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Friedhofe
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Wohlthaten zu erzeigen? Kein Anderer als der edle, groß⸗ müthige Crosby, denn nur er kennt die Namen meiner armen Eltern. Gott lohne es ihm!“
Sie betete und gedachte in ihrem Gebete des Mannes, der ihr den theuerſten Schatz in dem fremden Lande erhalten hatte. Als ſie ſich erhob, fühlte ſie ſich heimiſcher, und ſelbſt der Wunſch ſtieg in ihr auf, daß es ihr noch lange vergönnt bieiben möge, nach der Stätte ihrer Kinderliebe zu wallfahrten. War nicht hier ihre Heimath? Schlum⸗ merten nicht hier Vater und Mutter, an denen ſie mit ganzer Seele hing?
Noch lange ſtand ſie und betrachtete das einfache Denkmal, das man im Sinne ihrer kindlichen Liebe geſetzt hatte. Sie bemerkte dann erſt die plötzlich eingetretene atmoſphäriſche Veränderung, als ein ſchneidender Wind dichte Schneeflocken über die Gräber wehte und dunkle Wolken den Horizont verhüllten. Sie berührte noch ein⸗ mal die Erde, als ob ſie den in ihrem Schooße Ruhenden zum Abſchiede die Hand reichen wollte, dann verließ ſie den Friedhof. 1
Es war hohe Zeit, der Wächter ſchloß das Gitter, als ſie die verhängnißvolle Schwelle überſchritten hatte.
Erneſtine befand ſich in einer Aufregung, daß ſie die
raſch eingetretene Dämmerung und das heftige Schneege⸗ ſtöber kaum bemerkte. ſich damit, wie ſie ſich ihrem Wohlthäter dankbar zeigen könne. 3
In der erſten Straße, die ſie betrat, herrſchte tiefe Dämmerung. Es war ſchwer, in dem Chaos ſchwarzer Häuſer den Rückweg nach der Wohnung zu finden. Die Nacht hatte Alles verändert. Stadttheile der Armuth vergebens nach einem Wagen um. Nachdem ſie die nächſten zwei Straßen durcheilt, erkannte ſie die Unmöglichkeit, ohne Führung den rechten Weg zu finden. Sie wandte ſich an einen Arbeiter, der vorüber⸗ ging. Der Mann war betrunken, er verſtand die an ihn
Alle ihre Gedanken beſchäftigten
Erneſtine ſah ſich in dem
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gerichteten Fragen nicht. Während Erneſtine ſich ihm ver⸗ ſtändlich zu machen ſuchte, trat eine Frau heran.
„Welche Straße ſuchen Sie?“ fragte ſie.
Das junge Mädchen nannte die Straße, in der Crosby wohnte.
„Sie haben die entgegengeſetzte Richtung eingeſchlagen,“ war die erſchreckende Antwort.„Wenn Sie ſo fortgehen, kommen Sie nach der Themſe.“
—
„Ich bitte, liebe Frau, bezeichnen Sie mir den rechten Weg.“
„Das wird ſchwer ſein.“
„Wenn auch nur nach einer Straße, in der ich einen Wagen finde.“
„So begleiten Sie mich.“
Erneſtine nahm keinen Anſtand, der gutgekleideten Frau zu folgen, die nun eine ſchmale Querſtraße einſchlug. Ein unglücklicher Zufall fügte es, daß ſich kein Fiaker zeigte. Die Dunkelheit nahm raſch zu, und der Schnee fiel in dichten Maſſen herab. Die beiden Frauen traten in eine belebte Straße, deren zahlreiche Läden hell beleuchtet waren. Ein ſchneidender Wind kam ihnen entgegen. Die Frau trat unter das Schirmdach eines Krämerladens. In dieſem Augenblicke hörte man auf einem benachbarten Kirchthurme vier Uhr ſchlagen.
