihn unter allen, Bis ich mit meiner Kindheit ihn verlor.

*) Vom ſelben Verfaſſer brachte das Deutſche Muſeum in letzter Zeit mehrfache poetiſche Beiträge.

Hülfe zu eilen, durch folgenden rührenden Zug der Wohlthätigkeit ergriffen. Auf dem Pont des Arts ſtand ein Blinder, bekannt durch

ſeine Gewandtheit im Spiel des Accordions, von einer zahlreichen

Menſchenmenge umgeben. Neugierig, den Grund des Zuſammen⸗ laufs kennen zu lernen, trat ein Vorübergehender hinzu, da las

er auf dem Korbe, welchen der Blinde neben ſich geſtellt hatte, um die Almoſen zu empfangen, die Inſchrift:Die Einnahme des

heutigen Tages widme ich den Ueberſchwemmten.

Die Wirkung dieſer Aufopferung war außerordentlich groß, denn von allen Seiten regnete es Sous und kleine Silberſtücke in den Korb des wohlthätigen Blinden. a.

Literatur. für Reiſende.

Jetzt, wo mit der eigentlichen Sommerwitterung jene perio⸗

diſche, regelmäßig zu dieſer Zeit wiederkehrende Bewegung der Touriſten auf Eiſenbahnen und Dampfbooten, und wo dieſe noch fehlen oder eine Lücke laſſen, vermittelſt Poſtwagen, Omnibus und Lohnkutſchen wieder ihren Anfang nimmt eine Bewegung, die man wohl als einen Act friedlicher und vergnügter Völker⸗ wanderung bezeichnen könnte, jetzt iſt es wohl an der Zeit, auf Brockhaus Reiſe⸗Bibliothek für Eiſenbahnen und Dampfſchiffe, die im vorigen Jahre ins Leben gerufen und neuerdings wieder um mehre zierliche und intereſſante Bändchen

veermehrt wurde, von neuem aufmerkſam zu machen.

Da wir beabſichtigen, beſonders intereſſante Bändchen auch einzeln zu beſprechen, wie dies ſchon zum Theil im vorigen Jahre geſchehen iſt, ſo wollen wir heute nur in gedrängter Kürze auf die Reichhaltigkeit des bisher Gelieferten aufmerkſam machen. Ganze Routen haben uns bisher vorgeführt: Levin Schücking in ſeiner inhaltreichen SchriftEine Eiſenbahnfahrt durch Weſtfalen; Ernſt Willkomm in ſeinemVon Berlin nach Hamburg, welche Schrift zugleich eine ausführliche Charakterſchilderung Lübecks

und Hamburgs enthält; Nikolaus Hocker inDas Moſelthal von Nancy bis Koblenz, mit beſonderer Berückſichtigung der Alter⸗ thümer und architektoniſchen Kunſtdenkmale des ehrwürdigen Trier; Adolf Bock inDie Thüringiſche Eiſenbahn; Aurelio Buddeus inVon Frankfurt a. M. nach Baſel. Eiſenbahnfahrt und Wanderungen im ſüddeutſchen Rheinland; Max Kurnik inAuf den ſchleſiſchen Eiſenbahnen. Eine Fahrt von Breslau nach Ober⸗, Mittel⸗ und Niederſchleſien. Städtebilder führten uns vor(außer Willkomm in ſeiner ſchon genannten Schrift von Hamburg und Lübeck) F. Guſtav Kühne inWien in alter und neuer Zeit; Wolfgang Müller von Königswinter in ſeinem Münchener Stizzenbuch, und J. C. Horn inBrüſſel nach ſeiner Vergangenheit und Gegenwart. Als Seitenſproſſen, die dieſer mehr topographiſche Hauptſtamm des Unternehmens trieb, ſind dann noch zu betrachten: Joſef RanksPoetiſches Reiſealbum und deſſelben höchſt intereſſante SchriftSchillerhäuſer; K. G. v. Berneck's mit zwei Plänen verſehenes KriegsgemäldeDie Schlachten bei Leipzig; H. Pröhle'sHarzbilder. Sitten und Gebräuche aus dem Harze, und derReiſe⸗Pitaval von Wilibald Alexis, eine Auswahl von merkwürdigen Criminalfällen und Reiſeabenteuern criminaliſtiſchen Eharakters enthaltend.

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