Jahrgang 
27-52 (1856)
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Nr. 31.]

Er verbarg die Anweiſung in einem Portefeuille. Mir liegt Alles daran, ſagte der Lord,daß dieſe Angelegenheit nun beendet iſt und der Vergeſſenheit an⸗

heimfällt. Sie ſagen, die Witwe des Malers würde ſterben Sicherlich!

Und die Tochter?

Wird zwar leben, aber unſchädlich bleiben. Ich nehme ſie auf mich.

Jetzt zu einem zweiten, neuen Punkte, ſagte der Lord.

Ich ſtehe zu Dienſten.

Um mein eigenes zerrüttetes Vermögen wieder herzu⸗ ſtellen, habe ich auf Albert Derby gerechnet. Wenn er mein Schwiegerſohn iſt, kann ich ſein Vermögen als das meinige betrachten.

Ich glaube, er wird keinen Anſtand nehmen, die reizende Arabella zu heirathen.

Und doch ſcheint es ſo.

Arabella, die meinen Plan kennt, vermag ihn nicht zu feſſeln. Der junge Mann beſitzt eine große Bildung, einen Schatz von Kenntniſſen; aber er iſt ein Träumer, wenn ich ihn nicht einen Sonderling nennen will. Seit der Zeit, daß ich ihm einen Theil des Vermögens über⸗ wieſen habe, kauft er alle Gemälde und Bücher, um das Muſeum zu vervollſtändigen, das er von ſeinem Vater ge⸗ erbt hat. Die Frauen ſcheinen ihm gleichgültig zu ſein, und vorzüglich Arabella, die er zwar ſehr höflich, aber kalt behandelt. Was iſt zu thun? Was rathen Sie mir?

Dies freilich, Mylord, e Herzensangelegenheit, in welcher der Scharfſinn dvocaten nicht viel aus⸗ richtet. Indeß, ſollte das⸗Herz des jungen Erben nicht zu bewegen ſein, ſo müſſen wir auf andere Mittel ſinnen, Ihrer Familie das ſchöne Vermögen zu erhalten. Ich werde Albert Derby beobachten und danach ſpäter Maß⸗ regeln ergreifen, wenn es nöthig ſein ſollte.

*

Lord Seyton ordnete mit dem Advocaten noch einige Geſchäfte, dann trennten ſie ſich.

Der arme Mann! flüſterte Herr Morton lächelnd vor ſich hin, als er die breite Freitreppe vor dem Hauſe herabſtieg.Er ſtrebt nach demſelben Ziele, das ich mir geſteckt habe. Mylord, Sie ſind von jeher ein Verſchwender geweſen, und Ihnen neue Mittel zu liefern, Ihrer alten Leidenſchaft nachzuhangen, wäre ein Unſinn. Lord Albert kann Ihre Tochter heirathen, aber ohne Vermögen!

Der wackere Herr Morton, der klügſte Advocat von London, ſtieg in einen Wagen und fuhr ſeiner Wohnung zu.

Lord Seyton ging in das Zimmer ſeiner Tochter. Zu ſeiner Verwunderung fand er Arabella, ein ſehr ſchönes bleiches Mädchen von vierundzwanzig Jahren, allein.

Wo iſt Albert?

Vor zehn Minuten hat er mich verlaſſen, mein Vater.

War es Dir nicht möglich, ihn länger zu feſſeln?

Arabella lächelte ſpöttiſch.

Nicht möglich? wiederholte ſie. ſelbſt gerathen, zu gehen.

Mein Kind, Du haſt eine Unklugheit begangen

Die ich verantworten werde.

Vergiß nicht, daß von Albert Derby unſere Ehre, unſere Zukunft abhängt.

Arabella lehnte ihre bleiche Wange an die Achſel des Vaters, ſah mit ihren dunkelbraunen ſtechenden Augen zu ihm empor und flüſterte lächelnd:

Eben weil ich daran denke, mein Vater, habe ich ihn

Ich habe ihm

nicht zurückgehalten. Parlamente vor. Morgen will er ſie Ihnen mittheilen. Uebrigens ſtehen die Sachen gut.

Arabella!