„Ach,“ ſagte die Frau, indem ſie Erneſtinen lächelnd
in das Geſicht ſah,„nun muß gleich der Omnibus kommen, den ich erwarte. Sie werden wohl thun, mein liebes Kind, wenn Sie bis an die Paulskirche mit mir fahren, denn dort finden Sie ſicher einen Fiaker, der Sie nach Ihrer Wohnung bringt.“ Die Frau hatte ein ſo freundliches, einnehmendes Ge⸗ ſicht und dieſer Rath wurde in einem ſo wohlwollenden Tone ertheilt, daß Erneſtine gerührt dankte und der An⸗ weiſung zu folgen beſchloß. Kaum waren fünf Minuten verfloſſen, als ein Schellengeläute die Ankunft des Omnibus ankündigte.
ſlechien Franzöſiſch bekannt ſind, dadurch viel zu leiden, wenn ſie öffentlich auftreten ſollen.
Ein Beiſpiel für Tauſend. Ein Deputirter aus dem Elſaß betrat die Rednerbühne in der Pariſer Deputirtenkammer und begann ſeine Rede mit den Worten:
„Mes projets sont détruites“! (Meine Entwürfe ſind vernichtet.)
Derr Unglückliche ſprach aber elſaſſer Franzöſiſch, ſein p klang wie b, ſein J wie ch, ſein é wie es, und augenblicklich erhob ſich eine Stimme unter den Deputirten, welche, ihn copirend, ausrief:
„Voilà une curiosité! Ses brochets sont des truites!“ (Das iſt doch merkwürdig Seine Hechte ſind Forellen.)— Unaus⸗ löſchliches Gelächter. Der Deputirte war unmöglich geworden. Er mußte abtreten und wußte anfangs nicht einmal, warum.
Durch die Eigenthümlichkeit der franzöſiſchen Sprache, mit Veränderung einiger Buchſtaben, ja oft nur eines Accentes, komiſche Effecte hervorzubringen, indem ſie ſo vieldeutig wird, erklärt ſich die Unmaſſe von Calembours, in denen die Franzoſen ſo unerſchöpflich und— auch trotz den geiſtvollſten Anſtrengungen des„Kladderadatſch“, ihnen im Deutſchen gleichzukommen,— ſo unübertrefflich ſind.
Auch der Pathos iſt im Franzöſiſchen lächerlich geworden, ſeitdem die Converſationsſprache ſo fein ausgebildet wurde. Man reſpectirt den Pathos wohl im claſſiſchen Drama, aus Pietät; man erträgt ihn in philoſophiſchen und äſthetiſchen Werken und Theorien, weil man glaubt, das gehöre nun einmal zur Sache. Aber von der Bühne iſt er jetzt verbannt; mit den Romantikern iſt er verſchwunden. Daber die leichte, fließende, aber auch ſchwung⸗
und poeſieloſe Sprache der neuen franzöſiſchen Dramatiker. Rück⸗ fälle in den alten Stil des tragiſchen Pathos ſtimmen das Publi⸗ cum fofort zur Heiterkeit.
Auch hier einige Beiſpiele. Ein junger Dichter, der viel im Gorneille und Racine ſtudirt hatte und vielleicht glaubte, durch ſeine Werke eine neue claſſiſche Zeit heraufzubeſchwören, begann ſein erſtes fünfactiges Drama folgendermaßen.
Zwei Prinzeſſinnen, Schweſtern, treten auf. ſpricht zur andern im tieftragiſchen Tone:
Die eine
„Te souviens- tu, ma soeur,
Du feu- roi, notre père?“ („Erinnerſt Du Dich, meine Schweſter,
Des todten Königs, unſres Vaters?9) Sofort antwortete eine Stimme im Parterre, anſtatt der Schweſter:
„Ma foi, si je m'en souviens,
Je m'en souviens guère!“
(„Wenn ich mich auch ſeiner erinnere,
Habe ich wahrhaftig nicht viel davon.“9) 4
Das Drama fiel durch, denn das Publicum kam nach dieſer Anregung nicht mehr aus ſeiner heitern Stimmung heraus.
Wie weit würden wohl unſere deutſchen Schauſpieler und Schauſpieldichter mit ihren Dramen kommen, wenn unſer Publi⸗ cum ebenſo empfindlich gegen falſchen Pathos, wie gegen ſchlechte Ausſprache, und wenn es— ebenſo witzig wäre? nr.


