Nr. 30) Dritte ſolge t 1 473
„Ich bin es, mein Kind!“ flüſterte eine ſo dünne und feine Stimme, daß man ſie für die eines Frauenzimmers hätte halten mögen.
„Herr Morton!“ flüſterte Erneſtine, die der Anblick
Was der kleine Vogel erzählt!
Ein Sommermärchen
des kugelrunden Engländers erſchreckt zu haben ſchien. Vbn „Ich hoffe, Ihre Mutter befindet ſich jetzt beſſer, als Louiſe Eſche. vor vier Wochen,“ ſagte Herr Morton, indem er ohne Umſtände die Schwelle überſchritt und ſeinen Mantel ab⸗ Es war ein heißer Sommertag geweſen. Aber nun
ſchüttelte wie ein Hund ſein durchnäßtes Fell.„In dieſer wurde es Abend. Und ſo köſtlich, ſo friſch, ſo unſäglich Vorausſetzung bin ich gekommen, denn ich kann die bereits erquickend! Ich glaube, wem einmal das ganze wehe Ent⸗ zweimal vereitelte Unterredung nicht länger aufſchieben.“ V zücken, der ganze geheimnißvolle Reiz einer Sommernacht Herr Morton trat in das Stübchen, ohne eine Antwort die Seele durchbebte, der vergißt das nie wieder.— Ach, des zitternden Mädchens abzuwarten. Die Kranke erſchrak Jeder muß es empfinden; mit armem Worte läßt ſich's nicht nicht, aber ſie ſchüttelte ſchmerzlich das Haupt, als ſie den beſchreiben; das iſt Alles ſo märchenduftend, ſo feenhaft. Mann erblickte. Klingen, tönen hört man's, und weiß nicht was und woher? „Herr Advocat!“ flüſterte ſie. Zwiſchen der Unke Ruf und der Nachtigall Schlag, zwiſchen „Ich bin es, Frau Robert!“ V des Baches Geplauder und dem fernen Gepoche des Stahl⸗ „Es war mir unmöglich, mich bei Ihnen einzuſtellen.“ hammers, durch Alles hindurch, hierher, dorther, überall „Die Gründe ſind mir klar,“ ſagte der Advocat, indem zittern wunderbare Laute in der weichen Luft. Als wenn er ſich ohne Umſtände auf dem Stuhle niederließ, der neben es Geiſtermuſik wäre! Ich weiß nicht, haucht eine Sommer⸗ dem Bette ſtand. Ich komme alſo zu Ihnen, um unſere nacht mehr ſüße himmliſche Luſt, oder mehr banges Weh Angelegenheit zu ordnen, die nun bereits ſeit einem halben und vergehendes Empfinden in das warm ſchlagende Jahre in Stockung gerathen iſt. Daß ich dabei Ihre Menſchenherz? Welches Genießen, welch ſelig reiches drückende Lage bedacht habe, bedarf wohl keiner Ver- Leben, und wieder, welch unausſprechliches Verlangen ſicherung.“ nach etwas Unnennbarem, welch namenloſer Schmerz! „Zu meinem Bedauern iſt dieſe Lage immer noch die Sterben möchte man, ſich auflöſen in Sommerduft und ſelbe, lieber Herr.“ Nachtzauber,— da kommt die Thräne ins ſchauende Auge, „Und wird auch wohl dieſelbe bleiben, wenn Sie eine da bebt es jauchzend von der Lippe, es klagt im Herzen,
Aenderung von Ihrer eigenen Kraft erwarten. Das Un⸗ und aus der Seele ringt ſich's wie Gebet! glück hat Sie ſo tief daniedergeſchmettert, daß Sie ſich Aber ich wollte erzählen und da iſt es Zeit zu beginnen. ohne fremde Hülfe nicht wieder erheben können.“ Das Abendgeläute iſt lange verklungen, der Mond rudert „Sie irren, mein Herr,“ wagte Erneſtine einzuwenden, ſein kleines Fahrzeug höher hinauf, auf dem dunklen Azur, „wir werden durch unſere eigene Kraft die Armuth beſiegen.“ durch ſchneeweiße flockige Wellen. Und der Garten iſt doll 3 magiſchen Lichtes.— So, hier laßt uns ſitzen unter den (Fortſetzung folgt.) Trauereſchen.— Aber denkt nicht, es gäbe eine frohe Ge⸗ ſchichte heut Abend. Mir hat's ein kleiner Vogel erzählt,
