Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
485
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Nr. 31.] Dritte

Sollten Sie mir etwas mitzutheilen haben, mein liebes Kind, ſo finden Sie mich in meiner Wohnung, die Ihnen bekannt iſt.

er Advocat grüßte und verließ das Dachſtübchen. D Kre Bewohner blieben in dumpfer Beſtürzung zurück.

III. Wir verlaſſen die City mit ihren winkligen und krummen

Gaſſen und führen den Leſer nach Weſtminſter, dem präch⸗

tigen Stadttheile von London, der ausſchließlich der Auf⸗

enthalt des Hofes, der Großen, der reichen Gutsbeſitzer,

überhaupt aller derer iſt, die zur vornehmen und glänzenden Welt gehören. Hier ſieht man nur ſchöne gerade Straßen, die ſich in rechten Winkeln durchſchneiden, und in den Straßen große, palaſtähnliche Häuſer. Wir betreten eins dieſer Häuſer, das dem Lord Seyton gehört. Es iſt in der ſtattlichen Reihe das größte und glänzendſte. Der Abend iſt bereits angebrochen. In einem der Zimmer finden wir zwei Männer, die im Geſpräche auf und abgehen. Der eine, ein ſtattlicher Greis von vielleicht ſſechsundſechzig Jahren, iſt Lord Seyton, der Beſitzer des 1 Hauſes, von dem man allgemein ſagte, daß er zehntauſend 5 Pfund jährlicher Revenüen habe. Den andern kennt der trägt er feine ſchwarze Kleider und ausgewählte weiße Wäſche. An ſeinen kurzen dicken Fingern glänzen Diamant⸗ ringe und auf der weißen Weſte flimmert eine ſchwere Uhr⸗ kette. Das rothe Haar iſt ſorgfältig coiffirt und der ſtarke Backenbart wohl geordnet itte ihn Erneſtine hier ge⸗ ſehen, ſie würde vielleicht weniger Abſcheu vor ihm em⸗ pfunden haben. Wie kommt es, werden vielleicht die Leſerinnen fragen,

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überhaupt in einer Verfaſſung ſich dem Mädchen vorgeſtellt, d ihm bei ſeinen Bewerbungen ſo wenig nützlich ſein

g daß der Advocat im Regenmantel, mit wirren Haaren,

Leſer bereits, es iſt Herr Morton, der Advocat, der die arme Erneſtine mit ſeiner Hand zu beglücken gedenkt. Jetzt

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konnte? Warum ſucht er bei dem alten Lord ſo reputirlich als möglich zu erſcheinen, während er ſich bei dem Mädchen, das er zu heirathen wünſcht, in einer abſchreckenden Geſtalt zeigt?

Wir erſuchen die freundlichen Leſerinnen folgendes Geſpräch zu belauſchen, und ſie werden eine genügende Antwort auf dieſe ſehr natürliche Frage erhalten.

Jetzt gehöre ich Ihnen, mein beſter Morton, ſagte der Lord.Albert Derby befindet ſich bei meiner Tochter, und wir haben eine Ueberraſchung von ihm nicht zu be⸗ fürchten. Sie wiſſen, daß Albert großjährig geworden und daß mithin meine Rechte als Vormund erloſchen ſind. Der junge Mann liebt mich wie ſeinen zweiten Vater, und ich glaube ſeiner Dankbarkeit gewiß ſein zu können; damit ich aber bei dem fernern Arrangement der Dinge in Ihrem Sinne, in dem Sinne unſers beſten Advocaten, verfahre, habe ich Sie zu dieſer Unterredung eingeladen.

Ihre Vorſicht, Mylord, iſt am rechten Orte.

Wir ſind zwar dem Ziele nahe, aber wir haben es noch nicht erreicht..

Und wieweit ſind wir gekommen, Morton

Ermeſſen Sie es ſelbſt, Mylord; ich werde über meine bisherige Thätigkeit und über die Sachlage Bericht erſtatten.

Der Lord lud zum Sitzen ein; beide Männer nahmen in einem prachtvollen Sopha Platz.

Ich bin Ihr Rechtsconſulent, Mylord, begann der Advocat.Was der Arzt dem Kranken, dem guten Chriſten der Beichtvater, das iſt der Advocat ſeinem Clienten. Vor dem Arzte, vor dem Beichtvater und dem Advocaten dürfen keine Geheimniſſe ſtattfinden, wenn ihre Hülfe wirkſam ſein ſoll.

