Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
466
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Novellen⸗Zeitung.

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[II. Jahrg. V

. Ja, ja! hauchte das arme NMädchen, das vor Freude

dem Lord für jedes derſelben vier Guineen berechnete, zitterte.

arbeitete ſich Erneſtine durch das um dieſe Zeit faſt un- Der Kunſthändler trat zu ſeiner Kaſſe. Während er durchdringliche Menſchengewühl. Nach einer Viertelſtunde das Geld abzählte, faltete die Malerin die Hände und ſtand ſie mit hochrothem Geſichte vor einem alten, ſchwarz⸗ ſah betend zum Himmel empor. Das Entzücken über die geräucherten Hauſe. Sie ſtieg vier ſteile, ſchmuzige Treppen Erlangung einer ſo großen Summe, die ihre kühnſten Er⸗ hinan, zog einen Schlüſſel hervor und öffnete die Thür wartungen überſtieg, verklärte das leidende Geſicht zu einer eines kleinen Vorſaals. Durch eine zweite Thür trat ſie in rührenden Schönheit. ein armſeliges Dachſtübchen. Hier iſt das Geld, mein Kind! ſagte der Kunſt⸗Erneſtine! rief die Stimme einer bleichen, abge⸗ händler, indem er fünfzehn Goldſtücke auf den Tiſch legte. magerten Frau, die in einem Bette lag. Das Mädchen wagte die blinkenden Guineen nicht zuMutter, Mutter, rief Erneſtine, t! berühren. In ſprachloſem Entzücken ſtarrte es das Gold an. da, ſieh das Gold, das ich für meine Bilder erhalten habe. Nehmen Sie, nehmen Sie! Es iſt das Honorar für Sie ſchüttete den Inhalt des Beutelchens auf das Ihre Bilder. Arbeiten Sie recht fleißig und bringen Deckbett. Die Mutter ſtarrte in ſprachloſer Verwunderung Sie mir mehr Anſichten aus der ſächſiſchen Schweiz. das Gold an, wobei ſie die magern Hände faltete. V

wir ſind gerettet!

Die Malerin ſteckte das Gold in einen kleinen Leder⸗Das iſt noch nicht Alles, Mutter! F beutel, den ſie dann wie krampfhaft in der kleinen weißen die erſchöpft auf einen Stuhl geſunken war.Ich habe Hand hielt. Auftrag, ſämmtliche Stizzen des Vaters auszuführen.

Mein Herr, ſtammelte ſie gerührt,wer iſt denn An meinem Fleiße ſoll es nicht fehlen, in kurzer Zeit V

rief Erneſtine,

der großmüthige Mann, dem ich dieſe Hülfe in einer gren- werden wir die Summe beiſammen haben, die zur Rückreiſe zatäabnt derdanen ei Siſ, ig einr u unſer Vaterland erforderlich iſt. Nun verzage nicht I mehr, Mutter, wir werden Dresden wiederſehen! Fragen Sie mich jetzt nicht; ich kann es Ihnen nur 4 dann erſt mittheilen, wenn ich von ihm ſelbſt die Erlaubniß Die Kranke ſchüttelte ſchmerzlich das Haupt.

dazu erhalten habe. Damit ich aber weiß, wohin ich michDu wirſt Deine Vaterſtadt wiederſehen, mein Kind, zu wenden habe, wenn ich der jungen Künſtlerin Aufträge daran zwe ertheilen will, ſo ſchreiben Sie mi

r Ihre Adreſſe auf dieſes Krankheit endet? Stück Papier. Erneſtine warf ſich über das Bett und ſchloß die bleiche Sie ergriff einen Bleiſtift und ſchrieb den Namen Mutter in ihre Arme. Euneſeine Robert. Dann ſetzte ſie die Straße und dieIch werde Dich pflegen, liebe Mutter, rief ſie unter ummer des Hauſes darunter. Thränen,daß Du bald wieder geſund wirſt. Gott wird Wann ſehe ich Sie wieder?

mein Gebet erhören und meine Bemühungen ſegnen! Tag Sobald ich üinigß Hilder vollendet haben werde. und Nacht will ich arbeiten, denn man wartet ja auf meine Sie grüßte und ver ieß raſch den Laden.

Bilder. Faſſe nur Muth, Mutter, es kann noch Alles Während der Kunſthändler die Bilder einpackte und gut werden!