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eine Oelkanne oder ein derartiges blechernes Gefäß, in der andern einen dicken Stock tragend; ohne dieſe wie auch die blaue Blouſe ſieht man ihn faſt nie. Wird ihm aber das Geſchrei zu arg, geht Die Zeitungen erwähnten unlängſt, daß in dem Departement man ihm wohl gar mit Steinwürfen zu Leibe, ſo verſchafft er der obern Garonne ein Schwefelre on gefallen ſei und die Be⸗ ſeinem Grimme in den wunderlichſten Geſticulationen, Sprüngen 1— dr der Sreche, die chfe nin Brin nd Schr c 8 llt und Drohungen Luft. Oft begnügt er ſich, alle nach ihm ge⸗ 3 3 3 Gleichwohl iſt die Eüſßedan an natürkich er wun ht worfenen Steine und Holzſtückchen einzuſtecken, zuweilen einmal haͤpr. ichwohl iſt die Erſcheinung ganz natürlich, wenn auch erwidert er Steinwurf mit Steinwurf. Töne ſtößt er aus, die kein Menſch verſteht, Blicke wirft er ab und zu um ſich, und eine gewiſſe herausfordernde Haltung nimmt er den Erwachſenen egenüber an, welche ſtillſtehen und dem Spaße zuſehen, daß man ſeinen Stolz unleugbar herauserkennt, wenn auch nichts Größeres, doch der Narr des Tags und der Kinderwelt ſein zu können. Zuweellen ſcheucht ein Schutzmann den Schwarm auseinander. Was nützt es! in der nächſten Minute beginnt das Spiel von neuem. So geht es mehre Straßen hindurch, bis wer weiß welches Zwiſchenereigniß den Geneckten dem Geſichtskreiſe ſeiner Peiniger. 1 3 entrückt. Doch in einer der nächſten Straßen, deſſen kann man Schwefelregen, Blutregen u. ſ. w. genannt. verſichert ſein, werden ſich die Neckereien in den verſchiedenſten Die Erklärung iſt, wie erwähnt, ſehr einfach. Die Unter⸗ extemporirten Variationen wiederholen. ſuchung, der man den gelben oder Schwefelregen unterworfen hat, Wenn nun in ſpäterer Zeit der Berliner„Pietſch“ ſeinen zeigte, daß ſeine Farbe aus der Beimiſchung einer ziemlich Brachvogel“ finden ſollte, welcher in ihm die Durchſchnittsbildung beträchtlichen Menge kleiner Staubſamenkügelchen von Pflanzen und die Geſchmacksrichtung der heutigen Bevölkerung zu repräſen⸗ herrührte. Bei einem Regen der Art, den man in Kopenhagen tiren ſuchte— Berlin, Berlin! einem Narrenhauſe würdeſt du beobachtete, rührten die Kügelchen von der Blüthe der Pinus Leichin⸗ deſſen Bewohner die Sucht der Selbſtbeſpiegelung„die sylve
Die Erde war davon auf einer größern Strecke bedeckt. Er fiel ohne Gewitter; es ging ihm kein Blitz, kein Donner voraus. Durch die Auflöſung dieſes Regens iſt das Waſſer, welches in Gefäßen und in den Dachrinnen ſtand, ganz weiß geworden. Noch am andern Tage ziemlich ſpät in den Tag hinein war die Erde auf mehrern Punkten mit dieſer ſchwefligen Maſſe bedeckt.
Dieſe Art von Phänomen iſt nicht ſo ſehr ſelten; man hat ſie ſchon in mehreren Ländern zu verſchiedenen Zeiten und unter ver⸗ ſchiedenen Umſtänden beobachtet. Je nach der Farbe hat man ſie
ucht in ſich ſelbſt den Affen ſeiner ſelbſt zu erkennen toll gemacht Bei ei
hat!—** in de iſchen Meeren ſegelte, hundert Meilen vom Continent: — entfe rriethen die Kügelchen die Pflanze Scolopendra phos-
Dieſe Arten von gelbem Regen können daher keinen
Der Regen von Schweſel, Blut u. ſ. w. 8.
der Regen die Farbe und ſelbſt den Geruch des Schwefels hatte.“
is he in den nordiſchen Wäldern ſo häufig vorkommt. an Fall, in welchem der Regen ein Schiff traf, das.
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