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Erneſtine ſorgte nun zunächſt für die kranke Mutter,
dann traf ſie ihre Einrichtungen zu der Arbeit. Es war
ſpät in der Nacht, als ſie die Lampe auslöſchte, um ſich zur Ruhe zu legen. Nachdem ſie um Geneſung für die Mutter und um Glück für den jungen Lord, der ihr eine
ſo frohe Zukunft eröffnet, gebetet hatte, ſank ſie einem ruhigen Schlummer in die Arme.
II.
Am folgenden Tage holte Erneſtine einen Arzt. Der Heilkünſtler, ein ſchon bejahrter Mann, ſprach ſich über den Zuſtand der Kranken nicht aus, er ſchrieb ein Recept, ordnete die Diät und rieth vor allen Dingen Ruhe an. Gemüthsbewegungen, ſelbſt die kleinſten, hieß er ſorgfältig vermeiden, da ſie die nachtheiligſten Wirkungen auf die Kranke ausübten. Als der Arzt ſich entfernte, begleitete ihn Erneſtine bis zur Treppe.
„Was halten Sie von der Krankheit meiner Mutter?“ fragte ſie beſorgt.
„Die arme Frau muß viel gelitten haben, mein Kind!“
„Ach ja, ſehr viel, lieber Herr! Das Unglück iſt von allen Seiten auf uns eingeſtürmt, und ich verhehle es Ihnen nicht, daß wir ſeit Wochen mit den härteſten Entbehrungen zu kämpfen gehabt haben. Jetzt aber hat ſich unſere Lage geändert, es iſt mir möglich, der Kranken ſorgfältige Pflege zu gewähren. Nehmen Sie ſich ihrer an, lieber Herr, und ſchließen Sie nicht von unſerer traurigen Wohnung auf unſere übrigen Verhältniſſe.“——
„Ich verſtehe Sie, mein liebes Kind!“ ſagte lächelnd der Arzt.„Fürchten Sie nicht, daß ich aus Eigennutz unterlaſſe, meine Pflicht zu erfüllen. Was ich vermag, geſchieht, ob ich an dem Bette eines Reichen oder eines Armen ſtehe. Sie werden mich täglich ſehen— aber ich wiederhole es, bewahren Sie die Kranke vor jeder Ge⸗
müthsbewegung, denn ſie iſt die ärgſte Feindin derſelben.“
Folge. 471
Erneſtine verſprach es. Hatte ſich der Arzt auch nicht beſtimmt ausgeſprochen, ſo war doch die Hoffnung der guten Tochter nicht daniedergebeugt, denn ſie hielt die Geneſung der Kranken von ihrem Fleiße und von ihrer Aufmerkſamkeit in der Pflege abhängig. Das hinterlaſſene Skizzenbuch des Vaters war nun ein Erbtheil geworden,
das die arme Familie vom Verderben retten ſollte.
Das Wetter ward täglich rauher, der Spätherbſt mit ſeinen Stürmen ſtellte ſich ein. Der Wind peitſchte Regen und Schnee an das hochgelegene Dachfenſter, aber in dem Innern des Stübchens, das Erneſtine rein und ſauber hielt, war es ſtets behaglich warm.
Nach acht Tagen hatte die junge Künſtlerin bereits zwei Bilder vollendet, und konnte ſie auch ſtolz auf die ge⸗ lungene Arbeit ſein, ſo fand ſie dennoch die größte Freude in dem Gedanken, daß es ihr möglich war, für die geliebte
Mutter zu ſorgen.
„Sechs Guineen ſind verdient!“ rief ſie aus.
Die Kranke betrachtete mit einem ſchmerzlichen Lächeln die wirklich hübſchen Bilder. Aeußerte ſie auch kein Wort, ſo ließen ſich dennoch ihre Gedanken in dem Ausdrucke der bleichen Züge leſen. Dieſe Gedanken waren die Befürch⸗ tung, daß die Krankheit mit dem Tode endigen würde.
„Erneſtine,“ ſagte die Mutter,„ich freue mich Deines Talentes, es bietet mir die Bürgſchaft, daß Du dereinſt durch eigene Kraft Dein Fortkommen finden wirſt. Dies iſt ein Troſt für mich, die ich Dir nichts hinterlaſſen kann. Die Bahn eines jungen Mädchens durch das Leben iſt eine dornenvolle und ſchwierige, wenn es keinen Schützer, keinen Begleiter hat. Und zumal in dieſer großen Stadt, wo Einer fremd an dem Andern vorübergeht, nur auf Gewinn und Vortheil bedacht. Ach, mein armes Kind, wie beklage ich Dich, daß Du ſo allein in der Welt ſtehſt! Erneſtine, Deine Hand!“ 2
Das junge Mädchen ergriff die Hand der Kranken und drückte ſie an die Lippen.