Mme. Pipelet: Aha! G

furchtbar fallen die Rente und die

4 anz richtig, der Monſieur! kauften die Nordbahnactien, die ſie hatten. Herr Filoſelle, der Den muß man hören! Der hat ſich auch ſchon in meine Sachen vom Parquet aus Auftrag auf ſelbige hatte, kaufte ſie, und ſchon gemiſcht und ſich um meine Vieille Montagne bekümmert, er am andern Tage hatten die Nords eine Hauſſe von 2 ½ Procent hat mir von einer Rothſchild'ſchen Operation geſprochen, die ſie gemacht!. neu heraufbringen will; ich habe Actien darauf gekauft und was. iſt dabei herausgekommen? eine Baiſſe von 5 Francs! Der VII. Die Haute⸗Finance. ſoll mir wieder kommen, der Monſieur mit der Weſte von Tartan⸗ Es gibt auf der Pariſer Börſe einen Winkel der Journaliſten, Cachemire! einen Winkel der Comtes und Marquis, einen Winkel der Vaude⸗ Mme. Pochet(zu Mme. Gibou): Was machen Sie denn ville⸗Dichter, einen Winkel faſt jeder hervorragenden Geſellſchafts⸗ ſeit den letzten 14 Tagen?⸗claſſe. Das ſind die Quadrate im Getäfel des Saales, in den un Mme. Gibou: Ich habe ſeit Montag 800 Francs verdient, die aufgezählten Leute täglich iyren Platz einzunehmen pfle⸗ und ich hätte noch mehr profitirt, wenn ich nicht die lits Militaires Unter ihnen gibt es auch den Winkel der Banquiers, welch aufgegeben hätte, um mich auf den Guadalquivir zu ſtürzen; der Mittelpunkt der Börſe gelegen iſt, da, wo ein Kronle e iſt nämlich eine große Goldmine, die aber ganz voll Kohlen iſt. hängen würde, wenn es im Saale einen gäbe. dd Mme. Saint⸗Phar ſvöllig verwirrt und exaltirt herbei Dort, um jenen Financier deſſen Gibus draußen vo eilend): Und das Allerneuſte, Mesdames, das Allerneuſte wiſſen Hauſe eine Baronkrone auf chlage trägt, verſamme u Sie noch nicht? die Spitzen der Bank. Do die Ariſtokratie des G eiſ Mesdames: Ciel de Dieu! Was i*ſt geſchehn? Iſt dieſer Raum trägt in jedem Quadratfuße Millionen. kqcj die vierprocentige gefallen? Früher, ſo ſagt man, gab ein Händedruck von eine gl me. Saint⸗Phar: Alle fallen ſie, alle werden ſie gliede dieſer Gruppe einen unbegrenzten Credit; ein an ſch 1 Nords und die Vieille⸗ Gruß eröffnete Dir ein Conto bei jedem Wechſela, ſe di Montagne und die Guadalquivir. Rothſchilds verkaufen, Alle aber will man auch dieſer Ariſtokratie nicht mehr 1i fl eutauſentVerkaufen Sie, Mesdames, was Sie haben! Ver⸗ Hochachtung und die ausſchließliche Macht von ehen ſ kaufen Sie!

. und täglich, behauptet man, verliere ſie von ihremn

Rothſchilds hatten in der That verkauft. Sie Seit undenklichen Zeiten hatte die Haute⸗Finc hatten ſo und ſo viel tauſend Nordbahn⸗Actien auf den Markt das Vorrecht in Händen, ausſchließlich die ßn N geworfen, um ſie ſinken zu laſſen und alsdann ſie zu ſ

orfen, te 1 u u den eſunkenen zu vermitteln. Jetzt aber wendet die Regierung Preiſen in noch größerer Zahl wieder aufzukaufen. Mesdames an ihre Creditoren ſelbſt und richtet ihren Aufruf an Pochet, Pipelet, Gibou, Saint⸗Phar u. ſ. w. verkauften, ver⸗ hne jeden Zwiſchenhändler. So bleiben der Haſ

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ifle ich nicht; aber wer kann wiſſen, wie meine V V ¹

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Erneſtin dann traf ſis pät in der zur Ruhe 1 Mutter und o fwohe Ju

ruhigen Scht

Am folg Hellkünſtler, dn Zuſtand ordnete die Gemüthsben vermeiden, Kranke aus ihn Erneſti

Was fragte ſie be

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Ach j allen Seiten nicht, daß! zu kämpfen geändent, zu gewähr ſchließen unſere übr

Ich der Arzt.

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