Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
484
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um die Grafen Egmont und Horn nach Brüſſel zu escortiren. Es

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Ihr verſtorbener Mann ſagte, haben Sie in Deutſchland Nichts zurückgelaſſen; hier bietet ſich Ihnen eine frohe

Zukunft. Ich glaube, die Wahl kann nicht ſchwer ſein. Wer bietet uns dieſe Ausſicht?

an, die ich ihr biete, ſo iſt ſie die geliebte und geachtete Maue reichen Mannes.

neſtine zuckte zuſammen, als ob ſie von einem elek⸗

triſchen Schlage getroffen ſei. Sie ſah den dicken Advo⸗

Noveſſen⸗Zeitung.

[II. Jahrg. Da wandte ſich plötzlich Erneſtine. Herr Advocat, ſagte ſie gefaßt,meine Mutter iſt krank, ich muß ihr jede aufregende Verhandlung e ſparen.

Außerdem glaube ich verſichern zu können, daß mir Kein anderer, als ich. Nimmt Erneſtine meine Hand

caten mit den rothen Haaren, dem kupferbraunen Geſichte

und den geſchlitzten Schweinsaugen in einer Beſtürzung an, die deutlich ihren Abſcheu verrieth. ab, um die hervorquellenden Thränen zu verbergen. Sie hing an ihrer Mutter mit der zäértlichſten Liebe, ſie wäre für die Kranke in den Tod gegangen aber dieſes Opfer erſchien ihr auf den erſten Blick gräßlicher als der Tod.

Herr Morton verlor ſeine Ruhe nicht.

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Er war ein

allein die Entſcheidung überläßt. Wir ſind Ihnen ver⸗ pflichtet, mein Herr, und darum erachte ich es für billig, Sie nicht mit unbegründeten Hoffnungen hinzuhalten. Wie, Sie weiſen mich ohne Weiteres ab? fragte Herr Morton im höchſten Discant. Nein, lieber Herr, ich gebe Ihnen nur zu bedenken,

daß bei der Verſchiedenheit unſers Alters für beide Theiler

Dann wandte ſie ſich

Advocat, der vor keinem Proceſſe zurückſchreckt, und hier

hatte er, nach ſeiner Meinung, einen ſo großen Vortheil für ſich, daß der Ausgang ſeines Verfahrens kaum zweifel⸗ haft erſcheinen konnte. Den Eindruck, den ſein Antrag auf Erneſtine hervorgebracht, hatte er vorausgeſehen. Er ſah alſo die Mutter mit fragenden Blicken an, von der er ein geneigtes Gehör erwartete. Aber die arme Frau war nicht minder erſchreckt, als die Tochter. Mein Herr, ſtammelte ſie,Ihr Antrag iſt für uns ein höchſt ehrenvoller, indeß Sie ſtockte.* Indeß, fuhr der Advocat fort,hat man dennoch keine große Luſt, darauf einzugehen.

Verzeihung, ſagte die Kranke,er iſt ſo wichtig, daß er in reifliche Erwägung gezogen werden muß. Gönnen

Sie uns Zeit, mein Herr. Geben Sie mir Hoffnung, liebe Frau? Du lieber Gott, ich weiß nicht,

ſoll! ſtammelte die Kranke.

was ich antworten

der Wechſel nicht eingelöſt iſt. mir, daß ich einen Conſtabler zur Bewachung zuien

kein Glück erwachſen kann. Ich nehme an, daß die Hu⸗ manität Sie leitet und indem ich an dieſe appellire Genug! ſagte Herr Morton, indem er aufſtand. Glauben Sie, mein Kind, daß Sie bei dem Entſchluſſe verharren werden?. Ich glaube, flüſterte Erneſtine, beſtürzt über den unheimlichen Geſichtsausdruck des Advocaten,ich glaube,

daß es mir unmöglich ſein wird, ihn zu ändern. Gut, antwortete Herr Morton, indem er das junge Mädchen mit lüſternen Blicken anſah.Ich bin deshalb gezwungen, Sie als böswillige Schuldner zu betrachten.

Wir ſind in England, und nicht in Deutſchland lieben Frau! wandte er ſich an die Kranke. verſtorbener Mann, ſondern auch Sie, Frau Robert, haben

das Papier unterzeichnet, das mir nach Wechſelrecht eine Erinnern Sis ſich deſſen noch? Der Verfalltag iſt der Tag, an dem das Urtheil in Ihrem Proceſſe publicirt wird. Es iſt publie

Schuld von dreihundert Guineen ſichert.

mithin iſt auch der Wechfel fällig., Großer Gott, Sie wollen meine kranke Mutt,

das Wechſelgefängniß ſchleppen laſſen? rief die erble Erneſtine.

lnn. 2. 7 7,

Das könnte ſich wohl ereignen, wenn in 4cge,

Bis dahin erlau, ee

Fruilleton.

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Hinrichtung des grafen Egmont).

Im PVoraus zur Verurtheilung beſtimmt und in dieſer Vorausbeſtimmung dem Blutgerichte übergeben, war über die Grafen Egmont und Horn nach einem Proceß, deſſen Ungerechtigkeit in der Geſchichte faſt beiſpiellos daſtebt, das Todesurtheil gefällt worden. Es galt nun die Vollſtreckung deſſelben, und über dieſes

ſo wie über die letzten Augenblicke Egmont's berichtet Prescott

nach den ſorgfältigſten Studien verſchiedener Quellen im Original: Am 2. Juni 1568 wurden 3000 Mann nach Gent geſchickt,

deigte ſich kein Widerſtand, obgleich die Anweſenheit der Spanier

uggter den Einwohnern des Orts große Aufregung hervorbrachte,

da ſie nur zu gut das bevorſtehende Geſchick ihres Lieblings

ahntern.

Die Grafen wurden, jeder von zwei Officieren begleitet, in

beſondere Wagen gebracht. Ihre Wache beſtand aus 20 Com⸗

pagnien Pionieren und Arkebuſieren; eine Abtheilung Lanzenreiter V

und unter dieſen ein Commando von des Herzogs von Alba eigner

*) Nach dem mehrerwähnten vortrefflichen Werke Philipp's II., Königs von Spanien.

welches unter dem Namen Haus des nigs ehrwürdigen alterthümlichen Gebäude auf del

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