Banken den Rang abgelaufen. Die Banquiers empfinden es, ſie ſich überlebt haben, und das macht ſie wüthend. Es iſt
.. Al verzeihlich und eine allgemeine Schwäche des menſchlichen Herzens, Einfluß aus; aber ſchon die induſtriellen Actien entſchlüpften aber eine Schwäche, die nicht zu lange währen darf, denn ſonſt ihren Händen. Es find nicht wie ehemals fünf oder ſechs Bank⸗ wird ſie ihnen ſelbſt gefährlich. Seit längerer Zeit ſchmollen die häuſer, welche den Platz inne haben, geführt vom„Banquier der Banquiers, und das kann ihr Untergang werden: wenn das Könige oder dem König der Banquiers“, wie man 1837 ſagte. Capital ſchmollt, iſt das Capital verloren.
Das Scepter der Börſe iſt unwiederbringlich in andere Hände Wie Vergangenheit und Zukunft ſtehen ſich gegenüber die übergegangen*). Stolz und verächtlich um ſich blickend, beſuchen Banken und der Credit⸗Mobilier.
die Herren Banquiers noch heute täglich ihren Platz, aber man verbeugt ſich vor ihnen nicht mehr bis zur Erde, man haſcht nicht mehr gierig nach einem einzigen Blicke von ihnen. Die Banquiers, das muß man ihnen laſſen, tragen dieſe Vernachläſſigung mit Anſtand und Würde und thun gewöhnlich, als ob ſie dieſelbe nicht bemerkten; ſie ſtellen ſich gleichgültig, völlig unberührt davon, als ob ſie ganz von Geſchaäͤften ei mmen wären. In Wahrheit aber beſuchen ſie die Borſe nur noch aus einem letzten Reſt von Inſtinct oder Gewohnheit, und an ihrem bittern Lächeln, an ihrem ironiſchen Tone, an ihrer erzwungenen Gelaſſenheit merkt man es ihnen an, daß ſie im Herzen getroffen ſind.
Sie haben ſehen müſſen, wie ohne ſie, oft trotz ihrer im Zeit⸗ raum weniger Monate Capitalien zuſammen kommen, die man ffragt er heute nach 10 und 20 Millionen berechnet. Die öffentlichen möge er ihm doch erk Fonds, der demokratiſche Credit Mobilier hat der Ariſtokratie der das halte ſchwer.
— 3 All' und Jedermann gekannt, von All' und Jedermann gehänſelt, fönliche Mirdeden dieſe Darſtellung des Heren Hedd⸗ B. bier als deſſen per⸗ kurz und gut, Narciß ſei für Paris, was für Berlin Pietſch ſei.“ alihe dnchausng wdorirenenn enr erehte eltehennwennſe:s ſic fede eriun deiſdn Beziehung hüchſt driginell⸗ daß und auf ſeine ſicher anerkannten Quellen aus der franzöſiſchen Literatur es ſich ſchon verlohnt, weiter zu fragen, was und wer denn berufen. Anm. d. Red. eigentlich„Pietſch“ ſei?— 4*
)
nur noch die fremden Anleihen, die im Allgemeinen mehr Orden und Titel als Geld einbringen. Auf die Rente übte dieſe Finance⸗Claſſe noch einen hohen
Aus der Gegenwart. Was ſich Berlin erzählt.) „Narciß“—„Pietſch.“
Das Brachvogel'ſche Trauerſpiel„Narciß“ ſetzte ſeit kurzem alle Theatergänger in die freudigſte Bewegung, da kommt eines Tages Jemand in einen Cigarrenladen, ſich Cigarren zu kaufen— ſo erzählte man in Berlin.— Er höre das neue Stück ſo viel⸗ fältig rühmen, ob es auch wohl der Mühe lohne, es zu ſehen, den Commis.—„Ei freilich.“— Alſo er kenne es, dann lären, wer und was Narciß ſei.—„Erklären?! Narciß ſei ein herabgekommener Menſch, von