Ich habe Ihnen Nichts verhehlt, Morton! ſagte mit einem verlegenen Lächeln der Lord.

Ganz recht; Sie haben mich mit einem unbedingten Vertrauen beehrt, und um zu zeigen, wie ich dieſes Ver⸗ trauen gerechtfertigt habe, muß ich um die Erlaubniß bitten,

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das Blutgerüſt aufzuführen. N8 Am Nachmittag des 4. ließ der Herzog von Alba den Biſchof von Yyern, Martin Rithovius, berufen, theilte ihm den Urtheils⸗ ſde mit und forderte ihn auf, die Gefangenen zu beſuchen, ſie mit ihrem Schickſal bekannt zu machen und ſie zu ihrer Hinrichtung auf den folgenden Tag vorzubereiten. Der Biſchof, ein vortreff⸗ licher Menſch und der perſönliche Freund Egmont's, war erſtaunt über die Nachricht. Er warf ſich Alba zu Füßen, flehte um Gnade für die Gefangenen und bat, ihnen wenigſtens Zeit zur Vorbereitung auf ihr Ende zu gönnen, wenn es nicht möglich ſei, ihr Leben zu ſchonen. Alba wies aber den Prälaten ſtrenge zurück und ſagte ihm, er ſei nicht berufen worden, gegen die Vollſtreckung des Geſetzes zu ſprechen, ſondern nur die Gefangenen zu tröſten und ſie in den Stand zu ſetzen, als Chriſten zu ſterben. Da der Beſchafchhr daß ſeine Bitten nutzlos waren, ſtand er auf und ergab ſich in ſeine traurige Sendung. Es war beinahe Mitternacht, als er Egmont's Gemach betrat. Er fand den Armen, deſſen Kräfte durch die lange Haft erſchöpft waren und den die Reiſe ermüdet hatte, in Schlaf verſenkt. Man hat behauptet, die beiden Grafen hätten ſich, nach Brüſſel berufen, der eitlen Hoffnung hingegeben, ſie ſollten dort

Wie dem auch ſein mag, ſcheint doch ſo viel gewiß, daß Egmont aauf die traurige Nachricht, die er empfing, nicht vorbereitet war.

die eifrig beſchäftigt waren, zu der Hinrichtung am folgenden Tage

den Schluß ihres Proceſſes und ihre Freiſprechung erfahren!

laſſen, eine ſolche Strafe verdiente. Nicht den Tod fürchte ich. Der Tod iſt das gemeinſchaftliche Loos von uns Allen. Aber ich ſchaudere vor der Schande zurück. Dennoch hoffe ich, meine Leiden werden meine Vergehen hinlänglich ſühnen, um meine unſchuldige Familie nicht durch die Confiscation meiner Güter in mein Verderben mit hinein zu reißen. So viel wenigſtens glaube ich aus Rückſicht auf meine geleiſteten Dienſte erwarten zu dürfen. Nach einer Pauſe fügte er dann hinzu:Da mein Tod der Wille Gottes und Sr. Majeſtät iſt, will ich verſuchen mich mit Geduld zu unterwerfen! Dann fragte er den Biſchof, ob keine Hoffnung ſei, und als er die Antwort empfing: durchaus keine, eſchloß er ſogleich, ſich auf den feierlichen Wechſel der Dinge vorzubereiten. Er erhob ſich von ſeinem Lager und kleidete ſich ſchnell an. Darauf beichtete er dem Prälate ſprach den Wunſch aus, die Meſſe zu hören und das Sacrament zu empfangen. Dies geſchah mit der größten Feierlichkeit und Egmont empfing die Communion voll Frommigkeit und indem er die innigſte Reue wegen ſeiner Sünden ausſprach. Darauf fragte er den Biſchof, welches Gebet ihn in ſeiner letzten Stunde der Verſuchung am beſten aufrecht erhalten würde. Der Prälat empfahl ihm das Gebet, welches unſer Heiland ſeinen Jüngern gebot. Der Rath gefiel dem Grafen

Egmont fragte, ob es gut gethan ſ gerüſte irgend etwas zur Erbauung des Volkes zu ſagen. Der

. b em ſeines Weibes und ſeiner Kinder riſſen unwillkührlich ſeine Gedanken Er wurde leichenblaß, als er auf die Worte des Biſchofs hörte,