Erlaſſen Sie mir für den Augenblick eine nähere

glücklich preiſt, meine Hand zu beſitzen. Dieſe Woche noch geben wir einen großen Ball und feiern dadurch des jungen

Orte, wo ſo viel von dem beſten Blute der Niederländer vergoſſen worden war, ſtand das Blutgerüſt mit ſchwarzem Tuch beſchlagen. Darauf ſah man zwei ſchwarze Sammtkiſſen und auf einem leichfalls ſchwarzbeſchlagenen kleinen Tiſche ein ſilbernes Crueifix. An den beiden Enden der Erhöhung ſtanden zwei Pfähle, deren

Geſchäfte waren unterbrochen, die Läden geſchloſſen und die Glocken aller Kirchen ertönten. Es ſchien irgend ein drohendes Unheil über der Stadt zu lagern.Es war, ſagt ein Zeitgenoſſe, als würde das jüngſte Gericht erwartet.

Während ſich der Zug langſam durch die Reihen der Soldaten

ſtahlbeſchlagene Enden hinlänglich den Zweck andeuteten, zu dem

ſie errichtet waren. Dem Schaffot gegenüber hielt der Hofprofos zu Pferde, mit dem rothen Stab ſeines Amtes in der Hand). Der Scharfrichter war wie gewöhnlich unter dem Schaffot den Blicken der Menge verborgen, um nicht durch ſeine Gegenwart, ehe dieſe erforderlich war, die Gefile der Gefangenen zu verletzen. Die Truppen, welche die galze Nacht unter den Waffen geſtanden hatten, waren in Reihe und Glied rings umher aufgeſtellt, und ſtarke Ab⸗ theilungen Arkebuſiere an den Ausgängen der großen Straßen aufgeſtellt, die zu dem Platze führten. Der von den Soldaten freigeluſſene Raum füllte ſich bald mit einer Maſſe von Zuſchauern. e bedeckten die Dächer und Fenſter der Gebäude rings um

ee die ſo allbekannt in der Stadt waren und deren Namen

Ande⸗ Platz, von denen mehrere noch jetzt ſtehen und durch ihre

den /e altoethümliche Bauart verrathen, daß ſie Zeugen des traurigen

7 2*c Au ſtritts geweſen ſein müſſen. Und in der That war es ein

trguriger Tag für Brüſſel, ſo lange der Aufenthalt der beiden

Cre 2 hier ebenſo ehrte, wie in ihren eigenen Provinzen. Alle

. v⸗) Dieſer Menſch, Namens Spel, fand kein beſſeres Schickſal als das elbſt durch den Herzog zum Galgen verurtheilt, und zur

rroßen Genug⸗ Nuung des Voles fand dieſe Strafe ſeiner vielfältigen 8 3

erbrechen ihre

Aüſſtieckung.

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r Opfer, deren Hinrichtung er jetzt beaufſichtigte. Kurze Zeit darauf wurde

bewegte, grüßte Egmont die Officiere, von denen mehrere ſeine ehemaligen Waffengenoſſen waren, mit einer ſo freundlichen und würdevollen Faſſung in ſeinem Weſen, daß die, welche Zeugen davon waren, es nicht vergeſſen konnten. Selbſt von den Spaniern vermochten einige die Thränen nicht zurückzuhalten, als ſie den letzten Blick auf den tapfern Feldherrn warfen, der ein ſo trauriges Ende nehmen ſollte.

Mit feſten Tritten erſtieg er das Blutgerüſt, und während eer darauf hinging, ſprach er den vergeblichen Wunſch aus, daß es ihm ſtatt eines ſolchen Schickſals hätte vergönnt ſein mögen, in

dem Dienſte ſeines Königs und ſeines Vaterlandes zu ſterben. Bald aber wendete er ſich zu andern Gedanken, kniete nieder auf eins der. Kiſſen, mit dem Biſchof zu ſeiner Seite auf dem andern, und verſank in inbrünſtiges Gebet. Die Augen mit dem Ausdrucke unausſprechlichen Trübſinns gen Himmel gerichtet, betete er ſo innig und laut, daß die Zuſchauer ſeine Worte deutlich verſtehen rückte ihm das ſilberne

konnten. Der tief ergriffene Prälat d

Crucifix in die Hand. Egmont küßte es wiederholt; als er darauf erhob er ſich dem Biſchof ein Zeichen, ſich zurückzuziehen. Dann warf kniete wieder nieder, zog eine ſchwarze

zum letzten Male die Abſolution empfangen hatte, und gab er Mantel und Wamms ab, ſeidene Kappe, die er zu dieſem Zwecke mitgebracht hatte, über die Augen, wiederholte die Worte:In deine Hände, o mein Gott,

Er bereitet ſich auf ſeine Rede im

Erklärung. Albert ſelbſt muß Ihnen eröffnen, daß er ſich

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